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Lesbische Neigungen - abartig?

Weibliche Homosexualität in der Antike

Titel: Lesbische Neigungen - abartig?

Seminararbeit , 2003 , 45 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: mag.a Cornelia Gugganig (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit werde ich der Frage nachgehen, ob und in welchen Formen die Existenz weiblicher Homosexualität für die Antike überliefert ist. Dem Titel entsprechend möchte ich auch den Umgang der Gesellschaft mit diesem Phänomen beleuchten. Ich werde dabei – nach einer ersten Annäherung an das Thema - chronologisch vorgehen, da nicht anzunehmen ist, daß ein so komplexes Thema für die ganze Antike gleich zu behandeln ist.
Das erste Kapitel ist der Versuch einer Begriffsbestimmung. Was ist weibliche Homosexualität/ lesbische Liebe, woher stammen diese Termini, gab es sie in der Antike und - wenn ja - in welcher Form?
Im zweiten Kapitel wende ich mich der griechischen Archaik zu. Hier sind es zwei Themen, die uns – möglicherweise – einen Blick auf Homosexualität unter Frauen erlauben: Zum einen natürlich Sappho, eine der wenigen weiblichen Stimmen zum Thema, zum zweiten die Chorlyrik mit Alkman als interessantestem Vertreter.
Die Klassik und den Hellenismus werde ich nicht gesondert behandeln, genausowenig wie die griechischsprachige Welt in römischer Zeit, da mir scheint, daß sich hier die Ansichten der männlichen Autoren zum Thema nicht sehr voneinander unterscheiden und für mein Gebiet eine scharfe Trennung nicht zwingend notwendig ist.
Anders verhält es sich mit Rom, um das es im vierten Abschnitt geht. Auch hier haben wir keine Quelle aus der Feder einer Betroffenen, wieder nur viele Meinungen und auch Schmähungen von Männern. Interessant ist es hier vielleicht, nach dem Grund für solche Schmähungen zu fragen, und auch das möchte ich in diesem Kapitel tun.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Terminologie und Begriffseingrenzungen

1.1 Homosexualität? Lesbische Liebe?

1.2 Liebe zwischen Frauen aus der Sicht der Männer

1.3 Was machen zwei Frauen eigentlich miteinander?

1.4 Weibliche Homosexualität im 19./ 20. Jahrhundert

1.5 „Moderne“ Ansichten

2 Archaik

2.1 Sappho

2.1.1 Die Zeugnisse

2.1.2 Die Rezeption in Antike und Neuzeit

2.2 Chorlyrik

2.2.1 Alkmans Partheneia

2.2.2 Weiblicher Chor – männlicher Dichter

2.3 Homosexualität als Erziehungsform in der Archaik?

3 Griechische Klassik, Hellenismus und die griechischsprachige Welt bis in römische Zeit

3.1 Die Klassik - Platon

3.2 Hellenismus und Folgezeit

3.3 Zauberei

3.4 Zwischen Desinteresse und offener Feindseligkeit

4 Rom

4.1 Weibliche Homosexualität im Spiegel der römischen Literatur

4.2 Religiöse Feste als Teil einer weiblichen ‚Gegenkultur’?

4.3 Julia Balbilla – Eine weibliche Stimme zum Thema?

4.4 Mannweiber’ als Bedrohung – Die römische Sicht der Dinge

5 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht chronologisch, ob und in welchen Formen die Existenz weiblicher Homosexualität in der Antike überliefert ist, und beleuchtet dabei kritisch den Umgang der damaligen Gesellschaft mit diesem Phänomen unter Berücksichtigung der männlich dominierten Quellenlage.

  • Analyse der Terminologie und geschichtlichen Rezeption weiblicher Homosexualität
  • Untersuchung der archaischen Zeit mit Fokus auf Sappho und die Chorlyrik
  • Betrachtung der griechischen Klassik und des Hellenismus
  • Rolle weiblicher Gegenkulturen und religiöser Feste
  • Darstellung in der römischen Literatur und gesellschaftliche Stigmatisierung

Auszug aus dem Buch

1.1 Homosexualität? Lesbische Liebe?

Der Begriff Homosexualität existierte in der Antike nicht und stammt aus dem 19. Jahrhundert. Er wurde 1896 vom Schweizer Arzt Karoly Maria Benkert geprägt und bezieht sich von seiner griechischen Wurzel her auf Liebe unter ‚Gleichen’, also sowohl auf männliche als auch auf weibliche Gleichgeschlechtlichkeit. Zuerst war er noch eher pathologischer Natur, um 1920 drang er aus dem medizinischen Diskurs in den öffentlichen und wurde allmählich von den tatsächlich Betroffenen vereinnahmt.

