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Kinderbanden in der Kinder- und Jugendliteratur des Exils

Title: Kinderbanden in der Kinder- und Jugendliteratur des Exils

Examination Thesis , 2005 , 128 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tina Martin (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Summary Excerpt Details

Mit Absicht wurden fünf unterschiedliche Kinder- und Jugendromane gewählt, die thematisch und im Hinblick auf die Autoren, außer den beiden schon genannten verbindenden Elementen keine offensichtlichen Gemeinsamkeiten haben. So treffen wir hier auf Autoren mit unterschiedlichen politischen Hintergründen, die, abgesehen vom Ehepaar Tetzner/ Kläber, in keinem näheren Zusammenhang stehen. Auch die Handlungen der jeweiligen Romane sind unterschiedlich. Die Schauplätze reichen von der dalmatinischen Küste über die Schweiz und Prag bis hin zum Mailand des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Es sollen vorab drei Thesen aufgestellt werden. So nehme ich erstens an, dass allen fünf Kinderbanden gewisse Merkmale gemeinsam sind – auch trotz der Tatsache, dass es sich um recht unterschiedliche Kinderbücher handelt. Diese Gemeinsamkeiten suche ich in der inneren Struktur der jeweiligen Bande.
Weiterhin ist zu vermuten, dass der Autor/ die Autorin durch das Motiv der Kinderbande eine gewisse erzieherische Absicht ausdrücken und bei den jungen Lesern etwas bewirken will. Diese erzieherischen Absichten vermute ich, als dritte These, in Zusammenhang stehend mit der Exilsituation der Autoren selber aber auch der Kinder, sowie mit der politischen Situation im Dritten Reich, mit der sowohl Autoren als auch kindliche Leser Erfahrungen gesammelt haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Situation der Kinder im Exil

2.1 Schulen in den Asylländern

2.2 Psychologische Aspekte des Exils

3. Kinder- und Jugendliteratur im Exil und ihre Funktion

4. Erzählanalysen

4.1 Kurt Held – Die rote Zora und ihre Bande

4.1.1 Paratexte

4.1.2 Erzähltempus und Sprache

4.1.3 Erzählsituation, Erzählerbericht/ Personenrede

4.1.4 Erzähleingang

4.1.5 Zeitstruktur

4.2 Lisa Tetzner – Die schwarzen Brüder

4.2.1 Paratexte

4.2.2 Erzähltempus und Sprache

4.2.3 Erzählsituation, Erzählerbericht/ Personenrede

4.2.4 Erzähleingang

4.2.5 Zeitstruktur

4.3 Max Zimmering – Die Jagd nach dem Stiefel

4.3.1 Paratexte

4.3.2 Erzähltempus und Sprache

4.3.3 Erzählsituation, Erzählerbericht/ Personenrede

4.3.4 Erzähleingang

4.3.5 Zeitstruktur

4.4 Alex Wedding – Das Eismeer ruft

4.4.1 Paratexte

4.4.2 Erzähltempus und Sprache

4.4.3 Erzählsituation, Erzählerbericht/ Personenrede

4.4.4 Erzähleingang

4.4.5 Zeitstruktur

4.5 Oskar Seidlin und Richard Plaut – S.O.S. Genf

4.5.1 Paratexte

4.5.2 Erzähltempus und Sprache

4.5.3 Erzählsituation, Erzählerbericht/ Personenrede

4.5.4 Erzähleingang

4.5.5 Zeitstruktur

5. Analyse der Kinderbanden

5.1 Zum Begriff der Kinderbande

5.2 Merkmale der Banden/ Analysepunkte

5.2.1 Zusammensetzung

5.2.2 Selbstbezeichnung der Bande

5.2.3 Gender – Frage

5.2.4 Grund des Zusammenschlusses/ Ziele

5.2.5 Abgrenzungsmerkmale

5.2.6 Führungsstile

5.2.7 Gegenspieler/ Gegnerische Kinderbanden

5.2.8 Werden politische Themen behandelt?

5.2.9 Wird das Thema ‚Exil‘ behandelt?

5.3 Motiv der Solidarität

6. Erzieherischer Auftrag/ Intention der Autoren

6.1 Die rote Zora

6.2 Die schwarzen Brüder

6.3 Die Jagd nach dem Stiefel

6.4 Das Eismeer ruft

6.5 S.O.S. Genf

6.6 Gemeinsamkeiten in den erzieherischen Absichten

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Motiv der Kinderbande in fünf ausgewählten Romanen der Kinder- und Jugendliteratur des Exils (1933–1945). Ziel ist es, die interne Struktur dieser Banden, die erzieherischen Absichten der Autoren sowie den Zusammenhang mit der politischen Situation im Exil und im Dritten Reich zu analysieren.

