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Die „Berufsverbote“ in den 70er Jahren: Der „Radikalenerlass“ von 1972

Title: Die „Berufsverbote“ in den 70er Jahren: Der „Radikalenerlass“ von 1972

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Regine Kemna (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Thema ist der sogenannte „Radikalenerlass“ von 1972. Dieser Erlass zur „Beschäftigung von rechts- und linksradikalen Personen im öffentlichen Dienst“ beinhaltet zusammengefasst, dass sowohl Kommunisten, als auch Faschisten von Stellen im Staatsdienst ferngehalten bzw. entlassen werden sollen. Hintergrund war die Angst vor „inneren Feinden“, die, latent immer vorhanden, mit den Studentenunruhen in den 60er Jahren, insbesondere mit dem von Rudi Dutschke angekündigten „Marsch durch die Institutionen“, wieder neue Nahrung bekam.
Gegenstand dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie es zu dem Erlass kam, wie er durchgeführt wurde, und wie die Reaktionen von den verschiedensten Seiten waren. Die Darstellung der Diskussionen um den Erlass soll letztendlich dazu beitragen, folgende Fragen zu klären: Wie sah das Verhältnis zwischen persönlicher Freiheit und Staatssicherheit aus, bzw. wie sollte es aussehen? Hat der Staat das Recht, präventiv in die Persönlichkeitsrechte Einzelner einzugreifen, um sich selbst zu schützen? Hat er nicht sogar die Pflicht, so die Bürger des Staates vor möglichen Usurpatoren zu schützen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINFÜHRUNG

II. VORGESCHICHTE DES „RADIKALENERLASSES“

III. DIE ENTSTEHUNG DES ERLASSES

IV. ÜBERPRÜFUNGSMETHODEN

V. REAKTIONEN AUF DEN ERLASS UND SEINE WEITERE ENTWICKLUNG

VI. DAS ENDE DER „BERUFSVERBOTE“

VII. SCHLUSSWORT

VIII. ANHANG

A) AUSZUG AUS DEM MINISTERIALBLATT NRW

B) ALFRED ANDERSCH: ARTIKEL 3 (3)

IX. QUELLEN UND DARSTELLUNGEN

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht den sogenannten „Radikalenerlass“ von 1972, seine Entstehungsgeschichte, die administrativen Überprüfungsmethoden sowie die gesellschaftlichen und politischen Reaktionen darauf, um das Spannungsfeld zwischen staatlicher Sicherheit und persönlicher Freiheit zu beleuchten.

  • Historische Einordnung des „Radikalenerlasses“ im Kontext der 60er und 70er Jahre.
  • Analyse der administrativen Überprüfungspraxis durch den Verfassungsschutz.
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Kontroversen und der Rolle von Bürgerinitiativen.
  • Bewertung der staatlichen Repression versus individuelle Grundrechte.
  • Reflexion über die Auswirkungen und das Ende der Berufsverbote.

Auszug aus dem Buch

IV. Überprüfungsmethoden

Zuständig für die Überprüfungen der Bewerber, Beamten und Angestellten waren die Bundes- und Landesämter des Verfassungsschutzes. Seine Aufgabe ist es, die freiheitlich-demokratische Grundordnung (FDGO) zu schützen, indem er Hinweise auf verfassungsfeindliche Aktivitäten jeder Art sammelt und auswertet. Speziell seit der Zeit des Kalten Krieges galt das besondere Interesse des Verfassungsschutzes linksgerichteten Gruppierungen.

Um sich für ein Amt im öffentlichen Dienst zu bewerben, wandte sich der Bewerber normalerweise direkt an die für ihn zuständige Regierungsbehörde. Diese startete als Teil der Sicherheitsüberprüfung eine „Regelanfrage“ an die zentrale Datenbank des Verfassungsschutzes. Existierte ein Eintrag, wurde der Bewerber nach einer Auswertung der vorhandenen Informationen zu einer oder auch mehreren Anhörungen geladen. In der Regel gab es hierbei einen Prüfungsausschuss, dem der Bewerber Rede und Antwort stehen musste. Teil des Interviews waren Fragen zu aktuellen und vergangenen politischen Aktivitäten, aber beispielsweise auch Ansichten zu Marx, Engels und Lenin oder zur Einstellung gegenüber der DDR. War der Antragsteller DKP-Mitglied wurden genaue Fragen zu Programm und Zielen der Partei gestellt, und ob diese mit der FDGO vereinbar seien.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung skizziert den „Radikalenerlass“ von 1972 als Instrument zur Fernhaltung von Radikalen aus dem Staatsdienst und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Verhältnis von Staatssicherheit und persönlicher Freiheit.

