Salienz der eigenen Endlichkeit und ihr Einfluss auf das Fahrverhalten

Ist die junge Generation der Autofahrer tatsächlich risikofreudiger und aggressiver als die älteren Generationen?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006
24 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Das alltägliche Leben und seine Herausforderungen

Ursachen des unintendierten Verhaltens

Wirkung der Mortalitätssalienz auf das habituelle Verhalten

Erst das Fahren eines Autos macht mich zum vollwertigen Menschen

Wirkung der Mortalitätssalienz auf junge Autofahrer und Autofahrerinnen (Studie 1)
Methode
Ergebnisse
Diskussion

Wirkung der Mortalitätssalienz auf die ältere Generation der Autofahrer und Autofahrerinnen (Studie 2)
Methode
Ergebnisse
Diskussion

Fehlt uns tatsächlich die Fähigkeit der Introspektion (Studie 3)
Methode
Ergebnisse und Diskussion

Mortalitätssalienz und ihre Wirkung auf das Fahren von Jung und Alt

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Mittelwerte und Standardabweichungen der durchschnittlichen Geschwindigkeitsüberschreitung in km/h, DRS-Werte, Mortalitätssalienz und Fahrpraxis

Tabelle 2a: Mittelwerte und Standardabweichungen der durchschnittlichen Geschwindigkeitsüberschreitung in km/h, DRS-Werte, Mortalitätssalienz und Fahrpraxis für Männer

Tabelle 2b: Mittelwerte und Standardabweichungen der durchschnittlichen Geschwindigkeitsüberschreitung in km/h, DRS-Werte, Mortalitätssalienz und Fahrpraxis für Frauen

Das alltägliche Leben und seine Herausforderungen

Wenn eine Person direkt gefragt wird, welche Handlung sie täglich ohne explizites Vorüberlegen und Planen ausführt, werden ihr im ersten Augenblick ganz wenige Beispiele einfallen. Unser Alltag wird jedoch bestimmt von Handlungsabläufen, über die wir uns keine Gedanken mehr zu machen brauchen. Wenn wir morgens aufstehen, denken wir nicht lange nach was wir als Erstes tun werden oder legen uns normalerweise auch keinen Plan für das Zähneputzen oder das Anziehen zurecht. Genauso wenig kontrolliert überlegen wir uns in welchen Gang wir die Gangschaltung unseres Autos zuerst schalten müssen, um losfahren zu können. Dieser minimale Einblick in den Alltag eines Menschen, lässt uns vermuten, dass es nur ganz wenige Handlungen gibt, die jeden Tag bewusst aktiviert und dabei kontrolliert werden müssen.

Es gilt in dieser Arbeit zu klären, ob und in wieweit unkontrolliert ablaufende Handlungen des Alltags, durch unbewusst aufgenommene und verarbeitete Informationen verändert werden. Hierzu wird die Veränderung des gewohnten Autofahrens nach der unbewussten Aufnahme von Mortalitätsinformation gemessen. Es ist von Interesse, ob diese eingeübten Prozesse, die ständig von Menschen ausgeführt werden, leicht verändert werden können. Dazu werden aber auch weitere Faktoren wie das Alter, das Geschlecht und die Fahrerfahrung in die Untersuchung einbezogen, um ihren Einfluss mitbestimmen zu können.

Ursachen des unintendierten Verhaltens

Bereits vor über 100 Jahren gab es erste Erkenntnisse darüber, dass nicht alle Verhaltensweisen, Gedanken und Einstellungen der Menschen bewusst und kontrolliert ablaufen. Im Jahre 1890 wurde das Buch von William James „Principles of psychology“ veröffentlicht. In diesem Buch werden, die noch heute von der Wissenschaft akzeptierten und gültigen Erkenntnisse unter anderem, das Entstehen von unbewusst stattfindenden Prozessen, beschrieben und die Gründe für dieses Entstehen genannt. James war derjenige, der auch als Erster vom „principle of ideomotor action“ sprach (Bargh, Chen & Burrows, 1996: S.231). Er verstand hierunter eine unbewusste Reaktion auf die Aktion einer anderen Person: „We may lay it down for certain that every representation of a movement awakens in some degree the actual movement which is its object” (James, 1890: S. 526). Das heißt, dass wir ohne es uns recht ins Bewusstsein zu rufen, das Verhalten der Person uns gegenüber nachahmen. Diese Erkenntnis wurde in der Vergangenheit oftmals nachgewiesen, unter anderem auch in der Arbeit von Bargh & Chartrand im Jahre 1999. Sie haben gezeigt, dass Versuchspersonen die Bewegungen der Mitarbeiter imitierten, ohne sich dessen bewusst gewesen zu sein.

