Islamic Banking als Herausforderung für das deutsche Private Banking


Hausarbeit, 2007

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit

2. Konzeptionelle Grundlagen zum Private Banking
2.1 Begriffsabgrenzung
2.2 Kundensegmentierung
2.3 Dienstleistungen und Produkte
2.3.1 Financial Planning
2.3.2 Vermögensverwaltung und Anlageberatung
2.3.3 Geschlossene Fonds und Beteiligungen
2.3.4 Nachfolgeplanung
2.3.5 Immobilien- und Artmanagement
2.3.6 Personal-Risk-Management
2.3.7 Family Office-Services
2.4 Wettbewerbssituation

3. Konzeptionelle Grundlagen zum Islamic Banking
3.1 Begriffsabgrenzung
3.2 Islamische Verbote
3.3 Zertifizierung von islamischen Produkten
3.4 Islamische Produkte
3.5 Wettbewerbssituation

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Finanzdienstleistungsbranche hat sich auf das Geschäft mit vermögenden Privatkunden, welches als attraktives Geschäftsfeld gilt, da es zur Steigerung des Unternehmenswertes bei-trägt, in den letzten Jahren stark fokussiert. Der Betreuung der „High net worth individuals“ kommt in den Führungsetagen deutscher Banken und anderer Finanzdienstleister eine besondere Aufmerksamkeit zu.[1]

Prognosen gehen von einem anhaltenden Anstieg der vermögenden und sehr vermögenden Haushalte in Deutschland aus. Dennoch, die Anzahl der Potenzialkunden für das „Private Banking“ ist begrenzt. Zudem drängen immer weitere Anbieter auf den hart umkämpften deutschen Markt. Ein Grund dafür ist, dass mit vermögenden Privatkunden bessere Margen erzielt werden können, als in der traditionellen Privatkundenberatung.[2]

Aus diesem Grund suchen deutsche Banken nach weiteren Potenzialen. Eine Herausforderung könnte es sein, den bisher wenig erschlossenen Markt der gläubigen Moslems zu erschließen. Da der Koran das Zahlen und Einnehmen von Zinsen verbietet, kann das traditionelle west-liche Bankengeschäft hier keine Anwendung finden. Neue, Sharia-gerechte Produkte, müssen aufgelegt werden, damit den Verboten des islamischen Glaubens Rechnung getragen werden kann. Das Marktpotenzial für Islamic Banking wird von der Deutschen Bank auf 1,8 Billionen Euro geschätzt. Diese Einschätzung bezieht sich allerdings in erster Linie auf die islamischen Staaten. Der deutsche Markt wird als zu klein und nicht lukrativ bewertet.[3]

In dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, ob im Islamic Banking ein Potenzial für das deutsche Private Banking liegt.

1.2 Aufbau der Arbeit

Im ersten Teil der Arbeit wird das Thema Private Banking untersucht und beschrieben. Anschließend wird der Begriff Islamic Banking definiert und die aktuelle Wettbewerbssitu-ation zusammengefasst. Am Ende wird im Fazit auf die Frage eingegangen, ob Islamic Banking eine Herausforderung für das deutsche Private Banking darstellt.

2. Konzeptionelle Grundlagen zum Private Banking

In den letzten Jahren fokussieren sich Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche intensiver auf vermögende Privatpersonen. Mit der „High net worth individuals“ Kunden-gruppe lassen sich höhere Margen verdienen, als in der traditionellen Privatkundenberatung. Allerdings müssen die besseren Erträge auch mit höherem finanziellem Aufwand erkauft werden. Um diesen sehr beratungsintensiven Kunden eine gute Betreuung zukommen zu lassen muss mehr Zeit aufgewendet und hoch qualifiziertes Personal eingestellt und ausgebildet werden. Zudem ist es kostenintensiver den exklusiven Standard – moderne und hochwertig eingerichtete Beratungszentren, qualitativ hochwertige Beratungsunterlagen, bevorzugte Behandlung zur Kundenbindung usw. – bereit zu stellen.[4]

2.1 Begriffsabgrenzung

Sowohl in der Literatur als auch in der Praxis gibt es keine allgemein anerkannte Definition des Begriffes Private Banking. Eine Segmentierung wird nach Kundengruppen, Anbietern, Produkten und Dienstsleistungen, Einkommen und Vermögenshöhe vorgenommen.[5]

Über Jahrhunderte wurde der Begriff Private Banking ausschließlich in Verbindung mit Privatbanken verwendet. Erst seit eine steigende Anzahl von Banken und Vermögens-beratungen das Potenzial vermögender Privatkunden erkannt haben, definiert der Begriff Private Banking nicht mehr das Geschäftsmodell einer Bank, sondern ein Kundensegment innerhalb eines Finanzdienstleistungsunternehmens.[6] In dieser Arbeit wird die Definition von Schierenbeck als Grundlage herangezogen, da sie die wichtigsten und in der Praxis gängigsten Kriterien aufführt.