II. VORGESCHICHTE DES „RADIKALENERLASSES“: Das Kapitel beleuchtet die historischen Wurzeln diskriminierender Einstellungspraktiken in der Weimarer Republik und dem Dritten Reich sowie den antikommunistischen „Adenauer-Heinemann-Erlass“ von 1950.

III. DIE ENTSTEHUNG DES ERLASSES: Hier wird der Einfluss der Studentenunruhen, des RAF-Terrorismus und die politische Initialzündung durch den „Hamburger Erlass“ auf den Beschluss der Ministerpräsidenten von 1972 beschrieben.

IV. ÜBERPRÜFUNGSMETHODEN: Dieses Kapitel detailliert die Rolle der Verfassungsschutzämter bei der „Regelanfrage“ und die durchgeführten Anhörungen der Bewerber auf ihre politische Gesinnung hin.

V. REAKTIONEN AUF DEN ERLASS UND SEINE WEITERE ENTWICKLUNG: Das Kapitel analysiert die bundesweiten Debatten, die Gründung von Bürgerinitiativen, die Rolle der Medien sowie das Russell-Tribunal und die unterschiedliche Handhabung in den Bundesländern.

VI. DAS ENDE DER „BERUFSVERBOTE“: Die Ausführungen beschreiben den schleichenden Rückgang der Debatten in den 80er Jahren und die Bedeutung des Berichts der IAO-Kommission von 1987 für die Kritiker der Berufsverbote.

VII. SCHLUSSWORT: Das Fazit reflektiert die Ausgangsfrage und zieht Parallelen zwischen dem Erlass von 1972 und aktuellen staatlichen Maßnahmen zur Sicherung gegen Bedrohungen.

VIII. ANHANG: Dieser Abschnitt enthält den dokumentarischen Auszug aus dem Ministerialblatt NRW sowie das umstrittene Gedicht von Alfred Andersch.

IX. QUELLEN UND DARSTELLUNGEN: Hier wird das für die Arbeit verwendete Literatur- und Quellenverzeichnis aufgelistet.

Schlüsselwörter

Radikalenerlass, Berufsverbote, Verfassungsschutz, Öffentlicher Dienst, politische Loyalität, Grundgesetz, Diskriminierung, Linksradikalismus, Grundrechte, Menschenrechte, Regelanfrage, DKP, Sicherheitsüberprüfung, Meinungsfreiheit, Bürgerinitiativen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den „Radikalenerlass“ von 1972, der darauf abzielte, radikale Personen vom öffentlichen Dienst in der Bundesrepublik Deutschland fernzuhalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die staatliche Sicherheitsüberprüfung, die Einschränkung der Berufs- und Meinungsfreiheit sowie die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit politischem Extremismus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie der Erlass entstanden ist, wie er praktisch umgesetzt wurde und welche Auswirkungen er auf das Verhältnis von Bürgerrechten und Staatssicherheit hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Literatur- und Quellenanalyse, insbesondere unter Heranziehung von Überblicksdarstellungen sowie zeitgenössischer Dokumente und Presseartikel.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Vorgeschichte, dem Entstehungsprozess, den konkreten Überprüfungsmethoden des Verfassungsschutzes, den Reaktionen in Gesellschaft und Politik sowie dem schließlichen Ende der Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Radikalenerlass, Berufsverbote, Verfassungsschutz, Grundrechte und politische Loyalität definiert.

Welche Rolle spielte der Verfassungsschutz bei den Überprüfungen?

Der Verfassungsschutz war für die „Regelanfragen“ zuständig, bei denen Bewerber automatisch überprüft wurden, um Hinweise auf mögliche verfassungsfeindliche Aktivitäten zu sammeln.

Warum wird das Gedicht von Alfred Andersch im Anhang aufgeführt?

Das Gedicht dient als Beispiel für den damaligen gesellschaftlichen Diskurs und die scharfe Kritik von Künstlern und Intellektuellen an der staatlichen Praxis der Berufsverbote.

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Details

Title
Die „Berufsverbote“ in den 70er Jahren: Der „Radikalenerlass“ von 1972
College
Technical University of Berlin  (Institut für Geschichte und Kunstgeschichte)
Course
Die Protestbewegung von „1968“ und ihre Folgen
Grade
1,0
Author
Regine Kemna (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V86212
ISBN (eBook)
9783638007191
ISBN (Book)
9783638911757
Language
German
Tags
Jahren Protestbewegung Folgen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Regine Kemna (Author), 2004, Die „Berufsverbote“ in den 70er Jahren: Der „Radikalenerlass“ von 1972, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86212
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