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Migration, Akkulturation und Gesundheit

Von den Akkulturationstheorien über das Modell des akkulturativen Stresses zum Forschungsstand bezüglich der Migration, Akkulturation und Gesundheit

Title: Migration, Akkulturation und Gesundheit

Scientific Essay , 2006 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplom-Psychologin Merima Sabic (Author)

Psychology - Miscellaneous
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Auszüge aus dem Text:

... "Akkulturation umfasst jene Erscheinungen, die sich ergeben, wenn Gruppen von Personen mit unterschiedlichen Kulturen in kontinuierlichen, direkten Kontakt miteinander treten, so dass sich die ursprünglichen Kulturmuster einer oder beider Gruppen einer Veränderung unterziehen …" (Redfield, Linton und Herskovits, 1936; nach Bender-Szymanski & Hesse, 1987)

... Die psychologischen Akkulturationsmodelle (z.B. Gordon, 1964; Berry, 1980; LaFromboise, Coleman & Gerton, 1993) setzen sich meistens mit der Frage auseinander, wie Migranten zum einen mit ihrer Herkunftskultur, bezeichnet als kulturelle Aufrechterhaltung, und zum anderen mit der Kultur des Aufnahmelandes, bezeichnet als kulturelle Anpassung, umgehen ...

... Der Akkulturationsprozess ist potentiell mit Stress verbunden, der im Folgenden nach Berry (1997) als Akkulturationsstress bezeichnet wird ...
... In dem Erklärungsmodell der Akkulturation von Berry et al. (1987) wird zwischen Akkulturation auf kollektiver und individueller Ebene differenziert. Der Abbildung 2 kann eine Darstellung des Modells entnommen werden ...

... Der Prozess der Akkulturation wird durch zahlreiche Bedingungen, die im Weiteren als Moderatoren bezeichnet werden, beeinflusst . Herzu werden im Weiteren die wichtigsten Befunde genannt ...

... Nach Özelsel (1990, S. 1) handelt es sich bei dem Thema "Akkulturation und Gesundheit" um "…ein interdisziplinäres Hybrid der Klinischen- und der Sozialpsychologie, die aufgrund einer ganzheitlichen Sichtweise kulturanthropologische und medizinische Perspektiven mit einbezieht...". Dabei werden multidirektionale Beziehungen zwischen Akkulturation und Gesundheit untersucht, da ein Migrant sowohl positive als auch negative Verhaltensweisen in Übereinstimmung mit der aufnehmenden Gesellschaft entwickeln und die Migration daher insgesamt mit einem sowohl besseren als auch schlechteren psychischen und physischen Gesundheitszustand gegenüber dem vorherigen einhergehen kann. Die Befundlage zu diesem Thema ist daher vielfach widersprüchlich: Während etwa Zeiler und Zarifoglu (1997) nach der Durchsicht einiger Forschungsarbeiten feststellen, dass kein Zusammenhang zwischen Krankheit und Migration bestehe, kommen andere Autoren hingegen zum Schluss, dass dieser durchaus als gesichert gelte (z.B. Collatz, 1995).

Im Folgenden werden einige zentrale Befunde aus diesem Forschungsbereich nachgezeichnet ...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Akkulturationstheorien

2.1 Berrys Akkulturationstheorie

3 Modell des akkulturativen Stresses

3.1 Moderatorvariablen im Akkulturationsprozess

4 Migration, Akkulturation und Gesundheit - Forschungsstand

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den komplexen Prozess der Akkulturation von Migranten, dessen psychologische Auswirkungen sowie den Zusammenhang mit dem Stresserleben und dem physischen wie psychischen Gesundheitszustand im Kontext der Migration. Dabei wird insbesondere das Modell des akkulturativen Stresses analysiert, um die Bedingungen und Einflussfaktoren aufzuzeigen, die für eine gelungene Anpassung in einer neuen kulturellen Umgebung entscheidend sind.

  • Klassifikation und theoretische Einordnung von Akkulturationstheorien
  • Analyse des Modells des akkulturativen Stresses nach Berry
  • Einfluss von Moderatorvariablen (z.B. Alter, Geschlecht, Bildung) auf den Akkulturationsprozess
  • Darstellung des Forschungsstandes zur Wechselwirkung zwischen Migration, Akkulturation und Gesundheit
  • Erörterung psychosomatischer Aspekte und präventiver Ansätze im Gesundheitswesen

Auszug aus dem Buch

3 Modell des akkulturativen Stresses

Migration ist in der Regel mit einer starken Veränderung der äußeren Lebensbedingungen, der Arbeits- und Wohnumwelt, sowie der sozialen und kulturellen Bezüge verbunden, wobei sie mit all ihren Anforderungen als ein belastendes Lebensereignis betrachtet werden kann.

