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Finanzierung sozialer Arbeit. Alternative Wege

Titel: Finanzierung sozialer Arbeit. Alternative Wege

Diplomarbeit , 1999 , 80 Seiten , Note: 1

Autor:in: Arne Salge (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Debatte um zu öffentlichen Finanzierungsmodellen alternative Finanzierungsformen im Nonprofit Sektor in Deutschland ist seit geraumer Zeit aktuell. Aufgrund knapper öffentlicher Haushalte wird von Seiten der öffentlichen Hand nach Möglichkeiten gesucht, die Finanzierung der sozialen Arbeit zurückzufahren. Dies bedingt, daß auch bei den in der sozialen Arbeit tätigen Nonprofit- Organisationen vermehrt nach Möglichkeiten gesucht werden muß, die Finanzierung durch alternative Mittel sicherzustellen. Die Aktualität dieser Situation habe ich zum Anlaß genommen, mich genauer mit der Thematik zu befassen.
Zuerst werde ich hierbei die momentane Finanzierungssituation sozialer Arbeit in Deutschland darstellen, um aufzuzeigen, welchen Stellenwert die einzelnen möglichen Finanzierungsformen derzeit im 3. Sektor einnehmen.
Im Anschluß daran werde ich eine Übersicht über die üblichen Finanzquellen der sozialen Arbeit in Deutschland hinsichtlich ihrer Möglichkeiten und ihrer Bedeutung geben.
Davon ausgehend werden die Möglichkeiten und Formen der Mittelbeschaffung von der öffentlichen Hand aufgezeigt und hinsichtlich ihrer Praktikabilität und ihrer Änderungstendenzen betrachtet.
In der Folge wird dann das »Fundraising« als Möglichkeit zur alternativen Mittelgewinnung vorgestellt. Hierbei wird auch auf infrastrukturelle und andere Voraussetzungen eingegangen, die für erfolgreiches Fundraising notwendig sind.
Dann wird zu den alternativen Finanzierungsformen Spenden, Stiftungen und Sponsoring übergeleitet, die in der Folge zum Teil unter Zuhilfenahme von Praxisbeispielen vertiefend dargestellt und bezüglich der Vor- und Nachteile sowie ihrer Bedeutung für sozialwirtschaftliche Nonprofit- Organisationen untersucht werden. Hierbei wird auch auf die Methodik zur Erlangung dieser Gelder eingegangen.
Abschließend erfolgt dann eine Prüfung der alternativen Finanzierungsformen im Bezug auf die Bedeutung für die Organisationen, die in der sozialen Arbeit tätig sind.
Arne Salge

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die aktuelle Finanzierungssituation in Deutschland

3. Finanzierungsquellen sozialer Arbeit

4. Finanzierung durch die öffentliche Hand

4.a) Finanzquellen

4.b) Finanzierungsformen

5. Fundraising – Mittelbeschaffung für die soziale Arbeit

5.a) Spenden

5.a.a) Die Situation auf dem Deutschen Spendenmarkt

5.a.b) Formen der Spendenwerbung und Spendermotivation

5.a.c) Wertigkeit und Vor- und Nachteile der Spende

5.b) Stiftungen

5.b.a) Übersicht über den Stiftungssektor in Deutschland

5.b.b) Vorstellung ausgewählter Stiftungen

5.b.c) Vor- und Nachteile der Stiftungsfinanzierung

5.c) Social Sponsoring

5.c.a) Sponsoring in Deutschland

5.c.b) Sponsoring in der Praxis

5.c.c) Vorteile und Problemlagen

6. Fundraising – Möglichkeit zu einer autarken Finanzierung?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die zunehmende Finanzierungsproblematik im Nonprofit-Sektor der sozialen Arbeit in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, den Stellenwert öffentlicher Finanzierung darzustellen, alternative Finanzierungsformen (Spenden, Stiftungen, Sponsoring) kritisch zu analysieren und die Umsetzbarkeit einer von staatlichen Mitteln autarken Finanzierungsstrategie zu bewerten.

  • Analyse der aktuellen Finanzierungssituation sozialer Dienstleister in Deutschland.
  • Untersuchung der Struktur öffentlicher Fördermittel und deren Veränderungstendenzen.
  • Fundraising als strategisches Instrument zur Gewinnung nicht-öffentlicher Ressourcen.
  • Bewertung von Spenden, Stiftungsfinanzierung und Social Sponsoring unter Berücksichtigung von Vor- und Nachteilen.
  • Diskussion der Autonomie und Sinnhaftigkeit einer vollständigen Ablösung staatlicher Finanzierung.

Auszug aus dem Buch

b) Formen der Spendenwerbung und Spendermotivation

Um Formen der Spendenwerbung und Spendermotivation betrachten zu können, muß die eingangs erwähnte Unterteilung nach Spendenquellen vorgenommen werden. Daher wird im Folgenden zwischen Spenden von Individuen und Spenden von Unternehmen unterschieden.

b)a) Spenden von Individuen

Die Deutschen sind immer noch ein reiches Volk. „Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es im Jahre 1989 in Westdeutschland 106010 zur Vermögenssteuer veranlagte Personen, die über ein Gesamtvermögen von mindestens einer Millionen Mark verfügten. Ihre Zahl ist innerhalb von drei Jahren um fast ein fünftel gestiegen.“70 Dies bedeutet natürlich ein großes Potential an möglichen Spenden. Viele Menschen in Deutschland haben genügend Geld, um ein wenig davon für gemeinnützige Zwecke, die ihrer Überzeugung nach sinnvoll sind, zu spenden.