Dies ist einer der vielen Aspekte, die unter die Begriffe „automaticity“ (vgl. Bargh, Chen & Burrows, 1996; Bargh & Chartrand, 1999; Fiske & Taylor, 1991) oder auch „automatic processes“ (vgl. Kunda, 1999) zusammengefasst werden. Es werden fünf Eigenschaften diesen, so genannten automatischen Prozessen zugewiesen, die sie von den kontrollierten Prozessen unterscheiden. Automatische Prozesse laufen unbeabsichtigt, unfreiwillig, ohne körperliche und geistige Anstrengung, autonom und unbewusst in jedem Menschen ab (vgl. Fiske & Taylor, 1991; Kunda, 1999). Daraus lässt sich folgern, dass man nicht die Möglichkeit besitzt, diese Prozesse bewusst zu aktivieren. Und sobald sie sich in ihrem aktivierten Zustand befinden, können diese kognitiven Prozesse und sich daraus ergebenden Gedanken, Einstellungen und schließlich auch Handlungen nicht mehr gestoppt werden. Sie benötigen ein Minimum an kognitiven Ressourcen. Die freien kognitiven Kapazitäten ermöglichen uns mehrere Dinge gleichzeitig erledigen können. Wir können zum Beispiel beim Fahren eines Autos, sobald dieser Prozess automatisiert ist, Musik hören und dazu mitsingen, ohne dass uns diese drei Handlungen total überfordern.

Nachdem nun der Begriff des automatischen Prozesses näher erläutert wurde, kann dazu übergegangen werden das Zustandekommen dieser Abläufe zu klären und für uns den daraus gewonnen Nutzen.

Forschung hat gezeigt, dass Einstellungen und Gedanken unkontrolliert und automatisch entstehen können (vgl. Lepore & Brown, 1997; Devine, 1989). Diese Studien haben gezeigt, dass sublimal, das heißt unterbewusst, aktivierte Kategorien oder Stereotype direkt einen Prozess in Gang setzen können. Dieser automatisch ablaufende Prozess wird von den Personen bewusst nicht wahrgenommen, jedoch werden im Unterbewusstsein Einstellungen, die man mit einer Kategorie oder mit einem Stereotyp direkt verbindet geweckt. Diese lenken nun die Gedanken und Handlungen einer Person.

Dass Verbindungen zwischen nicht bewusst aktivierten Einstellungen, Gedanken und dem darauf aufbauenden Verhalten der Personen existieren, wurde unter anderem in den Studien von Bargh, Chen & Burrows (1996) und Dijksterhuis & van Knippenberg (1998) untersucht. In dem Experiment von Bargh et al. (1996) wurden die Versuchspersonen, während sie versucht haben einen „Scrambled Sentence Test“ (Srull & Wyer, 1979) zu machen, sublimal mit dem Konzept „Alter“ geprimt. „Priming bedeutet, dass ein Gedächtnisinhalt schneller - oder gar automatisiert - abgerufen wird, wenn dieser Inhalt selbst oder die mit diesem Inhalt assoziierten kognitiven Inhalte zuvor aktualisiert worden sind“ (Wikipedia). Somit wurden all die Stereotypen und damit verbundenen Einstellungen und Gedanken bezüglich des Primings aktiviert. Als Folge dessen, wurde ein Verhalten der Versuchspersonen beobachtet, welches einer älteren Person entsprechen könnte. Die Schrittgeschwindigkeit der Versuchspersonen nach dem „Alter“-Priming hat sich merklich verlangsamt im Vergleich zur Kontrollgruppe. Auch in der Studie von Dijksterhuis & van Knippenberg (1998) haben Versuchspersonen nach einem Priming eine Änderung ihres Verhaltens erfahren. Personen, die zum Beispiel mit der sozialen Gruppe der Professoren geprimt wurden, haben mehr Allgemeinfragen richtig beantwortet als Personen, die mit der Gruppe der Sekretärinnen geprimt wurden oder keinen Prime erhalten haben.

Wie entstehen die einzelnen, unbewusst und automatisch ablaufenden Prozesse? Woher wissen unser Körper und Geist, ohne dass das Bewusstsein eingeschaltet ist, welche Reaktion in einer bestimmten Situation oder auf einen bestimmten Reiz erforderlich ist? Es wird angenommen, dass die häufige und wiederholte Reaktion und die Anwendung von Antworten auf ähnliche Reize oder externe und interne Stimuli dazu führen, dass vorbestimmte Antworten entwickelt und in unserem Gedächtnis abgespeichert werden. Diese werden aktiviert sobald die gleichen Reize oder Stimuli in einem bestimmten Kontext wieder auftauchen (vgl. Bargh, Chen & Burrows, 1996; Bargh & Chartrand, 1999; Aarts & Dijksterhuis, 2000). Aarts & Dijksterhuis (2000) definieren das habituelle Verhalten (in der Vergangenheit oft ausgeführtes Verhalten) als automatisch. Sie schreiben, dass die Gewohnheit „is determined by past behavior and not mediated by attitudes, intentions, or other concepts referring to more deliberate or conscious process“ (Aarts & Dijksterhuis, 2000: S. 53).

Weiterhin gilt es zu klären, welchen Sinn und Zweck sie eigentlich erfüllen? Wozu werden bereits vorprogrammierte Antworten auf bestimmte Stimuli in unserem Gedächtnis abgespeichert? Und warum aktivieren sich die einzelnen Antworten, wenn bestimmte Reize auftauchen, autonom, unbewusst und ohne dass wir diese kontrollieren können? Bereits William James (1890) empfahl, dass „we must make automatic and habitual, as early as possible, as many useful actions as we can“ (James, 1890: S. 122). Sein Gedanke war, dass durch die Automatisierung so vieler kognitiver Prozesse und Verhaltensweisen wie möglich, uns Menschen dadurch eine größere Menge an kognitiver Kapazität zur Verfügung steht. Dadurch wird gewährleistet, dass wir in ungewohnten und für uns schwierigen Situationen angemessen reagieren können. Und nicht bereits mit den alltäglichsten Aktionen vollkommen überfordert sind (vgl. Bargh & Chartrand, 1999; Fiske & Taylor, 1991; Kunda, 1999).

Wirkung der Mortalitätssalienz auf das habituelle Verhalten

Diese Arbeit soll den Einfluss von implizit aufgenommener Information auf das habituell abfolgende Verhalten klären. Es wird untersucht, ob auch die Dauer und die Häufigkeit des Ausführens eines bestimmten Verhaltens, die Stärke des Einflusses bestimmt.

Das Fahren eines Pkws besteht aus einer Abfolge von Aktionen, die nach einiger Zeit der Übung und des Gebrauchs dieser unbewusst erfolgen, das heißt man braucht sich vorher nicht bewusst zu überlegen, in welchen Gang man zu schalten braucht oder wo sich der Blinker befindet. Und nun stehen einem genug kognitive Kapazitäten frei, um sich mit anderen Dingen wie Musik hören, Rauchen usw. während des Fahrens zu beschäftigen. Können diese automatisierten Abläufe gestört oder verändert werden durch implizite Aufnahme von Informationen (zum Beispiel im Radio werden Themen wie die allgemeine Unsicherheit der technischen Ausstattung von Pkws oder Informationen über Unfälle mit Schwerverletzten oder sogar Toten berichtet)? Werden wir nach diesen Informationen eventuell unbewusst unser routiniertes Verhalten ändern, da wir Angst bekommen haben? Oder wird sich die empfundene Angst nicht direkt auf das habituelle und routinierte Fahren in irgendeiner Weise auswirken?

Taubmann Ben-Ari, Florian & Mikulincer (1999) haben sich mit einer ähnlichen Fragestellung beschäftigt. Sie wollten erfahren wie sich Mortalitätssalienz auf das Fahren auswirkt. Nehmen Personen nach Darbietung dieser Information mehr Risiko in Kauf, bezüglich der eigenen Person, aber auch bezüglich der anderen Verkehrsbeteiligten. Sie basierten ihre Befunde auf der Erklärungsgrundlage der „Terror Management Theory“ (TMT) (Greenberg, Pyszczynski, Solomon, Rosenblatt, Veeder, Kirkland & Lyon, 1990). Die TMT postuliert, dass alle Menschen das Wissen um die Endlichkeit ihrer Existenz gemeinsam teilen. Dieses Wissen, wäre es ständig im Bewusstsein der Menschen präsent, würde zu ständigen Angst- und Schreckenszuständen führen (vgl. McGregor, Lieberman, Greenberg, Solomon, Arndt, Simon & Pyszczynski, 1998). Welche Maßnahmen werden ergriffen, um die eigene Endlichkeit aus dem Bewusstsein zu verdrängen? Laut der TMT wird die Angst anhand zweier Puffer-Mechanismen geregelt. Einerseits besitzt jeder von uns eine personalisierte, kulturelle Sicht der Welt. Durch diese Sicht erfährt die menschliche Wirklichkeit Ordnung, Sinn und Dauerhaftigkeit. Dadurch werden Werte vermittelt, die für jedes Individuum von Bedeutung sind. Andererseits dient der persönliche Selbstwert dazu, die Angst vor der eigenen Mortalität zu verdrängen. Der eigene Selbstwert setzt sich aus dem Glauben zusammen, dass man selbst die kulturell vermittelten und gültigen Werte persönlich vertritt und diesen Werten persönlich entspricht (McGregor, Lieberman, Greenberg, Solomon, Arndt, Simon & Pyszczynski, 1998).

