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Vergleich von direktdemokratischen Elementen in ausgewählten Staaten Osteuropas

Title: Vergleich von direktdemokratischen Elementen in ausgewählten Staaten Osteuropas

Term Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Johannes Richter (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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In der Bundesrepublik Deutschland sucht man Volksabstimmungen vergeblich. Auf Bundesebene sind keine direktdemokratischen Elemente zu finden. Ledeglich im Falle, einer territorialen Neugliederung des Bundesgebietes würde es zu einem Plebiszit in Deutschland kommen. Nach einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 1999 befürworten jedoch 70% der deutschen Bevölkerung ein Volksbegehren und Volksentscheide auf Bundesebene (vgl. Jung/Knemeyer 2001: 35.). Zwar bemühen sich die Abgeordneten des Deutschen Bundestages immer wieder aufs Neue, direktdemokratische Elemente in der Verfassung festzuschreiben, bis jetzt scheiterte es aber immer an der zwei Drittel Mehrheit im Parlament. Andere Staaten, allen voran die Schweiz, bieten im demokratischen Prozess bedeutend mehr Volksbeteiligungsmöglichkeiten an. Damit nimmt Deutschland im europäischen Vergleich eine hintere Position ein.
„In der Zeit zwischen 1990 und 2000 hat sich die Zahl der nationalen Volksabstimmungen gegenüber dem vorhergehenden Jahrzehnt beinahe verdoppelt. Die meisten der 405 registrierten gesamtstaatlichen Referenden fanden dabei in Europa statt (248) […].“ (Batt 2006: 10.) Eine interessante Tatsache, welche mich auf den Gedanken brachte, etwas genauer hinzuschauen. In besonderer Weise will ich die Länder Osteuropas unter die Lupe nehmen. Es existieren viele Vergleiche und Analysen über direkte Demokratie, der Staaten Westeuropas und den Vereinigten Staaten von Amerika. Doch wie sieht es bei unseren Nachbarn im Osten aus? – Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entstanden viele neue Staaten mit völlig umgearbeiteten Verfassungen. – Europa wächst zusammen, doch kaum jemand weiss, wie es in den spezifischen Politikbereichen der politischen Systeme Osteuropas aussieht. Nicht zuletzt nach der Erweiterung der Europäischen Union in den Jahren 2004 und 2007 gelangen die im Osten von Deutschland gelegen Staaten in den Fokus der gesamteuropäischen Politik. Des Weiteren ist es interessant, gerade direktdemokratische Elemente von politischen Systemen zu untersuchen, da „wohl nur wenige Politikinstrumente innerhalb des Formenreichtums repräsentativer Demokratien [.] über eine so widersprüchliche gefärbte Rezeption [verfügen], wie dies gegenüber Politikinstrumenten direkter Demokratie bis heute festgestellt werden kann.“ (Luthardt 1994: 15.)
Ich habe mir für diese Arbeit die Fragen gestellt, was für direktdemokratische Elemente die verschiedenen politischen Systeme Osteuropas besitzen, insbesondere die der Europäischen Union? Gibt es größere Unterschiede zwischen den verschieden Staaten? Und in wieweit werden diese Partizipationsmöglichkeiten genutzt? Diese Hausarbeit soll dazu beitragen, Systemkenntnis zu vermitteln und die Augen für den „Nachbarn im Osten“ zu öffnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgehen und Erklärungen zur Bearbeitung des Themas

3. Direktdemokratische Elemente in den Staaten Osteuropas

3.1 Direktdemokratische Elemente in Polen

3.2 Direktdemokratische Elemente in Ungarn

3.3 Direktdemokratische Elemente in Tschechien

3.4 Direktdemokratische Elemente in Litauen

3.5 Direktdemokratische Elemente in Lettland

3.6 Direktdemokratische Elemente in der Slowakei

3.7 Direktdemokratische Elemente in Estland

3.8 Direktdemokratische Elemente in Slowenien

3.9 Direktdemokratische Elemente in Zypern

3.10 Direktdemokratische Elemente in Rumänien

3.11 Direktdemokratische Elemente in Bulgarien

4. Zusammenfassung

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die direktdemokratischen Elemente in ausgewählten osteuropäischen Staaten der Europäischen Union zu analysieren, um ein tieferes Verständnis für deren politische Systeme und Partizipationsmöglichkeiten zu gewinnen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche spezifischen direktdemokratischen Instrumente in diesen Staaten existieren, wie sich diese zwischen den einzelnen Ländern unterscheiden und in welchem Maße sie von der Bevölkerung genutzt werden.

  • Vergleich direktdemokratischer Instrumente (Initiativen, Referenden, Plebiszite) in elf osteuropäischen EU-Staaten.
  • Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen und Hürden für Bürgerbeteiligung, insbesondere Abstimmungs- und Zustimmungsquoren.
  • Untersuchung des Einflusses von Tradition und Verfassungsgeschichte auf die Ausgestaltung direktdemokratischer Elemente.
  • Betrachtung der praktischen Anwendung dieser Instrumente anhand von Fallbeispielen, insbesondere bei Referenden zum EU-Beitritt.

