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Das Konzept des situationsorientierten Grammatikunterrichts

Titel: Das Konzept des situationsorientierten Grammatikunterrichts

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2001 , 21 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Hendrikje Schulze (Autor:in)

Didaktik - Germanistik
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Grammatikunterricht - ein sowohl bei Schülern als auch bei (angehenden) Lehrern oftmals ungeliebtes Thema. Für die ersteren ist die Beschäftigung mit Grammatik oft der Inbegriff von Paukschule, langweiligen Methoden und starren Regularitäten, die sich - gerade innerhalb der deutschen Sprache - dann doch wieder durch zahlreiche Ausnahmen widerlegen lassen. Die letztgenannten Lehrer wiederum wissen zumeist um die ablehnende Haltung, die Schüler dem Grammatikunterricht entgegenbringen, sehen sich aber dennoch gezwungen, diesen Unterricht durchzuführen: Einerseits ist die Forderung nach Reflexion über Sprache im Lehrplan verankert. Zum anderen besteht nach wie vor die Annahme, dass Grammatikunterricht zur Schulbildung eben einfach dazugehört.
In der vorliegenden Arbeit wird die Notwendigkeit von Grammatikunterrich keinesfalls bestritten. Stattdessen wird ein Konzept vorgestellt, dem eine ganz andere Herangehensweise an Grammatikunterricht zu Grunde liegt. Die Auseinandersetzung mit diesem Konzept soll dazu führen, eigene Einstellungen zum "Lehren von Grammatik in der Schule" zu überprüfen und zu hinterfragen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung „Grammatik“ - Was heißt “Grammatik”?

3. Grundpositionen der Didaktik des Grammatikunterrichts

4. Der traditionelle Grammatikunterricht und seine Kritik

5. Situationsorientierung im Grammatikunterricht

5.1. Vorstellung und Begründungen des Konzepts

5.2. Unterrichtliche Umschaltquellen zur Reflexion über Sprache

5.3. Praktische Umsetzung und Methoden situativen Grammatikunterrichts

5.4. Grenzen situativen Grammatikunterrichts

6. Unterrichtsentwurf einer Einführungsstunde zur Unterrichtssequenz „Sprachliches Handeln in Situationen“

6.1. Ein Blick in den Thüringer Lehrplan

6.2. Sachanalyse

6.2.1. Der Zusammenhang zwischen Sprechen und Handeln

6.2.2. Die Sprechakttheorie von L .Austin und John R. Searle

6.3. Beschreibung der Unterrichtsvoraussetzungen

6.4. Darlegung und Begründung der Unterrichtsziele

6.5. Plan der methodisch-praktischen Durchführung

6.5.1. Teil I der 45-minütigen Unterrichtsstunde

6.5.2. Teil II der 45-minütigen Unterrichtsstunde

6.6. Ausblick auf die folgenden Stunden

7. Schlussfolgerungen für den eigenen Unterricht

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des situationsorientierten Grammatikunterrichts als Alternative zum traditionellen, oft als abstrakt und unmotivierend empfundenen Sprachunterricht. Das primäre Ziel ist es, den Nutzen dieses Modells zu evaluieren, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, wie grammatische Reflexion authentisch in den Sprachgebrauch von Schülern eingebettet werden kann, um deren kommunikative Handlungsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

  • Kritik am traditionellen, formal orientierten Grammatikunterricht
  • Grundlagen und Zielsetzungen der Situationsorientierung
  • Induktive Methoden der Sprachreflexion in der Unterrichtspraxis
  • Anwendung der Sprechakttheorie zur Analyse kommunikativer Situationen

Auszug aus dem Buch

6.2.1. Der Zusammenhang zwischen Sprechen und Handeln

Dem amerikanischen Philosophen George Herbert Mead zufolge ist Sprache nicht primär ein System von Regeln, sondern eine Handlungsdimension, und zwar diejenige, in der die Bedingungen für eine Handlung thematisierbar werden, aufgegriffen und in Frage gestellt werden können. Sprachliches Handeln ist damit die Voraussetzung für ein Handeln, das den Bedingungen der Situation nicht blind unterworfen ist, sondern das eine Situation ändern kann. „Wenn wir sprechen, so sprechen wir nicht der Sprache selbst willen, sondern um soziale Kontakte anzubahnen und zu bestätigen.“ Aus der Funktion der Kontaktherstellung und –aufrechterhaltung entwickelt sich die Notwendigkeit, dem eigenen Sprechen gegenüber eine Art der Kontrollhaltung anzulegen, die der möglichen Haltung eines Kommunikationspartners entspricht. Im Gegensatz zur tierischen Kommunikation ist nämlich innerhalb der menschlichen Kommunikation die Möglichkeit zum geistigen Vorgriff und die Chance zur Metasprache gegeben. Durch diese Art des sprachlichen Handelns haben die Kommunikationspartner die Möglichkeit, sich gemeinsamer Interessen zu versichern, Korrekturen vorzunehmen und Missverständnisse aufzudecken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die allgemeine Ablehnung des Grammatikunterrichts bei Schülern und stellt die Absicht vor, ein Konzept zu präsentieren, das Sprache stärker in lebensnahe Kontexte einbettet.

