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Diskurse um die Lokalisierung des Großmährischen Reiches

Title: Diskurse um die Lokalisierung des Großmährischen Reiches

Seminar Paper , 1998 , 20 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Adrian von Arburg (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Mehr als tausend Jahre sind es her, dass in Mitteleuropa infolge innerer Destabilisierung und äusserer Schwäche gegen eindringende Eroberer ein Reich untergegangen ist, das für fast hundert Jahre die Geopolitik Europas in seiner Zeit massgeblich mitgeprägt hatte: Das Grossmährische Reich. Tausend Jahre und mehr, seitdem Vorfahren der heutigen Tschechen und Slowaken mit vielen andern Ethnien in einem Reich lebten, dessen geographische Ausdehnung der Gegenstand dieser Arbeit sein soll.
Die Arbeit gibt einen knappen Überblick über die Anfang der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts durch die Arbeiten Imre Bobas eröffnete Diskussion um die geographische Lokalisierung des Reiches der Altmährer. Bevor aber im Hauptteil die drei Hauptpositionen des wissenschaftlichen Diskurses der vergangenen knapp dreissig Jahre vorgestellt werden, wird in Kürze das Reich vorgestellt, dessen Grenzen hier zur Debatte stehen. In einem an den Hauptteil anschliessenden Teil werden die drei zuvor vorgestellten Positionen miteinander verglichen sowie in ihrer Essenz zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurzportrait: Das Grossmährische Reich

2.1 Einordnung in die allgemeine europäische Geschichte

2.2 Politische Entwicklung

2.3 Quellenlage

3. Hauptteil: Drei Positionen zur Lokalisierung des Grossmährischen Reiches

3.1 Die herkömmliche Position

3.2 Die Position Imre Bobas

3.3 Die Position Martin Eggers‘

4. Zusammenfassung und Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die wissenschaftliche Debatte um die geographische Lokalisierung des Großmährischen Reiches. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wo sich der ursprüngliche Kernbereich befand, von dem aus die territoriale Expansion unter Svatopluk erfolgte, wobei die Arbeit die Diskrepanz zwischen der traditionellen Lehrmeinung und neueren, kontrovers diskutierten Thesen aufzeigt.

  • Historische Einordnung des Großmährischen Reiches in Mitteleuropa
  • Analyse der herkömmlichen Lokalisierung im Marchtal und in der Westslowakei
  • Darstellung der "Süd-Thesen" von Imre Boba (Lokalisierung im serbischen Raum)
  • Diskussion der Position von Martin Eggers (Lokalisierung im Theißbecken)
  • Bedeutung des historischen Erbes für die moderne nationale Identität

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Position Imre Bobas

Als 1971 der amerikanische Geschichtsprofessor I. Boba mit seiner „Neuinterpretation mittelalterlicher Quellen“ zum Grossmährischen Reich weites Aufsehen in der Forscherwelt erregte, war er nicht der erste, der es gewagt hatte, das orthodoxe Geschichtsbild Grossmährens, das sich jahrhundertelang besonders unter Tschechen und Slowaken eingebürgert hatte und ab dem 19. Jahrhudert auch in der internationalen Geschichtsforschung allgemein akzeptiert war, einer gründlichen Korrektur zu unterwerfen.

Unter diese frühen „Abweichler“ gesellte sich sogar der „Patriarch der Slawistik“ J. Dobrovský, der bezweifelte, ob die Slawenapostel Kyrill und Method überhaupt je in Mähren gewesen und dort missionairsch tätig geworden seien, was allerdings von seinen gerade so vom Slawentum hingerissenen Zeitgenossen lieber übersehen wurde. An dieser Stelle sei auch gleich gesagt, dass ebenso nach Bobas zweifellos revolutionärer Veröffentlichung „Moravia’s History Reconsidered“ 1971 mehrere weitere Vorschläge zur Lokalisierung Grossmährens und seines eigentlichen Kerngebietes, vom dem die Expansion unter Svatopluk ausgehen sollte, gemacht wurden, auf die in dieser Arbeit nicht eingegangen werden kann.

