1 Einleitung
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Schon anhand dieses Beispiels wird deutlich, dass das Zurückgreifen auf anthropometrische Daten von auffallender Wichtigkeit ist. Doch auch in der Produktgestaltung spielt die Anthropometrie eine wichtige Rolle. Alle Produkte, die gefertigt und auf dem Markt angeboten werden, müssen an den Menschen angepasst sein. Türen müssen so gebaut werden, dass möglichst viele Menschen hindurch gehen können, ohne dabei den Kopf einziehen zu müssen. Die Fläche eines Tastenfeldes auf der Tastatur muss so konstruiert sein, dass sie der Fingerkuppenfläche entspricht, welche bei einem Großteil der Menschheit existiert. Gelegentlich haben Konstrukteure sich selbst zum Maß aller von ihnen konstruierten Dinge gemacht und praktisch nur für ihre eigene Körperform entworfen; die bekannte Tatsache, dass sich auch beim normalen Menschen erhebliche Variationen der Körpermaße und ihrer Verhältnisse zueinander finden, wurde dabei nur selten bedacht.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, einen breiten und verständlichen Überblick über die Lehre der Anthropometrie zu geben. Zunächst sollen in einem ersten Abschnitt wiederkehrende Begriffe näher erläutert werden. Anschließend soll ein historischer Rückblick verdeutlichen, wie sich die Anthropometrie in den zurückliegenden Jahrhunderten und Jahrtausenden entwickelt hat. Im Anschluss daran soll explizit auf anthropometrische Daten, Werte, Messverfahren und Anwendungsbeispiele, wie sie auch in der DIN 33 402 vorzufinden sind, eingegangen werden. Im vorletzten Kapitel dieser Arbeit möchten wir rechnergestützte Verfahren digitaler Menschenmodelle vorstellen, die heutzutage in der Wirtschaft zur Bestimmung von ergonomischen Grundlagen genutzt werden. Im abschließenden Kapitel soll die Anwendung der Anthropometrie anhand eines Beispiels bezogen auf einen Bildschirmarbeitsplatz aufgezeigt werden. Ein Fazit, in dem wir auch die Möglichkeit nutzen möchten, unsere eigene Meinung mitzuteilen, wird diese Arbeit abrunden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DEFINITION
2.1 ARBEITSWISSENSCHAFT
2.2 ERGONOMIE
2.3 ANTHROPOMETRIE
2.4 ANTHROPOTECHNIK
2.5 PERZENTIL
3 HISTORISCHE VERWENDUNG UND ENTWICKLUNG DER ANTHROPOMETRIE
4 ANTHROPOMETRISCHE MESSBARKEIT
4.1 OSTEOMETRIE
4.2 SOMATOMETRIE
4.2.1 Messpunkte
4.2.2 Messinstrumente
4.2.3 Grundregeln bei Körpermessungen
5 DIN 33 402 – KÖRPERMAßE DES MENSCHEN
5.1 KÖRPERMAßTABELLEN
5.2 SCHWANKUNGEN DER KÖRPERMAßE
5.3 SICHERHEITSNORMEN
6 ENERGETISCHE ARBEITSGESTALTUNG
6.1 STATISCHE MUSKELARBEIT
6.2 DYNAMISCHE MUSKELARBEIT
6.3 WEITERE BESONDERHEITEN BEI DER KRAFTAUSÜBUNG
6.4 BELASTUNG
6.4.1 Physische Belastung
6.4.2 Psychische Belastung
6.4.3 Soziale Belastungen
7 VERFAHREN UND HILFSMITTEL ZUR ANALYSE UND BEWERTUNG
7.1 MOTOGRAFIE
7.2 SOMATOGRAPHIE UND SCHABLONEN
7.3 VIDEOSOMATOGRAFIE
7.4 RECHNERGESTÜTZTE VERFAHREN
8 GESTALTUNG EINES BILDSCHIRMARBEITSPLATZES ALS ANWENDUNGSBEISPIEL
8.1 GESETZLICHE GRUNDLAGEN
8.2 ARBEITSSYSTEM-MODELL
8.3 BEGRIFFLICHKEITEN
8.3.1 Sehraum
8.3.2 Greifraum
8.3.3 Bein- und Knieraum
8.4 SCHREIBTISCH
8.5 BÜROSTUHL
8.6 BILDSCHIRM
8.7 TASTATUR UND MAUS
8.8 FUßSTÜTZE
8.9 VORLAGENHALTER
9 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die Anthropometrie und ihre zentrale Rolle in der modernen Arbeitsplatzgestaltung. Ziel ist es, die Bedeutung menschlicher Körpermaße für die Gestaltung ergonomischer Arbeitsumgebungen und Produkte aufzuzeigen, wobei insbesondere die Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätze als praktisches Anwendungsbeispiel dienen.
- Grundlagen der Anthropometrie, Ergonomie und Anthropotechnik
- Historische Entwicklung und Messverfahren (Osteometrie und Somatometrie)
- DIN 33 402 und der Einsatz von Perzentilen
- Energetische Aspekte der Arbeitsgestaltung (statische und dynamische Muskelarbeit)
- Ergonomische Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen (Möbel, Bildschirme, Eingabegeräte)
Auszug aus dem Buch
8.3.1 Sehraum
Der Sehraum einer Person ist durch den waagerechten und senkrechten Sehwinkel festgelegt und ist bei der Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen, Leitwarten, Fahrersitzplätzen und Flugzeugkanzeln bedeutsam. Bei der Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen wird von der Ruheposition des arbeitenden Menschen ausgegangen, in der der Kopf etwa 10° bis 15° nach vorne geneigt ist. Oftmals sind Augen-, Hals und Schulterschmerzen das Resultat einer unrichtigen Kopf- und Augenhaltung, die durch falsch angeordnete Sehobjekte und Anzeigen erzwungen wird.