Wie schon der eingangs zitierte Wilhelm Busch wußte, kommen Spenden meist nicht ohne Zutun des mit der Spende Bedachten zustande. Relativ einfach ist es noch Spender zu motivieren, wenn man für einen Zweck sammelt, der einen »Mitleidseffekt« auslöst. Schwieriger wird dies, wenn der Zweck der Spende gesellschaftlich nicht uneingeschränkt akzeptiert ist. Wer würde nicht eher für die Behandlung armer krebskranker Kinder als für die Resozialisierung von Strafgefangenen spenden? „Bei den Zielgruppen gibt es eine Hierarchie der Spendenpräferenz, an deren Spitze Kinder stehen. Auch Tiere, Jugendliche und Behinderte gehören zu den beliebtesten Zielgruppen.“75 Egal jedoch, für welche Klientengruppen man Spendenwerbung betreiben möchte, es ist unumgänglich, eine Form der Spendenwerbung zu wählen, welche die möglichen Motivationen für eine Spende berücksichtigt. Es ist notwendig, dem potentiellen Spender Anreize für seine Spende zu bieten, denn kaum jemand spendet völlig uneigennützig. „Altruistische, also selbstlose, ohne auf eigene Vorteile abzielende Motive findet man auch bei Mäzenen immer seltener – wenn es sie überhaupt je gab.“76

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der aktuellen Finanzierungsdebatte im Nonprofit-Sektor und Zielsetzung der Arbeit zur Untersuchung alternativer Finanzierungsformen.

2. Die aktuelle Finanzierungssituation in Deutschland: Analyse der Abhängigkeit sozialer Dienstleister von staatlichen Stellen und der Konsequenzen der öffentlichen Haushaltslage.

3. Finanzierungsquellen sozialer Arbeit: Überblick über multiple Möglichkeiten der Mittelbeschaffung, von Nutzungsentgelten bis hin zu Bußgeldern.

4. Finanzierung durch die öffentliche Hand: Detaillierte Betrachtung der Fördermöglichkeiten durch Bund, Länder, Kommunen und EU sowie die verschiedenen Formen der Zuwendung.

5. Fundraising – Mittelbeschaffung für die soziale Arbeit: Theoretische Grundlegung des Fundraisings als strategische Marketing-Aufgabe für Nonprofit-Organisationen.

6. Fundraising – Möglichkeit zu einer autarken Finanzierung?: Kritische Prüfung der Realisierbarkeit und Sinnhaftigkeit einer vollständigen Unabhängigkeit von öffentlichen Mitteln.

Schlüsselwörter

Fundraising, Soziale Arbeit, Nonprofit-Organisation, Finanzierung, öffentliche Mittel, Spendensektor, Stiftungen, Social Sponsoring, Mittelbeschaffung, Gemeinnützigkeit, Fördermittel, Öffentlichkeitsarbeit, Ressourcen, Sozialmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Finanzierungssituation sozialer Einrichtungen in Deutschland und analysiert, wie diese angesichts knapper öffentlicher Kassen alternative Finanzierungsquellen erschließen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die staatliche Finanzierung, Fundraising, das Spendenwesen, Stiftungsfinanzierung sowie Sponsoring in der sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, ob und unter welchen Bedingungen eine von öffentlichen Mitteln autarke Finanzierung für soziale Einrichtungen möglich und sinnvoll ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um die Finanzierungsstrukturen zu durchleuchten und durch Vergleiche sowie Praxisbeispiele (z.B. Aachener Sozialsponsoring) zu fundieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der öffentlichen Finanzierungsformen (Zuwendungen, Leistungsverträge) und eine systematische Darstellung der Instrumente des Fundraisings (Spenden, Stiftungen, Sponsoring).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Fundraising, Finanzierungsautarkie, soziale Dienstleister, Nonprofit-Sektor und Mittelbeschaffung.

Warum ist Fundraising laut Autor in Deutschland noch recht neu?

Der Autor führt dies auf das historisch gewachsene, wohlfahrtsstaatliche Prinzip in Deutschland zurück, bei dem der Staat bisher eine zentrale Rolle bei der Finanzierung sozialer Aufgaben übernommen hat.

Welchen Stellenwert räumt der Autor dem Sozialsponsoring ein?

Der Autor sieht Sozialsponsoring als eine junge, wachsende Finanzierungsform, die vor allem für kommunikative, öffentlichkeitswirksame Projekte eine interessante Ergänzung darstellt, jedoch für Regelaufgaben ungeeignet ist.

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Details

Titel
Finanzierung sozialer Arbeit. Alternative Wege
Hochschule
Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Standort Emden  (Fachbereich Sozialwesen)
Note
1
Autor
Arne Salge (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1999
Seiten
80
Katalognummer
V86
ISBN (eBook)
9783638100625
ISBN (Buch)
9783638636629
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alternative Wege Finanzierung Arbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Arne Salge (Autor:in), 1999, Finanzierung sozialer Arbeit. Alternative Wege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86
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Leseprobe aus  80  Seiten
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