Der zukünftige Status des Kosovo im Widerstreit der internationalen Akteure


Magisterarbeit, 2007

93 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungen

Einleitung

1. Problemdarstellung
1.1 Die historische Dimension des Kosovo-Konflikts
1.1.1 Der Kosovo-Mythos und das „Heilige Land“ der Serben
1.1.2 Die Anfänge des serbisch-albanischen Konfliktes
1.1.3 Die Vertiefung der serbisch-albanischen Spannungen 1912-1945
1.1.4 Die kosovo-albanischen Autonomiebestrebungen in Titos Jugoslawien
1.1.5 Das Kosovo in der Ära Milošević
1.2 Die regionale Dimension des Kosovo-Konflikts
1.2.1 Die serbische Provinz Vojvodina
1.2.2 Serbien und Bosnien-Herzegowina
1.2.3 Mazedonien
1.2.4 Albanien
1.3 Die internationale Dimension des Kosovo-Konflikts
1.3.1 USA
1.3.2 Russland
1.3.3 Europäische Union und Balkankontaktgruppe
1.3.4 NGOs
1.4 Völkerrechtliche Dimension des Kosovo-Konflikts
1.4.1 Das Selbstbestimmungsrecht der Völker
1.4.2 Zum Selbstbestimmungsrecht der Kosovo-Albaner
1.4.3 Selbstbestimmungsrecht und staatliche Souveränität im Widerstreit

2. Die Theorien des Nation-Building und Peace-Building
2.1 Nation-Building
2.1.1 Zur theoretischen Konzeption
2.1.2 Begriffsbestimmung des Nation-Building
2.1.3 Definition des Nation-Building
2.1.4 Arbeitsdefinition
2.2 Peace-Building
2.2.1 Peace-Building als Ausprägung des Nation-Building durch die UN
2.2.2 Zur Theorie des Peace-Building
2.2.3 Zwischenergebnis

3. Nation-Building im Kosovo
3.1. Nation-Building durch die UN
3.1.1 Die Interimsverwaltung der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK)
3.1.2 Die erste Säule – Polizei und Justiz
3.1.3 Die zweite Säule – Zivile Verwaltung
3.1.4 Die dritte und vierte Säule – OSZE und EU im Kosovo
3.2 Nation-Building weiterer internationaler Akteure im Kosovo
3.3 Nation-Building durch die Kosovo-Albaner

4. Der zukünftige Status des Kosovo
4.1 Modelle und Lösungsstrategien
4.2 Teilung des Kosovo zwischen Serbien und Albanien
4.3 Ethnische Teilung des Kosovo
4.4 Kosovo als Teil Serbiens
4.5 Vollständige staatliche Unabhängigkeit des Kosovo
4.6 Konditionierte Unabhängigkeit des Kosovo
4.6.1 Aufgaben eine EU-geführten Mission im Kosovo
4.6.2 Mitrovica und Nordkosovo

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

16 Jahre nach dem Zerfall Jugoslawiens und acht Jahre nach der NATO-Intervention gegen die Bundesrepublik Jugoslawien (BRJ) ist die staatliche Zukunft des Kosovo das letzte noch ungelöste Territorialproblem auf dem Balkan. Eine Lösung wird nicht nur durch die tiefe Feindschaft zwischen Kosovo-Albanern und Serben erschwert, sondern auch durch die zögerliche und uneinige Haltung der internationalen Gemeinschaft in der Statusfrage. 16.000 gegenwärtig im Kosovo stationierte KFOR-Soldaten[1] sowie die umfangreichste Mission zur Friedenkonsolidierung und zum „Nation-Building“ in der Geschichte der Vereinten Nationen (UN)[2] haben bis heute nicht zu einer Klärung des völkerrechtlichen Status der serbischen Provinz geführt.

Die jahrelange systematische Unterdrückung der Kosovo-Albaner durch die Serben, die spätestens durch die Aufhebung der Teilautonomie 1989 ihren Anfang nahm, vor allem aber die Vertreibungen und Massaker von 1998-1999 haben eine kaum überbrückbare Kluft zwischen den beiden ethnischen Gruppen entstehen lassen. Die Racheakte der Kosovo-Albaner seit 1999 und vor allem die Unruhen im März 2004, als massive gewaltsame Übergriffe gegen die serbische Minderheit im Kosovo von KFOR und UNMIK kaum zu verhindern waren, haben deutlich gezeigt, dass das Kosovo weit von einem friedlichen multi-ethnischen Zusammenleben entfernt ist.

Die Lösung des „Kosovo-Dilemmas“[3] wird vor allem durch seine Vielschichtigkeit und Mehrdimensionalität erschwert. Die historische Dimension umfasst nicht nur den serbischen Kosovo-Mythos als Kernland der Serben, sondern auch die systematische Unterdrückung der Albaner durch die Serben seit der Mitte des 19 Jahrhunderts. Der seit dieser Zeit immer stärker gewordene Nationalismus beider Volksgruppen konnte im Jugoslawien Titos zwar unterdrückt und durch eine Teilautonomie des Kosovos verdeckt werden, brach aber nach der Machtübernahme Slobodan Miloševićs 1987 umso stärker wieder hervor und mündete schließlich im bewaffneten Konflikt zwischen Kosovo-Albanern und Serben.

Lösungsvorschläge für die Statusfrage dürfen sich allerdings nicht nur auf die Überwindung des serbisch-albanischen Gegensatzes beschränken. Sie müssen sowohl die Interessen der internationalen Gemeinschaft berücksichtigen, als auch im Kontext des gesamten Balkans gesehen werden. So könnte eine etwaige Unabhängigkeit des Kosovo weitgehende Forderungen nach neuen Grenzziehungen auf dem Balkan mit sich bringen. Als territorialen Ausgleich für ein unabhängiges Kosovo könnte Serbien den Anschluss der bosnischen Republik Srpska an das Mutterland verlangen und entsprechende Forderungen in den kroatischen Gebietsteilen auf Anschluss an Kroatien nach sich ziehen. Auch könnten Forderungen nach einem Großalbanien wieder laut werden, die auf eine politische Vereinigung der Albaner des Kosovos, Mazedoniens, Südserbiens und Albaniens abzielen.

Auf internationaler Ebene fällt die Klärung der Statusfrage durch die gegensätzlichen Vorstellungen der internationalen Akteure schwer. So fürchtet Russland, dass eine Autonomie oder Unabhängigkeit des Kosovo Sezessionsbestrebungen innerhalb des eigenen Territoriums, vor allem in Tschetschenien, weiteren Auftrieb geben könnte.[4] Die USA dagegen befürworten eine baldige Unabhängigkeit, während die Europäische Union vorsichtiger agiert und die Politik der UN unterstützt, wonach im Kosovo erst internationale Standards im Bereich der Menschenrechte und Rechtstaatlichkeit erreicht werden müssen, bevor über den zukünftigen Status entscheiden werden soll.

