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Die 'Margareten–Tragödie': Margaretes Entwicklung in Goethes "Faust. Der Tragödie erster Teil"

Título: Die 'Margareten–Tragödie': Margaretes Entwicklung in Goethes "Faust. Der Tragödie erster Teil"

Trabajo , 2007 , 29 Páginas , Calificación: 1,5

Autor:in: Katrin Bänsch (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit soll sich mit der so genannten „Margareten – Tragödie“ aus Johann Wolfgang von Goethes „Faust“ befassen. Zugrunde gelegt wird „der Tragödie erster Teil“, der nach dem „Urfaust“ und nach „Faust. Ein Fragment“ im Jahre 1808 veröffentlicht wurde und damit ein Weimarer Drama ist. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern trägt er die Gattungsbezeichnung „Tragödie“, in der es unter anderem um die Beziehung zwischen Margarete und Faust geht. „Die Margareten – Tragödie“ ist eine Thematik, die auf Goethe zurückgeht, da sie nicht durch den tradierten Fauststoff motiviert ist. Sie zeigt einen anderen Weg der Entgrenzung, den der Liebe. Wie sich dieser Weg darstellt, das heißt wie sich die Liebe anbahnt und entwickelt und worin schließlich der tragische Aspekt der Margareten – Handlung besteht, soll das Thema der Arbeit sein. Dabei liegt der Fokus auf Margarete, deren Entwicklung thematisiert werden soll. Aus ihrer Sicht wird die Tragödie geschildert. Der Weg vom naiven Kind zur selbst bestimmenden und frei entscheiden könnenden Frau ist darzulegen. Dabei soll auch besonderes Augenmerk auf die unterschiedliche Sprecherbezeichnung Margarete - Gretchen gelegt werden, wobei aber nicht die historische Ableitung des Namens erörtert werden soll. Ob Goethe nun die Heilige Margarete oder die Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt als Vorbild für seine weibliche Protagonistin genommen hat, spielt für diese Interpretation keine Rolle, da es sich hier um die literarische Margarete, eine eigene Figur handelt. Es geht hier vielmehr darum zu zeigen, weshalb die Namen in der Regieanweisung von Margarete zu Gretchen und umgekehrt hin und her wechseln.
Bei der Bearbeitung der Fragestellung sollen Ergebnisse der vorhandenen Sekundärliteratur nicht als gegeben hingenommen, sondern hinterfragt werden, so dass sich beim Abschluss dieser Arbeit ein neues Margareten – Bild etablieren könnte. Ist Margarete wirklich die verführte Unschuld, die dem Wahnsinn verfällt oder ist auch eine andere Interpretation möglich?
Um nun kurz auf die Vorgehensweise einzugehen, so wird mit der Tragödiendefinition begonnen, wobei danach auf Margaretes Entwicklung und ihre Liebe zu Faust eingegangen wird. Das Schlusskapitel soll im Anschluss die Begründung der Tragödie darlegen.

2 Tragödie
Die Tragödie ist neben der Komödie die wichtigste Gattung des europäischen Dramas. „In ihrem Zentrum steht ein schicksalhafter, unvermeidlicher und unlösbarer Konflikt, der zum Untergang des tragischen Helden führt.“ Entstanden ist die Tragödie in Griechenland aus dem Kultfest des Dionysos. Sophokles, der Werke wie „König Ödipus“ und „Antigone“ gedichtet hat, lässt in seinen Tragödien das Individuum hervortreten, das in einen „unvermeidlichen, tragisch-schuldhaften Gegensatz zu den in den Göttern verkörperten heiligen Ordnungen“ gerät .

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Tragödie

3 Eine Einführung in die Margareten - Tragödie

3.1 Einführung und erster Auftritt Margaretes

3.2 Margaretes Reaktion auf die Begegnung mit Faust in der Szene „Abend“

4 Margaretes Entwicklung

4.1 Margarete: Verführung Fausts

4.2 Gretchen am Spinnrade

4.3 Margarete in „Marthens Garten“ und ihr Weg zu einem neuen Dasein als Gretchen

4.4 Gretchen in Trauer

5 Die Begründung der Tragödie: Margaretes Rückkehr

6 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Figur Margarete in Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“. Dabei liegt der Fokus darauf, wie sich Margarete vom naiven, in sozialen und familiären Strukturen gefangenen Kind zu einer selbstbestimmten, wenn auch tragisch endenden Frau entwickelt, wobei die Untersuchung der gegensätzlichen Sprecherbezeichnungen „Margarete“ und „Gretchen“ sowie die Rolle der Liebe als Entgrenzungserfahrung eine zentrale Rolle spielen.

  • Analyse der Transformation Margaretes zur tragischen Figur.
  • Untersuchung des Spannungsfelds zwischen Individuum, Gesellschaft und Religion.
  • Deutung der symbolischen Funktion von Liedern und Balladen (z.B. „König in Thule“).
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Rezeption der Figur als „verführte Unschuld“.
  • Die Rolle Mephistos und der Bürgermoral bei der Herbeiführung der Katastrophe.

