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Zur Förderung der phonologischen Bewusstheit in der Orientierungsstufe

Title: Zur Förderung der phonologischen Bewusstheit in der Orientierungsstufe

Examination Thesis , 2007 , 69 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Claudia Hühn (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Ausgangspunkt dieser Arbeit bildete die Förderung zweier Hauptschüler der 5. Klasse, 2. Halbjahr.

Die zentrale Frage, mit der sich diese Arbeit beschäftigt, ist: Wie kommt es zu der Fehlerhäufung im Bereich der Kennzeichnung von langen und kurzen Vokalen?

Auf Basis der Ergebnisse der diagnostischen Verfahren und der Beobachtung der Kinder während der Fördereinheiten durch das Marburger Rechtschreibtraining wird in dieser Arbeit die These aufgestellt, dass Dehnungs- und Dopplungsfehler, wenn bedingt durch das nicht differenzieren können von Vokallängen, ein nicht oder wenig beachteter Teilaspekt der mangelnden phonologischen Bewusstheit ist. Vorhandene Definitionen des Begriffs werden in dieser Arbeit daher um einen weiteren Aspekt ergänzt und die Wichtigkeit deren Förderung auch für ältere Schüler mit LRS betont.

Die Vermittlung von Dehnungs- und Dopplungsregeln in orthografischen Trainingsprogrammen, die eine zweite Fundierung der Schriftsprache an der Lautsprache durch Sprechsilben fordern, setzen, auch diese These wird hier aufgestellt, insbesondere an der phonologischen Bewusstheit der Schüler an bzw. diese voraus. Ein didaktisch-methodisches Ansetzen an der Sprechsilbe ermöglicht, dass Lösungsstrategien nicht durch eine Häufung von zu memorierenden Ausnahmeregeln vermittelt werden. Stattdessen können Kinder, bei entsprechender methodischer Umsetzung des Konzepts, visuell und auditiv die Regelhaftigkeit der Vokaldehnung- und Schärfung systematisch nachvollziehen und bekommen dadurch adäquate Problemlösungsstrategien an die Hand.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Schreiben(lernen)

2.1 Lautstruktur und Schriftstruktur: „Die linguistische Perspektive“

2.1.1 Schreibe wie du sprichst?

2.1.2. Graphem-Phonem-Korrespondenzregeln

2.1.3 Die prosodische Struktur der Sprache

2.2 Schreibenlernen aus kognitionstheoretischer Perspektive

2.3 Lese- Rechtschreibschwierigkeiten (LRS)

2.3.1 Das Phänomen der LRS

2.3.2 Ursachen für LRS

2.3.3 Didaktisches Konzept der Förderung von LRS

3. Entwicklungsgemäße Rechtschreibförderung

3.1 Das Stufenmodell der Rechtschreibentwicklung

3.2 Dopplungsfehler im Rahmen der Entwicklung

4. Die Phonologische Bewusstheit

4.1 Phonologisches und phonetisches Rekodieren

4.2 Die phonologische Bewusstheit - Metalinguistische Sicht

4.2.1 Die phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne

4.2.2 Die phonologische Bewusstheit im engeren Sinne

4.3 Förderung phonologischer Fähigkeiten in der Schuleingangsphase

5. Zur Förderung der phonologischen Bewusstheit in der Orientierungsstufe

5.1 Ergänzungen zum derzeitigen Konstrukt der phonologischen Bewusstheit

5.2 Das Programm von Reuter-Liehr

5.3 Das Marburger Rechtschreibtraining (MRT)

5.4 Fazit

6. (Projekt-)Empirie

6.1 Das Bedingungsfeld

6.2 Der Vortest: Diagnostik und Ergebnisse

6.2.1 Der BAKO 1-4

6.2.2 Der DRT 5 Quantitative Analyse, Feinanalyse, Einordnung in das Modell der Rechtschreibentwicklung von Scheerer-Neumann

6.2.3 Der Stolperwörter Lesetest

6.2.4 Reflexion der Ergebnisse

6.3 Das Konzept

6.4 Die Förderung

6.4.1 Einordnung in Richtlinien und Lehrpläne

6.4.2 Grobstruktur der Förderung

6.4.3 Eine exemplarische Stundenbeschreibung

6.4.4 Bewertung der Förderstunden

6.5 Der Nachtest - Ergebnisse im Vergleich zum Vortest

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Effektivität und Notwendigkeit der Förderung der phonologischen Bewusstheit bei Schülern der Orientierungsstufe mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS). Ziel ist es, durch die Analyse des Schriftspracherwerbs und die Erprobung des Marburger Rechtschreibtrainings (MRT) zu belegen, dass Defizite in der Vokallängenunterscheidung eng mit mangelnder phonologischer Bewusstheit verknüpft sind und gezielte Interventionsansätze erfordern.

  • Schriftspracherwerbsforschung und kognitive Problemlöseprozesse
  • Die Rolle der phonologischen Bewusstheit als Vorläuferfertigkeit
  • Analyse und Förderung von Dehnungs- und Dopplungsfehlern
  • Vergleich und Anwendung diagnostischer Verfahren (BAKO 1-4, DRT 5)
  • Evaluation des Marburger Rechtschreibtrainings in der Praxis

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Schreibe wie du sprichst?

Die deutsche Schrift ist eine Buchstabenschrift, die auf das lateinische Alphabet zurückgeht. Alphabetschriften sind Lautschriften und der Sinn daher an die Lautgestalt gebunden. Ihr Vorteil ist es, durch relativ wenige Schriftzeichen eine unendliche Menge an Phonemfolgen darstellen zu können und damit die gesprochene Sprache relativ genau abspeichern und wiedergeben zu können. „Die ideale Form der Verschriftung einer Sprache wäre es,“ so meint Belke (2003, S.123), „jedem Phonem ein Graphem zuzuordnen.“ Dass dies auch so wäre, war die gängige Vorstellungen der Linguisten bis weit in das 20. Jahrhundert hinein.