Daneben stellt das Kosovo einen Antagonismus zwischen seinem völkerrechtlichen Status, basierend auf der UN-Resolution 1244, und der tatsächlichen Situation dar. So bestätigt die UN-Resolution 1244 die „Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Bundesrepublik Jugoslawien“, die auch das Kosovo mit einer „substanziellen Autonomie“ einschließt.[5] Dies entspricht jedoch kaum noch den realen Verhältnissen. Außer auf den mehrheitlich von Serben bewohnten Norden hat Belgrad keinen Einfluss mehr auf das Kosovo. Vielmehr hat sich die Provinz unter Verwaltung der UNMIK und unter Wahrung demokratischer Regeln immer weiter von Serbien wegentwickelt und bildet de facto eine von Serbien unabhängige Einheit. Der Zustand des Kosovo als „Staat im Staate“ wird nicht nur von Serbien abgelehnt, sondern auch von kosovo-albanischer Seite mehr und mehr in Frage gestellt. Der wachsende Druck der Kosovo-Albaner, die auf eine baldige Unabhängigkeit drängen, sowie die unschlüssige und abwartende Haltung der internationalen Gemeinschaft haben die Lösung der Statusfrage zu einer enormen Herausforderung der internationalen Politik werden lassen. Die wachsende Ungeduld und Unzufriedenheit in der kosovarischen Bevölkerung, sowie die katastrophale Wirtschaftslage und die hohe Kriminalitätsrate sind nur die gravierendsten Folgen des ungeklärten Kosovostatus und lassen eine Lösung umso dringlicher erscheinen.

Das Ziel dieser Arbeit liegt darin, mithilfe der Theorie des Nation-Building verschiedene Statusalternativen des Kosovo zu analysieren und unter diesen den wahrscheinlichsten zukünftigen Status zu ermitteln. Dazu gilt es die Fragen zu beantworten, ob im Kosovo überhaupt ein Nation-Building-Prozess stattfindet und wenn ja, zu welchem zukünftigen Status dieser führt. Es wird hierbei davon ausgegangen, dass ein Nation-Building-Prozess im Kosovo, beeinflusst durch interne und externe Akteure, bestimmte Statusalternativen wahrscheinlicher macht als andere.

Da der Kosovo-Konflikt als einer der kompliziertesten Konflikte der Welt gilt,[6] ist es sinnvoll, zunächst die Komplexität und Vielschichtigkeit des Kosovo-Konflikts ausführlich zu erläutern. Das erste Kapitel widmet sich daher nicht nur der historischen Dimension des Konflikts, sondern auch den widerstreitenden Interessen der regionalen und internationalen Akteure sowie den völkerrechtlichen Aspekten des Konflikts.

Das zweite Kapitel bildet die theoretische Grundlage dieser Arbeit. Dazu werden die Theorien des Nation- und Peace-Building vorgestellt und erläutert. Vor allem die Theorie des Nation-Building macht es erforderlich, die verschiedenen Definitionen und Betrachtungsweisen dieses Konzepts kritisch zu betrachten und auf ihre Anwendbarkeit auf das Kosovo zu überprüfen. Da die UN in Form einer Interimsverwaltung besonderen Einfluss auf das Kosovo ausübt, ist das Peace-Building-Konzept der UN, welches eine spezielle Ausprägung des Nation-Building darstellt, von besonderem Interesse. Die Entstehungsgeschichte des UN-Peace-Building wird dabei ebenso dargestellt wie seine inhaltliche Konzeption.

Das dritte Kapitel beschreibt die konkrete Ausgestaltung des Nation-Building-Prozesses im Kosovo. Dabei soll zum einen auf den Einfluss der internationalen Akteure wie UN, OSZE und EU eingegangen werden, als auch auf das Nation-Building der Kosovo-Albaner selbst. Das Nation-Building der internationalen Akteure im Kosovo ist geprägt durch einen umfangreichen Institutionen-Aufbau, was sich besonders in der Interimsverwaltung der UN zeigt. Diese hat im Kosovo nicht nur ein komplettes Verwaltungssystem aufgebaut, sondern auch damit begonnen, die Verantwortung über provisorische Selbstverwaltungsinstitutionen an die Kosovoaren zu übertragen.

Das vierte Kapitel befasst sich mit verschiedenen Optionen für den zukünftigen Status des Kosovo. Mithilfe der zuvor beschriebenen Theorie des Nation-Building und dessen Umsetzung im Kosovo soll versucht werden, die verschiedenen Statusalternativen auf ihre Realisierbarkeit hin zu beurteilen. Die untersuchten Statusalternativen umfassen die staatliche Teilung des Kosovo zwischen Serbien und Albanien, die ethnische Teilung des Kosovo, wobei der albanische Teil ein unabhängiger Staat wird, den Verbleib des Kosovo bei Serbien, die vollständige staatliche Unabhängigkeit sowie die Option einer konditionierten Unabhängigkeit für die Provinz. Von besonderer Bedeutung für eine mögliche konditionierte Unabhängigkeit des Kosovo ist der Ahtisaari-Bericht vom März 2007. Dieser dem UN-Generalsekretär vorgelegte Bericht zum zukünftigen Status der serbischen Provinz zeigt nicht nur eine bereits von vielen Akteuren akzeptierte Statusalternative auf, sondern enthält auch konkrete Vorschläge zum zukünftigen internationalen Engagement im Kosovo und dessen institutionellen und rechtlichen Aufbau.

Die Arbeit schließt mit einem Fazit, in dem die zuvor genannten Statusalternativen kurz resümiert werden sollen und die Option einer konditionierten Unabhängigkeit im Widerstreit der internationalen Akteure nochmals kurz dargelegt wird.

In der vorliegenden Arbeit werden die serbischen Ortsnamen im Kosovo verwendet. Dies ist keine Wertung, sondern trägt dem Umstand Rechnung, dass zum Ende dieser Arbeit das Kosovo nach wie vor eine serbische Provinz war.

1. Problemdarstellung

1.1 Die historische Dimension des Kosovo-Konflikts

1.1.1 Der Kosovo-Mythos und das „Heilige Land“ der Serben

Am 28. Juni 1989 war das Kosovo Polje, das Amselfeld nördlich der kosovarischen Hauptstadt Priština, übersät mit Menschen. Zwischen einer und anderthalb Millionen Serben versammelten sich an diesem Tag an der Gedenkstätte Gazimesdan. Eine perfekt arbeitende Organisation hatte es ermöglicht, dass Serben aus allen Landesteilen zum Amselfeld anreisen konnten und so dafür gesorgt, dass dieser Tag zu einer machtvollen Kundgebung des Serbentums werden konnte.[7]

Die Menschen gedachten des 600. Jahrestags der Schlacht auf dem Amselfeld, bei der sich ein christlich-serbisches Heer unter Fürst Lazar und ein muslimisch-türkisches Heer unter Sultan Murat I. gegenüberstanden. Über die Umstände und den Hergang der Schlacht ist nur wenig überliefert, klar ist jedoch, dass die Türken aus ihr als Sieger hervorgingen, das serbische Reich des Mittelalters zerschlugen und in ein Abhängigkeitsverhältnis zwangen.[8]

