Im Schatten des Schwarzen Todes von Harald Parigger

Ein historisches Jugendbuch als Vorschlag einer Schullektüre für die 7. Jahrgangsstufe


Seminararbeit, 2006

23 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Das historische Jugendbuch im Deutschunterricht

2) Im Schatten des schwarzen Todes von Harald Parigger im Unterricht
2.1) Buchinhalt
2.2) Stundenentwurf: Einführende Stunde der Unterrichtseinheit
2.3) Stundenentwurf, folgende Stunde: Einbindung eines weiteren Textes
2.4) Unterrichtssequenz
2.4.1) Stunde 1 und
2.4.2.) Stunde 3: Gruppenarbeit/ Vorbereitung auf die Inhaltsangabe
2.4.3) Stunde 4: Inhaltsangabe
2.4.4) Stunde 5: Rechtschreibung und Zeichensetzung, Leseübung
2.4.5) Stunde 6: Argumentation und Diskussion
2.4.6) Stunde 7: Argumentation und Diskussion
2.4.7) Stunde 8: stille Leseübung, Argumentationsstrukturen erarbeiten
2.4.8) Stunde 9: laute Leseübung und Diskussion
2.4.9) Stunde 10: Diskussionsrunde
2.4.10) Stunde 11: Resümee über das Buch

3) Eignung des Buches als Lektüre
3.1) Historische Fakten und Tatsachen
3.2) Die jugendlichen Protagonisten in ihrer Entwicklung

4) Rechtfertigung für die Lektüre des Buchs Im Schatten des schwarzen Todes im Unterricht der 7. gymnasialen Jahrgangsstufe in Bayern

5) Literatur
5.1) Primärliteratur:
5.2) Sekundärliteratur:
5.2.1) Bücher:
5.2.2) Internet:

1) Das historische Jugendbuch im Deutschunterricht

Im Rahmen der Literaturdidaktik ist es von groβem Interesse, die vorgegebenen Lehrplaninhalte der jeweiligen Jahrgangsstufe möglichst gut in der Lektüre unterzubringen. Zu diesem Zwecke ist die Wahl des Buches von gröβtem Belang, um einerseits ein möglichst repräsentatives Werk seiner Gattung auszuwählen, andererseits aber wiederum die entsprechenden Inhalte vermitteln zu können. Hierbei stellt sich die Frage, wodurch ein Buch sich als wertvolle und sinnvolle Lektüre auszeichnet.

Die Jugendbuchliteratur war für lange Zeit ein weitestgehend unterschätztes Medium im Unterricht, jedoch ist diese Buchgattung ein hervorragendes Motivationsmittel, um bei den Schülern die Freude am Lesen zu wecken.

Vor allem der Lehrplan der 7. Klasse fordert die „Beschäftigung mit Literatur verschiedener Zeiten und Kulturkreise“, die „die Lesekompetenz und Lesebereitschaft der Schüler“[1] festigt. „Im Rahmen eines breit gefächerten Lektüreangebots ist mindestens eine Ganzschrift angemessenen Umfangs zu lesen und im Unterricht zu behandeln. Bei der Werkauswahl ist auch das Angebot aktueller Jugendliteratur zu beachten.“[2]. Auβerdem wird eine Auseinandersetzung mit dem Mittelalter nahe gelegt, wodurch das „Vertrautwerden mit Stoffen des Mittelalters, auch in jugendgemäβer Bearbeitung“[3] erfolgen soll. So ist es nur naheliegend, dass man als Deutschlehrer idealerweise ein historisches Jugendbuch im Unterricht behandeln sollte, um all diesen Anforderungen entgegenzukommen.

Daher soll in dieser Arbeit das Buch Im Schatten des schwarzen Todes von Harald Parigger vorgestellt werden, anhand dessen ein Unterrichtsvorschlag und eine Unterrichtssequenz dargestellt werden. Auβerdem wird noch ein Ausschnitt aus dem Buch Der Fluch von Waldtraut Lewin mit einbezogen im Rahmen einer Unterrichtsstunde. Des weiteren wird aufgezeigt, warum gerade dieses Buch sich für die Jahrgangsstufe 7 an bayerischen Gymnasien eignet.

2) Im Schatten des schwarzen Todes von Harald Parigger im Unterricht

Das historische Jugendbuch Im Schatten des schwarzen Todes von Harald Parigger eignet sich gut als Lektüre für die 7. Gymnasialklasse. Zur Verdeutlichung des pädagogischen Wertes dieses Buches und zum besseren Verständnis der Unterrichtsvorschläge soll hier zunächst auf den Inhalt eingegangen werden, anschlieβend sollen zwei Stundenentwürfe näher ausgeführt werden und die gesamte Unterrichtssequenz dargestellt werden.

2.1) Buchinhalt

Das Buch handelt von der Pest und ihrer Verbreitung. Zunächst wird dargestellt, wie die Pest in Kaffa ausbricht und Flüchtlinge mit Schiffen diese nach Europa brachten.

Es gibt drei Hauptpersonen, die der wütenden Pest auf ihre Weise begegnen.