„Unter dem Private Banking ist das Bankgeschäft mit den vermögenden Privatkunden zu verstehen, in dessen Rahmen sämtliche Finanzdienstleistungen und die damit verbundenen Beratungs- und ergänzenden Zusatzdienstleistungen zur Erfüllung der speziellen Bedürfnisse dieser anspruchsvollen Kundengruppe bereitgestellt werden.

Kennzeichnend für das Private Banking im Sinne dieser Definition als bankbetriebliches Geschäftsfeld sind insbesondere die folgenden Merkmale:

- Zielkundengruppe im Private Banking sind die vermögenden Privatkunden.
- Der Kunde erhält maßgeschneiderte Dienstleistungen, die auf seine individuellen Be-dürfnisse abgestimmt sind. Im Mittelpunkt steht dabei der Anlagebedarf des Kunden.
- Die langfristig ausgerichtete Beziehung zwischen dem Kunden und dem Kunden-betreuer hat einen starken persönlichen Charakter und basiert auf Diskretion und Vertrauen.“[7]

2.2 Kundensegmentierung

Das Privatkundengeschäft der Finanzdienstleistungsbranche wird in drei Bereiche aufgeteilt.

- Retail Banking: Im Retail Banking oder auch Personal Banking genannt, findet sich das Massengeschäft wieder. Es gilt als das Standardkundengeschäft, bei dem weniger auf die persönliche Situation des Kunden eingegangen wird, sondern vielmehr auf eine standardisierte Produktpalette zurückgegriffen wird.
- Private Banking: Bezeichnet das Angebot für vermögende Kunden. Hier kümmert sich ein Berater – zumeist unterstützt durch ein Spezialistenteam – um die individuelle Situation des Kunden. Das Produktangebot umfasst deutlich mehr Alternativen im Vergleich zum Retail Banking.
- Wealth Management: Wealth Management befasst sich mit der Betreuung und Beratung von sehr vermögenden Kunden. Dieser Kundengruppe können in Deutsch-land nur etwa 3.000 Personen zugeordnet werden.[8] Aus diesem Grund wird es in der Praxis zumeist im Private Banking eingegliedert.[9]

Obwohl in der Literatur viele Verfahren zur Kundensegmentierung erarbeitet und diskutiert worden sind, wird in der Praxis aus Vereinfachungsgründen fast ausschließlich nach liquidem Vermögen und der Höhe des Einkommens unterschieden.[10]

[...]


[1] Vgl. Brost, Heike und Faust, Martin: Private Banking und Wealth Management. Frankfurt a.M. 2006, S. VII

[2] Vgl. Brost, Heike und Faust, Martin: Private Banking und Wealth Management. Frankfurt a.M. 2006, S. 181 ff

[3] Vgl. http://www.handelsblatt.com/news/printpage.aspx?_p=200039&_t=ftprint&_b=1170568, 2007

[4] Vgl. Brost, Heike und Faust, Martin: Private Banking und Wealth Management. Frankfurt a.M. 2006, S. 4 f

[5] Vgl. Howald, Bettina: Kundenwert im Private Banking. Zürich 2007, S. 15

[6] Vgl. Brost, Heike und Faust, Martin: Private Banking und Wealth Management. Frankfurt a.M. 2006, S. 7

[7] Howald, Bettina: Kundenwert im Private Banking. Zürich 2007, S. 17

[8] Vgl. Brost, Heike und Faust, Martin: Private Banking und Wealth Management. Frankfurt a.M. 2006, S. 4

[9] Vgl. Brost, Heike und Faust, Martin: Private Banking und Wealth Management. Frankfurt a.M. 2006, S. 6 f

[10] Vgl. Brost, Heike und Faust, Martin: Private Banking und Wealth Management. Frankfurt a.M. 2006, S. 6 ff

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Islamic Banking als Herausforderung für das deutsche Private Banking
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
15
Katalognummer
V86176
ISBN (eBook)
9783638016414
ISBN (Buch)
9783638918770
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
10 Einträge im Literaturverzeichnis, davon 7 Internet-Quellen.
Schlagworte
Islamic, Herausforderung, Private, Banking, Islamic Banking, Private Banking, Islam, Andy, Schünemann, Andy Schünemann, Grin, Grin Verlag
Arbeit zitieren
Diplom-Betriebswirt Andy Schünemann (Autor), 2007, Islamic Banking als Herausforderung für das deutsche Private Banking, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86176

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