2. Begriffsklärung „Grammatik“ - Was heißt “Grammatik”?: Dieses Kapitel differenziert verschiedene Grammatikbegriffe und legt den Fokus auf die „pädagogische Grammatik“ im schulischen Interaktionsraum.

3. Grundpositionen der Didaktik des Grammatikunterrichts: Hier werden die zwei Hauptströmungen der Didaktik gegenübergestellt: der systematische Regelsystem-Ansatz und die situationsbezogene, pragmatische Herangehensweise.

4. Der traditionelle Grammatikunterricht und seine Kritik: Das Kapitel analysiert die Schwächen des traditionellen Unterrichts, insbesondere die Entfremdung der Schüler durch die Fokussierung auf bedeutungsleere Einzelsätze und die Vernachlässigung der Sprachwirklichkeit.

5. Situationsorientierung im Grammatikunterricht: Es werden die theoretischen Begründungen des Konzepts dargelegt, Methoden zur induktiven Einführung grammatischer Phänomene beschrieben und kritische Grenzen wie die fehlende Systematik diskutiert.

6. Unterrichtsentwurf einer Einführungsstunde zur Unterrichtssequenz „Sprachliches Handeln in Situationen“: Dieses Kapitel stellt einen konkreten, auf den Thüringer Lehrplan ausgerichteten Entwurf vor, der die Sprechakttheorie zur Erarbeitung indirekter Sprechakte nutzt.

7. Schlussfolgerungen für den eigenen Unterricht: Die Autorin zieht Bilanz und plädiert für eine Mischform aus systematischer und situativer Vermittlung, um die Vorteile beider Ansätze für ihren zukünftigen Unterricht zu nutzen.

Schlüsselwörter

Situationsorientierter Grammatikunterricht, Sprachdidaktik, Sprechakttheorie, Induktives Lernen, Kommunikation, Handlungsfähigkeit, Pragmatik, Sprachreflexion, Kommunikationssituation, Indirekte Sprechakte, Unterrichtsentwurf, Sprachhandeln, Schülerorientierung, Sprachverwendung, Sprachbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Konzeption eines Grammatikunterrichts, der weniger auf formalen Regeln als vielmehr auf der aktiven Sprachverwendung in lebensnahen Situationen basiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Kritik am klassischen Grammatikunterricht, der Einführung in die pragmatische Sprachdidaktik, der methodischen Umsetzung mittels induktiver Verfahren sowie der praktischen Anwendung der Sprechakttheorie.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist die Darstellung und Prüfung eines situationsorientierten Ansatzes, der Schülern den Sinn von Sprachreflexion durch den direkten Bezug zu ihrem eigenen Kommunikationsverhalten vermitteln soll.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse didaktischer Konzepte (insbesondere Boettcher/Sitta) sowie der Entwicklung und theoretischen Fundierung eines praxisorientierten Unterrichtsentwurfs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zum Sprachhandeln und zur Sprechakttheorie ein detaillierter Unterrichtsentwurf sowie eine Reflexion über die Planbarkeit und Systematik des situationsorientierten Ansatzes präsentiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Situationsorientierung, Sprachhandeln, Sprechakttheorie, induktive Unterrichtsmethodik und kommunikative Handlungsfähigkeit.

Wie spielt die Sprechakttheorie in den Unterrichtsentwurf hinein?

Die Theorie nach Austin und Searle dient als fachliche Basis, um Schülern durch die Analyse indirekter Sprechakte wie „Es zieht hier“ das Bewusstsein für die Kluft zwischen wörtlicher Aussage und intendierter Aufforderung zu schärfen.

Warum ist die „fehlende Systematik“ ein zentraler Kritikpunkt?

Gegner des Konzepts kritisieren, dass ohne die strikte Orientierung an einem Regelsystem die Progression des Lernens gefährdet ist, was eine geplante, aufbauende Unterrichtsgestaltung erschweren könnte.

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Details

Titel
Das Konzept des situationsorientierten Grammatikunterrichts
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Fachdidaktik Deutsch)
Veranstaltung
HpS Sprachdidaktik
Note
1,5
Autor
Hendrikje Schulze (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
21
Katalognummer
V8622
ISBN (eBook)
9783638155502
ISBN (Buch)
9783638640602
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzept Grammatikunterrichts Sprachdidaktik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hendrikje Schulze (Autor:in), 2001, Das Konzept des situationsorientierten Grammatikunterrichts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8622
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