E. Spenser: Interpretation und Vergleich von Sonett 54 und 71


Seminararbeit, 2002

12 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Sonnet

Interpretation von Sonett54

Sonett71

Vergleich

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Einleitung

E dmund Spenser wurde wahrscheinlich 1525 in London geboren und lebte bis 1599. Sein berühmtestes Werk ist "The Fearie Queene“, welches aus mehreren Büchern besteht. Erst spät kam Spenser dazu Sonette zu schreiben. Der Grund war seine Liebe zu der Lady Elisabeth, der er so Ausdruck verleihen konnte.

Was die Sonette Spensers von früheren Poeten unterscheidet ist, dass er sich selber ins Zentrum des Gedichtes stellt und dem Leser seine persönliche Situation, Gefühle und Überzeugungen erzählt. Das Besondere an seinen Sonetten ist ferner, dass er sie einer Lady widmet, die er später heiratet. Normalerweise wurden Sonette des 16 Jahrhunderts zwar benutzt, um Gefühle auszudrücken, bezogen sich aber in der Regel auf schon verheiratete Damen oder andere unerreichbare Wesen. Spenser hingegen beschreibt in seinen Sonetten die lange Zeit, in der er versucht das Herz der Angebeteten zu erobern. Sie aber schenkt ihm ein Jahr lang keine Beachtung. Schließlich jedoch öffnet sie ihm ihr Herz und kurze Zeit später kommt es zur Hochzeit.

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit zwei Sonetten Edmund Spensers. Die ausgewählten Werke sind aus einer Sammlung, die alle zusammen unter den Oberbegriff Amoretti fallen.

Aufgrund des Kontextes ist anzunehmen, dass der Autor von sich selbst berichtet. Er beschreibt seinen Gefühlszustand und was er unternimmt, um seiner Angebeteten den Hof zu machen. Deshalb wird im Folgenden keine Unterscheidung zwischen Sprecher und Autor gemacht werden.

Um eine eventuelle Entwicklung Spenser feststellen zu können, ist eines der Sonette aus der Zeit, in welcher Spenser seiner Geliebten den Hof macht, und das andere aus der Zeit in der die beiden schon verheiratet sind. So liegt eine gewisse Zeitspanne dazwischen, die eine eventuelle Entwicklung deutlich machen kann.

Die These, die in dieser Hausarbeit verfolgt werden soll ist, dass Spenser in der Zeit, in der er Sonett 54 schrieb, bis zu der Zeit, in der er Sonett 71 schrieb, sein Frauenbild geändert hat. Am Anfang ist die Frau nur ein willenloses Wesen für ihn. Dass die Frau auch einen Willen hat, zieht er nicht in Betracht. Mit der Zeit wird er aber lernen, dass sein Bild falsch war. Um das plausibel zu machen wird im Folgenden jedes Sonnet für sich analysiert und interpretiert. In einem weiteren Schritt sollen dann beide Sonette verglichen werden.

Sonnet

Of this worlds Theatre in which we stay,

My love lyke the Spectator ydly sits

Beholding me that all the pageants play,

Disguysing diversly my troubled wits.

Sometimes I joy when glad occasion fits,

And mask in myrth lyke to a Comedy:

Soon after when my joy to sorrow flits,

I wail and make my woes a Tragedy.

Yet she beholding me with constant eye,

Delights not in my merth nor rues my smart:

But when I laugh she mocks, and when I cry

She laughs, and hardens evermore her hart.

What then can move her? If not merth nor mone,

She is no woman, but a sencelesse stone.

( aus. Edmund Spenser’s Poetry: Hugh Mac Lean, A Norton Critical Edition, Ed. II, 1968)

Interpretation von Sonett 54

D as erste Sonett, „Sonett 54“, ist im klassischen englischen Stil geschrieben. Es lässt sich einteilen in drei Quatrains und ein Couplet. Das Reimschema besteht durchgehend aus Kreuzreimen mit der Struktur a b a b b c b c d e d e und dem Couplet, in dem sich beide Zeilen reimen, f f. Jede Zeile besteht aus fünf jambischen Versfüßen. Der Sprecher des Sonetts ist ein Ich-Erzähler. Dh., das Sonett ist aus der Sicht einer Person geschrieben und wie schon oben erwähnt aus der Sicht des Autors selbst.

Das erste Quatrain fungiert als Einleitung. Die Metapher „Theater“ verdeutlicht, wie sich Spenser momentan fühlt: ihm scheint die Welt wie ein einziges großes Theater zu sein („this worlds Theatre“, Z. 1). Mit Theater assoziiert der Leser Handlungen, die gestellt bzw. gespielt werden: Schauspieler schlüpfen in eine Rolle und sind für diesen Moment nicht mehr sie selbst. Daraus lässt sich folgern, dass Spenser nicht nur das Gefühl hat, in einem Theater zu stehen, er hat auch das Gefühl gleich alle Rollen auf einmal zu spielen („me that all the pageants play“, Z. 3). Er ist also nicht mehr er selbst, sondern schlüpft in verschiedene Rollen. Dass er alle Rollen allein spielt, also einer großen Anstrengung ausgesetzt ist, wird dadurch betont, dass mehrere Alliterationen einen Eindruck von Anhäufung erzeugen („love lyke“, 2, „pageants play“, 3, disguisyng diversly“, 4).

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
E. Spenser: Interpretation und Vergleich von Sonett 54 und 71
Hochschule
Universität Bielefeld  (Literatur)
Veranstaltung
Seminar: Das englische Sonett
Note
2,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
12
Katalognummer
V8625
ISBN (eBook)
9783638155533
ISBN (Buch)
9783640261116
Dateigröße
381 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spenser, Interpretation, Vergleich, Sonett, Seminar, Sonett
Arbeit zitieren
Ann-Kathleen Kraetzig (Autor), 2002, E. Spenser: Interpretation und Vergleich von Sonett 54 und 71, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8625

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: E. Spenser: Interpretation und Vergleich von Sonett 54 und 71



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden