Das Thema „Deutsch als Fremdsprache“ gewinnt heutzutage immer mehr an Popularität und Aktualität, was sich unter anderem darin zeigt, dass bereits eine große Auswahl an Grammatiken mit diesem Schwerpunkt existiert. Die “Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht.” von Gerhard Helbig und Joachim Buscha ist jedoch die älteste Grammatik mit dem Schwerpunkt „Deutsch als Fremdsprache“.
Die folgende Hausarbeit untersucht diese Grammatik, indem sie zunächst den Hintergrund und den Aufbau der Grammatik beschreibt. Anschließend wird die Konzeption der Grammatik mit deren allgemeinen Zielen diskutiert und eine Abgrenzung vorgenommen. Der weitere Verlauf gibt einen Ausblick über Werke, welche die „Deutsche Grammatik“ ergänzen. Der Abschnitt 1.11 “Verben mit trennbarem ersten Teil” und das Kapitel neun “Die Partikeln” der „Deutschen Grammatik“ werden daraufhin inhaltlich erläutert. Abschließend folgen eine Stellungnahme und eine Zusammenfassung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergrund
3. Aufbau der Grammatik
4. Konzeption der Grammatik
4.1 Was ist die Deutsche Grammatik nicht?
4.2 Ausblick
4.3 Ziele der Grammatik und deren Umsetzung
5. Vorstellung von zwei Kapiteln
5.1 Verben mit trennbarem ersten Teil
5.2 Die Partikeln
6. Stellungnahme
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk „Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht“ von Gerhard Helbig und Joachim Buscha, um dessen historischen Hintergrund, theoretischen Aufbau und konzeptionelle Ziele kritisch zu beleuchten. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Eignung dieses als Referenzgrammatik konzipierten Werkes für die Vermittlung der deutschen Sprache im DaF-Kontext (Deutsch als Fremdsprache).
- Historische Einordnung und Entstehungskontext der „Deutschen Grammatik“
- Analyse des strukturellen Aufbaus und der linguistischen Kriterien
- Diskussion der Abgrenzung von anderen Grammatikkonzepten (didaktische vs. linguistische Grammatik)
- Exemplarische Untersuchung der Kapitel „Verben mit trennbarem ersten Teil“ und „Die Partikeln“
- Kritische Bewertung der Zielgruppenorientierung und Nutzbarkeit für Lehrende und Lernende
Auszug aus dem Buch
5.1 Verben mit trennbarem ersten Teil
Bei der Trennung der Verben werden infinite und finite Verben unterschieden. Die finiten Verben, welche an erster oder zweiter Stelle im Satz stehen, werden getrennt, indem der erste Teil des Verbs an das Satzende gefügt wird: • Hanna kommt morgen in Braunschweig an. • Kommt Hanna morgen in Braunschweig an?
Bei infiniten Verben, deren Infinitiv mit ‚zu’ gebraucht wird, wird diese Partikel zwischen den ersten Teil des Verbs und den Verbstamm eingefügt. • Klaus hat versprochen den Brief abzugeben.
Diese Trennung erfolgt nicht bei infiniten Verben, die ohne ,zu’ gebraucht werden. • Klaus soll den Brief morgen abgeben.
Eine Bedingung für die Trennbarkeit der Verben ist die Betonung, wonach Verben mit betontem ersten Teil zumeist trennbar sind und solche mit unbetontem ersten Teil untrennbar. Eine weitere Gruppe stellen die Verben dar, die sowohl betont als auch unbetont vorkommen. Folglich lassen sich also drei Gruppen unterscheiden: 1. Gruppe der unbetonten und damit untrennbaren Präfixe: be-, ent-, er-, ver-, ver-, zer-, ge-, miss-, de(s)-, dis-, in-, re-, usw. Beispiele: beachten, gefallen, disqualifizieren, erlangen 2. Gruppe der betonten und trennbaren Präfixe: ab-, an-, nach-, hin- weg-, wieder-, usw. Beispiele: abkürzen, ansehen, nachfragen, hingucken, wegschauen 3. Gruppe der sowohl betont, als auch unbetont vorkommenden Präfixe. durch-, hinter-, unter-, um-, über-, wider-, usw.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von „Deutsch als Fremdsprache“ ein und benennt die „Deutsche Grammatik“ als wegweisendes, wenn auch ältestes Werk mit diesem Schwerpunkt.
2. Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte der Grammatik um 1970 in der DDR und die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Autoren Helbig und Buscha.
3. Aufbau der Grammatik: Hier wird die Gliederung in „Wortklassen“ und „Satz“ sowie die Entscheidung der Autoren für ein syntaktisches Kriterium bei der Klassifizierung der Wörter dargelegt.
4. Konzeption der Grammatik: Dieser Abschnitt grenzt das Werk von anderen Ansätzen (wie der Valenzgrammatik oder einer rein didaktischen Grammatik) ab und erläutert die Leitziele des Buches.
5. Vorstellung von zwei Kapiteln: In diesem Kapitel werden exemplarisch die Herausforderungen bei der Behandlung trennbarer Verben und der Partikeln für Ausländer detailliert erarbeitet.
6. Stellungnahme: Die Verfasser reflektieren die Stärken und Schwächen des Werkes, insbesondere im Hinblick auf den irreführenden Untertitel und die Zielgruppenanforderungen.
7. Zusammenfassung: Abschließend wird die Arbeit reflektiert und das Fazit der Untersuchung des Handbuches noch einmal kurz dargelegt.
Schlüsselwörter
Deutsche Grammatik, Helbig und Buscha, Deutsch als Fremdsprache, DaF, Ausländerunterricht, Wortklassen, Valenztheorie, Trennbare Verben, Partikeln, Linguistik, Referenzgrammatik, Sprachvermittlung, Sprachwissenschaft, Syntax, Semantik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch das Handbuch „Deutsche Grammatik“ von Helbig und Buscha im Kontext des Fremdsprachenunterrichts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen den historischen Kontext, den strukturellen Aufbau, die theoretische Konzeption der Grammatik sowie die praktische Anwendung an ausgewählten Sprachbeispielen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob und inwieweit das Werk als fundierte Referenzgrammatik für den „Deutsch als Fremdsprache“-Unterricht geeignet ist und welche methodischen Besonderheiten es aufweist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptiv-analytische Methode, um die Grammatik anhand ihrer Inhalte, Strukturmerkmale und Zielsetzungen systematisch zu untersuchen und einzuordnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Darstellung der Grammatikkonzeption und die exemplarische Analyse der schwierigen Kapitel zu trennbaren Verben und Partikeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie DaF (Deutsch als Fremdsprache), linguistische Referenzgrammatik, syntaktische Klassifizierung, Valenz, Partikelforschung und Wortklassen.
Warum ist der Untertitel „Ein Handbuch für den Ausländerunterricht“ laut der Arbeit problematisch?
Er ist irreführend, da das Werk in erster Linie als linguistische Referenzgrammatik für Fachkräfte und Lehrer konzipiert wurde und für Lernende ohne linguistische Vorkenntnisse oft zu komplex ist.
Wie unterscheiden Helbig und Buscha laut der Arbeit zwischen trennbaren und untrennbaren Verben?
Die Unterscheidung erfolgt maßgeblich über das Kriterium der Betonung: Betonte Präfixe sind in der Regel trennbar, während unbetonte Präfixe als untrennbar gelten.
Welche besondere Rolle spielen Partikeln im Handbuch?
Partikeln werden als komplexe sprachliche Mittel beschrieben, die nicht primär eine denotative Bedeutung haben, sondern illokutive Funktionen erfüllen und die Interaktion zwischen Sprecher und Hörer steuern.
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- Nina Lamprecht (Author), Katrin Beier (Author), 2005, Zu "Deutsche Grammatik - Ein Handbuch für den Ausländerunterricht" von Gerhard Helbig und Joachim Buscha, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86273