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Verhaltenswissenschaftliche Ansätze zur Erklärung von Dilemmata der Führung

Title: Verhaltenswissenschaftliche Ansätze zur Erklärung von Dilemmata der Führung

Diploma Thesis , 2006 , 77 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplom-Kaufmann Björn Endrejat (Author)

Leadership and Human Resources - Management Styles
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In der personalwirtschaftlichen Theorie haben sich in der Vergangenheit viele Führungstheorien entwickelt, die versuchen, das Führungsverhalten und dessen Erfolg bzw. Misserfolg zu erklären. Es lag im Bestreben der Verfasser dieser Theorien, aufzuzeigen, wie sich ein Führender optimalerweise zu verhalten bzw. bestimmte Fähigkeiten oder Eigenschaften aufzuweisen habe, um von seinen Mitarbeitern anerkannt zu werden.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit soll die Frage stehen, ob es möglich ist, die sich bei näherer Betrachtung der Führungstheorien als Konsequenzen ergebenden „Dilemmata der Führung“, wie sie von Oswald Neuberger formuliert wurden, unter Zuhilfenahme verhaltenstheoretischer Modelle zu erklären. Das Hauptaugenmerk bei dieser Untersuchung wird dabei auf dem von George Herbert Mead entwickelten Konzept von Identität beruhen.
Zu Beginn dieser Arbeit wird daher zunächst auf das Begriffsfeld der „Führung“ im Allgemeinen und auf für die spätere Betrachtung besonders relevante Führungstheorien eingegangen. Diese haben im vorliegenden Zusammenhang aus dem Grund eine gewisse Bedeutung, dass sie, gemessen an der Betrachtungsweise, wie sie die Erörterung der „Dilemmata der Führung“ mit Hilfe der Identitätstheorie kennzeichnet, nur als Versuche gewertet werden können, Führungsverhalten lediglich durch Zuhilfenahme von schablonenartigen Kriterien zu erklären.
Es wird sich daher die Frage stellen, ob die verschiedenen Erklärungsversuche, die sich mit diesen Führungstheorien verknüpfen, eventuell nur jeweils Teilbereiche einer umfassenden Erklärung von Führungsverhalten sein könnten und ob es möglich ist, dieses umfassende Ganze mit Hilfe von verhaltenstheoretischen Ansätzen – insbesondere der Mead’schen Theorie zu erfassen.
Eines der hauptsächlichen Ziele dieser Untersuchung soll es sein, die Möglichkeiten zu eruieren, eine Verbesserung des Führungsverhaltens durch eine Förderung der Fähigkeit zur Selbstreflexion herbeizuführen, einer Selbstreflexion, die als ein langwieriger Prozess zur Wahrnehmung des „Selbst“ zu verstehen wäre.
Diese Selbstreflexion verbindet sich hierbei - wie später ausführlich zu erörtern sein wird - mit dem Bewusstwerden der eigenen Identität und ihrer Entstehung, wobei der Fähigkeit, sich selbst mit den Augen Anderer zu sehen, ein besonderes Gewicht zukommt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Führung

3. Führungstheorien

3.1. Eigenschaftstheorie

3.2. Rollentheorie

3.3. Attributionstheorie

4. Dilemmata der Führung

5. Identität

5.1. Identitätstheorie von George Herbert Mead

5.1.1. Meads Verständnis von Identität

5.1.2. Die Entstehung von Identität nach Mead

6. Dilemmata der Führung , Führungstheorien und Identitätskonzept

6.1. Dilemmata und Gleichgewicht

6.2. Dilemmata und Führungstheorien

6.3. Dilemmata und Identität

7. Führung, Identität und Selbstreflektion

8. Konsequenzen für Führungskräfte und deren Auswahl

9. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, ob die von Oswald Neuberger formulierten „Dilemmata der Führung“ durch verhaltenstheoretische Modelle, insbesondere das Identitätskonzept von George Herbert Mead, erklärt und durch die Förderung der Fähigkeit zur Selbstreflexion besser bewältigt werden können.

  • Analyse klassischer Führungstheorien (Eigenschafts-, Rollen- und Attributionstheorie)
  • Untersuchung von Führungsdilemmata als ständiger Balanceakt
  • Einführung des Identitätskonzepts von George Herbert Mead ("I" und "Me")
  • Verbindung von Identitätsarbeit, Selbstreflexion und effektivem Führungsverhalten
  • Ableitung von Konsequenzen für die Auswahl und Entwicklung von Führungskräften

Auszug aus dem Buch

6.1. Dilemmata und Gleichgewicht

Im ersten Teil dieser Arbeit wurden die Dilemmata der Führung nach Neuberger bereits kurz vorgestellt und anhand des Dilemmas „Distanz versus Nähe“ ein Beispiel erläutert. Dieses Beispiel wird im späteren Verlauf der Ausführungen wieder aufgegriffen werden, damit die Problematik, die sich für die bekannten Führungstheorien aus den Dilemmata ergibt, erläutert werden kann.

Zuerst einmal soll aber, ohne dass diese Führungstheorien erneut darzustellen wären, eine grundsätzliche Überlegung aufgezeigt werden, die sich für einen Umgang mit ihnen ergibt. Hierbei soll ein selbst entworfenes Beispiel einer Wippe, wie man sie z.B. auf Kinderspielplätzen vorfindet, der Verdeutlichung des Sachverhaltes dienen.