  • Analyse der narrativen Erzählstrukturen (Tempus, Perspektive)
  • Untersuchung soziologischer Merkmale von Kindergruppen
  • Darstellung der Rolle von Gender und Solidarität innerhalb der Banden
  • Politisierung der Kinder als erzieherisches Mittel
  • Vergleich von Idealen und gegensätzlichen Rollenbildern

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Paratexte

Der Roman trägt den Titel „Die rote Zora und ihre Bande“. Durchgesetzt hat sich umgangssprachlich der Kurztitel „Die rote Zora“. Ursprünglich hatte der Roman den Untertitel „Eine Erzählung aus Dalmatien für die Jugend“. Dieser Untertitel taucht allerdings schon seit einigen Jahren in den neuen Ausgaben nicht mehr auf, es handelt sich hier um eine typische Verkürzung des Titels im Laufe der Zeit, wie sie oft zu beobachten ist. Mit dem Titel „Die rote Zora und ihre Bande“ wird schon einiges über den Roman verraten: der Leser kann davon ausgehen, dass der Haupthandlungsträger eine Person namens Zora ist (allerdings ist der Haupthandlungsträger eigentlich Branko, denn er wird als erste Person eingeführt und nur sein Gefühlsleben beleuchtet der Autor eingehend). Auch das Hauptthema des Buches, nämlich das Motiv der Bande taucht schon im Titel auf. Weil der Titel hier also den Inhalt bzw. Teile des Textinhaltes angibt, handelt es sich nach Genette um einen thematischen Titel, genauer noch um einen wörtlichen Titel, weil der zentrale Gegenstand des Romans genannt wird. Der Untertitel hingegen („Eine Erzählung aus Dalmatien für die Jugend“) ist nur mit dem Zusatz „aus Dalmatien“ thematisch. Die Bezeichnung „Eine Erzählung (...) für die Jugend“ hingegen ist rhematisch. Das bedeutet, es wird eine Aussage darüber gemacht, was der Text ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas, Auswahl der fünf Exilromane und Definition der Zielsetzung der Arbeit.

2. Situation der Kinder im Exil: Überblick über die Lebensumstände emigrierter Kinder und die Bedeutung schulischer Normalität.

3. Kinder- und Jugendliteratur im Exil und ihre Funktion: Historische Einordnung der Exil-KJL und ihre erzieherische Bedeutung.

4. Erzählanalysen: Detaillierte werkimmanente Analyse der fünf gewählten Romane hinsichtlich Erzählweise und Struktur.

5. Analyse der Kinderbanden: Soziologische Betrachtung der Bandenstrukturen, Merkmale, Solidarität und Rollenbilder.

6. Erzieherischer Auftrag/ Intention der Autoren: Untersuchung der erzieherischen Absichten der Autoren und deren politischer Motivation.

7. Fazit: Zusammenfassende Gegenüberstellung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der untersuchten Kinderbanden.

Schlüsselwörter

Kinderbanden, Exilliteratur, Kinder- und Jugendliteratur, Nationalsozialismus, Solidarität, Erziehung, Politisierung, Erzählanalyse, Emigration, Antifaschismus, Kinderpsychologie, Gruppendynamik, Widerstand, Rollenbilder, Literaturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Motiv der Kinderbande in fünf spezifischen Romanen, die während der Exilzeit zwischen 1933 und 1945 entstanden sind.

Welche Romane werden schwerpunktmäßig analysiert?

Untersucht werden „Die rote Zora“ (Held), „Die schwarzen Brüder“ (Tetzner), „Die Jagd nach dem Stiefel“ (Zimmering), „Das Eismeer ruft“ (Wedding) sowie „S.O.S. Genf“ (Seidlin/Plaut).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, wie die Autoren durch das Motiv der Kinderbande erzieherische und politische Absichten vermitteln und wie diese mit der damaligen Exilsituation verknüpft sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine Kombination aus narratologischen Erzählanalysen der Texte sowie eine vergleichende soziologische Analyse der dargestellten Kindergruppen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine werkimmanente Erzählanalyse der fünf Bücher sowie eine thematische Analyse der Banden (Zusammensetzung, Führungsstile, Solidarität, politische Themen).

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind Kinderbanden, Exil, Solidarität, politische Erziehung und antifaschistische Literatur.

Warum spielt das Thema „Solidarität“ eine so große Rolle in der Untersuchung?

Das Motiv der Solidarität ist laut der Autorin ein roter Faden, der alle fünf Werke verbindet, da das Ziel der Banden stets nur im Kollektiv erreicht werden kann.

Wie unterscheidet sich „S.O.S. Genf“ von den anderen untersuchten Romanen?

Dieser Roman nimmt eine Sonderstellung ein, da er keine expliziten gegnerischen Banden, keinen Anführer und kein Aufnahmeritual aufweist und die Kinder primär als homogene Gruppe darstellt.

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Details

Title
Kinderbanden in der Kinder- und Jugendliteratur des Exils
College
University of Siegen
Grade
1,7
Author
Tina Martin (Author)
Publication Year
2005
Pages
128
Catalog Number
V86143
ISBN (eBook)
9783638907538
ISBN (Book)
9783638907682
Language
German
Tags
Kinderbanden Kinder- Jugendliteratur Exils
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tina Martin (Author), 2005, Kinderbanden in der Kinder- und Jugendliteratur des Exils, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86143
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