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Sozialpädagogische Aspekte des fragilen-X-Syndroms unter besonderer Berücksichtigung der Familiensituation

Title: Sozialpädagogische Aspekte des fragilen-X-Syndroms unter besonderer Berücksichtigung der Familiensituation

Term Paper , 2002 , 31 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Julja Hufeisen (Author)

Social Work
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"Das Fragile-X-Syndrom gilt als die häufigste erbliche Ursache einer "geistigen Behinderung"[..]." (Sarimski , 2000, S. 234). Dieses Zitat deutet bereits auf die relativ hohe Prävalenz des Fragilen-X-Syndroms (im folgenden mit Fra(X)-Syndrom abgekürzt) innerhalb der Bevölkerung hin. Um so mehr überrascht es, dass sich die Literatur zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum fast ausschließlich auf medizinische Veröffentlichungen beschränkt und pädagogisch-therapeutische Aspekte kaum aufgegriffen werden. Grund hierfür kann der geringe Bekanntheitsgrad dieses Syndroms sein, da dieses erst seit 1992 durch die molekulargenetische Diagnostik eindeutig feststellbar ist, die Forschung auf diesem Gebiet also noch in den Anfängen steckt.
Gerade für die im Bereich der Behindertenarbeit tätigen Sozial-, Heil- oder Sonderpädagogen wäre allerdings ein Grundlagenwissen über diese Behinderungsform und ihre Auswirkungen von Vorteil, da sie so adäquater mit den vom Fra(X)-Syndrom betroffenen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie deren Familien arbeiten könnten. In diesem Sinne soll diese Arbeit einen Überblick verschaffen über die (sozial)pädagogischen Aspekte des Fra(X)-Syndroms und insbesondere eingehen auf die Situation von Familien mit einem derart behinderten Kind.
Zu Beginn werden die Ursachen des Behinderungsbildes kurz dargelegt, danach erfolgt ein knapper historischer Überblick über die Entdeckung und Diagnose des Fra(X)-Syndroms. Anschließend werden der Vererbungsvorgang und die genetischen Grundlagen bezüglich dieser Behinderung vorgestellt. Es folgt die Darstellung des Einsatzes von Präimplantations- und Pränataldiagnostik beim Fra(X)-Syndrom sowie ein Exkurs zum Thema der Relevanz genetischer Ätiologien. Im folgenden werden dann die Auswirkungen dieser Ursachen im Bereich des äußeren Erscheinungsbildes, der körperlichen Gesundheit sowie insbesondere der psychologischen Entwicklung vorgestellt. Der anschließende Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Lage der Familien Fra(X)-positiver Kinder. Beschrieben werden u.a. Verarbeitungsprozesse während der Behinderungsbewältigung, die Situation der Eltern im alltäglichen Leben mit dem behinderten Kind sowie Situation und Reaktionsformen vorhandener Geschwisterkinder. Abschließend werden einige der möglichen Interventions- und Förderkonzepte vorgestellt, wobei hier die Darstellung derjenigen Interventionsmöglichkeiten, die im Tätigkeitsbereich von Sozialpädagogen liegen, den Schwerpunkt bildet.





Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fragiles-X-Syndrom

2.1 Begriffsbestimmung

2.2 Geschichtlicher Überblick

2.3 Erbvorgang des Fragilen-X-Syndroms und genetische Grundlagen

2.4 Präimplantations- und Pränataldiagnostik im Hinblick auf das Fragile-X-Syndrom

3. Pädagogische Relevanz genetischer Ätiologien

4. Äußeres Erscheinungsbild und medizinische Auffälligkeiten von Menschen mit Fragilem-X-Syndrom

5. Psychologische Aspekte von Menschen mit Fragilem-X-Syndrom

5.1 Kognitive Entwicklung und sozial-adaptive Fähigkeiten

5.2 Sprachliche Auffälligkeiten

5.3 Verhaltensmerkmale

5.3.1 Hyperkinetisches Syndrom

5.3.2 Autistische Verhaltensweisen

5.4. Wahrnehmung und Motorik

5.4.1 Sensorische Integration und Störung der Sensorischen Integration

5.4.2 Störung der Sensorischen Integration bei Kindern mit Fragilem-X-Syndrom

6. Lebenssituation von Familien mit geistig behindertem Kind

6.1 Vom ersten Verdacht zur Diagnose Fra(X)-Syndrom

6.2 Situation der Eltern eines Kindes mit Fragilem-X-Syndrom im alltäglichen Zusammenleben

6.3 Situation und Reaktionsformen der Geschwister

7 Interventionsmöglichkeiten

7.1 Frühförderung

7.2 Video-Home-Training

8 Zusammenfassung und Ausblick

9 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über die sozialpädagogischen Aspekte des Fragilen-X-Syndroms. Ziel ist es, ein Grundlagenwissen für pädagogische Fachkräfte zu schaffen, um die Lebenssituation betroffener Kinder und deren Familien besser zu verstehen und adäquate Unterstützungsangebote zu entwickeln.

  • Medizinische und genetische Grundlagen des Fragilen-X-Syndroms
  • Psychologische Charakteristika und Verhaltensphänotypen
  • Die Belastungssituation von Eltern und Geschwisterkindern
  • Methoden der Frühförderung und sensorischen Integrationsförderung
  • Einsatz des Video-Home-Trainings als pädagogisches Interventionswerkzeug

Auszug aus dem Buch

2.1 Begriffsbestimmung

Das Fra(X)-Syndrom beruht auf einer Chromosomenaberration, welche eine "Abweichung von der normalen Chromosomenzahl oder strukturelle Abweichungen einzelner Chromosomen (z.B. Chromosomenbrüche)" darstellt (Psychrembel). Beim Fra(X)-Syndrom handelt es sich um eine strukturelle Chromosomenabweichung. Der Name Fragiles-X-Syndrom rührt nämlich daher, dass bei den Betroffenen am langen Arm des X-Chromosoms auf Grund einer Mutation des Erbguts eine brüchige (sprich fragile) Stelle festgestellt werden kann.

Das Fra(X)-Syndrom stellt die zweithäufigste chromosomale Ursache geistiger Beeinträchtigung nach dem Down-Syndrom dar, welches mit einer Häufigkeit von etwa 1:700 auftritt. Die Prävalenz des Fra(X)-Syndroms innerhalb der Gesamtbevölkerung wird je nach Studie auf 1:2000-5000, aber auch auf 1:1000 geschätzt (Vgl. hierzu Sarimski, 1997, S. 113 und Neuhäuser, 1986, S. 60). Wirklich sicher zutreffende Zahlenangaben zu machen erscheint zur Zeit noch unmöglich, da viele Menschen mit Fra(X)-Syndrom bisher nicht diagnostiziert sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Relevanz des Themas und die Defizite in der pädagogischen Fachliteratur.

2. Fragiles-X-Syndrom: Erläuterung der genetischen Ursachen und der historischen Entwicklung der Diagnostik.

3. Pädagogische Relevanz genetischer Ätiologien: Diskussion über die Bedeutung der Kenntnis genetischer Ursachen für die pädagogische Praxis.

4. Äußeres Erscheinungsbild und medizinische Auffälligkeiten von Menschen mit Fragilem-X-Syndrom: Darstellung physischer Merkmale und häufig auftretender medizinischer Begleiterkrankungen.

5. Psychologische Aspekte von Menschen mit Fragilem-X-Syndrom: Analyse der kognitiven, sprachlichen und verhaltensbezogenen Charakteristika.

6. Lebenssituation von Familien mit geistig behindertem Kind: Untersuchung der familiären Belastungen und der Situation von Eltern und Geschwistern.

7 Interventionsmöglichkeiten: Vorstellung spezifischer Förderkonzepte wie Frühförderung und Video-Home-Training.

8 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit zur Bedeutung eines ätiologieorientierten Ansatzes in der Sozialpädagogik.

9 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Fragiles-X-Syndrom, geistige Behinderung, Frühförderung, Video-Home-Training, genetische Ätiologie, Sozialpädagogik, Familienbelastung, Sensorische Integration, Entwicklungsverzögerung, Verhaltensphänotyp, Chromosomenaberration, FMR1-Gen, Inklusion, pädagogische Intervention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die sozialpädagogischen Aspekte des Fragilen-X-Syndroms, wobei der Fokus insbesondere auf der Lebenssituation betroffener Familien und geeigneten Interventionsmöglichkeiten liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die genetischen Grundlagen, die psychologischen Auffälligkeiten, die Belastungssituation für Eltern und Geschwister sowie spezifische Förderansätze in der sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, pädagogische Fachkräfte für das Krankheitsbild zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wie eine ätiologieorientierte Herangehensweise die Qualität der pädagogischen Arbeit verbessern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und -auswertung, ergänzt durch die Reflexion praktischer Erfahrungen in der Behindertenarbeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des medizinischen Hintergrunds, die Analyse psychologischer Verhaltensmerkmale, die Auswirkungen auf die Familie und die Vorstellung konkreter Interventionskonzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Fragiles-X-Syndrom, Frühförderung, Video-Home-Training, Sozialpädagogik, Familienintegration und genetische Grundlagen.

Welche Rolle spielt die Sensorische Integration bei dieser Behinderung?

Da viele Betroffene Defizite in der Wahrnehmungsverarbeitung aufweisen, wird die Sensorische Integrationstherapie nach Ayres als eine wichtige Fördermethode zur Stabilisierung und Unterstützung der Kinder diskutiert.

Warum ist das Video-Home-Training für betroffene Familien besonders geeignet?

Das VHT ermöglicht es Eltern, durch die Analyse von Videoaufnahmen alltäglicher Interaktionen ihre eigenen Stärken zu erkennen und alternative Handlungsstrategien im Umgang mit belastenden Verhaltensweisen ihres Kindes zu entwickeln.

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Details

Title
Sozialpädagogische Aspekte des fragilen-X-Syndroms unter besonderer Berücksichtigung der Familiensituation
College
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel  (Standort Braunschweig)
Grade
sehr gut
Author
Julja Hufeisen (Author)
Publication Year
2002
Pages
31
Catalog Number
V8629
ISBN (eBook)
9783638155564
ISBN (Book)
9783638640619
Language
German
Tags
Sozialpädagogische Aspekte Berücksichtigung Familiensituation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julja Hufeisen (Author), 2002, Sozialpädagogische Aspekte des fragilen-X-Syndroms unter besonderer Berücksichtigung der Familiensituation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8629
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