Auszug aus dem Buch

3.1 Direkt Demokratische Elemente in Polen

In Polen wurde im Juni 1995 ein „Gesetz über ein Referendum“ verabschiedet. Dieses gewährt allen Staatsbürgern, auch den polnischen Landsleuten im Ausland, an Abstimmungen zu Verfassungsreferenden teilzunehmen.

Die polnischen Stimmbürger besitzen die Möglichkeit, mit einer Initiative von 100.000 Unterschriften einen Gesetzesentwurf einzubringen.

500.000 wahlberechtigte Bürger Polens können ein fakultatives Referendum anstrengen, jedoch muss dieses nicht zwingend vom Sejm (polnisches Parlament) umgesetzt werden. Ein obligatorisches Referendum ist in Polen nicht vorgesehen.

Der Sejm besitzt die Möglichkeit, „in Angelegenheiten von besonderer Bedeutung für den Staat“ (Art. 125 Abs. 1 Verf.) mit der Zustimmung einer absoluten Mehrheit der Abgeordneten (bei Anwesenheit von mindestens 50% der Abgeordneten) ein Plebiszit anzuordnen. Ebenso kann dies der polnische Staatspräsident mit der Zustimmung der absoluten Mehrheit (bei Anwesenheit von mindestens 50% der Abgeordneten) des polnischen Senats. Des Weiteren besitzt die Regierung oder der Senat durch einen Beschluss die Möglichkeit, ein Plebiszit zu initiieren. Über dessen Durchführung entscheidet jedoch, wie beim fakultativen Referendum, der Sejm.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Abwesenheit direktdemokratischer Elemente auf Bundesebene in Deutschland und führt in das Untersuchungsziel ein, die politischen Systeme osteuropäischer Staaten in dieser Hinsicht zu vergleichen.

2. Vorgehen und Erklärungen zur Bearbeitung des Themas: Das Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise mittels Sekundärliteraturanalyse sowie die Auswahl der elf untersuchten politischen Systeme und definiert die verwendeten analytischen Kategorien.

3. Direktdemokratische Elemente in den Staaten Osteuropas: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die direktdemokratischen Instrumente, Quoren und praktischen Erfahrungen in den elf ausgewählten osteuropäischen EU-Staaten.

4. Zusammenfassung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass zwar alle untersuchten Staaten über direktdemokratische Elemente verfügen, diese jedoch aufgrund hoher Hürden und politischer Traditionen selten erfolgreich oder von untergeordneter Bedeutung sind.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Bevölkerung mit der aktiven Nutzung direktdemokratischer Instrumente Schwierigkeiten hat und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Verfassungsgeschichte und dem politischen Demokratieverständnis.

Schlüsselwörter

Direkte Demokratie, Osteuropa, Referendum, Volksabstimmung, Plebiszit, Bürgerbeteiligung, politische Systeme, EU-Beitritt, Verfassung, Initiative, Abstimmungsquorum, Politikinstrumente, Partizipation, Repräsentative Demokratie, Sejm

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einem rechtsvergleichenden Überblick über direktdemokratische Elemente innerhalb der politischen Systeme ausgewählter osteuropäischer Staaten, die Mitglieder der Europäischen Union sind.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung abgedeckt?

Die Arbeit thematisiert die existierenden direktdemokratischen Instrumente wie Referenden, Initiativen und Plebiszite sowie die rechtlichen Grenzen und Voraussetzungen für deren Anwendung in den jeweiligen Ländern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist die Systemkenntnis über die Partizipationsmöglichkeiten der Bürger in diesen Ländern zu erweitern, wobei untersucht wird, welche Instrumente existieren, wie sie sich unterscheiden und wie intensiv sie genutzt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse von Sekundärliteratur und verfassungsrechtlichen Bestimmungen der untersuchten Länder.

Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine länderweise detaillierte Aufarbeitung der direktdemokratischen Elemente für Polen, Ungarn, Tschechien, Litauen, Lettland, Slowakei, Estland, Slowenien, Zypern, Rumänien und Bulgarien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt der Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Direkte Demokratie, Osteuropa, Referendum, Bürgerbeteiligung, politische Systeme und Verfassungsrecht geprägt.

Welche Rolle spielen die EU-Beitrittsreferenden in der Analyse?

Die Referenden zum EU-Beitritt dienen als Fallbeispiele für die praktische Anwendung direktdemokratischer Elemente, da sie in fast allen untersuchten Staaten stattfanden und eine vergleichbare Datenbasis bieten.

Warum schneiden viele Initiativen und Referenden in den untersuchten Staaten in der Praxis schlecht ab?

Laut der Untersuchung scheitern viele Initiativen an sehr hohen gesetzlichen Hürden wie Beteiligungs- und Zustimmungsquoren sowie an einer politischen Kultur, in der das wahlberechtigte Volk oft nur eine untergeordnete Rolle spielt.

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Details

Title
Vergleich von direktdemokratischen Elementen in ausgewählten Staaten Osteuropas
College
Dresden Technical University
Grade
2,7
Author
Johannes Richter (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V86468
ISBN (eBook)
9783638021128
Language
German
Tags
Vergleich Elementen Staaten Osteuropas europa demokratie direkt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Richter (Author), 2007, Vergleich von direktdemokratischen Elementen in ausgewählten Staaten Osteuropas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86468
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