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Diskursanalyse zu den Text-Bild-Beziehungen des Anschlags am 11.09.2001

Title: Diskursanalyse zu den Text-Bild-Beziehungen des Anschlags am 11.09.2001

Term Paper , 2007 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Carolin Catharina Wolf (Author)

German Studies - Linguistics
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[...]
Die Kombination von Bild und Text bietet verschiedene Vorzüge: „In der massenmedialen Bildübermittlung dient diese vor allem zur Information über Geschehenes und zum Beweis der Wahrheit des Mitgeteilten wie über Behauptungen und Aussagen. Die optische Information erreicht den Bildbetrachter üblicherweise in Begleitung eines sprachlichen Kommentars. Dieser ergänzt die Bildmitteilung. Er kann die optische Information mehr oder weniger stark beeinflussen, wird aber den ganzen Sinnkontext der Bilder nie völlig freilegen können.“
Diese Frage nach der gegenseitigen Ergänzung und Beeinflussung von Text und Bild im Einzelnen soll weiter unten ausgeführt werden. Sie bildet allerdings nur einen Abschnitt der vorliegenden Arbeit:

Ausblick
Im theoretischen Teil der vorliegenden Arbeit sollen vor allen Dingen Grundbegriffe, die für eine praktische Auseinandersetzung im Bereich einer Diskursanalyse unerlässlich sind, Erklärung finden. Es werden die Fragen nach Vor- und Nachteile der Zeichensysteme Text und Bild und deren Wechselwirkung zur Sprache kommen, außerdem soll ein Überblick über die relevanten linguistischen Teildisziplinen Syntax, Semantik und Pragmatik gegeben werden.

Im praxisbezogenen Teil werden schließlich oben erwähnte Grundbegriffe zur Anwendung kommen, indem die in den Medien veröffentlichten Bilder des World Trade Centers zum Anschlag des 11.Septembers 2001 sowohl synchron als auch diachron ausgewertet werden. Oberstes Ziel stellt hierbei das Herausstreichen von Unterschieden, Gemeinsamkeiten und Auffälligkeiten in den verschiedenen linguistischen Teildisziplinen dar, als auch die Untersuchung der Frage nach den Funktionen, die die gleichen Bilder bei Erstveröffentlichung und dann im späteren Gebrauch übernehmen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Ausblick

2 Theorie

2.1 Was ist ein Bild? - das Bild als Modell der Wirklichkeit

2.2 Bild oder Sprache - was ist überlegen?

2.3 Text-Bild-Wechselwirkung

2.4 Bildsyntax

2.5 Bildsemantik

2.6 Bildpragmatik

3 Praxis

3.1 Analyse

3.2 Synchrone Diskursanalyse

3.3 Diachrone Diskursanalyse

4 Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht aus linguistischer Perspektive, wie Bilder und Texte im Kontext der medialen Berichterstattung über den Anschlag vom 11. September 2001 zusammenwirken. Das primäre Ziel ist die Analyse von Text-Bild-Beziehungen mittels diskursanalytischer Methoden, um aufzudecken, wie Medien durch den gezielten Einsatz von Bildmaterial und dessen Kontextualisierung öffentliche Meinungsbildungsprozesse beeinflussen.

  • Linguistische Grundlagen der Bildwissenschaft (Syntax, Semantik, Pragmatik)
  • Vergleichende Diskursanalyse medialer Bild-Text-Kontexte
  • Synchrone versus diachrone Untersuchung von Medienberichten
  • Mechanismen der Bildverwendung, Habitualisierung und Stereotypisierung
  • Handlungsschemata und illokutionäre Rollen von Bild-Text-Verbindungen

Auszug aus dem Buch

2.3 Text-Bild-Wechselwirkung

Bedeutender als Stärken und Schwächen von Sprache und Bild gegeneinander abzuwägen, scheint es allerdings zu sein, ihre Funktion im Gefüge wahrzunehmen und den Blick auf die Potentiale einer Codeintegration von Sprache und Bild zu richten. Durch ihre spezifischen Eigenschaften erweitern beide Mitteilungsformen die Eigenschaften der jeweils anderen, können auf diese Weise als Interpretationskontext für ebendiesen dienen und seine Schwächen kompensieren.

So tragen zum Beispiel Bilder zum Verständnis eines Text-Bild-Angebots insgesamt gesteigert bei, indem sie in ihrer darstellenden, gliedernden und kohärenzstiftenden Funktion den Inhalt des Textes veranschaulichen, die Textaussage konkretisieren und somit eine Textverarbeitung erleichtern. „Während der Text überwiegend informiert und determiniert, den weiteren situativen Kontext, in dem die Bilder stehen, erläutert, konkretisiert und ‚versinnlicht’ das Bild die Text-Information.“21, führt Straßner in diesem Kontext aus.