Unter einem Graphem wird in der Sprachwissenschaft die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der Schriftsprache (Buchstabe oder Buchstabengruppe) verstanden. Es bildet nicht den beim konkreten Sprechen realisierten Laut (das Phon) ab, sondern gilt als ein willkürlich vereinbartes Zeichen für das Phonem. Das Phonem wird als die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der Lautsprache verstanden und wird durch Minimalpaarbildung, z. B. Hund versus. Hand, ermittelt. Schreibnovizen müssen lernen, das Phonem von den individuell produzierten lautlichen Varianten zu abstrahieren. Damit ist der Sprachlaut ein Abstraktum. Nicht die individuell realisierten lautlichen Merkmale sind relevant, sondern nur die mit phonematischem Wert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des erfolgreichen Schriftspracherwerbs heraus und beschreibt die Ausgangslage sowie die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung zur Fehlerhäufung bei der Kennzeichnung von Vokallängen.

2. Das Schreiben(lernen): Das Kapitel beleuchtet den Schriftspracherwerb aus linguistischer und kognitionstheoretischer Perspektive und untersucht die Herausforderungen beim Erlernen von Graphem-Phonem-Korrespondenzen sowie die Problematik von LRS.

3. Entwicklungsgemäße Rechtschreibförderung: Hier werden psychologische Entwicklungsmodelle, insbesondere das Modell nach Scheerer-Neumann, als diagnostisches Instrument eingeführt, um den individuellen Lernstand bei der Rechtschreibentwicklung zu bestimmen.

4. Die Phonologische Bewusstheit: Dieses Kapitel definiert die phonologische Bewusstheit als zentrale Vorläuferfertigkeit und unterscheidet zwischen der Verarbeitung auf lautlicher Ebene (engerer Sinn) und artikulatorisch-sprechrhythmischer Ebene (weiterer Sinn).

5. Zur Förderung der phonologischen Bewusstheit in der Orientierungsstufe: Der Autor hinterfragt die Effektivität bestehender Programme und stellt die These auf, dass die Verschriftung von Vokallängen ein phonologisches Phänomen darstellt, welches eine gezielte Förderung der phonologischen Bewusstheit auch bei älteren Kindern erfordert.

6. (Projekt-)Empirie: Dieser Hauptteil dokumentiert das empirische Projekt, inklusive der Diagnostik, dem Förderkonzept mit dem Marburger Rechtschreibtraining und der Auswertung der Ergebnisse bei den untersuchten Schülern.

7. Schlussbetrachtung: Das Fazit reflektiert die Projektergebnisse, diskutiert die Bedeutung einer altersgerechten Materialgestaltung und betont den Bedarf an einer systematischen Förderung der phonologischen Bewusstheit in der Sekundarstufe.

Schlüsselwörter

Phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb, Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, LRS, Graphem-Phonem-Korrespondenz, Marburger Rechtschreibtraining, MRT, Vokallänge, Dopplung, Dehnung, Rechtschreibentwicklung, Förderdiagnostik, Silbenschnittstruktur, Metalinguistische Fähigkeiten, Alphabetische Strategie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Förderung der phonologischen Bewusstheit bei Schülern der Orientierungsstufe, die unter Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) leiden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen der Schriftspracherwerb, die kognitive Entwicklung beim Schreibenlernen, die Bedeutung phonologischer Vorläuferfertigkeiten und die Wirksamkeit von Rechtschreibtrainingsprogrammen.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Autorin geht der Frage nach, wie es zu einer gehäuften Fehlerbildung bei der Kennzeichnung von langen und kurzen Vokalen kommt und ob dies auf Defizite in der phonologischen Bewusstheit zurückzuführen ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden für die Untersuchung verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine theoretische Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstandes mit einem empirischen Projekt, das standardisierte diagnostische Testverfahren (BAKO 1-4, DRT 5) und eine systematische Förderung nutzt.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der LRS-Problematik und eine detaillierte Dokumentation einer praktischen Förderung mit zwei Schülern, inklusive Vortest, Konzeptentwicklung und Auswertung der Fortschritte.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb, LRS, Marburger Rechtschreibtraining (MRT) sowie die Vokalopposition zwischen kurz und lang.

Warum ist das Marburger Rechtschreibtraining (MRT) laut Autorin nur bedingt für ältere Schüler geeignet?

Die Autorin stellt fest, dass das MRT zwar systematisch aufgebaut ist, aber bei Kindern mit deutlichen Defiziten in der phonologischen Bewusstheit zu viel Vorwissen voraussetzt und zudem die visuelle Gestaltung für Jugendliche als zu kindlich empfunden wird.

Welche Rolle spielt die Sprechsilbe im Förderkonzept der Autorin?

Die Sprechsilbe dient als Brücke zur Lautsprache, um Schülern eine Gliederungseinheit für die orthografisch korrekte Schreibung von Dehnungs- und Schärfungsmerkmalen zu bieten, anstatt nur abstrakte Regeln auswendig zu lernen.

Excerpt out of 69 pages  - scroll top

Details

Title
Zur Förderung der phonologischen Bewusstheit in der Orientierungsstufe
College
University of Cologne
Grade
1,7
Author
Claudia Hühn (Author)
Publication Year
2007
Pages
69
Catalog Number
V86162
ISBN (eBook)
9783638907545
ISBN (Book)
9783638907675
Language
German
Tags
Förderung Bewusstheit Orientierungsstufe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Hühn (Author), 2007, Zur Förderung der phonologischen Bewusstheit in der Orientierungsstufe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86162
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