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Die Entwicklung der Stieffamilie

Beziehungs- und Alltagsgestaltung im Stieffamiliensystem

Title: Die Entwicklung der Stieffamilie

Term Paper , 1995 , 62 Pages , Grade: 2

Autor:in: Diplom-Pädagoge Ralf-Peter Nungäßer (Author)

Pedagogy - Family Education
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Wer kennt sie nicht, all die Mythen, die sich um die Stiefmütter in Märchen ranken? Die Böse Mutter, die ihren Mann unterjocht und die Kinder des Vaters ablehnt, misshandelt und unterdrückt. Hänsel & Gretel der Gebrüder Grimm ist hierbei nur ein Paradebeispiel. Über all die Jahrhunderte hat sich das Bild der „Bösen Stiefmutter“ etabliert. Erst heute, mit dem Aufkommen von Gleichberechtigung, Emanzipation, Liberalismus und einer sich zunehmend verändernden Familiensoziologie innerhalb der Gesellschaft bröckelt das Bild der einseitig beschriebenen Stiefmutter, zumindest in der Professions- und Fachöffentlichkeit. Und diese ist seit jüngster Zeit auf universitärer Ebene redlich bemüht, mittels empirischen Forschungsergebnissen auch der Öffentlichkeit ein neues Stiefmutterbild, aber auch ein modernes Stiefvaterbild, zu vermitteln.
Sucht man in der pädagogischen Lexikaliteratur nach den Begriffen ‚Stieffamilie’ oder ‚Stiefkind‘, so sucht man dort vergeblich. Erst seit Beginn der 80er Jahre wird das Phänomen ‚Stieffamilie‘ als sozialwissenschaftlicher Forschungsgegenstand empirisch erfasst und findet allmählich Einzug ins gesellschafts- bzw. sozial- und erziehungswissenschaftliche Bewusstsein.
Das Thema des Seminars beschäftigt sich mit der Entwicklungshistorie, den Strukturen und Interaktionsformen von Stieffamilien. Insofern soll mit dieser Hausarbeit der aktuelle Stand der Forschung zum Thema skizziert werden. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt neben den Strukturen der Elterlichen Subsysteme vor allem in der Beschreibung der Kinder innerhalb von Stieffamilien sowie ihrer Beziehungen zu den Geschwistersystemen.
Um dieses Thema bearbeiten zu können sollen in den ersten beiden Abschnitten die Begriffe Familie bzw. Stieffamilie und Stiefkinder geklärt werden um an späterer Stelle die Stellung der Kinder im Familiensystem aufzeigen zu können. Im dritten Kapitel wird sich eingehender mit der Rollenbildung innerhalb eines Stieffamiliensystems beschäftigt, um die Kommunikations- und Interaktionsmuster als Rahmenbedingungen aufzeigen zu können. Im Anschluß daran zeige ich auf, wie Kinder den Verlust eines Elternteils erleben und welchen Loyalitätskonflikten sie ausgesetzt sein können. Danach stelle ich die verschiedenartigen Möglichkeiten der Geschwisterbindungen zu leiblichen und Stief- oder Halbgeschwistern mitsamt ihren Erscheinungen auf.