Umgekehrt trägt auch die Sprache zum Verständnis der Bilder bei: „Unterstreicht die Bildunterschrift die Bildaussage, versucht sie durch Zusatzinformation eindeutig zu machen, zu bekräftigen, eventuell auch zu ironisieren, antithetisch zu kommentieren, so nimmt der eigentliche Textteil der Reportage die in der Bilderserie angeschlagene thematische Tendenz sammelnd und ordnend, ergänzend, Schwerpunkte setzend auf und bringt sie auf einen Gesamtnenner. Der Text ist gewisser maßen das informatorische Gerüst, um das sich die visual-sinnlichen Bildaussagen einhüllend legen.“22

Immerhin muss auf die Möglichkeit hingewiesen werden, dass die Bildaussage durch den Text nicht nur ergänzt, damit aussagekräftiger und wahrer gemacht, sondern auch eingeengt oder gar verfälscht werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die Verlagerung von der Schrift zum Bild im optischen Zeitalter und definiert die Untersuchung der Text-Bild-Wechselwirkung als Forschungsgegenstand.

2 Theorie: Dieses Kapitel erarbeitet die linguistischen Grundlagen, indem es Bildsyntax, Bildsemantik und Bildpragmatik definiert und die spezifischen Potenziale von Sprache und Bild gegenüberstellt.

3 Praxis: Hier werden die theoretischen Ansätze auf konkrete Medienberichte zum 11. September 2001 angewendet, um synchrone und diachrone Diskursverläufe zu analysieren.

4 Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und zeigt auf, wie Bilder durch häufige Wiederverwendung zu Stereotypen werden und ihre ursprüngliche Bedeutung im medialen Diskurs wandeln.

Schlüsselwörter

Diskursanalyse, Text-Bild-Beziehung, Bildwissenschaft, Mediensprache, 11. September, Bildsyntax, Bildsemantik, Bildpragmatik, Medienberichterstattung, öffentliche Meinung, Semiotik, Bildverwendung, Stereotypisierung, Bild-Text-Integration, Ereignisdarstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht linguistisch, wie das Zusammenspiel von Text und Bild in der Berichterstattung über den 11. September 2001 genutzt wird, um Diskurse zu prägen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die mediale Bildwissenschaft, die Analyse von Zeitungs- und Zeitschrifteninhalten sowie die theoretische Fundierung von Bild-Text-Verbindungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Berichterstattung aufzuzeigen und zu analysieren, wie Bilder in verschiedenen zeitlichen Kontexten interpretiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine linguistische Diskursanalyse durchgeführt, ergänzt durch bildwissenschaftliche Konzepte wie Bildsyntax, Bildsemantik und Bildpragmatik sowie eine handlungsbezogene Betrachtungsweise.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Konzepte (wie das semiotische Potenzial von Bild und Sprache) erörtert und in der Praxis auf Berichte verschiedener Medien (wie 'Die Welt', 'taz' und 'Der Spiegel') angewendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Diskursanalyse, Text-Bild-Beziehung, Bildsemantik, Bildpragmatik und mediale Stereotypisierung.

Warum unterscheidet die Autorin zwischen synchroner und diachroner Analyse?

Die synchrone Analyse vergleicht verschiedene Medien unmittelbar nach dem Ereignis, während die diachrone Analyse betrachtet, wie sich die Bildsprache und Bedeutung desselben Ereignisses über einen längeren Zeitraum hinweg in Medien wie 'Der Spiegel' verändert.

Welche Rolle spielt die 'taz' im Vergleich zur 'Welt'?

Die 'taz' nutzt das Bildmaterial stärker, um Folgen des Ereignisses als 'pars pro toto' zu thematisieren, während 'Die Welt' unmittelbar nach dem Anschlag einen stärkeren algetisch-faktischen Anspruch der Ereignisdarstellung erhebt.

Was bedeutet 'Habitualisierung' in diesem Kontext?

Habitualisierung beschreibt den Prozess, bei dem Bilder durch wiederholte Veröffentlichung im gleichen Kontext zu konventionalisierten Zeichen werden, die den Betrachter weniger durch ihre ursprüngliche Unmittelbarkeit, sondern als bekannte, abstrakte Symbole erreichen.

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Details

Title
Diskursanalyse zu den Text-Bild-Beziehungen des Anschlags am 11.09.2001
College
University of Heidelberg
Grade
1,7
Author
Carolin Catharina Wolf (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V86313
ISBN (eBook)
9783638018159
ISBN (Book)
9783638920711
Language
German
Tags
Diskursanalyse Text-Bild-Beziehungen Anschlags
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Catharina Wolf (Author), 2007, Diskursanalyse zu den Text-Bild-Beziehungen des Anschlags am 11.09.2001, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86313
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