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Geschlechtsidentität von Frauen - Entwicklung und Folgen

Title: Geschlechtsidentität von Frauen - Entwicklung und Folgen

Seminar Paper , 2007 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Johannes Richter (Author)

Sociology - Relationships and Family
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„Hausarbeit ist Menschenarbeit und nicht Frauenarbeit.“ (Alice Schwarzer – Feministin) Eine interessante These, welche Frau Schwarzer in den Raum stellt. Sie setzt damit einen Punkt in einer weitreichenden Diskussion. Hat sich das Bild von der Hausfrau und Mutter gewendet? Wie sehen wir die Frau von heute? Manche sehen es wahrscheinlich gerne, wenn es eine klare Trennlinie zwischen den Geschlechtern gibt, doch verwischt diese nicht zunehmend? – Die heutige Frau ist emanzipiert. Immer mehr Frauen drängen in die Chefetagen und versuchen, die Karriere zu ihrem Lebensmittelpunkt zu definieren. Die Familie und der Haushalt sind für Frauen nicht mehr der Dreh- und Angelpunkt in der heutigen Gesellschaft. Oder vielleicht doch?
Die Gesellschaft hat sich spätestens mit dem Einsetzen des Industriezeitalters grundlegend verändert. Mit den einhergehenden sozialen Veränderungen blieb auch die Identitätskategorie – Geschlecht – von den gesellschaftlichen Umbrüchen und politischen Bewegungen der letzten Jahrzehnte nicht verschont. (vgl. Eickelpisch/Rademacher (Hrsg.) 2004: 94.) Allen voran die westlichen Staaten sprachen den Frauen immer mehr Grundrechte zu. Das Wahlrecht für Frauen als ein enorm wichtiger Schritt im Gleichstellungsprozess wurde in vielen Staaten eingeführt (In Deutschland geschah dies im Jahr 1918.). Nach dem zweiten Weltkrieg kam den Frauen eine wichtige Aufgabe zu. Als so genannte „Trümmerfrauen“ sorgten sie für einen schnellen Aufbau des zerstörten Deutschlands. Frauen nahmen die Positionen der Männer ein, welche im Krieg an der Front gefallen waren oder noch in Kriegsgefangenschaft saßen. Auch in den Folgejahren des Krieges waren immer mehr Frauen im Berufsleben zu finden. Obwohl die Quote der erwerbstätigen Frauen im damaligen Osten Deutschlands mit 80,9 % viel höher war als im Westen (46,2 % - gemessen 1970), ist ein genereller Anstieg seit 1950 erkennbar. (Vgl. Tabelle Joas (Hrsg.) 2007: 301.) Des Weiteren ist zu beobachten, dass heute immer mehr Frauen einen universitären oder anderen, gleichwertigen Abschluss machen. Mittlerweile ist gut die Hälfte der Absolventen an Hochschulen weiblich. Diese Zahl nimmt jedoch bei den Habilitationen (23%) und Professorenstellen höchster Besoldungsstufe (9%) rapide ab. (Vgl. Statistisches Bundesamt 2006: 64ff.)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschlechtsidentität von Frauen

2.1 Allgemeines und Definitionen

2.2 Die Definitionsebenen zum Aufbau einer Geschlechtsidentität

2.3 Geschichtlicher Abriss der Entwicklung der Gesellschaft und des Frauenbildes

2.4 Ontogenese der Geschlechtsidentität

2.5 Probleme bei der Findung einer eigenen unvoreingenommenen Identität

2.6 Geschlechtsidentitäten von Frauen in der heutigen Zeit

2.6.1 Ein Überblick

2.6.2 Konsequenzen

2.6.3 Ausblick

3. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Wandel der Geschlechtsidentität von Frauen in der Bundesrepublik Deutschland, beleuchtet die damit verbundenen gesellschaftlichen und individuellen Herausforderungen und analysiert das Spannungsfeld zwischen traditionellen Rollenbildern und modernen Emanzipationsbestrebungen.

  • Biologische, soziale und individuelle Definitionsebenen der Geschlechtsidentität
  • Historische Entwicklung des Frauenbildes und der gesellschaftlichen Rolle
  • Prozesse der Ontogenese der Geschlechtsidentität im Kindes- und Jugendalter
  • Problematiken der Identitätsfindung im Kontext von Bildung und Erwerbsleben
  • Einfluss politischer Rahmenbedingungen auf die Geschlechtergleichstellung

Auszug aus dem Buch

2.4 Ontogenese der Geschlechtsidentität

Bei der Ausprägung hin zu einer bestimmten Geschlechtsidentität kann von einem Prozess gesprochen werden, welcher sich über eine definierte Zeitspanne erstreckt. Dabei ist zu beachten, dass „Aufbau und Veränderung der Geschlechtsidentität – bzw. genauer: ihre verschiedenen Komponenten – [.] überindividuell gültigen Entwicklungssequenzen [folgen]. Allerdings treten hinsichtlich der Entwicklungsgeschwindigkeit und der Ausprägung der einzelnen Identitätskomponenten teilweise erhebliche interindividuelle Differenzen auf.“ (Trautner 1987: 33.) Deshalb ist das hier dargestellte Modell pauschalisiert und kann nicht auf jedes weibliche (männliche) Geschlecht eins zu eins übertragen werden.

