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Psychische Belastung im Lehrerberuf und Burnout

Title: Psychische Belastung im Lehrerberuf und Burnout

Term Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Herbert Flath (Author)

Pedagogy - The Teacher, Educational Leadership
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1. Einleitung


Negative Vorurteile und Ablehnung gegenüber Lehrern finden sich nicht nur in der Schülerschaft, sie sind heutzutage ein weit verbreitetes Phänomen. Ob unter Politikern, unter Eltern oder allgemein in der Bevölkerung: Lehrer gelten als „faule Säcke“. Es wird behauptet, sie bekämen zu viel Geld für zu viel Ferien und würden sich trotzdem permanent über die Schüler und deren Eltern beklagen. Zwar liegen deutsche Lehrer mit einem Einstiegsgehalt von 153 Prozent des Pro-Kopf-Bruttoinlandsproduktes auf Platz 1 in Europa, allerdings arbeiten sie mit einer jährlichen Arbeitszeit zwischen 865 und 1072 Stunden auch am längsten. Trotzdem sieht der Berufsalltag von Lehrern offenbar anders aus, als allgemein eingeschätzt. Wie sonst ist es zu erklären, dass mittlerweile 50 bis 60 Prozent der Lehrkräfte frühzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden – und zwar nicht, weil sie genügend Reichtümer angehäuft hätten, um davon leben zu können, sondern aus Krankheitsgründen. Mit über 50 Prozent nehmen psychische und psychosomatische Erkrankungen laut einer Studie des Erlangener Arbeits- und Sozialmediziners Andreas Weber die Spitzenposition bei den Gründen für die Frühpensionierung ein. Grundlage der Studie waren über 7000 Dienstunfähigkeitsgutachten aus ganz Deutschland. Angeführt wurden die psychischen bzw. psychosomatischen Erkrankungen von Depressionen und dem Burnout-Syndrom, gefolgt von Störungen des emotionalen Gleichgewichts und Alkoholproblemen. Weitere Ursachen für das vorzeitige Ausscheiden aus dem Berufsleben waren Muskel- und Skeletterkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Beschwerden. Bei diesen letztgenannten Ursachen ist zu berücksichtigen, dass nicht geklärt wurde, inwieweit diese physischen Beschwerden psychosomatisch bedingt waren.
Eine aktuelle Studie von Joachim Bauer, Internist und Facharzt für psychosomatische Medizin an der Uniklinik Freiburg, an über 400 Freiburger Gymnasiallehrern und -lehrerinnen ergab, dass 35 Prozent der berufstätigen Lehrkräfte am Burnout-Syndrom leiden. Bei den Frauen sind insgesamt sogar 43 Prozent betroffen, bei den männlichen Pädagogen sind es 27 Prozent. Darüber hinaus stellte Bauer fest, dass weitere 20 Prozent der Pädagogen an Depressivität, Angstsymptomen und psychosomatischen Symptomen leiden, die als krankheitswertig und behandlungsbedürftig einzustufen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Burnout-Begriffes, Symptomatik

2.1 Definition

2.2 Symptomatik

3. Belastungen im Lehrerberuf

4. Risikomuster nach Schaarschmidt

5. Fazit

6. Literaturliste

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die psychischen Belastungen im Lehrerberuf und den Zusammenhang mit dem Burnout-Syndrom, um aufzuzeigen, warum eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Lehrkräften krankheitsbedingt frühzeitig aus dem Berufsleben ausscheidet.

  • Wissenschaftliche Definition und Symptomatik des Burnout-Syndroms
  • Analyse spezifischer Belastungsfaktoren im Berufsalltag von Lehrkräften
  • Kategorisierung beruflicher Bewältigungsmuster nach Schaarschmidt
  • Diskussion von Interventions- und Präventionsmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

2.1 Definition

Das Burnout-Syndrom war lange Zeit wissenschaftlich umstritten, seit Anfang der 80er Jahre ist es zwar weitestgehend anerkannt, Schwierigkeiten macht aber bis heute die Definition des Burnouts. Es gibt eine Vielzahl von Definitionen, jedoch keine einzige allgemein anerkannte. Ein weiteres Problem beim Gebrauch des Begriffes „Burnout“ ergibt sich aufgrund seines beinahe inflationären Gebrauchs. Denn das Burnout-Syndrom ist keinesfalls mit einem „Sich ausgebrannt-fühlen“ gleichzusetzen. Auf die genaue Symptomatik und Abgrenzung des Syndroms soll später eingegangen werden.