Im Laufe der Zeit haben sich, basierend auf der „Terror Management Theory“, zwei Hypothesen herauskristallisiert, die die Forschung zu untersuchen versucht. Die „anxiety buffer hypothesis“ (Taubman Ben-Ari, Florian & Mikulincer, 1999: S. 35) geht davon aus, dass sowohl die Erhaltung der eigenen und der kulturell geteilten Werte als auch die ständige Erhöhung und Bestätigung des eigenen Selbstwertes die Angst vor dem eigenen Tod bzw. Mortalitätsangst abschwächt oder für eine gewisse Zeit vergessen lässt. Aufgrund dessen sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person in ständiger Angst um das eigene Dasein lebt, je höher das eigene Selbstwertgefühl ist oder die eigene Überzeugung, dass man die kulturell gültigen Werte erfüllt (vgl. Taubman Ben-Ari, Florian & Mikulincer, 1999). Die zweite Hypothese, die „mortality salience hypothesis“ (Taubman Ben-Ari, Florian & Mikulincer, 1999: S. 35), besagt dass die Erinnerung an die eigene Sterblichkeit Menschen dazu bringt ihre kulturellen und persönlichen Werte bestätigt zu sehen aber auch das eigene Selbstwertgefühl zu erhöhen (vgl. Taubman Ben-Ari, Florian & Mikulincer, 1999). Falls man doch mit der eigenen Mortalität konfrontiert wird, werden Unterdrückungsmechanismen in Gang gesetzt. Es wird zum Beispiel versucht den Gedanken an den eigenen Tod aktiv und vollkommen bewusst von sich zu schieben. Diese Art der Verteidigung wird als die „proximal defenses“ (Martin & Kamins: S. 5) bezeichnet. Hier werden die „not me, not now“ (ebda.) Antworten aktiv. Die zweite Möglichkeit sich zu verteidigen, wird durch die unbewusste Aktivierung von „distal defenses“ (Martin & Kamins: S. 5) ermöglicht. Darunter werden unbewusst aktivierte Reaktionen auf externe oder interne Stimuli verstanden, die dazu dienen eine Erhöhung des Selbstwertes zu erlangen, in einem individuell wichtigen Bereich. Greenberg et al. (1990) haben gezeigt, dass sobald einem die eigene Sterblichkeit salient gemacht wurde (externer Stimuli), Personen, die ein anderes Weltbild vertreten negativer wahrgenommen werden (Reaktion), als Personen, die ein ähnliches oder sogar das gleiche Weltbild vertreten. Dadurch wird das eigene Selbstwertgefühl auf den gewünschten Level erhöht. Oder man neigt zu einem aggressiveren Verhalten Personen gegenüber, die ein anderes Weltbild besitzen. Man befürchtet, dass dadurch das eigene Weltbild und die Selbstachtung angegriffen werden können (McGregor, Lieberman, Greenberg, Solomon, Arndt, Simon & Pyszczynski, 1998). Da das Selbstwertgefühl die Angst vor der eigenen Mortalität abschwächt, werden Maßnahmen von Individuen eingesetzt, je nachdem welche sie für angebracht erachten, um sich und ihren Selbstwert vor dieser Bedrohung zu schützen. Es kann sich dabei um impulsive, aggressive oder auch vorsorgliche und besonnene Reaktionen handeln. Die Reaktion ist abhängig davon, welche Maßnahme als angebracht erscheint, um sich wieder sicher zu fühlen. Personen, für die das Rauchen eine relativ wichtige Bestätigung des Selbstwertes ist, können, nachdem ihnen ihre Endlichkeit salient gemacht wurde (Bedrohung des Weltbildes und des Selbstwertes), zu einem gesteigerten Zigarettengenuss wechseln (Martin & Kamins). Aber es können genauso gut andere Maßnahmen ergriffen werden, wie es die Arbeit von Ferraro, Shiv & Bettman (2005) verdeutlicht. Hier wurde gezeigt, dass Personen eher besonnen und vorsorglich sich verhalten, wenn es sich um einen für sie wichtigen Bereich handelt, an dem ihre Selbstachtung hängt. Teilnehmer der Studie, für die ihr Körper und sein Aussehen wichtig ist, haben viel mehr auf ungesundes Essen verzichtet, nachdem ihnen ihre Mortalität ins Bewusstsein gerufen wurde. Der Effekt war besonders bei den weiblichen Versuchspersonen stark. Eine weitere Arbeit hat sich mit der Mortalitätssalienz und ihren Auswirkungen auf das Fahren eines Pkws beschäftigt (vgl. Taubman Ben-Ari, Florian & Mikulincer, 1999). Es wurde gezeigt, dass junge Soldaten, für die das Fahren bestätigend für das eigene Selbstwertgefühl ist, einen weitaus rücksichtsloseren und leichtsinnigeren Fahrstil aufwiesen, nachdem sie mit ihrem eigenen Tod konfrontiert wurden, als die Kontrollgruppe. Diese Art des Fahrens wurde unbewusst aktiviert und sollte dazu dienen, dass sie sich wieder bestätigt in ihrem Glauben an sich und die Welt sehen. Ihre Angst um das eigene Weltbild wurde besänftig und die Selbstachtung wieder in die ursprüngliche Position versetzt.