Auszug aus dem Buch

3.1 Einführung und erster Auftritt Margaretes

Margarete wird bereits vor ihrem ersten Auftritt in das Drama eingeführt. In der unmittelbar vorausgehenden Szene „Hexenküche“ sieht Faust bereits im Spiegel „Das schönste Bild von einem Weibe!“ und als Faust am Ende der Szene noch einen Blick in den Spiegel werfen möchte meint Mephistopheles:

„Nein! Nein! Du sollst das Muster aller Frauen Nun bald leibhaftig vor dir sehn. Leise. Du siehst, mit diesem Trank im Leibe, Bald Helenen in jedem Weibe.“ (Vers 2601 bis 2604)

Mit „Helenen“ ist hier Helena, die schönste, begehrenswerteste aller Frauen, gemeint, die als Schönheitsideal der griechischen Antike galt. Dem Rezipienten ist nun klar, dass Fausts Blick idealisiert ist, wobei das Ideal auch als Inbegriff der Klassik gilt. Wenn Faust also in der folgenden Szene Margarete sieht, so sieht er nicht sie als Person, sondern er sieht sie als Ideal, so dass Margarete zu „jedem Weibe“, demnach austauschbar wird. Sie ist demnach nichts besonderes, sondern ein Mädchen wie jedes andere.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Fokus auf die „Margareten-Tragödie“ und stellt die Forschungsfrage nach Margaretes Entwicklung vom naiven Kind zur selbstbestimmten Frau.

2 Tragödie: Dieses Kapitel erläutert die gattungstheoretischen Grundlagen der Tragödie im Anschluss an Aristoteles und die Weimarer Klassik.

3 Eine Einführung in die Margareten - Tragödie: Hier wird der erste Auftritt Margaretes sowie ihre Reaktion auf Faust in der Szene „Abend“ analysiert, wobei besonders ihre Unselbstständigkeit und die Idealisierung durch Faust im Vordergrund stehen.

4 Margaretes Entwicklung: Dieses Kapitel behandelt die Stadien der Verführung, das „Gretchen am Spinnrade“-Lied sowie den inneren Wandel Margaretes zu einer aktiv Handelnden, die sich schließlich dem gesellschaftlichen Schicksal stellt.

5 Die Begründung der Tragödie: Margaretes Rückkehr: Hier wird die Kerker-Szene als Schlusspunkt der tragischen Entwicklung gedeutet, in der Margarete zu einer „Hell-Sehenden“ und moralisch autonomen Figur wird.

6 Schlussbetrachtung: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass Margarete durch ihre Entscheidung für die Liebe ihre determinierte Rolle verlässt, in eine tragische Schuld gerät, diese aber durch die Akzeptanz des göttlichen Gerichts und Buße transzendiert.

Schlüsselwörter

Johann Wolfgang von Goethe, Faust, Margarete, Gretchen, Tragödie, Entwicklung, Liebe, Schuld, Bürgermoral, Mephistopheles, Selbstbestimmung, Determinierung, Erlösung, Kindsmord, Aristoteles.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung der Figur Margarete in Goethes „Faust I“ und untersucht ihre Transformation von einer gesellschaftlich determinierten Person hin zu einer tragischen, autonom agierenden Figur.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Identität Margaretes, der Rolle der Liebe als Entgrenzung sowie der Bedeutung gesellschaftlicher und religiöser Normen und deren Einfluss auf den tragischen Ausgang.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung Margaretes aus ihrer eigenen Perspektive zu beleuchten und zu hinterfragen, ob sie lediglich als „verführte Unschuld“ oder als selbstbestimmte Frau zu interpretieren ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext (Faust I) eng an den Szenenverläufen untersucht und Ergebnisse der Sekundärliteratur kritisch reflektiert und neu bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der ersten Begegnungen, den Wandel zur aktiven Akteurin, den Einfluss der Bürgermoral sowie die abschließende „Kerker“-Szene als Ort der Buße und Erlösung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Margareten-Tragödie, Selbstbestimmung, moralische Schuld, gesellschaftliche Ächtung und die Interpretation der Balladen und Lieder im Text.

Warum wechselt die Autorin in der Analyse zwischen den Namen „Margarete“ und „Gretchen“?

Die Autorin deutet diesen Wechsel als Ausdruck der Persönlichkeitsspaltung: „Margarete“ steht für die anfangs gebundene, „Gretchen“ für die durch die Liebe „zerpflückte“ und eigenständige Figur.

Welche Rolle spielt die Szene „Marthens Garten“ für Margaretes Entwicklung?

In dieser Szene trifft Margarete eine bewusste Entscheidung für die körperliche Liebe zu Faust und nimmt damit die Abkehr von ihren traditionellen religiösen und sozialen Bindungen in Kauf, was ihren Weg in die Katastrophe endgültig besiegelt.

Wie bewertet die Arbeit Margaretes Entscheidung im Kerker?

Die Autorin sieht Margaretes Verweigerung der Flucht mit Faust als Akt autonomer Subjektivität; durch die Akzeptanz ihrer weltlichen Strafe und den Rückzug auf das göttliche Gericht erlangt sie ihre Erlösung.

Final del extracto de 29 páginas  - subir

Detalles

Título
Die 'Margareten–Tragödie': Margaretes Entwicklung in Goethes "Faust. Der Tragödie erster Teil"
Universidad
University of Tubingen  (Deutsches Seminar)
Curso
Faust und Faustdichtungen
Calificación
1,5
Autor
Katrin Bänsch (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
29
No. de catálogo
V86348
ISBN (Ebook)
9783638007245
ISBN (Libro)
9783638913690
Idioma
Alemán
Etiqueta
Margareten–Tragödie Margaretes Entwicklung Goethes Faust Tragödie Teil Faust Faustdichtungen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Katrin Bänsch (Autor), 2007, Die 'Margareten–Tragödie': Margaretes Entwicklung in Goethes "Faust. Der Tragödie erster Teil", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86348
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