Das Gesichtsfeld kennzeichnet den Bereich, den die Augen ohne Kopf- und Augenbewegung wahrnimmt. „Das Gesichtsfeld selbst ist auch von der Farbe des wahrzunehmenden Objektes abhängig. Dies ist mit der unterschiedlichen Verteilung der Farbzapfen auf der Netzhaut begründet. Dieser Sachverhalt muss bei der Positionierung von farbigen Anzeigen im Sehraum berücksichtigt werden.“ Wenn sich die Augen bewegen, der Kopf hingegen ruht, wird der Sehraum als Blickfeld bezeichnet. In Abbildung 11 und Abbildung 12 sind Gesichtsfeld und Blickfeld gegenübergestellt. Es wird deutlich, dass der Sehraum in Abbildung 12 erheblich größer ist als in Abbildung 11.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die arbeitswissenschaftlichen Aspekte der Arbeitsgestaltung ein und erläutert die Notwendigkeit anthropometrischer Daten zur Humanisierung der Arbeit.
2 DEFINITION: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe der Arbeitswissenschaft, Ergonomie, Anthropometrie, Anthropotechnik und das Perzentilkonzept definiert.
3 HISTORISCHE VERWENDUNG UND ENTWICKLUNG DER ANTHROPOMETRIE: Dieser Teil beleuchtet die historische Entwicklung anthropometrischer Ansätze von der Antike über die Renaissance bis hin zur modernen Kriminalistik.
4 ANTHROPOMETRISCHE MESSBARKEIT: Es werden die Grundlagen der osteometrischen und somatometrischen Messung, notwendige Messinstrumente sowie methodische Grundregeln vorgestellt.
5 DIN 33 402 – KÖRPERMAßE DES MENSCHEN: Dieses Kapitel erläutert die Anwendung von Körpermaßtabellen, Einflussfaktoren auf Körperschwankungen und die Bedeutung von Sicherheitsnormen.
6 ENERGETISCHE ARBEITSGESTALTUNG: Hier werden die Grundlagen der statischen und dynamischen Muskelarbeit sowie verschiedene Belastungsformen im Arbeitsumfeld analysiert.
7 VERFAHREN UND HILFSMITTEL ZUR ANALYSE UND BEWERTUNG: Die verschiedenen Methoden zur Analyse der Arbeitsplatzgestaltung, von Schablonen bis hin zu rechnergestützten 3D-Verfahren, werden detailliert beschrieben.
8 GESTALTUNG EINES BILDSCHIRMARBEITSPLATZES ALS ANWENDUNGSBEISPIEL: Abschließend werden die praktischen Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätze inklusive gesetzlicher Grundlagen und spezifischer Komponenten wie Schreibtisch, Bürostuhl und Bildschirm dargestellt.
9 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die allgegenwärtige Bedeutung der Anthropometrie für eine gesundheitsorientierte Arbeits- und Produktgestaltung.
Schlüsselwörter
Anthropometrie, Ergonomie, Arbeitswissenschaft, Somatometrie, Osteometrie, DIN 33 402, Perzentil, Bildschirmarbeitsplatz, Arbeitsgestaltung, Muskelarbeit, Belastung, Arbeitssystem, Sehraum, Greifraum, Mensch-Maschine-System
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anthropometrie als wissenschaftlicher Lehre zur Messung des menschlichen Körpers und deren Anwendung in der Arbeitsgestaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind anthropometrische Messverfahren, die Bedeutung von Körpermaßtabellen nach DIN-Normen sowie die ergonomische Optimierung von Arbeitsmitteln und Arbeitsplätzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen verständlichen Überblick über anthropometrische Grundlagen zu geben und aufzuzeigen, wie diese Daten zur Vermeidung von physischen Belastungen und zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit eingesetzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse, DIN-Normen und historische Entwicklungen zusammenführt und auf aktuelle Praxisbeispiele anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Methoden der anthropometrischen Messbarkeit, energetische Aspekte der Arbeitsgestaltung sowie die konkrete Anwendung bei der Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Anthropometrie, Ergonomie, Arbeitsgestaltung, Perzentile und Bildschirmarbeitsplatz.
Welche Rolle spielt die DIN 33 402 bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen?
Die DIN 33 402 dient als Referenzwerk für Körpermaße, die essenziell für die maßliche Anpassung von Arbeitsplätzen an die Bevölkerung sind, um Sicherheit und gesundheitliche Verträglichkeit zu gewährleisten.
Was ist der Unterschied zwischen Sehraum und Greifraum in der Arbeitsplatzgestaltung?
Der Sehraum definiert den Bereich, der für die visuelle Informationsaufnahme durch Kopf- und Augenbewegungen relevant ist, während der Greifraum den Aktionsradius beschreibt, in dem man Gegenstände sicher mit den Händen handhaben kann.
- Quote paper
- Sven Bartelmei (Author), Caroline Günther (Author), 2007, Anthropometrie - Bildschirmarbeitsplatzgestaltung als praktisches Beisiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86246