Frauen wurden jedoch auch in der aufkommenden Homosexuellenbewegung marginalisiert. Mit dem Ergebnis, daß in der Praxis ‚Homosexualität’ und der Begriff ‚Homosexuelle’ fast ausschließlich für Männer, die Männer lieben, verwendet wurden und werden. Für Frauen bleiben das in den 70ern durch die Frauenbewegung aufgewertete Wort ‚Lesben’ und die ‚lesbische Liebe’.

Unschwer ist zu erkennen, daß diese Begriffe sich auf Sappho, hochstilisiert zu einer Art Urmutter weiblicher Homosexueller und auf Lesbos als ihre Heimat und den Ort ihres Schaffens bezieht. Lesbische Liebe λεσβιζειν oder λεσβιαζειν, ‚es wie LesbierInnen machen’, ist ein Verb, das nicht eindeutig einordenbar ist, aber nicht oder nur in einzelnen Fällen auf Handlungen Bezug nimmt, die wir heute als ‚lesbisch’ einordnen würden. Es kann sich auf Fellatio beziehen, meint aber häufig auch nur allgemein sexuell abweichendes Verhalten, „sexuelle Unternehmenslust“.

Zusammenfassung der Kapitel

Terminologie und Begriffseingrenzungen: Erläutert die problematische Anwendung moderner Begriffe auf die Antike und zeigt die männliche Perspektive in den Quellen auf.

Archaik: Analysiert Sapphos Dichtung und den griechischen Mädchenchor als mögliche Zeugnisse für gleichgeschlechtliche Beziehungen in einer Zeit, in der diese noch nicht primär pathologisiert wurden.

Griechische Klassik, Hellenismus und die griechischsprachige Welt bis in römische Zeit: Untersucht das Desinteresse und die entstehende Ablehnung in der klassischen Literatur sowie den Gebrauch von Zaubersprüchen als authentischere, wenngleich formelhafte Zeugnisse.

Rom: Beschreibt die zunehmende Stigmatisierung und Maskulinisierung lesbischer Frauen in der römischen Literatur und analysiert religiöse Feste als mögliche, wenn auch schwer beweisbare Rückzugsräume.

Zusammenfassung: Bündelt die Erkenntnisse über die spärliche Quellenlage und die Entwicklung des gesellschaftlichen Umgangs mit weiblicher Homosexualität von der Archaik bis zur römischen Zeit.

Schlüsselwörter

Weibliche Homosexualität, Antike, Sappho, Archaik, Klassik, Rom, Gender Studies, Tribadie, Quellenkritik, Kulturgeschichte, Sexualwissenschaft, Frauenfeste, Maskulinisierung, Heteronormativität, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Überlieferung weiblicher Homosexualität in der Antike und hinterfragt die männlich geprägten Darstellungen und deren gesellschaftliche Einordnung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Neben der Begriffsbestimmung stehen die griechische Archaik, Klassik, der Hellenismus sowie die römische Literatur im Fokus der Analyse.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Formen weiblicher Homosexualität in der Antike zu identifizieren und zu klären, wie Gesellschaften dieser Zeit mit dem Phänomen umgingen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin geht chronologisch vor, analysiert literarische Quellen kritisch unter Berücksichtigung moderner Forschungsergebnisse und hinterfragt den einseitigen männlichen Blick.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Sappho und Chorlyrik, die Darstellung bei Platon und im Hellenismus sowie die negative Stigmatisierung in der römischen Literatur.

Was zeichnet die Arbeit besonders aus?

Die Arbeit zeichnet sich durch die kritische Distanz zur Quellenlage und den Fokus auf weibliche Akteurinnen in einem ansonsten von Männern dominierten Diskurs aus.

Welche Rolle spielt Sappho in der Untersuchung?

Sappho dient als zentrale Figur, deren Werk als mögliches, wenn auch aus Fragmenten zu erschließendes Zeugnis weiblicher Homoerotik untersucht wird.

Wie bewertet die Autorin die römische Sichtweise?

Die Autorin stellt fest, dass die römische Literatur Frauen mit homosexuellem Verhalten oft mit Männlichkeit assoziiert und sie als Bedrohung der traditionellen Geschlechterrollen darstellt.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lesbische Neigungen - abartig?
Untertitel
Weibliche Homosexualität in der Antike
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
1,0
Autor
mag.a Cornelia Gugganig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
45
Katalognummer
V86332
ISBN (eBook)
9783638018524
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lesbische Neigungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
mag.a Cornelia Gugganig (Autor:in), 2003, Lesbische Neigungen - abartig?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86332
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Leseprobe aus  45  Seiten
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