Erst das Fahren eines Autos macht mich zum vollwertigen Menschen…

Wie bereits erwähnt soll in dieser Arbeit der automatische Prozess und seine Veränderbarkeit untersucht werden. Welche Einflussfaktoren können dabei eine Rolle spielen?

Das Lenken eines Pkws oder eines anderen Verkehrsmittels wird gerne als das Beispiel für automatisch ablaufende Handlungen gebraucht. Die ersten 3000 Kilometer, die ohne den Fahrlehrer nach der Prüfung von den Fahrern zurückgelegt werden, gelten als besonders schwierig und emotionsgeladen. Denn nach dem Erwerb des Führerscheins geht es eigentlich erst einmal darum ein richtiges Gefühl für das Auto, die Straßen, die anderen Verkehrsteilnehmer und sich selbst als Fahrer zu gewinnen. ( vgl. Chatenet & Simonnet, 1982; Schlag, Ellinghaus & Steinbrecher, 1986). Dieser zuerst mühsame und kontrollierte Prozess mündet nach genügend gefahrenen Kilometern am Steuer in einen automatisch ineinander laufenden Prozess.

Für eine Vielzahl von Personen stellt das Besitzen und das Lenken eines Autos einen sehr bedeutenden Teil ihrer Welt und ihres Selbstwertgefühl dar. Besonders junge Autofahrer und Autofahrerinnen definieren sich über ihr Auto, welches sie in besonderem Maße hegen und pflegen. So treten manche Autoclubs und anderen Vereinigungen bei, um gemeinsam mit Gleichgesinnten ihre Leidenschaft fürs Auto ausleben zu können. Jedoch wird dieses Gefühl nicht nur in der Werkstatt geteilt, sondern auch auf der Straße, durch zu schnelles und unvorsichtiges Fahren.

Jedes Jahr veröffentlicht das statistische Bundesamt Unfallstatistiken, die immer wieder belegen, dass Personen zwischen 18 und 25 im Durchschnitt 1,5-mal öfter in Unfälle verwickelt sind als Personen zwischen 26 und 65.

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Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Salienz der eigenen Endlichkeit und ihr Einfluss auf das Fahrverhalten
Untertitel
Ist die junge Generation der Autofahrer tatsächlich risikofreudiger und aggressiver als die älteren Generationen?
Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
24
Katalognummer
V86250
ISBN (eBook)
9783638016605
ISBN (Buch)
9783638918749
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Infos zu der Studie, die in der vorgestellt wurde: Es handelt sich bei den Ergebnissen um fiktive Daten. Ziel der Hausarbeit war es eine eigene Studie zu erstellen und diese vorzustellen. Der theoretische Teil der Arbeit ist wissenschaftlich belegt.
Schlagworte
Salienz, Endlichkeit, Einfluss, Fahrverhalten
Arbeit zitieren
Lydia Jeske (Autor), 2006, Salienz der eigenen Endlichkeit und ihr Einfluss auf das Fahrverhalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86250

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