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Geschlechtsbezogene Pädagogik in Kindertageseinrichtungen

Unter besonderer Berücksichtigung der Jungen

Title: Geschlechtsbezogene Pädagogik in Kindertageseinrichtungen

Term Paper , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Corinna Kühn (Author)

Pedagogy - Nursery Pedagogy, Early Childhood Education
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`Jungen machen Krach, Staub und Lärm, toben und raufen, sausen mit ihren Paperfliegern quer durch den Gruppenraum…´
Warum nehmen pädagogische Fachkräfte das Spielverhalten von Jungen so verstärkt wie auch häufig als störend wahr? Weil sie es selbst nicht nachvollziehen können? In der Regel sind die Arbeitskräfte in Kindertageseinrichtungen weiblich.
Was bedeutet es für Jungen, wenn Frauen die Wahrnehmung für Jungenthemen und -bedürfnisse weithin fehlt und Männer nach wie vor nur sporadisch in Tageseinrichtungen zu finden sind? (vgl. BLANK-MATHIEU 2006, o.S.) Zu vermuten ist, dass Jungen erheblichen Benachteiligungen ausgeliefert sind. Nachzuvollziehen ist auch, dass diese im Sinne der Chancengleichheit von Mädchen und Jungen abgebaut werden müssen. Doch wie soll da vorgegangen werden? Wie kann Jungen zu einer positiven Entwicklung verholfen werden?
In der vorliegenden Arbeit wird der Blick zunächst auf die im Spiel gezeigten Verhaltensweisen von Mädchen und insbesondere Jungen gerichtet und anschließend in geschlechtsspezifischen Ursachen begründet. Zusammenhänge von Sozialisationsbedingungen und der Entwicklung der Geschlechtsidentität werden erläutert, so dass folglich ein besseres Verständnis für die Lebenslagen der Jungen entsteht. Bemühen sich pädagogische Fachkräfte dieses Verständnis zu erwerben, geraten die subjektive Erlebniswelt sowie Wahrnehmungs- und Verarbeitungsmuster der Jungen in den Blick der sozialen und erzieherischen Arbeit und sollten schließlich in geschlechtsbezogenen Konzeptionen verankert werden. (vgl. CREMERS/ DROGAND-STRUD 2004, o.S.) Was solch eine Konzeption beinhalten sollte, wie geschlechtsbezogene Pädagogik in Kindertageseinrichtungen konkret stattfinden kann und wann sie erfolgreich ist, soll in der nun folgenden Ausarbeitung geklärt werden.



2. Die Freispielsituation in Kindertageseinrichtungen

Viele pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen berichten davon, wie anstrengend sich die Arbeit mit den Jungen in der Gruppe gestaltet. Häufig ist der Lautstärkenpegel hoch, es wird getobt und gerannt, was zur Folge hat, dass andere Kinder gestört werden und sich in Folge dessen nur selten untereinander ein intensives Spiel entwickeln kann. Diese Verhal-tensweisen, die das Freispiel, sowie den Tagesablauf störend beeinflussten, sollen häufiger bei den Jungen, als bei den Mädchen zu beobachten sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Überblick über die Inhalte der Ausarbeitung

2. Die Freispielsituation in Kindertageseinrichtungen

2.1 Kinderspiele als Aufführungsorte von Geschlechterdifferenzen

3. Die Entwicklung der Geschlechtsidentität

3.1 Auswirkungen der Sozialisationsbedingungen

3.1.1 Notwendigkeit der Geschlechterrollenstereotype

3.1.2 Konsequenzen der „Unterpräsentation“ der Männer

4. Geschlechtsbezogene Pädagogik in Kindertageseinrichtungen

4.1 Sinn oder Unsinn?

4.1.1 Neue Perspektiven

5. Die aktuelle Praxissituation

5.1 Die Kindertageseinrichtung als weiblicher Raum

5.1.1 Mehr Männer in die Kindertageseinrichtungen!

6. Konkrete Umsetzung geschlechtsbezogener Pädagogik in der Praxis

6.1 Beobachtung, Analyse und Reflektion

6. 2 Räume und Alltag bewusst gestalten

6.3 Grundsätze konzeptionell verankern

7. Abschlussbetrachtung

8. Anhang

8.1Wissenschaftliches Arbeiten: Die Gestaltung der Einleitung einer Seminararbeit

8.1.1 Die Gestaltung der Einleitung der vorliegenden Ausarbeitung

9. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die geschlechtsbezogene Pädagogik in Kindertageseinrichtungen mit einem besonderen Fokus auf die Bedürfnisse von Jungen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte durch eine geschlechtsbewusste Gestaltung des Alltags und der Räumlichkeiten eine Erziehung zur Chancengleichheit fördern können, um Jungen und Mädchen in ihrer Identitätsentwicklung zu unterstützen und einseitige Rollenklischees aufzubrechen.

  • Analyse der kindlichen Spielsituation und geschlechtsspezifischer Verhaltensmuster
  • Einfluss von Sozialisationsbedingungen auf die Entwicklung der Geschlechtsidentität
  • Herausforderungen der „weiblich geprägten“ Praxissituation in Kindertageseinrichtungen
  • Bedeutung männlicher Identifikationsfiguren und Väterarbeit
  • Methodische Ansätze für eine geschlechtssensible Beobachtung und Raumgestaltung

Auszug aus dem Buch

2.1 Kinderspiele als Aufführungsorte von Geschlechterdifferenzen

Im freien Spiel der Mädchen und Jungen und in der Art und Weise, wie sie mit Räumen und Spielmöglichkeiten umgehen sind unterschiedliche Verhaltensmuster zu beobachten, die sich häufig, aber auch nicht ausschließlich mit geschlechttypischen Vorstellungen der pädagogischen Fachkräfte decken. Untersuchungen haben ergeben, dass Jungen oft „raumgreifend“ spielen, größere Räume als Mädchen kontrollieren und sich weiter aus der Aufsicht der Erwachsenen entfernen. Sie sind häufiger in der Turnhalle und im Außengelände zu finden, haben ein großes Bedürfnis nach Action, bauen und konstruieren gern und bevorzugen grobmotorische Spiele. (vgl. DIEKEN/ ROHRMANN 2003, S.27) „Kampfspiele sind bei Jungen als Ausdrucksweise von körperlichen Lustgefühlen normal und werden selten aggressiv gespielt. (Raufen, Kräfte messen, Wettspiele).“ (BLANK-MATHIEU 1999, o.S.) Mädchen hingegen spielen eher „raumsparend“ in Innenräumen, bevorzugen feinmotorische Spiele, sie basteln und malen gern und lieben Rollenspiele in der Puppenecke. Während im Rollenspiel der Jungen männliche (Medien-)helden überwiegen, werden von Mädchen vorwiegend Szenen aus dem häuslichen Umfeld wiederholt. Phantasiespiele lehnen sich an das weibliche Ideal an, Mädchen spielen Prinzessin oder Krankenschwester. (vgl. BLANK-MATHIEU 1999, o.S.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Überblick über die Inhalte der Ausarbeitung: Einführung in die Problematik der Wahrnehmung jungenspezifischen Spielverhaltens und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.

2. Die Freispielsituation in Kindertageseinrichtungen: Analyse der geschlechtsspezifischen Unterschiede im Spielverhalten, insbesondere der Nutzung von Raum und Material.

3. Die Entwicklung der Geschlechtsidentität: Theoretische Auseinandersetzung mit der Entstehung von Geschlechtsrollen durch Sozialisation und gesellschaftliche Erwartungen.

4. Geschlechtsbezogene Pädagogik in Kindertageseinrichtungen: Diskussion über die Notwendigkeit und den Sinn einer bewussten pädagogischen Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen im Kindergarten.

5. Die aktuelle Praxissituation: Beleuchtung der Kindertageseinrichtung als zumeist weiblich konnotierter Raum und der Forderung nach verstärkter Einbindung von Männern.

6. Konkrete Umsetzung geschlechtsbezogener Pädagogik in der Praxis: Handlungsanleitungen zur Beobachtung, Raumgestaltung und konzeptionellen Verankerung geschlechtssensibler Ansätze.

7. Abschlussbetrachtung: Zusammenfassung der Notwendigkeit, geschlechtsbezogene Pädagogik als fachliche Basisqualifikation dauerhaft in den pädagogischen Alltag zu integrieren.

Schlüsselwörter

Geschlechtsbezogene Pädagogik, Kindertageseinrichtungen, Jungenförderung, Identitätsentwicklung, Sozialisation, Chancengleichheit, Geschlechterrollen, Spielverhalten, Raumgestaltung, Pädagogische Fachkräfte, Väterarbeit, Koedukation, Geschlechterdualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der geschlechtsbezogenen Pädagogik im Kindergarten, wobei der Fokus insbesondere auf die Situation und die Bedürfnisse von Jungen gelegt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der Geschlechtsidentität, die Analyse des Spielverhaltens, der Einfluss von Sozialisationsbedingungen sowie die Gestaltung pädagogischer Konzepte zur Förderung der Chancengleichheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Erzieherinnen und Erzieher durch eine geschlechtssensible Wahrnehmung und Gestaltung den Kindern dabei helfen können, ihre eigene Geschlechtsidentität flexibel zu entfalten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und theoretischen Reflexion, die aktuelle pädagogische Ansätze zur Gender-Thematik zusammenführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Spielverhalten, erläutert die Entstehung von Rollenbildern, beleuchtet den Mangel an männlichen Bezugspersonen und gibt praktische Empfehlungen für die Teamarbeit und Raumgestaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem geschlechtsbezogene Pädagogik, Identitätsentwicklung, Chancengleichheit, Sozialisation und Reflexion.

Warum ist die „Unterpräsentation“ von Männern in Kindertageseinrichtungen kritisch?

Da Kinder im Kindergartenalter überwiegend von Frauen betreut werden, fehlt ihnen oft eine aktive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Formen von Männlichkeit, was die Entwicklung eines variablen Geschlechterrollenverständnisses erschweren kann.

Warum ist eine „reflexive Koedukation“ für die Praxis so wichtig?

Sie ermöglicht es, sowohl geschlechtshomogene Räume zur Identitätsfindung als auch geschlechterübergreifende Situationen anzubieten, um Jungen und Mädchen gleichermaßen in ihrer individuellen Entwicklung zu unterstützen.

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Details

Title
Geschlechtsbezogene Pädagogik in Kindertageseinrichtungen
Subtitle
Unter besonderer Berücksichtigung der Jungen
College
University of Dortmund
Grade
1,0
Author
Corinna Kühn (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V85978
ISBN (eBook)
9783638018081
ISBN (Book)
9783638938990
Language
German
Tags
Geschlechtsbezogene Pädagogik Kindertageseinrichtungen Geschlechtsidentität Mädchen Jungen geschlechtsbewusste Pädagogik Kinderspiele Kindergarten Elementarpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Corinna Kühn (Author), 2006, Geschlechtsbezogene Pädagogik in Kindertageseinrichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85978
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