„Heute, sechs Jahrhunderte später, stehen wir wieder in der Schlacht und sehen neuen Kämpfen entgegen. Es sind keine bewaffneten Kämpfe, aber auch solche sind nicht auszuschließen.“ Diese Sätze sprach der starke Mann Serbiens, der Republikpräsident Slobodan Milošević zu seinen versammelten Anhängern auf dem Amselfeld 1989. Milošević machte mit diesen Worten klar, dass er das Serbentum in Jugoslawien bedrängt sah, in einen Kampf um seinen Fortbestand verwickelt. Es erscheint daher zunächst paradox, dass der Jahrestag der serbischen Niederlage für diese Massenkundgebung und Miloševićs starke Worte gewählt wurden. Verständlicher wird dies, wenn man den aus der Schlacht hervorgegangen Mythos betrachtet. Nicht das historische Ereignis und die politischen Folgen der Niederlage gingen in das Bewusstsein des serbischen Volkes ein, sondern die Legenden, die sich in Jahrzehnten und Jahrhunderten danach um die Schlacht rankten, begünstigt durch den Tod beider Heerführer und fehlende Augenzeugenberichte.[9] Nicht zuletzt die serbisch-orthodoxe Kirche machte aus den Legenden einen Mythos, indem sie die Schlacht und ihre Protagonisten durch biblische Vergleiche in die Rolle von Märtyrern und Auserwählten rückte, die das „auserwählte“ serbische Volk verteidigten.[10]

Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde der im Kern religiöse Mythos politisch instrumentalisiert und zu einem festen Bestandteil des serbischen Nationalismus. Er diente dazu, ein heiliges historisches Recht zur Wiederherstellung eines serbischen Königreiches zu begründen, Expansionsbestrebungen zu rechtfertigen und die Anwendung von Gewalt zu legitimieren. Als Gegner des Serbentums und seiner Rückkehr zu alter Größe galten vor allem die Albaner, die die Mehrheit der Bevölkerung im Kosovo stellten.[11] Da die Albaner überwiegend zum Islam übergetreten waren und sich so leichter in das Osmanische Reich integrierten, wurden sie als Handlanger der osmanisch-türkischen Unterdrücker angesehen. Die Spannungen zwischen beiden Volksgruppen wurden daher als Fortsetzung des jahrhundertealten Kampfes zwischen Islam und Christentum interpretiert.[12]

Als sich der staatliche und wirtschaftliche Zerfall Jugoslawiens Ende der 1980er Jahre immer deutlicher abzeichnete, hätte Milošević Ort und Zeit für seine berühmt gewordene Amselfeld-Rede kaum besser wählen können. Selbst 600 Jahre nach der Schlacht eignete sich der Kosovo-Mythos zur politischen Agitation und zur Mobilisierung der Massen. Er ermöglichte es Milošević, alte Ängste vor dem Untergang des Serbentums, als auch die Hoffnung auf eine große Zukunft Serbiens zu wecken und so sein Volk auf die kommenden Konflikte, die er in seiner Rede vorweggenommen hatte, einzuschwören.

Im Kosovo-Mythos mischen sich auf erstaunliche Weise historische Glorifizierung mit modernen nationalistischen Expansionsbestrebungen sowie Opfermythologie mit klassischem Heldentum. Er unterscheidet sich somit nicht grundsätzlich von den Mythen anderer Nationen. Lediglich die handlungsleitenden Auswirkungen, die der Mythos noch Ende des 20. Jahrhunderts entfaltete, stellen eine Besonderheit dar. Mit dem Ende des Kosovokriegs 1999 endete jedoch nicht der Kosovo-Mythos. Er steht einer rationalen und friedlichen Konfliktlösung solange im Wege, wie er zur politischen und religiösen Agitation instrumentalisiert wird.

Die Bedeutung des Kosovo im nationalen Bewusstsein der Serben geht jedoch nicht nur auf die Schlacht auf dem Amselfeld und ihren Mythos zurück. Während der größten Ausdehnung des serbischen Reiches in der Mitte des 14. Jahrhunderts bildete das Kosovo die wirtschaftliche Basis und den kirchlichen Mittelpunkt des Königreiches.[13] Das Kosovo war die Kornkammer des serbischen Reiches und seine Bergwerke um Trepča nördlich von Priština lieferten Silber, Blei und Eisenerze.

Als Peć 1346 Sitz des Patriarchen der orthodoxen Kirche Serbiens wurde, entfaltete sich eine rege Bautätigkeit von Kirchen und Klöstern. Die Fünfkuppelkirche von Gračanica steht heute unter dem Schutz der UNESCO. Das größte und prächtigste der serbischen Klöster ist Visoki Dečani, doch auch die Sakralbauten der Heiligen Mutter Gottes Ljeviska in Prizren sowie Banjska bei Kosovska Mitrovica und den Kirchen der Heiligen Apostel und des Heiligen Demetrius in Peć sind jedem kulturbewussten Serben ein Begriff. Die Zahl der serbischen Kirchen und Klöster war so groß, dass der westliche Teil der heutigen Provinz Kosovo Metohija genannt wurde, nach dem griechischen Wort für Kirchenbesitz.[14] Es ist daher nicht unverständlich, dass die Serben im Kosovo ihr „Heiliges Land“ und die „Wiege“ ihres damaligen Reiches sehen.

Die große emotionale Bedeutung des Kosovo für die Serben leitet sich somit aus drei Quellen ab: der Schlacht auf dem Amselfeld, der Erinnerung an das wirtschaftliche und kulturelle Kernland des mittelalterlichen Reiches sowie der kulturellen Hinterlassenschaft aus dieser Zeit. Aufgrund dieses Geschichtsbewusstseins ist es nicht verwunderlich, dass serbische Politiker alles andere als die Zugehörigkeit des Kosovo zu Serbien kategorisch ablehnen. Dabei kann sich die Belgrader Führung bislang auf die Zustimmung der großen Mehrheit der serbischen Bevölkerung berufen. Eine gegenläufige Tendenz in dieser Frage ist derzeit nicht ersichtlich und wird wohl überhaupt erst nach einem längeren Verständigungsprozess zwischen Serben und Kosovo-Albanern möglich sein.

1.1.2 Die Anfänge des serbisch-albanischen Konfliktes

Nach der Niederlage der Türken vor Wien 1683 gelang es dem Habsburger Reich in den folgenden Jahren bis in das Kosovo und Mazedonien vorzustoßen. Doch die Feldzüge waren voreilig und das Osmanische Reich eroberte viele Gebiete, u.a. das Kosovo, wieder zurück. Nach dem Rückzug der zu rasch vorgedrungenen Habsburger entlud sich über den orthodoxen Serben, die die Österreicher als Befreier empfangen hatten, die Rache der Türken. Daraufhin kam es 1690 zu einem Exodus, der „großen Wanderung“, der Serben aus dem Kosovo. Zwischen 100.000-300.000 Serben verließen das Kosovo in Richtung Norden.[15] Die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung änderte sich zu Gunsten der Albaner, die sich in den verlassenen Dörfern und Städten der Serben niederließen. Die Verschiebung der ethnischen Zusammensetzung zu Ungunsten der Serben sollte sich seit der Epochenschwelle von 1690 nicht mehr umkehren. Doch hier begann noch nicht der ethnisch bedingte Konflikt zwischen Serben und Albanern. Noch fast 200 Jahre war ihr Leben im osmanischen Vielvölkerstaat wenn nicht durch ein friedliches Miteinander, so doch durch ein friedliches Nebeneinander geprägt.[16] Erst der aufkommende Nationalismus beider Volksgruppen am Ende des 19. Jahrhunderts markierte den Beginn des serbisch-albanischen Konflikts. Das Aufkommen der südosteuropäischen Nationalbewegungen ging mit der zunehmenden politischen Schwäche des Osmanischen Reiches einher. Insbesondere dessen Nachbarstaaten Österreich und Russland unterstützten separatistische Bewegungen im Osmanischen Reich. Die Albaner wurden jedoch aufgrund ihres mehrheitlich islamischen Glaubens von den Großmächten meist als Türken angesehen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass auf dem internationalen Berliner Kongress von 1878, der eine Neuordnung des Balkans nach dem Russisch-Türkischen Krieg von 1877/1878 zum Ziel hatte, die Großmächte Österreich und Großbritannien die Unabhängigkeit Serbiens unterstützten, den Albanern jedoch kein eigenes Staatsgebiet zugesprochen wurde.[17]