Der 1996 verstorbene Boba hat es leider zeit seines Lebens versäumt, seine Thesen zur Lokalisierung Grossmährens (und seiner Kernzone) kartographisch zu verdeutlichen. Selbst wenn eine genaue räumliche Übertragung seiner Gedankengänge deshalb nur ungenau geschehen kann, und er sich nur anhand von geographischen Grossräumen ausdrückt, lokalisiert er die Kernzone des Grossmährischen Reiches an einem Ort, der weitab des allgemein angenommenen liegt, ja sogar in einem Gebiet, das von den meisten Historikern nicht einmal zum Grossmährisichen Reich zur Zeit seiner grössten territorialen Ausdehnung gezählt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung des Großmährischen Reiches ein und erläutert die Aktualität des Themas im Kontext der Entstehung moderner Nationalstaaten.

2. Kurzportrait: Das Grossmährische Reich: Ein Überblick über die politische Entwicklung, die europäische Einbettung und die schwierige Quellenlage zum Großmährischen Reich.

3. Hauptteil: Drei Positionen zur Lokalisierung des Grossmährischen Reiches: Detaillierte Gegenüberstellung der traditionellen, der von Boba vertretenen und der von Eggers vorgeschlagenen geographischen Lokalisierungen des Reiches.

4. Zusammenfassung und Schluss: Fazit über den anhaltenden Diskurs und die Schwierigkeit, anhand der widersprüchlichen Quellenlage einen endgültigen Beweis für eine der Theorien zu finden.

Schlüsselwörter

Großmährisches Reich, Geschichte, Mitteleuropa, Lokalisierung, Imre Boba, Martin Eggers, Svatopluk, Altmähren, Moravia, Archäologie, Quellenkritik, Identität, Expansion, Slawenapostel, Cyrill und Method

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Diskussion über die geographische Lokalisierung des Großmährischen Reiches, insbesondere dessen ursprünglichem Kerngebiet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung Großmährens, die Analyse von Quellenberichten sowie die kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen historiographischen Theorien zu dessen Lage.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, einen Überblick über die unterschiedlichen Positionen zur geographischen Verortung des Großmährischen Reiches zu geben und die Argumentationsgrundlagen der verschiedenen Forscher einander gegenüberzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historiographische Analyse, die bestehende Forschungsmeinungen zusammenfasst, miteinander vergleicht und kritisch einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der herkömmlichen Lehrmeinung sowie die detaillierte Darstellung der als "revolutionär" geltenden Thesen von Imre Boba und Martin Eggers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Großmährisches Reich, Lokalisierungsdiskurs, Quelleninterpretation, Moravia, Expansion und mitteleuropäische Geschichte.

Warum spielt das Großmährische Reich für die moderne Identität eine Rolle?

Die Arbeit zeigt auf, dass das historische Erbe Großmährens, insbesondere für die Slowakei, als identitätsstiftendes Symbol dient, das teilweise zur Legitimation eigener Staatlichkeit herangezogen wurde.

Welche Rolle spielt die archäologische Evidenz in der Debatte?

Archäologische Befunde im Marchtal gelten als starkes Argument für die herkömmliche Position, während die von Boba und Eggers vorgeschlagenen Gebiete bisher kaum vergleichbare materielle Belege aufweisen.

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Details

Title
Diskurse um die Lokalisierung des Großmährischen Reiches
College
University of Vienna  (Institut für mittelalterliche Geschichte)
Grade
1.0
Author
Adrian von Arburg (Author)
Publication Year
1998
Pages
20
Catalog Number
V86200
ISBN (eBook)
9783638019118
ISBN (Book)
9783638920100
Language
German
Tags
Diskurse Lokalisierung Großmährischen Reiches
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Adrian von Arburg (Author), 1998, Diskurse um die Lokalisierung des Großmährischen Reiches, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86200
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