Einerseits ist da der fünfzehnjährige Thomas, Klosternovize und Lehrling des Pater Medicus. Seine erste Begegnung mit der Pest hat er, als ein alter Mann auf seiner Flucht vor der Pest im Kloster landet und die Krankheit dort ausbricht. So bekämpft er zunächst mit den Möglichkeiten und Kenntnissen der damaligen

Medizin die Krankheit und scheitert kläglich. Daher verlässt er als einziger Überlebender in seiner Einsamkeit

das Kloster und macht sich auf zur elterlichen Burg, wo er allerdings nicht eingelassen wird, aus Furcht vor dem schwarzen Tod. Unterwegs begegnet er einem alten Pilger, der ihm dieselbe philosophische Lehre erteilt, die er zuvor schon einmal von seinem Lehrmeister vernommen hatte. Diesmal aber geht diese ihm in ihrer Reimform als Lied nicht mehr aus dem Sinn:

Ich bin und weiβ nicht, wer,

ich komm und weiβ nicht, woher,

ich fahr und weiβ nicht, wohin,

mich wundert, dass ich so fröhlich bin.[4]

So flieht er fortan vor der tödlichen Krankheit, verrät seine bis dahin geltenden Prinzipien und wird Anführer einer kleinen Bande von drei Jungen, mit denen er mal raubend und plündern, mal arbeitend durch das Land zieht. Diesen Lebensstil verfolgt er, bis er wieder einmal auf die Pest trifft, die alle Bewohner eines kleinen Gehöfts dahin gerafft hatte. Seine Gefährten wollen die Toten berauben und Thomas verhindert dies, wodurch er wiederum alleine zurückbleibt. Hilflos und verloren lässt er sich auf einem Boot schlafend den nahe liegenden Bach entlang treiben, bis er nach seinem Erwachen wieder an Land geht und auf eine Geiβlertruppe trifft. Der Anführer und die Philosophie dieser Sekte, nämlich dass die Pest als Strafe Gottes für die Sünden der Menschheit sich durch die Buβe der Geiβelung besiegen lieβe, imponieren Thomas derart, dass er sich der Sekte anschlieβt und mit ihnen nach Mainz zieht. Dort will die Sekte die Pest durch ihre Buβen vertreiben, jedoch sterben auch die Geiβler dort und viele fliehen. Nur Thomas bleibt um zu helfen.

Des weiteren gibt es noch den sechzehnjährigen David, einen Judenjungen aus Basel, der am Sterbebett seines Groβvaters verspricht, das Buch „Die zusammenfassende Abhandlung über die Seuche“[5] von Shabatai zu dem befreundeten Arzt Abraham ben Meir nach Mainz zu bringen. Er will nämlich nicht vor dem vom Groβvater prophezeiten Hass der Menschen auf die Juden als Schuldige an der Pest fliehen, sondern etwas dagegen unternehmen. David und sein Weggefährte Josua werden unterwegs beraubt und trennen sie sich zur Verfolgung des Täters. Als David in einer Schenke den Räuber entdeckt, trifft er auf Elisabeth, die ihm hilft, seine Sachen wieder zu bekommen.

Elisabeth ist die dritte Hauptperson. Zusammen mit David macht sie sich auf nach Mainz um das Buch dort abzuliefern. Selbst als ein Reiter ihnen begegnet, der ihnen rät, sich von Mainz fern zu halten, da dort die Pesthölle herrsche, weigert Elisabeth sich, drauβen auf David zu warten. In Mainz werden die beiden gastfreundlich von Abraham ben Meir aufgenommen. Dort wird durch das Lesen des Buches deutlich, wie man gegen die Pest wirksam vorgehen könnte, aber obwohl Abraham die Thesen zum Teil bestätigen kann, will er nichts dagegen tun, weil er als Jude kein Gehör finden würde. Nach einigen Überredungskünsten von David und Elisabeth erklärt er sich allerdings doch bereit, das Anliegen einem angesehen christlichen Kollegen vorzutragen, Heinrich Salzkestner. Dieser jedoch tut den Inhalt des Buches als Unsinn ab und argumentiert mit dem Gutachten der Pariser Fakultät, das besagt, dass durch die augenblickliche ungünstige Konstellation der Planeten Jupiter, Mars und Saturn giftige Dämpfe freigesetzt würden, die auf die Erde gelangt als Giftstoffe eingeatmet die Organe zerstören sollten. Der Atem der Kranken führe dann zu einer noch schnelleren Verbreitung. Daher glaubt er nicht an die Wirkung der im Buch vorgeschlagenen Präventions- und Behandlungsmaβnahmen der Pest und ist erst auf Zusprache von Elisabeth bereit, es sich noch einmal zu überlegen, wozu er um spätere Rückkehr bittet.

[...]


[1] Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Lehrplan für das Gymnasium in Bayern. 7 Deutsch. www.isb-gym8-lehrplan.de/contentserv/3.1/g8.de/index.php?StoryID=26291.

[2] Ebd.

[3] Ebd.

[4] Harald Parigger. Im Schatt e n des schwarzen To des. Ulm: 2005. S.77.

[5] Ebd. S.89.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Im Schatten des Schwarzen Todes von Harald Parigger
Untertitel
Ein historisches Jugendbuch als Vorschlag einer Schullektüre für die 7. Jahrgangsstufe
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Department für Germanistik, Komparatistik, Nordistik)
Veranstaltung
Das Mittelalter im Jugendbuch
Note
2
Autor
Jahr
2006
Seiten
23
Katalognummer
V86459
ISBN (eBook)
9783638021104
ISBN (Buch)
9783638921497
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es wird sowohl der Inhalt des Buches behandelt, als auch der didaktische Wert des Buches für den Deutschunterricht.
Schlagworte
Schatten, Schwarzen, Todes, Harald, Parigger, Mittelalter, Jugendbuch
Arbeit zitieren
Anuschka Burkhardt (Autor), 2006, Im Schatten des Schwarzen Todes von Harald Parigger, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86459

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