Dass die Albaner bei der Aufteilung des Balkans so einfach übergangen werden konnten, lag vor allem am verspäteten „Erwachen“ der albanischen Nationalbewegung. Im Gegensatz zu Serben, Griechen und Bulgaren setzte das geistig-kulturelle Selbstverständnis sowie das Streben nach Unabhängigkeit der Albaner relativ spät ein. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Zum einen lebte der größte Teil des albanischen Volkes in einer engen Bergwelt, abgeschnitten von den geistigen Strömungen der Außenwelt. Zum anderen hatten es viele Albaner, nicht zuletzt wegen des Übertritts zum Islam, im Osmanischen Reich in Militär und Verwaltung zu Amt und Würden gebracht. Eine Unabhängigkeitsbewegung konnte sich daraus nur schwer entwickeln. Doch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte auch bei den Albanern ein geistiger und politischer Erneuerungsprozess ein, begünstigt durch die Diaspora katholischer Albaner in Italien und eine dünne Schicht albanischer Intellektueller in Istanbul. Politischen Charakter erhielt die nationale Bewegung der Albaner jedoch erst durch die Gründung der „Liga von Prizren“ 1878. Etwa 300 Delegierte aus den gehobenen Schichten des albanischen Volkes formulierten einen Forderungenkatalog, der auch den Großmächten in Berlin überreicht wurde. Die Liga verlangte nicht die staatliche Unabhängigkeit, sondern einen Zusammenschluss aller albanischen Siedlungsgebiete und deren Autonomie innerhalb des Osmanischen Reiches. Die Delegierten der „Liga von Prizren“ waren sich bewusst, dass ein unabhängiger albanischer Staat den Expansionsbestrebungen der anderen neu entstandenen Balkanstaaten schnell zum Opfer gefallen wäre und sie sich noch auf den Schutz des Osmanischen Reiches verlassen mussten. Das Osmanische Reich kam den Autonomieforderungen der Liga zwar nicht nach, kooperierte aber so lange mit ihr, als sie diese zur Abwehr der territorialen Forderungen Serbiens, Montenegros und Bulgariens gebrauchen konnte. Als die Liga jedoch immer mehr an politischem Gewicht gewann und schließlich sogar einen Aufstand im Kosovo organisierte, wurden ihre Führer verhaftet und nach Kleinasien verbannt.[18]

Zum ersten Mal war durch eine Vertretung des albanischen Volkes die Forderung nach einem Zusammenschluss aller Albaner in einem Verwaltungsgebiet gestellt worden, wenn auch nicht in einem unabhängigen Staat. Ausgangspunkt dieser nationalen Bewegung war das Kosovo.

1.1.3 Die Vertiefung der serbisch-albanischen Spannungen 1912-1945

Die Zerschlagung der Liga von Prizren 1881 bedeutet jedoch nicht das Ende der albanischen Autonomiebestrebungen. In den Jahrzehnten zwischen der Berliner Balkankonferenz 1878 und dem ersten Balkankrieg 1912 kam es immer wieder zu Aufständen der Albaner gegen die zentralistischen Reformpläne Istanbuls und für die Entfaltung der albanischen Kultur in Form von albanischsprachigen Schulen, Druckereien und literarischen Vereinigungen. Eine vollständige staatliche Unabhängigkeit strebten die Albaner indes nicht an.[19]

Dies änderte sich nach dem ersten Balkankrieg von 1912. Im Zuge des Krieges gelang dem aus Bulgarien, Montenegro, Griechenland und Serbien bestehenden Balkanbund, die türkische Armee zu schlagen und weite Gebiete des Osmanischen Reiches zu erobern. Serbien besetzte Makedonien, Nordalbanien und das Kosovo. Ein Jahr später wurde der unabhängige Staat Albanien ausgerufen, nachdem dessen Grenzen zuvor von den Großmächten ausgehandelt worden waren. Das neu geschaffene Albanien umfasste aber nur 800.000 Albaner, fast ebenso viele verblieben außerhalb seiner Grenzen. Im ersten Balkankrieg und seinen Folgen, der Unterwerfung hunderttausender Albaner unter serbische Herrschaft, liegt der Ursprung der nationalen und ethnischen Spannungen zwischen Serben und Albanern im 20. Jahrhundert.[20]

Die Behandlung des Kosovo durch Serbien war in hohem Maß durch Revanchismus gekennzeichnet, da die Albaner als Erfüllungsgehilfen der Türken angesehen worden waren. Mystische Rückkehrvorstellungen der Serben an den Ursprung ihrer Kultur und Staatlichkeit verstärkten die Behandlung der Kosovo-Albaner als Menschen zweiter Klasse. Schon während der Zeit vor dem 1. Weltkrieg kam es im Kosovo zu Guerilla-Aktionen von ortsansässigen Albanern, die während des 1. Weltkriegs sogar dazu führten, dass sich die serbische Armee ganz aus dem Kosovo zurückzog. Nach dem 1. Weltkrieg rückten zunächst Truppen der Entend in das Kosovo ein, gefolgt von serbischen Einheiten, die erneut blutige Kämpfe auslösten. Mehr als zehntausend Albaner fanden in den darauffolgenden erbitterten Kämpfen den Tod. Es folgte ein jahrelanger Guerillakampf, der erst 1927 durch die Übermacht der regulären Armee beendet werden konnte. Im 1928 gegründeten Königreich Jugoslawien wurden den Albanern ihre Minderheitenrechte, zu denen sich der Staat 1919 gegenüber dem Völkerbund verpflichtet hatte, vorenthalten. Es herrschten halbkoloniale und diskriminierende Verhältnisse. So wurden Albaner mit verschiedensten Mittel zur Auswanderung nach Albanien oder die Türkei bewegt, wohingegen eine staatlich begünstigte Siedlungspolitik bis 1939 nahezu 60.000 Serben im Kosovo ansiedelte.[21]

So bot das Kosovo am Vorabend des 2. Weltkriegs das Bild eines kolonial verwalteten Landstriches, dessen albanische Bevölkerungsmehrheit politisch niedergehalten wurde und wirtschaftlich wie kulturell zurückgeblieben war.[22]

1.1.4 Die kosovo-albanischen Autonomiebestrebungen in Titos Jugoslawien

Nach der Zerschlagung Jugoslawiens 1941 entschieden sich die Achsenmächte durch die politische und administrative Vereinigung des Kosovo und Albaniens, den souveränen Staat Großalbanien zu schaffen. Dieser war jedoch nur von kurzer Dauer und von Racheakten und Vertreibungen der Kosovo-Albaner gegen die nur kurz zuvor angesiedelten Serben geprägt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Kosovo wieder Serbien zugeschlagen und ein Teil der sozialistischen Volksrepublik Jugoslawien unter der Herrschaft von Josip Broz Tito. Doch die Gewalt und Gegengewalt zwischen Serben und Albanern im Kosovo sollte für die nächsten 20 Jahre nicht zum erliegen kommen. Vor allem nach dem Bruch Titos mit dem albanischen Diktator Enver Hoxha begann für die Kosovo-Albaner eine Zeit massiver Unterdrückung und Terrorisierung durch die jugoslawische Geheimpolizei. Unter dem Kommando des Serben Aleksander Rankovic, der im Kosovo überall Agenten Albaniens vermutete, führten die Willkür und massiven Polizeischikanen in den Jahren zwischen 1953-1966 dazu, dass 100.000 Albaner das Kosovo verließen, ohne die Möglichkeit zur Rückkehr.[23]