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Inhaltsverzeichnis

1.0 Die Familie als System

2.0 Die Entwicklung der Stieffamilie

2.1 Stieffamilienformen und -strukturen

2.1.1 Biographie der Partner

2.1.2 Entwicklungsaufgaben für die Stieffamilie

2.1.3 Alltagsorganisation

3.0 Rollenbildung im Stieffamiliensystem

3.1 Die Gestaltung der Mutterrolle in Stieffamilien

3.1.1 Situation der Mütter in Stiefvaterfamilien

3.1.2 Situation der Stiefmütter in Vaterfamilien

3.2 Die Gestaltung der Vaterrolle in Stieffamilien

3.2.1 Die Situation der Väter in Stiefmutterfamilien

3.2.2 Situation der Stiefväter in Mutterfamilien

3.3 Beziehungsgestaltung der Kinder

4.0 Auswirkungen der Trennung und Bewältigung des Verlusterlebnisses

5.0 Loyalitätskonflikte und die Zugehörigkeit zu zwei Familien

6.0 Beziehungen zu den Geschwistern

7.0 Die Rolle der Kinder, Beziehungsgestaltung und der Umgang mit der Mehrelternschaft

8.0 Sozialpädagogische Beratungsansätze

9.0 Thesenpapier

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht den aktuellen Forschungsstand zu Stieffamilien, mit einem besonderen Fokus auf die Strukturen elterlicher Subsysteme, das Erleben der Kinder innerhalb dieser neuen Familienkonstellation sowie deren Interaktionen im Geschwistersystem.

  • Entwicklungsstadien und Strukturen des Stieffamiliensystems
  • Auswirkungen neuer Familienformen auf elterliche Rollenmuster
  • Bewältigungsmechanismen von Kindern in Patchwork-Konstellationen
  • Beziehungsdynamiken zwischen leiblichen, Stief- und Halbgeschwistern
  • Systemische Beratungsansätze bei Stief- und Patchworkfamilien

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Situation der Mütter in Stiefvaterfamilien

Die Beziehung der Mutter zu ihrem Kind ist ein wesentlicher Teil der Ausgangssituation und Entwicklungsvoraussetzung der zweiten Partnerschaft. In diesem Sinne lassen sich zwei Grundhaltungen der Mütter gegen über Kind und neuem Partner identifizieren: 1. Forderung an den Partner die Mutter-Kind-Beziehung zu akzeptieren; 2. Forderung des Rechts auf Partnerschaft gegen über dem Kind. Ein gemeinsames Kind wird als Zusammengehörigkeits und Stabilitätsfaktor angesehen. Die Situation der Mutter in Stiefvaterfamilien beschreiben Friedl & Maier-Aichen (1991) wie folgt (vgl. S.142-178):

In diesen Familien zieht der neue Partner der Frau in den Haushalt der Frau mit einem oder mehreren Kindern.

• Ein-Elternschaft:

• Mütter heiraten oder gehen erst wieder eine Partnerschaft nach längerer Zeit ein. Sie halten eine Stabilisierung der Teilfamilie für notwendig für die eigene Entwicklung und die der Kinder („Ruhezeit“); in dieser Phase wird die Trennung verarbeitet und die Alltagsroutine neu organisiert. Falls eine Partnerschaft eingegangen wird, dann mit unterschiedlichen Absichten:

• Partner-Familie: Die Frau hat zwar einen Partner, aber sie lebt nicht mit ihm zusammen und er soll keine oder nur begrenzte Erziehungsverantwortung übernehmen, um ihre freie Rollenbesetzungen nicht wieder an traditionelle Ehe-Rollen-Vorstellungen aufgeben zu müssen.

• Ersatz-Vater-Familie: Die Frau hat einen Partner, den sie jedoch nicht nur für sich selbst will, sondern auch als Ersatz-Vater für die Kinder sieht. Sie hat ein hohes Maß an Harmoniebedürfnis nach einer „Normalfamilie“.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Die Familie als System: Einführung in systemtheoretische Grundbegriffe und deren Übertragbarkeit auf das komplexe System der Stieffamilie.

2.0 Die Entwicklung der Stieffamilie: Darstellung der verschiedenen Phasen und Bedingungen, die der Stieffamilienbildung vorausgehen.

3.0 Rollenbildung im Stieffamiliensystem: Detaillierte Analyse der Rollenkonstellationen von Müttern, Vätern und Kindern in unterschiedlichen Familienformen.

4.0 Auswirkungen der Trennung und Bewältigung des Verlusterlebnisses: Untersuchung der Folgen des Scheiterns der ersten Ehe für das Kind und dessen Anpassungsstrategien.

5.0 Loyalitätskonflikte und die Zugehörigkeit zu zwei Familien: Erörterung der emotionalen Belastung des Kindes durch die gespaltene Zugehörigkeit und den Umgang der Eltern mit dieser Situation.

