Mobbing ist nicht nur ein Thema, das uns immer häufiger in den Medien begegnet. In jedem Betrieb, in jeder Abteilung wird getuschelt, gehänselt, schikaniert, werden Gerüchte verbreitet und viele andere Angriffe auf die Persönlichkeit vorgenommen. Mittlerweile glaubt fast jeder zu wissen, worum es bei Mobbing geht. Und viele Menschen denken, selbst schon mal betroffen gewesen zu sein oder zumindest Mobbing beobachtet zu haben.
Ziel dieser Ausarbeitung ist es, Antworten auf die folgenden Fragen zu bekommen: Was genau ist unter Mobbing zu verstehen, warum kommt es zu Mobbing-Handlungen, in welcher Form treten diese Aktivitäten auf, welche Auswirkungen hat Mobbing und was kann man gegen Mobbing unternehmen?
Inhaltsverzeichnis
1 Ziele der Arbeit
2 Was ist Mobbing?
2.1 Definition und Abgrenzung zu verwandten Begriffen
2.2 Ursachen von Mobbing
2.4 Auswirkungen von Mobbing
3 Stand der Mobbingforschung
3.1 Verbreitung von Mobbing
3.2 Charakteristika von Mobbing-Betroffenen
3.3 Charakteristika der Mobber
4 Handlungsmöglichkeiten
4.1 Mobbing-Prävention
4.2 Mobbing-Intervention
4.3 Beratung und Behandlung von Mobbing-Opfern
5 Rechtsprechung und Politik
5.1 Rechtsgrundlagen
5.2 Gerichtsurteile
6 Eigene Untersuchungen
6.1 Interviews
6.2 Ergebnis
7 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen Mobbing am Arbeitsplatz, um dessen Entstehung, Erscheinungsformen sowie Auswirkungen auf Betroffene, Betriebe und die Gesellschaft zu analysieren und Handlungsoptionen zur Prävention und Intervention aufzuzeigen.
- Definition und begriffliche Abgrenzung von Mobbing
- Ursachenanalyse auf betrieblicher und gesellschaftlicher Ebene
- Methoden und Auswirkungen von Mobbing
- Präventions- und Interventionsmöglichkeiten für Unternehmen und Betroffene
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Fallbeispiele
Auszug aus dem Buch
2.2 Ursachen von Mobbing
Grundsätzlich entwickelt sich Mobbing aus einem Konflikt heraus. Ohne Konflikte gäbe es auch kein Mobbing. Unternehmen streben eine störungsfreie Produktion an, die wirtschaftlich läuft. Entsteht eine Situation, die von dieser Normalität abweicht, taucht ein Problem auf. Um das Problem zu lösen, müssen die Ursachen aufgespürt, analysiert und Lösungsvorschläge erarbeitet werden. Dieses rationale Problemlösungsverhalten ist nichts Natürliches für uns Menschen, jedenfalls nicht im kollektiven Prozess. So etwas muss erlernt werden. Ist das entsprechende Wissen nicht vorhanden, besteht ein Risiko: Die Probleme können personifiziert werden, auch wenn sie mit dem einzelnen Menschen gar nichts zu tun haben. Fehlt es an der Ressource Problemlösungsfähigkeit, entsteht ein Konflikt. Beim Konflikt geht es um verschiedene Meinungen, die aufeinanderprallen. Sollten die Menschen in diesem Konflikt der Meinung sein, sie hätten die einzige richtige Lösung, gibt es keinen Weg zu einem Kompromiss. Das Risiko, dass der Arbeitszusammenhang zusammenbricht, ist groß. In diesem destruktiven Prozess kann der einzelne Mensch leicht zum Sündenbock werden und damit zum Mobbing-Opfer (vgl. LEYMANN 2006, 129 f.).