1966 entließ Tito den Geheimdienstchef Rankovic wegen seiner überharten Vorgehensweise und räumte den Kosovo-Albanern mittels einer Verfassungsreform mehr Rechte ein. Das Kosovo erhielt nun als „Sozialistische Autonome Provinz“ ein Provinzparlament und durfte Vertreter in die Bundesnationalitätenkammer entsenden. Die Kosovo-Albaner erhielten erstmals Schlüsselpositionen in Partei, Staat und auch Polizei, die zahlenmäßig den Bevölkerungszahlen in der Provinz entsprachen. Dennoch wurden die Albaner nicht als Nation, sondern nur als Volksgruppe anerkannt. Dies wurde damit begründet, dass die Albaner bereits einen Staat Albanien besaßen. Somit verfügte die Provinz Kosovo nicht über das Sezessionsrecht, wie es die sechs ausgewiesenen Nation der Slowenen, Kroaten, Bosniaken Serben Montenegriner und Mazedonier (zumindest theoretisch) besaßen. Durch Inkrafttreten der neuen jugoslawischen Bundesverfassung 1974 erhielt das Kosovo Kompetenzen wie Verfassungs- Gesetz- und Budgethoheit, die es weitgehend mit den sechs Republiken gleichstellte.[24] Die verfassungsrechtliche Aufwertung wirkte für die Kosovo-Albaner nach jahrelanger Unterdrückung wie eine Befeiung. Im Nachteil sahen sich nun die dort lebenden Serben und Montenegriner. Der Verlust ihrer privilegierten Stellungen und die ökonomische Perspektivlosigkeit führte nun wiederum dazu, dass zehntausende Serben das Land verließen. Das Kosovo war aufgrund einer verfehlten Wirtschaftspolitik zum „jugoslawischen Armenhaus“ geworden.[25]

Wenige Wochen nach dem Tod Titos am 4. Mai 1980 kam es in mehreren kosovarischen Städten zu Unruhen. Die Proteste wurden vor allem von Studenten der Universität Priština getragen, die die katastrophale Wirtschaftslage und hohe Arbeitslosigkeit des Kosovos anprangerten. 1981 lag die Arbeitslosenquote im Kosovo bei 40%, das Pro-Kopf-Einkommen betrug nur 27% des jugoslawischen Durchschnitts. Viele Demonstranten verbanden die Proteste aber auch mit weitreichenden politischen Forderungen wie der Aufwertung der Provinz zu einer Teilrepublik bis hin zum Anschluss an Albanien.[26] Belgrad sah in diesem Aufruhr die Gefahr einer „konterrevolutionären Agitation“ und reagierte mit unnachgiebiger Härte. Über die Provinz wurde der Ausnahmezustand verhängt, Panzer riegelten Priština ab, es kam zu einer Welle von Verhaftungen von vermeintlichen „Nationalisten“ und albanischen Intellektuellen.

In Belgrad gewannen nun Stimmen an Gewicht, die noch unter Tito nicht gewagt hatten, Kritik am bestehenden System zu äußern. Eine verfehlte Nationalitätenpolitik habe zu den Zuständen im Kosovo geführt, was eine Kurskorrektur in Richtung Rezentralisierung erfordere. Die Tatsache, dass sich der Konflikt im Kosovo im „eigenen“ Land zutrug und exemplarisch die wirtschaftlichen und politischen Probleme Jugoslawiens vor Augen führte, ließ bei vielen Serben tief sitzende nationale und kulturelle Vorurteile und Feindschaften erstarken. Ein Memorandumsentwurf der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste, der 1986 an die Öffentlichkeit drang, goss dabei Öl in schwellende Feuer des Kosovo und schien auf „wissenschaftlicher“ Basis die serbischen Vorurteile gegen die Kosovo-Albaner zu bestätigen. Von höchsten intellektuellen Kreisen wurde darin das Kosovoproblem in völlig überzogener und unsachlicher Weise und in stark emotionsgeladener Sprache dargelegt. Auch die Medien, die das Thema aufgriffen, trugen durch ihre von Stereotypen und Vorurteilen geprägte Berichterstattung zu Verschärfung der interethnischen Spannungen im Kosovo bei. In diese aufgeheizte chauvinistische Atmosphäre fiel der Machtaufstieg Slobodan Miloševićs. Er nutzte die geschürte Empörung und Kränkung des nationalen Selbstbewusstseins in populistischer Manier, um politisches Kapital daraus zu schlagen.[27]

1.1.5 Das Kosovo in der Ära Milošević

Die Politik Slobodan Miloševićs seit dessen Machtübernahme 1987 hatte entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung im Kosovo. Milošević hatte die Möglichkeit erkannt, durch serbisch-nationalistische Parolen, besonders in Bezug auf das Kosovo, die serbische Bevölkerung und große Teile der serbischen kommunistischen Partei für sich zu gewinnen. Sein berühmt berüchtigt gewordener Satz „Keiner soll es wagen, euch zu schlagen!“, den er im Kosovo zu einer aufgebrachten serbischen Menge sprach, spiegelt seine Politik exemplarisch wieder. Zum einen deutet er eine Bedrohung der Serben und ihrer Kultur an, die viele durch die administrative Aufwertung des Kosovo unter Tito sowie Nachrichten über Gräueltaten gegen Serben bestätigt sahen. Zum anderen präsentiert er sich als Bewahrer des Serbentums und als nationalen Führer in Zeiten des Kampfes.

Bereits kurz nach seiner Machtübernahme schränkte Milošević die Autonomie des Kosovo drastisch ein und erließ 1990 ein Gesetz, dass zum einen die Ansiedlung von Serben im Kosovo begünstigte und zum anderen Kosovo-Albaner ermutigte, eine Arbeitsstelle in anderen Teilen Jugoslawiens zu suchen.[28] Als Reaktion auf die zunehmende Diskriminierung und Aufhebung der Autonomie organisierten ehemalige Abgeordnete des aufgelösten Parlaments des Kosovo im September 1991 ein Referendum, das über die Ausrufung einer souveränen und unabhängigen Republik Kosovo entscheiden sollte. Bei einer Wahlbeteiligung von 87% stimmten 99% der Befragten für die Unabhängigkeit des Kosovo.[29] Kurz darauf wurden unter den Augen der serbischen Behörden auch eine neue (inoffizielle) Regierung und ein neues Parlament des Kosovo gewählt.

