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Die Frau in der männlichen Bedeutungsökonomie: Luce Irigarays „Das Geschlecht, das nicht eins ist“ im Kontext feministischer Forschung und psychoanalytischer Untersuchung

Title: Die Frau in der männlichen Bedeutungsökonomie: Luce Irigarays „Das Geschlecht, das nicht eins ist“ im Kontext feministischer Forschung und psychoanalytischer Untersuchung

Seminar Paper , 2007 , 22 Pages

Autor:in: Daniela Steinert (Author)

Gender Studies
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„Jede bisherige Theorie des Subjekts hat dem ‚Männlichen’ entsprochen.“1 Luce Irigaray beschreibt in ihrer Schrift „Speculum. Spiegel des anderen Geschlechts“ die Unterrepräsentation von Frauen in einer patriarchalen, männlich betrachteten Kultur. In den 1970er Jahren begannen Feministinnen, auf diese Unterrepräsentation von Frauen hinzuweisen – und damit auf die Rollenzuweisungen und Kategorisierungen. Die Frau als kulturelle Größe wurde hinterfragt und patriarchale Strukturen aufgedeckt und bemängelt.
Eine Feministin, die sehr wichtig ist für die 70er und die 80er Jahre, ist Luce Irigaray – ihre Theorie schlägt eine radikale Position ein: die der aus dem Diskurs verbannten, abwesenden Frau. Eine Arbeit von ihr fasst ihre Grundaspekte zusammen: Mit „Das Geschlecht, das nicht eins ist“ schreibt sie einen Text, der in der vorhandenen feministischen Theorie neue Perspektiven öffnet und entgegen der Gleichheitsbewegung agiert. Das Ergebnis ist eine interessante Studie über die Frau innerhalb der vom Mann angeführten Hierarchie und einer neuen weiblichen Sexualität.
Die vorliegende Arbeit möchte Luce Irigaray anhand dieser Arbeit in den feministischen Diskurs einbetten. Auf diese Art und Weise soll die Besonderheit des Textes deutlich werden und auch die Vielfältigkeit der Philosophie Irigarays, die Wissenschaftskritik und Feminismuskritik beinhaltet. So wie man ihr dekonstruktives Vorgehen zuschreiben kann, wäre auch denkbar, den Vorwurf des Essentialismus auszusprechen. Aufgrund dieser Vielfältigkeit ist es verständlich, dass Luce Irigaray selbst nicht in den institutionellen Rahmen eingebettet werden möchte1. Dennoch soll hier ein solcher Versuch unternommen werden: Die vorliegende Arbeit möchte Luce Irigaray zunächst im feministischen Diskurs verorten. Das soll geschehen, indem zunächst Irigarays Rolle bei der weiblichen Theoriebildung dargestellt wird und anschließend die Methodik des Differenzansatzes beleuchtet wird.
Zunächst soll Luce Irigaray im feministischen Diskurs verortet werden. Das soll geschehen, indem zunächst Irigarays Rolle bei der weiblichen Theoriebildung dargestellt wird und anschließend die Methodik des Differenzansatzes beleuchtet wird.
In einem nächsten Kapitel geht es um Luce Irigarays Beschäftigung mit der Psychoanalyse und somit um ihre Antwort auf die Freudsche Theorie zur Sexualität der Frau. Dazu wird erst Freuds Theorie und anschließend Irigarays Gegenentwurf dargelegt. Das Ergebnis soll eine Einordnung sowohl von Inhalt als auch zeitlichem Erscheinen der Irigarayschen Theorie sein und das Aufwerfen einiger Fragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Luce Irigaray innerhalb des feministischen Diskurses

2.1 Die patriarchale Prägung von weiblicher Sexualität und Theoriebildung

2.2 Schaffung einer Weiblichkeit auf Basis binären Geschlechterdenkens

3 Luce Irigaray und die Psychoanalyse

3.1 Sigmund Freud und die Entstehung der Weiblichkeit

3.2 Die Erschaffung der Frau in der männlichen Ökonomie: Irigaray vs. Freud

3.2.1 Die Auto-Erotik der Frau und deren Zerstörung durch den Mann

3.2.2 Die Bedeutung der Geburt und Irigarays Lösungsansätze für neue (alte?) Weiblichkeit

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Luce Irigarays Werk „Das Geschlecht, das nicht eins ist“ im Kontext des feministischen Diskurses und der psychoanalytischen Theoriebildung, um die patriarchale Konstruktion von Weiblichkeit aufzuzeigen und Irigarays Beitrag zur Dekonstruktion dieser Strukturen zu analysieren.

  • Analyse der Unterrepräsentation von Frauen in der männlich geprägten Kultur
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Freudschen Theorie der weiblichen Sexualität
  • Untersuchung des Differenzansatzes als Gegenentwurf zum Gleichheitsansatz
  • Dekonstruktion des Konzepts der männlichen Bedeutungsökonomie
  • Betrachtung der Auto-Erotik der Frau als potenziellen Befreiungsansatz

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die Auto-Erotik der Frau und deren Zerstörung durch den Mann

Luce Irigaray erschafft mit ihrem Aufsatz „Das Geschlecht, das nicht eins ist“ einen Gegenentwurf einer weiblichen Sexualität zur Auffassung der Psychoanalyse und der bestehende Wissenschaften. Irigarays Ansatzpunkt ist die männliche Ökonomie, auf der aus ihrer Sicht jegliche Bedeutung beruht. In der Phallokratie – der Herrschaft der männlichen Sichtweise, Welt und Sprache – wird alles von den Männern betrachtet, benannt und bewertet und so auch die Frau mit ihrer Sexualität, ihrer Lust, ihrem Geschlecht.

