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Dimensionen kirchlicher Macht in "La Regenta" von Leopoldo Alas

Title: Dimensionen kirchlicher Macht in "La Regenta" von Leopoldo Alas

Seminar Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: B.A. Maria Rieder (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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„La Regenta es un rechazo absoluto del vivir español contemporáneo con el que Alas estaba en disconformidad; una muestra de su degradación e insignificancia y una elusiva aspiración a modificarle algún día (…) nos muestra: así se vive en la provincia española”
Wie dieses Zitat zeigt, war Clarín anscheinend mit den Lebensumständen speziell in der Provinz, wo er auch zu Hause war, nicht zufrieden. Er lebte in einem Spanien, das stark konservativ und klerikal war und in dem der Katholizismus eine dominante Rolle spielte. In der Stadt Vetusta seines Romans „La Regenta“ beschreibt er eine Provinzstadt des 19. Jahrhunderts, die noch nicht sehr von der Industrialisierung eingeholt worden war. Die Aristokratie hatte noch ihren festen Platz in der Gesellschaft, aber die Anfänge des aufstrebenden Bürgertums waren schon zu spüren. Der Klerus war sozusagen die Lunge, durch die die Stadt atmete, die das soziale Leben der Stadt regelte und auf die Leute moralischen Einfluss hatte.
Clarín war keinesfalls antiklerikal eingestellt. Er war selber katholisch erzogen worden und konnte, trotz des Einflusses von positivistischen und materiellen Strömungen auf ihn, nicht aus seiner christlich-ethischen Erziehung ausbrechen. Er war nicht gegen die Religion, sondern kritisierte in seinem Roman vielmehr, wie sich die Kirche als Institution verhielt. Der Klerus war für ihn viel zu sehr in weltliche Angelegenheiten verstrickt, wobei die eigentliche Lehre, die eigentlichen Prinzipien des christlichen Glaubens immer mehr in den Hintergrund rückten. Er spricht von Korruption und Verschwörung, von Machtsucht und Geiz unter den Klerikern, aber vor allem von dem unbändigen Einfluss, den die Kirche auf die Bevölkerung hatte, und den sie auch oftmals ausnutzte.
Um diese Kritik am Besten auszudrücken, wählte Clarín die Gattung des Romans. Gerade in der Zeit des Realismus eignete sich der Roman sehr gut zur Gesellschaftskritik. Inwiefern dies zutrifft möchte ich in meinen Ausführungen behandeln und dabei untersuchen, auf welchen Ebenen und mit welchen Mitteln sich der Einfluss der Kirche zeigte. Ich werde hierbei sowohl auf die materielle, als auch auf die soziale, sowie auf die psychologische Dimension eingehen, um am Schluss die Frage zu beantworten, warum sich der realistische Roman besonders gut zur Gesellschaftskritik eignete.

Excerpt


Gliederung

A Einleitung

B Mittel kirchlicher Machtausübung

1. Einfluss in materieller Hinsicht

1.1 Der Wohlstand der Kirche

1.2 Kirchliche Geschäfte

2. Macht und Kontrolle

2.1 Don Restituto Mourelo und Don Custodio

2.2 Don Fermín und sein Machtstreben

3. Einfluss auf Lebensführung und Gesinnung

3.1. Schicksalsbestimmung durch den Klerus

3.2 Der Einfluss auf Nichtchristen

4. Die Kirche als Mittelpunkt des Lebens und des sozialen Prestiges

4.1 Schauplatz Kirche

4.2 Christliche Feiertage als soziales Event

4.3. Christlichkeit als Bezeugung des Ansehens

4.4. Scheinheiligkeit bei Laien und Klerikern

5. Der psychisch-moralische Druck der Kirche

5.1 Die Bedeutung der Beichte

5.2 Die Macht der Sprache

5.3 Mystizismus

5.4 Einfluss der Kirche auf Körper und Seele

6. Der Roman als Mittel für Gesellschaftskritik

C Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Kirche als soziale und psychologische Machtinstanz im Roman „La Regenta“ von Leopoldo Alas. Ziel ist es, durch eine Analyse der materiellen, sozialen und psychischen Wirkungsweisen des Klerus in der fiktiven Stadt Vetusta aufzuzeigen, wie der realistische Roman als Instrument der Gesellschaftskritik fungiert.

  • Materielle Machtausübung durch wirtschaftliche Verflechtungen des Klerus.
  • Macht und Kontrolle durch korrupte Hierarchien innerhalb der kirchlichen Organisation.
  • Soziale Dimension: Die Kirche als Zentrum öffentlichen Lebens und Statussymbol.
  • Psychologischer Druck: Die Instrumentalisierung von Beichte, Sprache und Mystizismus.
  • Gesellschaftskritik durch die Gattung des realistischen Romans.