Die erste Unterscheidung zwischen sich selbst und anderen menschlichen Individuen setzt bei Neugeborenen schon in den ersten drei Lebensmonaten ein. Des Weiteren kann das Kind sehr schnell eine Unterscheidung in männlich oder weiblich (erkennbar vor allem durch Haartracht, Kleidung und Stimme.) für die Personen seiner Umwelt und der näheren Umgebung vornehmen. Besonders die soziale Betonung des Geschlechts ist für das Kind ausschlaggebend bei der Findung der eigenen Geschlechtsidentität. Von großer Bedeutung sind dabei die sozialen Reaktionen der Eltern, welche je nach Geschlecht anders auf das kindliche Verhalten reagieren. Das Kleinkind hat allerdings im Alter von zwei bis drei Jahren noch einen sehr eingeschränkten Begriff von Geschlechtsidentität. „Es fehlt in diesem Alter noch das Verständnis der Konstanz des Geschlechts über die Zeit unabhängig von Wünschen oder Veränderungen des äußeren Erscheinungsbildes.“ (Trautner 1987: 33.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Wandel des Frauenbildes im historischen Kontext und skizziert die Fragestellung bezüglich der Identitätsfindung von Frauen in der heutigen Gesellschaft.

2. Geschlechtsidentität von Frauen: Dieses Kapitel analysiert theoretische Definitionen, die historische Entwicklung, die ontogenetische Entwicklung der Identität sowie aktuelle Problemlagen und Tendenzen der Geschlechterrollen.

3. Zusammenfassung: Das Fazit resümiert, dass die Geschlechtsidentität stark durch soziale und individuelle Faktoren geprägt wird und die Vereinbarkeit von Karriere und Familie weiterhin eine zentrale Herausforderung darstellt.

Schlüsselwörter

Geschlechtsidentität, Frauenbild, Emanzipation, Geschlechterrolle, Sozialisation, Identitätsfindung, Rollenkonflikt, Arbeitswelt, Gleichberechtigung, Ontogenese, Familienmodell, Sozialwissenschaft, Erziehung, Geschlechterforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den Folgen der Geschlechtsidentität von Frauen in der heutigen deutschen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Geschlechtsidentität, deren Entwicklung während der Kindheit und Jugend sowie die Einflüsse von Gesellschaft, Politik und Arbeitswelt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Wandel des Frauenbildes zu analysieren und aufzuzeigen, welche Faktoren den Frauen die Ausbildung einer eigenen Geschlechtsidentität unter den heutigen Bedingungen ermöglichen oder erschweren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene soziologische und entwicklungspsychologische Theorien und empirische Befunde miteinander verknüpft.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil behandelt neben den Definitionsebenen der Geschlechtsidentität den historischen Wandel des Frauenbildes, die Ontogenese der Geschlechtsidentität sowie aktuelle Herausforderungen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Geschlechtsidentität, Rollenkonflikt, Emanzipation, Sozialisation und Gleichberechtigung.

Warum wird im Text betont, dass die Geschlechtsidentität im Kindesalter resistent gegen Änderungen wird?

Es wird verdeutlicht, dass Kinder frühzeitig Geschlechterkonstanz erlernen, was dazu führt, dass sich die Geschlechtsidentität festigt und nachfolgende gesellschaftliche Einflüsse diesen Kern nur noch schwer grundlegend verändern können.

Welche Rolle spielt die Politik bei der Identitätsfindung der Frau?

Die Politik wirkt durch Rahmenbedingungen wie das Steuersystem oder die Ausgestaltung von Elterngeld mit, was laut Autorin oft dazu führt, dass traditionelle Rollenmuster eher unterstützt als aufgebrochen werden.

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Details

Title
Geschlechtsidentität von Frauen - Entwicklung und Folgen
College
Dresden Technical University
Grade
1,3
Author
Johannes Richter (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V86470
ISBN (eBook)
9783638021135
ISBN (Book)
9783640710416
Language
German
Tags
Geschlechtsidentität Frauen Entwicklung Folgen identität soziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Richter (Author), 2007, Geschlechtsidentität von Frauen - Entwicklung und Folgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86470
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