Betriebliche Ursachen sind denkbar, wenn sich die betrieblichen Rahmenbedingungen ungünstig für die Mitarbeiter gestalten. Dazu zählen schlechte Umgebungsbedingungen wie Lärm, Temperatur, Schmutz oder Unfallgefahr. Aber auch festgefahrene Organisationsstrukturen, die sich durch eine steile Hierarchie und durch starke Kontrolle und Fremdbestimmtheit ausdrücken, erhöhen das Konfliktpotenzial. Je stärker die Mitarbeiter kontrolliert werden, desto geringer wird ihr persönlicher Handlungs- und Entscheidungsspielraum und die Motivation lässt nach. Das Gefühl, die Arbeitssituationen aktiv gestalten zu können, geht verloren, stattdessen verstärkt sich der Eindruck, „Dienst nach Vorschrift“ leisten zu müssen. Daraus können Anspannungen, Belastungsgefühle und Aggressionen resultieren, die sich auf die Ebenen des zwischenmenschlichen Bereiches verlagern können. In einem solchen Arbeitsklima kann Mobbing die Folge einer zu stark regulierenden und restriktiven Firmenpolitik sein (vgl. KOLODEJ 2005, 56 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ziele der Arbeit: Einführung in das Thema anhand eines Praxisbeispiels sowie Formulierung der zentralen Forschungsfragen zur Definition, Entstehung und Bewältigung von Mobbing.
2 Was ist Mobbing?: Theoretische Herleitung des Begriffs und Abgrenzung zu verwandten Phänomenen wie Diskriminierung, sowie Analyse der betrieblichen und gesellschaftlichen Ursachen.
3 Stand der Mobbingforschung: Darstellung der Verbreitung von Mobbing in Deutschland sowie Untersuchung spezifischer Charakteristika von Mobbing-Betroffenen und Mobbern.
4 Handlungsmöglichkeiten: Erläuterung präventiver Strategien sowie möglicher Interventionen für Betroffene und Unternehmen, inklusive juristischer und therapeutischer Aspekte.
5 Rechtsprechung und Politik: Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen bei Mobbing-Aktivitäten sowie Auflistung wichtiger Gerichtsurteile und politischer Lösungsansätze.
6 Eigene Untersuchungen: Qualitative Analyse durch geführte Interviews, die als Grundlage für die Identifikation von Motiven der Mobber und Coaching-Möglichkeiten dient.
7 Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Ergebnisse mit Fokus auf die Notwendigkeit der Integration von Mobbing-Prävention in die Unternehmenskultur.
Schlüsselwörter
Mobbing, Psychoterror, Arbeitsplatz, Konfliktmanagement, Mobbing-Prävention, Mobbing-Intervention, Betriebsklima, Arbeitsrecht, Fehlzeiten, Leistungsmotivation, Coaching, Führungskräfte, Mobbing-Opfer, Diskriminierung, soziale Ausgrenzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit dem Phänomen Mobbing am Arbeitsplatz, seiner Entstehung, seinen Auswirkungen und Möglichkeiten zur Bewältigung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Definition von Mobbing, die Analyse von Ursachen, die Verbreitung, Auswirkungen auf verschiedene Ebenen sowie rechtliche und präventive Handlungsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für Mobbing zu entwickeln und Antworten auf die Fragen zu finden, was Mobbing ist, warum es auftritt, welche Folgen es hat und wie man dagegen vorgehen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer eigenen Untersuchung in Form von qualitativen Interviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil deckt den Stand der Forschung, betriebliche und gesellschaftliche Ursachen, Möglichkeiten zur Prävention und Intervention sowie rechtliche Aspekte ab.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Psychoterror, Betriebsklima, Konfliktmanagement, Mobbing-Prävention, soziale Ausgrenzung und betriebliche Gesundheitsförderung.
Welche Rolle spielt Neid bei Mobbing-Handlungen laut den eigenen Untersuchungen?
Die Interviews ergaben, dass Neid auf fachliche Kompetenz, positive Ausstrahlung oder Erfolg einer der Hauptbeweggründe für Mobber ist.
Warum ist die Rolle der Führungskräfte so entscheidend?
Führungskräfte tragen die Verantwortung für das Betriebsklima; sie müssen Respekt einfordern, Regeln zur Konfliktlösung etablieren und frühzeitig bei Anzeichen von Mobbing intervenieren.
- Arbeit zitieren
- Harry Heinemann (Autor:in), 2007, Mobbing am Arbeitsplatz. Definition, Ursachen und Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86531