Von dem Migranten werden vielfältige Anpassungsleistungen verlangt, die schon allein aufgrund der fehlenden Ressourcen schwer zu erbringen sind. Ein Mangel an finanziellen Mitteln und Kenntnissen von der neuen Kultur oder Sprache sowie die soziale Isolation stellen Stressoren dar, die sich negativ auf den Einstand in der neuen Umgebung und Lebenssituation auswirken können (vgl. Berry & Annis, 1974; Berry & Blondel, 1982). Der Akkulturationsprozess ist daher potentiell mit Stress verbunden, der im Folgenden nach Berry (1997) als Akkulturationsstress bezeichnet wird. Berry (2005) weist daraufhin, dass der Stress - nach allgemeinen Vorstellungen der Gesundheitspsychologie - zwischen einem positiven, genannt Eustress, und einem negativen Pol, bezeichnet als Distress, variieren kann. Der Autor hebt hervor, dass Akkulturation mit beiden Stressformen assoziiert ist, da sich aus der neuen Situation sowohl Chancen für die Verbesserung der Lebensumstände (führt zu Eustress) als auch negative Folgen, wie etwa Diskriminierung (führt zu Distress) ergeben können.

In der Akkulturationsforschung setzt man sich insbesondere mit dem psychologischen Distress und seinen Folgen für die Migranten auseinander. So kann sich dieser bei Migranten in Form von Depression, Angststörung und Somatisierung äußern. Daneben stellt die soziale Desintegration und das sogenannte Entwurzelungssyndrom die am häufigsten berichteten Folgen der Akkulturation dar, die gar in eine personale Krise münden und mit schweren Anpassungssyndromen einher gehen können (vgl. Berry & Annis, 1974; Williams und Berry, 1991; Berry, 2002).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Prozess der psychologischen Akkulturation ein und definiert die theoretische Grundlage sowie die Relevanz des Themas im Kontext pluraler Gesellschaften.

2 Akkulturationstheorien: Hier erfolgt eine kritische Analyse bestehender Theorien, deren Klassifikation entlang der Dimensionen Dimensionalität und Bereichsspezifität vorgenommen wird, sowie eine ausführliche Darstellung von Berrys Modell.

3 Modell des akkulturativen Stresses: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung von Stress im Migrationsprozess, differenziert zwischen Eustress und Distress und identifiziert Moderatorvariablen wie Alter, Geschlecht und soziale Unterstützung, die die psychische Anpassung beeinflussen.

4 Migration, Akkulturation und Gesundheit - Forschungsstand: Hier wird der interdisziplinäre Forschungsstand zur Beziehung zwischen Akkulturation und Gesundheit zusammengefasst, wobei sowohl kardiovaskuläre Befunde als auch epidemiologische Studien zu psychischen Erkrankungen und Präventionsbedarf diskutiert werden.

Schlüsselwörter

Migration, Akkulturation, Akkulturationsstress, kulturelle Anpassung, psychische Gesundheit, Migrationsforschung, Akkulturationsstrategien, soziale Unterstützung, Gesundheitspsychologie, Assimilation, Integration, Separation, Marginalisierung, Bewältigungsstile, interdisziplinäre Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen Prozessen der Akkulturation von Migranten und untersucht, wie die Begegnung mit einer neuen Kultur das Erleben, Verhalten und die gesundheitliche Verfassung der Betroffenen beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder umfassen die theoretische Einordnung der Akkulturation, das Modell des akkulturativen Stresses, die Rolle von Moderatorvariablen im Anpassungsprozess sowie den aktuellen Forschungsstand zur physischen und psychischen Gesundheit im Migrationskontext.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis für die Bedingungen zu schaffen, unter denen Akkulturation stattfindet, und die Faktoren aufzuzeigen, die maßgeblich zum psychischen Wohlbefinden und zur erfolgreichen Adaption von Migranten beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit theoretischen Modellen sowie empirischen Studien der Akkulturations- und Migrationsforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Klassifikation von Akkulturationstheorien, das Modell des akkulturativen Stresses nach Berry, die Bedeutung verschiedener Einflussfaktoren auf den Akkulturationsprozess sowie den Zusammenhang zwischen dem Akkulturationsgrad und verschiedenen Gesundheitsindikatoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Akkulturation, akkulturativer Stress, Migration, Gesundheit, Adaption, psychisches Wohlbefinden, Akkulturationsstrategien und Moderatorvariablen.

Was versteht man unter dem "Puffereffekt" sozialer Unterstützung?

Der Puffereffekt beschreibt das Phänomen, dass emotionale und informelle Hilfe durch soziale Netzwerke belastende Lebensereignisse abmildern kann, was Migranten hilft, psychosoziale Herausforderungen besser zu bewältigen.

Warum spielt der Akkulturationsgrad bei der Gesundheitsvorsorge eine Rolle?

Studien zeigen, dass der Akkulturationsgrad das Gesundheitsverhalten, die Inanspruchnahme medizinischer Dienste und das Wissen über Gesundheitsrisiken maßgeblich beeinflusst, weshalb gezielte Interventionsprogramme diesen Aspekt berücksichtigen sollten.

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Details

Title
Migration, Akkulturation und Gesundheit
Subtitle
Von den Akkulturationstheorien über das Modell des akkulturativen Stresses zum Forschungsstand bezüglich der Migration, Akkulturation und Gesundheit
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
1,0
Author
Diplom-Psychologin Merima Sabic (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V85938
ISBN (eBook)
9783638012294
ISBN (Book)
9783638916240
Language
German
Tags
Migration Akkulturation Gesundheit Integration Auswanderung Migration und Gesundheit J.W. Berry Ausländer Thema Migration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Psychologin Merima Sabic (Author), 2006, Migration, Akkulturation und Gesundheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85938
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