Wie diese Wippe kann man sich auch ein Dilemma der Führung vorstellen. Wie in der Abbildung zu erkennen ist, befindet sich ein Führender stehend in der Mitte dieser Wippe. Die jeweiligen Enden stellen die beiden Extrempositionen des Dilemmas dar.

Bezugnehmend auf das Beispiel „Distanz versus Nähe“ könnte man sich nun vorstellen, dass das linke Ende die Distanz zu den untergebenen Mitarbeitern darstellt und das rechte die Nähe zu ihnen. Wenn der Führende nun von seiner mittleren Position auch nur ein wenig mehr Gewicht in den Aufbau von persönlichen Beziehungen und dafür weniger in die Einhaltung von Distanz legt, wird die Wippe auf der rechten Seite zu kippen beginnen. Diese Kippbewegung wird umso stärker ausfallen, je mehr Wert er auf eine enge persönliche Beziehung zu seinen Untergebenen legt. Die Folgen einer solchen Beziehung sind gewöhnlich - Wie bereits in Anschnitt 4 aufgeführt – eine Förderung der Neigung der Mitarbeiter zu „Anbiederung“ und „Vorteilserschleichung“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, ob Führungsdilemmata mittels verhaltenstheoretischer Modelle und Identitätskonzepten erklärt werden können.

2. Führung: Definition und Herleitung des Begriffs Führung als zielorientierte Einflussnahme in einer strukturierten Arbeitssituation.

3. Führungstheorien: Überblick über Eigenschafts-, Rollen- und Attributionstheorie als theoretische Grundlagen für Führungsverhalten.

4. Dilemmata der Führung: Definition des Dilemma-Begriffs nach Neuberger unter Nutzung der „3-g-Bedingung“ (gegeben, gleichwertig, gegensätzlich).

5. Identität: Erläuterung des Identitätsbegriffs und detaillierte Darstellung der Theorie von George Herbert Mead zur sozialen Genese des Selbst.

6. Dilemmata der Führung , Führungstheorien und Identitätskonzept: Zusammenführung der theoretischen Konzepte mit dem Wippen-Modell zur Veranschaulichung der Führungsproblematik.

7. Führung, Identität und Selbstreflektion: Analyse der Bedeutung von Selbstreflexion und Identitätsarbeit für die Bewältigung von Führungsdilemmata.

8. Konsequenzen für Führungskräfte und deren Auswahl: Reflexion über die Anforderungen an moderne Führungskräfte und Kritik an gängigen Auswahlverfahren wie dem Assessment-Center.

9. Zusammenfassung: Resümee der Arbeit und Fazit zur Bedeutung des Identitätskonzepts für eine flexible Führungsgestaltung.

Schlüsselwörter

Führung, Führungstheorien, Dilemmata der Führung, Identität, George Herbert Mead, Selbstreflexion, Identitätsarbeit, Wippen-Modell, Führungsidentität, Rollentheorie, Attributionstheorie, Führungsfähigkeiten, soziales Handeln, Rollenkonflikt, Personalmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht, wie Führungskräfte mit unvermeidbaren Widersprüchen im Führungsalltag, den sogenannten „Dilemmata der Führung“, umgehen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind Führungstheorien, die Dilemmata der Führung nach Oswald Neuberger sowie das Identitätskonzept von George Herbert Mead.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis für Führungsverhalten zu entwickeln, indem Führung nicht mehr durch starre Schablonen, sondern durch Identitätsarbeit und Selbstreflexion reflektiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die verhaltenstheoretische Modelle (Symbolischer Interaktionismus) nutzt und diese mit führungswissenschaftlichen Konzepten verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Dilemmata anhand eines Wippen-Modells visualisiert und geprüft, ob klassische Führungstheorien diese Dilemmata lösen können. Zudem wird die Identitätstheorie als Grundlage für eine ganzheitliche Betrachtung eingeführt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Führung, Dilemmata, Identität, George Herbert Mead und Selbstreflexion.

Was ist das Besondere am Wippen-Modell in dieser Arbeit?

Das Modell veranschaulicht die Instabilität von Führungssituationen und macht deutlich, dass Führung eine ständige, aktive Ausbalancierung zwischen extremen Polen (z.B. Nähe vs. Distanz) erfordert.

Warum ist das klassische Assessment-Center nach Ansicht des Autors problematisch?

Der Autor sieht die Gefahr eines „Anpassungseffekts“, bei dem Teilnehmer lediglich lernen, eine gewünschte „Rolle“ zu spielen, anstatt eine flexible und authentische Führungsidentität zu entwickeln.

Welche Rolle spielt die „blinde Flecken“-Problematik?

„Blinde Flecken“ behindern das Verständnis für die Emotionen der Mitarbeiter; durch intensivere Interaktion und Identitätsarbeit sollen diese minimiert werden, um eine bessere gegenseitige Wahrnehmung zu ermöglichen.

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Details

Title
Verhaltenswissenschaftliche Ansätze zur Erklärung von Dilemmata der Führung
College
University of Hamburg  (Department Wirtschaftswissenschaften)
Grade
1,0
Author
Diplom-Kaufmann Björn Endrejat (Author)
Publication Year
2006
Pages
77
Catalog Number
V86280
ISBN (eBook)
9783638909228
ISBN (Book)
9783638909266
Language
German
Tags
Verhaltenswissenschaftliche Ansätze Erklärung Dilemmata Führung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Kaufmann Björn Endrejat (Author), 2006, Verhaltenswissenschaftliche Ansätze zur Erklärung von Dilemmata der Führung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86280
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