6.0 Beziehungen zu den Geschwistern: Analyse der komplexen Dynamiken im Geschwistersystem bei Hinzukommen von Stief- oder Halbgeschwistern.

7.0 Die Rolle der Kinder, Beziehungsgestaltung und der Umgang mit der Mehrelternschaft: Typisierung kindlicher Rollen und deren Umgang mit verschiedenen Elternfiguren.

8.0 Sozialpädagogische Beratungsansätze: Überblick über therapeutische Ansätze und Zielsetzungen für die Unterstützung von Stieffamilien.

9.0 Thesenpapier: Zusammenfassende Thesen als Diskussionsgrundlage für die behandelten Themenschwerpunkte.

Schlüsselwörter

Stieffamilie, Stiefvaterfamilie, Stiefmutterfamilie, Familiensystem, Rollenbildung, Mehrelternschaft, Loyalitätskonflikte, Trennungsbewältigung, Familienentwicklung, Systemische Familientherapie, Stiefgeschwister, Halbgeschwister, Erziehungsberatung, Beziehungsgestaltung, Patchworkfamilie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der Entwicklung, den Strukturen und den Interaktionsformen von Stieffamilien und beleuchtet insbesondere die Beziehungsgestaltung zwischen den Familienmitgliedern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit analysiert die Rollenverteilung in Stieffamilien, die Bewältigung des Trennungserlebnisses bei Kindern, Loyalitätskonflikte sowie den Einfluss des Geschwistersystems auf das Familienleben.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es, den aktuellen Stand der Forschung zur Stieffamilien-Dynamik darzulegen und aufzuzeigen, wie sich Rollenmuster entwickeln und wie Kinder die Mehrelternschaft verarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse systemtheoretischer und familienpsychologischer Forschungsergebnisse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil deckt die Rollen von Stiefmüttern und Stiefvätern, die Situation der Kinder bei Trennungen, Loyalitätskonflikte sowie pädagogische Beratungsansätze ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Stieffamilie, Rollenbildung, Mehrelternschaft, Loyalitätskonflikte und systemische Familientherapie.

Wie unterscheiden sich "Als-Ob-Familien" von anderen Formen?

In "Als-Ob-Familien" wird krampfhaft versucht, eine "Normalfamilie" darzustellen, wobei die Vergangenheit ausgeblendet wird und es oft keine Klärung über die biologische Herkunft gibt.

Warum entstehen Loyalitätskonflikte bei Kindern?

Sie resultieren meist daraus, dass das Kind sich zwischen der Bindung zum leiblichen Elternteil und dem neuen Stiefelternteil hin- und hergerissen fühlt, oft unter dem Druck, Partei ergreifen zu müssen.

Welche Rolle spielt die Geburt eines Halbgeschwisters?

Sie kann sowohl eine Bereicherung durch Solidarität darstellen als auch Ängste vor Positionsverlust oder Vernachlässigung bei den bereits vorhandenen Kindern auslösen.

Was versteht man unter dem Rollenmodell des "Retters" bei Stiefvätern?

Der "Retter" übernimmt die Autoritätsfunktion in der Familie, oft als Reaktion auf die situative Hilflosigkeit der Mutter nach der Trennung.

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Details

Title
Die Entwicklung der Stieffamilie
Subtitle
Beziehungs- und Alltagsgestaltung im Stieffamiliensystem
College
University of Frankfurt (Main)  (Erziehungswissenschaft)
Course
Stieffamilien - ihre Geschichte, Strukturen und Interaktionsformen
Grade
2
Author
Diplom-Pädagoge Ralf-Peter Nungäßer (Author)
Publication Year
1995
Pages
62
Catalog Number
V86674
ISBN (eBook)
9783638030670
ISBN (Book)
9783638928472
Language
German
Tags
Entwicklung Stieffamilie Stieffamilien Geschichte Strukturen Interaktionsformen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Pädagoge Ralf-Peter Nungäßer (Author), 1995, Die Entwicklung der Stieffamilie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86674
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