Die Wahlen machen deutlich, wie sich unter der serbischen Zwangsverwaltung langsam ein kosovo-albanischer Schattenstaat bildete, der sich während den 90er Jahre, unterstützt durch die kosovo-albanische Diaspora, weiter ausbreitete. Die Wegbereiter dieser Ereignisse waren aber nicht die alten kosovo-albanischen Politiker aus der Ära Titos, sondern eine neue intellektuelle Klasse aus dem Umfeld der Universität Priština, die sich dort in den 80er Jahren entwickelt hatte. Dabei spielten zwei Gruppierungen eine Schlüsselrolle: Die Vereinigung der Philosophen und Soziologen sowie die Vereinigung der Schriftsteller des Kosovo. Aus letzterer ging im Jahr 1989 die „Demokratische Liga des Kosovo“ unter Führung des Schriftstellers Ibrahim Rugova hervor. Das Wort „Liga“ wurde dabei bewusst gewählt, um einen historischen Bezug zur „Liga von Prizren“ herzustellen. Rugovas Politik verfolgte seit 1990 drei Ziele: Erstens sollte ein bewaffneter Aufstand der Kosovo-Albaner verhindert werden, weil ein solcher nach Rugovas Auffassung in einem Blutbad enden würde. Zweitens sollte stattdessen der Konflikt internationalisiert werden und unter der Ägide der internationalen Gemeinschaft gelöst werden. Bis zur angestrebten Unabhängigkeit sollte das Kosovo unter internationale Verwaltung gestellt werden. Zuletzt sollte durch den Boykott der serbischen Zwangsverwaltung eine Unterminierung der serbischen Herrschaft im Kosovo erfolgen und die kosovo-albanischen Parallelstrukturen gestärkt werden.

Diese Politik funktionierte während den frühen 90er Jahren vor allem deshalb so gut, weil das Kosovo für Serbien nur noch einen „Nebenkriegsschauplatz“ darstellte.[30] Der passive Widerstand der Kosovo-Albaner sowie die Kriege in Slowenien, Kroatien und Bosnien ließen eine innenpolitische Domestizierung des Kosovos nachrangig erscheinen.

Als jedoch der Friedensvertrag von Dayton 1995 keine Lösung für das Kosovo-Problem erbrachte, begannen erste Zweifel an der Effektivität des friedlichen Widerstands die Machtbasis Rugovas zu untergraben. Viele sahen nur im bewaffneten Kampf die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf das Kosovo zu lenken. Folge davon war die Gründung der UÇK, der kosvo-albanischen Befreiungsarmee.[31] Tatsächlich führte der bewaffnete Kampf der UÇK gegen serbische Einrichtungen im Kosovo und die Vergeltungsmaßnahmen serbischer Armee- und Polizeieinheiten zu einer eskalierenden Gewaltspirale, die schließlich die internationale Gemeinschaft in Form von NATO, EU, Balkankontaktgruppe, OSZE und UN auf den Plan rief. Als mehrere Verhandlungsinitiativen und die Androhung von Luftschlägen gegen Serbien kein Ende der Gewalt brachten, begann die NATO schließlich ohne Legitimierung durch den UN-Sicherheitsrat mit mehrmonatigen Luftschlägen gegen Serbien. Das militärisch-technische Abkommen von Kumanovo beendete die Luftschläge und führte zum Abzug aller serbischen Einheiten und zur Besetzung des Kosovos durch NATO-Truppen am 20. Juni 1999.

Die Politik Miloševićs hatte das Kosovo-Problem auf vielfältige Weise verkompliziert. Durch die Aufhebung der Autonomie und den Erlass diskriminierender Gesetze vertiefte er die Kluft bzw. den Hass zwischen Serben und Kosovo-Albanern. Ein friedliches multi-ethnisches Zusammenleben ist im Kosovo bis heute nicht möglich.

In den von den Kosovo-Albanern geschaffenen staatlichen Parallelstrukturen sehen viele die Anfänge eines unabhängigen Staates Kosovo. Die Implementierung neuer Verwaltungsstrukturen und die Durchsetzung eines wie auch gearteten zukünftigen Status des Kosovo könnte dadurch erheblich erschwert werden.

Schließlich bleibt das Problem der UÇK bzw. des Kosovo Protection Korps (KPC). Um die ehemaligen UÇK -Kämpfer besser in die Verwaltungsstrukturen des Kosovo einzubinden bzw. sie besser kontrollieren zu können, entschieden sich UNMIK und kosovarische Selbstverwaltung zur Umwandlung der UÇK in die KPC, die vor allem zum Katastrophenschutz eingesetzt werden soll. Das KPC selbst sieht sich indes als Keimzelle einer zukünftigen Armee eines unabhängigen Kosovo. Sie könnte in Zukunft als ernstzunehmender Machtfaktor auftreten, wenn die Statusverhandlungen nicht zu dem von ihr erhofften Ergebnis führen.

1.2 Die regionale Dimension des Kosovo-Konflikts

1.2.1 Die serbische Provinz Vojvodina

Neben der historisch bedingten Feindschaft zwischen Serben und Albanern erschweren auch regionale Faktoren die Lösung des Kosovo-Konflikts. Die regionale Dimension des Kosovo-Konflikts speist sich vor allem aus der politischen Grenzziehung des Süd-Balkans, die zumeist nicht kongruent zu den ethnischen Grenzen verläuft. Eine Statusänderung des Kosovo könnte die bis dato latent vorhanden Konflikte in der Region erneut aufbrechen lassen und weit reichende Forderungen nach einer territorialen Neugliederung der gesamten Region nach sich ziehen.

In der im Norden Serbiens gelegenen Provinz Vojvodina leben ca. zwei Millionen Menschen, davon mit rund 300.000 Menschen die größte ungarische Minderheit in Serbien (14% der Bevölkerung). Die Serben bilden mit 65% die Mehrheit, die restlichen 21 % verteilen sich auf ca. 20 Volksgruppen.[32] Durch die gezielte Ansiedlung von aus dem Kosovo ausgewanderten bzw. vertriebenen Serben in dieser Region versucht die serbische Führung einer demographischen Entwicklung wie im Kosovo entgegenzuwirken. Gegen diese Politik hatte die ungarische Regierung bereits 1999 Protest erhoben.[33]

Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Provinz auf die Zurückerlangung der unter Tito gewährten Selbstverwaltung drängt. Während des Jahres 2004 kam es in der Vojvodina wiederholt zu serbischen Übergriffen gegen die ungarische Minderheit. Der Bund der Vojvodina-Ungarn, die wichtigste politische ungarische Interessenvertretung in Serbien, sprach von 80 nationalistischen Übergriffen gegen Ungarn bzw. ungarische Einrichtungen wie rassistische Schmierereien, Morddrohungen und Schändungen von Friedhöfen und Kirchen. Auch die kroatische Minderheit blieb von Attacken nicht verschont. Grund für die zunehmenden Ausschreitungen ist die Wahrnehmung der mit weit reichenden Minderheitenrechten ausgestatteten Vojvodina-Ungarn als Feindbilder durch die serbische Bevölkerung. Im Zuge der Kriege in Bosnien-Herzegowina und Kroatien siedelte die serbische Regierung rund 200.000 serbische Flüchtlinge und Vertriebene in der Vojvodina an, deren Lebensverhältnisse sich nur langsam verbessern.[34]

Durch die umfangreichen Minderheitenrechte, den durch die serbische Regierung eingerichteten Nationalen Minderheitenrat sowie die mäßigende Einflussnahme der Regierung Ungarns und des Bunds der Vojvodina-Ungarn ist diese nordserbische Provinz weit von den Verhältnissen im Kosovo entfernt. Eine Statusänderung des Kosovo könnte aber auch in der Vojvodina die Forderungen nach einer Teilautonomie lauter werden lassen, die dem Gebiet bereits in der jugoslawischen Verfassung von 1974 zugestanden worden war.