Deswegen ist die weibliche Sexualität und Lust nicht vorhanden – die weibliche Sprache ist diffus und kann nicht auf der Basis der männlichen Ökonomie und in der männlichen Sprache bestehen, ist also nicht hörbar bzw. ihre Sprache spiegelt ihr Diffussein wieder und repräsentiert die Frau in ihrer Unbestimmtheit. Einzig vom Mann aus wird ihre Sexualität bestimmt, ist somit also nicht spürbar und existent: „Die Frau ist innerhalb dieses sexuellen Imaginären eine mehr oder weniger gefällige Stütze für die Inszenierung der männlichen Phantasien.“ Das bedeutet, dass der Mann in der Hierarchie seine Lust artikulieren kann und die Frau gemäß seiner Sexualität „erfindet“. So ist die Frau nur Kehrseite des Mannes.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung verortet das Werk Luce Irigarays im feministischen Diskurs der 1970er Jahre und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit, die sowohl die Wissenschaftskritik als auch die psychoanalytische Auseinandersetzung umfasst.

2 Luce Irigaray innerhalb des feministischen Diskurses: Dieses Kapitel analysiert die patriarchale Prägung von Theoriebildung und Sexualität sowie den Übergang von der Frauen- zur Gender-Forschung, wobei Irigarays Positionierung innerhalb der Differenztheorie hervorgehoben wird.

3 Luce Irigaray und die Psychoanalyse: Der Abschnitt bietet eine kritische Gegenüberstellung von Freuds Theorie der weiblichen Entwicklung und Irigarays Konzepten, insbesondere im Hinblick auf die Auto-Erotik und die Bedeutung der Geburt.

4 Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Arbeit und kritisiert die Paradoxien in Irigarays Vorgehensweise, während gleichzeitig ihr maßgeblicher Beitrag zur poststrukturalistischen Feminismustheorie gewürdigt wird.

Schlüsselwörter

Luce Irigaray, Feminismus, Psychoanalyse, Patriarchat, Weiblichkeit, männliche Bedeutungsökonomie, Differenztheorie, Sexualität, Dekonstruktion, Phallokratie, Auto-Erotik, Geschlechterdenken, Subjektivität, ödipales Verbot, poststrukturalistischer Feminismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Ansätze der Philosophin Luce Irigaray, insbesondere in ihrer Schrift „Das Geschlecht, das nicht eins ist“, und hinterfragt, wie diese das feministische Denken und die Kritik an patriarchalen Strukturen beeinflusst haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Dekonstruktion der männlichen Bedeutungsökonomie, die Kritik an der Freudschen Psychoanalyse sowie die Suche nach einer eigenen, nicht-phallisch definierten weiblichen Sexualität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Irigarays Rolle als Vordenkerin einer Theorie der sexuellen Differenz zu beleuchten und kritisch zu prüfen, ob ihre Dekonstruktion der traditionellen Frauenrolle zu einer tatsächlichen Emanzipation führen kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt einen kulturwissenschaftlichen Ansatz, der Elemente der Diskursanalyse und der philosophischen Dekonstruktion kombiniert, um Irigarays Texte in den zeitgenössischen feministischen Kontext einzubetten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Irigarays Rolle im feministischen Diskurs sowie ihre intensive Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse, speziell mit Sigmund Freuds Theorien zur weiblichen Entwicklung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?

Neben dem Namen der zentralen Autorin Luce Irigaray sind Begriffe wie „männliche Bedeutungsökonomie“, „Differenztheorie“, „Psychoanalyse“ und „Dekonstruktion“ maßgeblich.

Wie bewertet die Autorin das Konzept des „Penisneids“ bei Freud?

Irigaray lehnt die Freudsche Deutung ab, da sie die Frau lediglich als „Mangelwesen“ definiert, das sich am männlichen Maßstab orientiert, statt eine eigenständige weibliche Sexualität anzuerkennen.

Was versteht Irigaray unter der „Auto-Erotik“ der Frau?

Die Auto-Erotik beschreibt eine weibliche Lust, die nicht durch ein „Außen“ oder männliche Instrumente vermittelt wird, sondern die in der spezifischen Anatomie der Frau – ihrem Duo aus Schamlippen – gründet.

Warum wird Irigaray von der Autorin der Hausarbeit kritisiert?

Die Arbeit kritisiert, dass Irigaray durch ihre eigene strikte Unterscheidung der Geschlechter Gefahr läuft, genau jene essentialistischen Kategorien zu reproduzieren, die sie eigentlich dekonstruieren möchte.

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Details

Title
Die Frau in der männlichen Bedeutungsökonomie: Luce Irigarays „Das Geschlecht, das nicht eins ist“ im Kontext feministischer Forschung und psychoanalytischer Untersuchung
College
University of Lüneburg  (Insitut Sprache und Kommunikation)
Course
Gender Studies und Körper
Author
Daniela Steinert (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V86413
ISBN (eBook)
9783638020886
ISBN (Book)
9783640750191
Language
German
Tags
Frau Bedeutungsökonomie Luce Irigarays Geschlecht Kontext Forschung Untersuchung Gender Studies Körper
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Steinert (Author), 2007, Die Frau in der männlichen Bedeutungsökonomie: Luce Irigarays „Das Geschlecht, das nicht eins ist“ im Kontext feministischer Forschung und psychoanalytischer Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86413
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