Auszug aus dem Buch

1.1 Der Wohlstand der Kirche

In der Behandlung des Themas, mit welchen Mitteln die Kirche Macht auf die Gesellschaft ausübte, möchte ich zunächst den ökonomisch-materiellen Aspekt beleuchten.

Die lange Beschreibung der Kathedrale weist schon darauf hin, dass die Kirche von zentraler Bedeutung ist. Zusammen mit den umliegenden Gebäuden wie Klöstern und Büros nimmt sie einen großen Teil der Stadt ein, und muss somit einen gewissen Reichtum erlangt haben. Wie kommt es zu diesem Wohlstand der Kirche, oder was sind zumindest ansatzmäßig Gründe dafür? Anhand der Figur des Magistrals Fermín de Pas zeigt Clarín, wie dieser im Laufe seiner Karriere Reichtum durch Simonie und Ausbeutung einzelner Menschen erwirbt. Fermín ist in Bezug auf seine Machtgier einer der am meisten im Roman kritisierten Kirchenmänner. Seit dem Beginn seiner Karriere nutzt er unter der Direktion seiner Mutter Doña Paula jede Chance, an Macht oder Geld zu kommen.

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Darstellung der Ausgangslage in Spanien und Erläuterung des kritischen Blickwinkels von Clarín auf die kirchlichen Institutionen im Roman.

B Mittel kirchlicher Machtausübung: Analyse der verschiedenen Ebenen, auf denen die Kirche Druck auf die Bevölkerung in Vetusta ausübt.

1. Einfluss in materieller Hinsicht: Untersuchung der wirtschaftlichen Macht des Klerus und der finanziellen Ausbeutung durch Personen wie Fermín de Pas.

2. Macht und Kontrolle: Analyse des korrupten Verhaltens innerhalb des Domkapitels und des Machtstrebens hoher Würdenträger.

3. Einfluss auf Lebensführung und Gesinnung: Erörterung der Bevormundung der Gläubigen bei Lebensentscheidungen und dem Umgang mit Atheisten.

4. Die Kirche als Mittelpunkt des Lebens und des sozialen Prestiges: Beschreibung der Kirche als soziales Zentrum, das gesellschaftlichen Status definiert und Scheinheiligkeit fördert.

5. Der psychisch-moralische Druck der Kirche: Untersuchung der Manipulation durch Beichte, Sprache und die induzierten Schuldgefühle bei den Gläubigen.

6. Der Roman als Mittel für Gesellschaftskritik: Begründung, warum sich der realistische Roman zur Darstellung der komplexen gesellschaftlichen Strukturen eignet.

C Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einordnung der Rezeption des Romans sowie der allgegenwärtigen Macht der Kirche im dargestellten Spanien.

Schlüsselwörter

Leopoldo Alas, La Regenta, Klerus, kirchliche Macht, Realismus, Gesellschaftskritik, Vetusta, Fermín de Pas, psychologische Manipulation, Religion, soziale Kontrolle, materielle Ausbeutung, Beichte, Identitätskonflikt, Mystizismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Dimensionen kirchlicher Macht im Roman „La Regenta“ von Leopoldo Alas.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit beleuchtet die materiellen, sozialen und psychologischen Aspekte der Machtausübung durch den Klerus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen Mitteln der Klerus die Gesellschaft in Vetusta beherrschte und warum der realistische Roman hierfür eine ideale kritische Form darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext unter Berücksichtigung von Sekundärliteratur untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung wirtschaftlicher Ausbeutung, korrupter Hierarchien, der sozialen Kontrolle und des massiven psychischen Drucks durch kirchliche Praktiken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Realismus, Kirchenkritik, soziale Kontrolle, psychologische Manipulation und gesellschaftliches Prestige.

Welche Rolle spielt Fermín de Pas innerhalb der kirchlichen Macht?

Er fungiert als zentrale Figur, die durch Simonie, Machtgier und die Manipulation von Vertrauensverhältnissen den Einfluss der Kirche in der Stadt Vetusta festigt.

Inwiefern beeinflusst die Kirche die Identität der Protagonistin Ana?

Durch die Ausnutzung der Beichte und die Induktion von Schuldgefühlen führt die Kirche Ana in einen Identitätskonflikt, der ihre natürliche Persönlichkeit unterdrückt und zu physischen Problemen führt.

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Details

Title
Dimensionen kirchlicher Macht in "La Regenta" von Leopoldo Alas
College
University of Regensburg  (Romanistik)
Course
Der Spanische Realismus
Grade
1,7
Author
B.A. Maria Rieder (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V86582
ISBN (eBook)
9783638021388
ISBN (Book)
9783638923392
Language
German
Tags
Dimensionen Macht Regenta Leopoldo Alas Spanische Realismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Maria Rieder (Author), 2006, Dimensionen kirchlicher Macht in "La Regenta" von Leopoldo Alas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86582
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