1.2.2 Serbien und Bosnien-Herzegowina

Eine Statusänderung des Kosovo könnte sich ebenfalls auf den Vielvölkerstaat Bosnien-Herzegowina auswirken. Dies könnte der Fall sein, wenn der überwiegend von Serben bewohnte nördliche Teil des Kosovo wieder offiziell unter serbische Verwaltung gestellt werden würde, oder wenn das gesamte Kosovo unabhängig werden würde.

Eine Teilung des Kosovo nach ethnischen Kriterien könnte daraufhin die Serben der bosnischen Republik Srpska veranlassen, genau wie die Serben im Norden des Kosovo, den Anschluss an ihr Mutterland zu fordern. Forderungen der bosnischen Kroaten nach ihrem Anschluss an Kroatien wären dann ebenfalls nicht mehr auszuschließen.[35]

Würde dagegen das gesamte Kosovo unabhängig, könnte Belgrad als Kompensation für den Gebietsverlust selbst den Anschluss der Republik Srpska fordern.[36] Das Ergebnis wäre in beiden Fällen für Bosnien-Herzegowina existenzbedrohend.

Ebenfalls von Bedeutung könnte die albanische Bevölkerungsmehrheit im serbischen Preševo-Gebiet sein, wenn diese nach den oben dargestellten Szenarien etwa den Anschluss an das Kosovo fordert.[37]

Die hier aufgeführten Beispiele mögen nicht die wahrscheinlichsten Entwicklungen bei einer wie auch gearteten Lösung des Kosovo-Status sein. Sie zeigen jedoch, wie kompliziert ein Interessenausgleich zwischen den Staaten und Volksgruppen der Region sein kann. Ein möglicher Dominoeffekt nach einer Statusänderung des Kosovo liegt aber auch nicht im Interesse der internationalen Gemeinschaft. Eine Neugliederung der Region nach ethnischen Gesichtspunkten würde Mord, ethnische Säuberungen und mit Gewalt geänderte Grenzen nachträglich legitimieren. Dies wäre ein falsches Signal und würde nicht nur die Glaubwürdigkeit der internationalen Gemeinschaft untergraben, sondern könnte auch die prekäre interethnische Balance auf dem gesamten Balkan erschüttern. Die zuvor geschilderten Beispiele zeigen deutlich, welche regionalen Auswirkungen der Kosovo-Konflikt in Bezug auf ethnische Minderheiten haben kann. Es ist daher nahe liegend, dass die internationale Gemeinschaft neue Grenzziehungen zu vermeiden sucht und vor allem an internen Lösungen interessiert ist, die territoriale Begehrlichkeiten der Nachbarstaaten gar nicht erst entstehen lassen.

1.2.3 Mazedonien

In Mazedonien stehen sich ein Bevölkerungsanteil von 64% Mazedoniern und 25% Albanern misstrauisch gegenüber. Der Interessenwiderstreit zwischen albanischen und mazedonischen Gruppen hat das Land tief gespalten und das nicht erst seit den Guerilla-Aktivitäten der UÇK im Jahr 2001, die bis in die Hauptstadt Skopje reichten.[38]

Würde das Kosovo unabhängig, könnten Forderungen nach einer weitergehenden Selbstbestimmung des gesamten albanischen Volkes laut werden, die alle albanischen Siedlungsgebiete in einem Staat Großalbanien vereinigen würde. Die wirtschaftliche Schieflage Albaniens stellt jedoch weder für die Albaner des Kosovo noch für die Mazedoniens einen Anreiz dar, in baldiger Zukunft eine Vereinigung anzustreben. Derzeit fordert keine der albanischen Parteien Mazedoniens eine Sezession oder den Anschlusses an Albanien. Es muss jedoch hinzugefügt werden, dass bei der Lösung der albanischen Frage in Mazedonien einer Sezession letztlich, anders als im Kosovo, auch die demographische Verteilung der Albaner entgegensteht. Nach der Territorialstruktur wohnen nur knapp 60% der Albaner in mazedonischen Mehrheitsgemeinden, was eine schwächere Argumentationsgrundlage als ein völlig homogenes Siedlungsgebiet darstellt. Offen ausgesprochenes Ziel der albanischen Parteien PDP und PDSH in Mazedonien war jedoch die Anerkennung der Albaner als (zweites) konstitutives Volk Mazedoniens. Vor allem die PDSH und damit der radikalere Flügel der Albaner forderte in den 90er Jahren die Umwandlung des mazedonischen Staates in eine Föderation nach belgischem Vorbild.[39] Es ist daher nicht völlig überraschend, dass sich Kräfte um den ehemaligen Ministerpräsidenten Mazedoniens, Lyubcho Georgievski noch 2001 für eine Teilung Mazedoniens ausgesprochen hatten, weil sie dem bi-nationalen Staat keine Zukunft gaben.[40] Beunruhigt durch die Erfahrung des Kosovokriegs und den UÇK-Angriffen auf das eigene Territorium 2001 unternahm die mazedonische Regierung verschiedene Anstrengungen, die Lage im Land zu entspannen. Zum einen wurde die Präambel der mazedonischen Verfassung geändert, womit die Republik nun als Staat aller ihrer Bürger definiert wird. Darüber hinaus wurden Minderheitensprachen als Amtssprachen eingeführt und den Regionen eine lokale Selbstverwaltung gewährt. Auch die Stationierung eines NATO-Kontingents trug zur Beruhigung der Lage bei.[41]

Nach Meinung des Politikwissenschaftlers Stefan Troebst hat der Kosovokrieg sogar dazu geführt, dass die albanische Minderheit Mazedoniens, zumal deren politischen und wirtschaftlichen Eliten, die Vorteile der Zugehörigkeit zu Mazedonien vor Augen geführt wurde. Mazedonische Mehrheitsbevölkerung und albanische Minderheit hätten erkannt, dass Frieden, Freiheit, Wohlstand und Bildungschancen wichtiger sind als die Selbstbestimmung in Form von Autonomie, Eigenstaatlichkeit oder dem Anschluss an Albanien und/oder das Kosovo.[42] Zwar bestreitet er nicht die bestehenden interethnischen Spannungen in Mazedonien, doch selbst in spannungshaften Situationen funktioniere das Krisenmanagement von Mazedoniern und Albanern. So konnten die Proteste über die Formulierung der Verfassung durch Verhandlungen friedlich beigelegt werden und auch die Verschwörung einiger albanischer Offiziere der Armee Mazedoniens, die den Aufbau einer „All-Albanischen Armee“ planten, wurde nach der Aufdeckung nicht zur Propaganda missbraucht sondern staatlicherseits heruntergespielt. Die Spannungen nach der Gründung einer privaten, von den mazedonischen Behörden nicht genehmigten albanischen Universität in Tetovo konnten trotz Zusammenstößen mit der Polizei und trotz eines Toten durch internationales Engagement der USA und der OSZE gelöst werden. Diese und andere Beispiele zeigen, dass Mazedonien in auffälligem Maße zur konstruktiven Konfliktbearbeitung fähig ist und von einem hohen Grad an politischem common sense der mazedonischen und der albanischen Parteien zeuge.[43]