Erstmals wurde der Begriff „Burnout“, der schon seit den 30er Jahren in den Bereichen Sport und Kunst verwendet wurde, von Herbert J. Freudenberger im Jahr 1974 in einem psychotherapeutischen Zusammenhang verwendet. Freudenberger hatte damals ein überzufällig häufiges Auftreten des „Ausbrennens“ bei hoch engagierten Therapeuten festgestellt und mit Burnout bezeichnet. Die erste richtige psychologische Definition stammt vermutlich von Morris aus dem Jahr 1982 und lautet im Original: „Become exhausted, esp. as a result of long term stress; physical or emotional exhaustion.“ Also: Erschöpft sein, insbesondere als Resultat von langanhaltendem Stress; physische oder emotionale Erschöpfung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet das negative gesellschaftliche Image von Lehrern und stellt die beunruhigende Statistik krankheitsbedingter Frühpensionierungen aufgrund psychischer Erkrankungen vor.

2. Definition des Burnout-Begriffes, Symptomatik: Erläutert die wissenschaftliche Begriffsfindung, grenzt Burnout von allgemeiner Erschöpfung ab und beschreibt die stufenweise Entwicklung der Symptomatik.

3. Belastungen im Lehrerberuf: Analysiert die spezifischen Stressoren wie die Eindimensionalität der Lehrer-Schüler-Beziehung, das Rollen-Spannungsfeld und den hohen Erwartungsdruck.

4. Risikomuster nach Schaarschmidt: Stellt das AVEM-Verfahren vor und klassifiziert Lehrer in vier spezifische Verhaltens- und Erlebensmuster, von gesundheitsförderlich bis risikobehaftet.

5. Fazit: Fasst zusammen, dass Belastungen im Lehrerberuf real und gravierend sind, und skizziert Ansätze für bedingungs- und personenbezogene Präventionsmaßnahmen.

6. Literaturliste: Dokumentiert die verwendeten Quellen und weiterführende wissenschaftliche Literatur.

Schlüsselwörter

Lehrerberuf, Burnout-Syndrom, Psychische Belastung, Frühpensionierung, Arbeitsbelastung, Psychosomatik, Stressbewältigung, AVEM, Schaarschmidt, Lehrergesundheit, Berufliche Krise, Rollenkonflikte, Prävention, Pädagogik, Gratifikationskrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Hausarbeit?

Die Arbeit thematisiert die psychischen Belastungen, denen Lehrkräfte im Berufsalltag ausgesetzt sind, und untersucht deren Zusammenhang mit der hohen Rate an Burnout-Fällen und Frühpensionierungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die Definition von Burnout, die Analyse spezifischer Berufsbelastungen, die psychologische Risikoklassifizierung nach Schaarschmidt sowie mögliche Interventionsstrategien.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Arbeit hinterfragt, warum der Lehrerberuf mit so hohen krankheitsbedingten Ausfällen verbunden ist und wie sich die spezifischen Arbeitsanforderungen auf die psychische Gesundheit der Pädagogen auswirken.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf bestehenden psychologischen Studien, Fachpublikationen und dem AVEM-Modell zur Erfassung von Verhaltens- und Erlebensmustern basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung und Symptomatik von Burnout, die Darstellung spezifischer Belastungsfaktoren wie Zeitdruck und Rollenkonflikte sowie die Vorstellung von vier Risikomustern für Lehrer.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Burnout, Lehrerbelastung, psychische Gesundheit, Frühpensionierung, psychosomatische Erkrankungen und das AVEM-Modell.

Was unterscheidet das Muster G vom Risikomuster B nach Schaarschmidt?

Muster G steht für ein gesundheitsförderliches Verhältnis zur Arbeit mit hoher Zufriedenheit, während Muster B durch Resignation, niedrige Motivation und eine deutliche Burnout-Symptomatik geprägt ist.

Welche Rolle spielt die "Gratifikationskrise" für Lehrer?

Eine Gratifikationskrise entsteht, wenn Lehrkräfte trotz hoher Anstrengung mangelndes Feedback und fehlende Anerkennung seitens der Schüler, Eltern oder Schulleitung erfahren, was das Burnout-Risiko signifikant erhöht.

Welche Bedeutung hat die unvollständig geregelte Arbeitszeit?

Die Zeit außerhalb des Unterrichts für Korrekturen und Vorbereitungen führt oft zu dem Gefühl, nie fertig zu werden, was bei hoher Eigenmotivation in Überforderung und Resignation münden kann.

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Details

Title
Psychische Belastung im Lehrerberuf und Burnout
College
Dresden Technical University
Grade
1,3
Author
Herbert Flath (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V86397
ISBN (eBook)
9783638020794
ISBN (Book)
9783638923149
Language
German
Tags
Psychische Belastung Lehrerberuf Burnout
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Herbert Flath (Author), 2004, Psychische Belastung im Lehrerberuf und Burnout, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86397
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