Verschiedene Gründe spielen beim Ausbleiben interethnischer Spannungen in Mazedonien eine Rolle. Mazedonien bietet den Albanern politische Partizipationsrechte und Handlungsfreiheit im Wirtschaftsleben. Die Mutternation in Gestalt der Republik Albanien liegt wirtschaftlich danieder und bewegt sich durch Parteienhader und schwache staatliche Strukturen stets nahe an anarchischen Zuständen. Auch die geringe Bedeutung der Religion zwischen muslimischen Albanern und orthodoxen Mazedoniern mag dazu beitragen, dass Spannungen entlang religiöser Grenzen schwerer entstehen können.[44] Doch sollte die bisher erreichte Annäherung zwischen Albanern und Mazedoniern angesichts der tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krise des Landes auch nicht überbewertet werden. Von einer Auffüllung des Grabens zwischen Mazedoniern und Albanern kann noch keine Rede sein. Eine internationale Präsenz seitens NATO, UN oder OSZE sowie eine weitere Kooperation der albanischen und mazedonischen Parteien bei interethnischen Krisen wird erforderlich sein, um dass Land auch in Zukunft vor innerstaatlichen wie regionalen politischen Krisen mit Sezessionscharakter zu bewahren.

[...]


[1] Vgl.: http://www.nato.int/issues/kosovo/index.html (Stand: 19.04.2007).

[2] Vgl.: Džihić, Vedram; Kramer, Helmut. Die Kosovo-Bilanz. Scheitert die internationale Gemeinschaft? Wien 2006. S. 22.

[3] Vgl.: Albrecht, Ulrich; Kalman, Michael; Riedel, Sabine; Schäfer, Paul (Hrsg.). Das Kosovo-Dilemma. Schwache Staaten und neue Kriege als Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Münster 2002.

[4] Vgl.: Eiff, Hansjörg. Zum Problem des Kosovo-Status. Bonn 2005. S. 8.

[5] Vgl.: UN-Resolution 1244. S. 3, Z. 10.

http://daccessdds.un.org/doc/UNDOC/GEN/N99/172/89/PDF/N9917289.pdf?OpenElement (Stand: 28.08.2007).

[6] Vgl.: Krech, Hans. Ist das Kosovo-Problem unlösbar? Hamburg 1999. S. 25.

[7] Vgl.: Rüb, Matthias. Kosovo. Ursachen und Folgen eines Krieges in Europa. München 1999. S.17 f.

[8] Vgl.: von Kohl, Christine; Libal, Wolfgang. Kosovo: gordischer Knoten des Balkan. Wien, Zürich 1992. S.16.

[9] Vgl.: Kellermann, Beate. Das Kosovo zwischen Standard und Status – vom bewaffneten Konflikt in die unsichere Demokratie. Stuttgart 2006. S.47.

[10] Vgl.: A.a.O., S. 48.

[11] Vgl.: Malcolm, Noel. Kosovo. A Short History. New York 1998. S. 28 ff.

[12] Vgl.: Kellermann, a.a.O., S. 49.

[13] Vgl.: von Kohl; Libal, a.a.O., S. 19.

[14] Vgl.: Janjetovic, Zoran. Kosovo – Das „Heilige Land“ der Serben. In: Chiari, Bernhard; Kesselring, Agilolf (Hrsg.). Kosovo. Paderborn, München, Wien, Zürich 2006. S 52.

[15] Vgl.: Rüb, a.a.O., S. 24.

[16] Vgl.: Džihić; Kramer, a.a.O., S. 15.

[17] Vgl.: Kesselring, Agilolf. Die Anfänger der albanischen Nationalbewegung. In: Chiari, Bernhard; Kesselring, Agilolf (Hrsg.), a.a.O., S. 45.

[18] Vgl.: von Kohl; Libal, a.a.O., S. 29ff.

[19] Vgl.: von Kohl; Libal, a.a.O., S. 33.

[20] Vgl.: Ibid.

[21] Vgl.: Kreidl, Jakob. Der Kosovo-Konflikt. Vorgeschichte, Verlauf und Perspektiven zur Stabilisierung einer Krisenregion. Frankfurt am Main 2006. S. 43 f.

[22] Vgl.: von Kohl; Libal, a.a.O., S. 45.

[23] Vgl.: Kreidl, a.a.O., S. 46 f.

[24] Vgl.: Pichler, Robert. Serben und Albaner im 20. Jahrhundert. In: Chiari, Bernhard; Kesselring, Agilolf (Hrsg.), a.a.O., S. 63.

[25] Vgl.: Kreidl, a.a.O., S. 47.

[26] Vgl.: Pichler, a.a.O., S.65.

[27] Vgl.: Pichler, a.a.O., S.65.

[28] Vgl.: Malcolm, a.a.O., S. 346.

[29] Vgl.: A.a.O., S. 347.

[30] Vgl.: Kreidl, a.a.O., S. 53.

[31] Vgl.: Malcolm, a.a.O., S. 354 f.

[32] Vgl.: Kellerman, a.a.O., S. 202.

[33] Vgl.: Gumpel, Werner. Der Kosovo-Konflikt. Historische, politische, ethnische und wirtschaftliche Hintergründe. In: Blumenwitz, Dieter (Hrsg.). Die Kosovo-Krise – eine vorläufige Bilanz. Politische Studien Sonderheft 4/1999. München 1999. S. 16.

[34] Vgl.: Kellerman, a.a.O., S. 202.

[35] Vgl.: Eiff, a.a.O., S.10.

[36] Vgl.: Ibid.

[37] Vgl.: Kreidl, a.a.O., S. 273.

[38] Vgl.: Ibid.

[39] Vgl.: Marko, Joseph (Hrsg.). Gordischer Knoten Kosovo/a: Durchschlagen oder entwirren? Völkerrechtliche, rechtsvergleichende und politikwissenschaftliche Analysen und Perspektiven zum jüngsten Balkankonflikt. Baden-Baden 1999. S. 67 f.

[40] Vgl.: Eiff, a.a.O., S.10.

[41] Vgl.: Oschlies, Wolf. Brennpunkt Makedonien. Dilemmata zwischen Minderheitenschutz, Terrorismus und staatlichen Gewaltmonopol. In: Albrecht (Hrsg.), a.a.O., S. 41 f.

[42] Vgl.: Troebst, Stefan. Feuertaufe – Der Kosovo Krieg und die Republik Mazedonien. In: Clewing, Konrad; Reuter, Jens (Hrsg.) Der Kosovo Konflikt. Ursachen, Verlauf, Perspektiven. Klagenfurt, Wien, Lubljana, Tuzla, Sarajevo 2000. S. 227.

[43] Vgl.: Troebst, a.a.O., S. 230 ff.

[44] Vgl.: Troebst, a.a.O., S. 233 f.

Ende der Leseprobe aus 93 Seiten

Details

Titel
Der zukünftige Status des Kosovo im Widerstreit der internationalen Akteure
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
93
Katalognummer
V86189
ISBN (eBook)
9783638907583
ISBN (Buch)
9783656306740
Dateigröße
820 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Status, Kosovo, Widerstreit, Akteure
Arbeit zitieren
Bernd Reismann (Autor), 2007, Der zukünftige Status des Kosovo im Widerstreit der internationalen Akteure, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86189

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