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Ambivalente Zwerge - Zur Funktion des Wunderbaren in Chretiens und Hartmanns 'Erec'-Roman

Title: Ambivalente Zwerge - Zur Funktion des Wunderbaren in Chretiens und Hartmanns 'Erec'-Roman

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 37 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Susanne Staples (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Am Beginn der Arbeit soll ein allgemeiner Teil über die Zwerge in der Vorstellung der Menschen im Mittelalter, über kleinwüchsige Menschen in der höfischen Realität und schließlich über Zwerge in der Literatur stehen. Dieser Teil ist notwendig, um die Zwerge in den Romanen Chretiens und Hartmanns möglichst genau einordnen zu können anhand ihrer Erscheinung, ihres Verhaltens und ihrer Funktion.
Im Hauptteil werde ich die Zwerge im Roman Chretiens ´Erec et Enide´ untersuchen und im Anschluss daran die Zwerge in Hartmanns ´Erec´. Ich werde Parallelen und Unterschiede zwischen Chretien und Hartmann herausarbeiten. Da die Zwerge nur eines jener wunderbaren Elemente dieser Romane darstellen und ich versuche, für alle Elemente gleichermaßen übergeordnete Funktionen festzustellen, halte ich es für notwendig, die anderen Wunderwesen, - dinge und -ereignisse in beiden Romanen zu beleuchten und zu vergleichen. Dabei gilt die Aufmerksamkeit besonders den Unterschieden und daraus ableitbaren Tendenzen.
Trotz Beschäftigung mit und Einbeziehung von zahlreichen Sekundärquellen, soll die Arbeit an den Primärtexten im Zentrum der Untersuchung stehen. Im Anschluss an die Benennung und Untersuchung der einzelnen Erscheinungen des Wunderbaren in den Primärtexten werden im abschließenden Kapitel die wichtigsten Beobachtungen zusammengefasst, Tendenzen benannt und verschiedene Möglichkeiten der Deutung gegeben. Dabei wird sich zeigen, dass Zwerge in der Literatur ganz unterschiedlich dargestellt werden in äußerer Erscheinung und Charakter, und auch unterschiedliche Funktonen haben – genauso wie die Behandlung des Wunderbaren ganz unterschiedlich ist von Werk zu Werk. Deshalb kann es nicht EINE Funktion des Wunderbaren geben, wie der Titel der Arbeit vielleicht suggeriert, sondern nur mehrere mögliche, die aufgezeigt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Zwerge in Realität, Phantasie und Literatur des Mittelalters

3. Die Zwerge in Chretiens ´Erec et Enide´

3.1. Yders Zwerg

3.2. Zwergenkönige als Hochzeitsgäste

3.3. Guivrez li Petiz

Exkurs I.: Weitere Wunder

4. Die Zwerge in Hartmanns ´Erec´

4.1. Maliclisier

4.2. Zwerge als Hochzeitsgäste

4.3. Guivreiz le pitîz

4.4. Der wilde Zwerg

Exkurs II.: Weitere Wunder

5. Zusammenfassung und Deutungsmöglichkeiten

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die funktionale Rolle des Wunderbaren, insbesondere der Zwergengestalten, in den Artusromanen von Chretien de Troyes und Hartmann von Aue. Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse der Primärtexte Parallelen und Unterschiede in der Darstellung, Charakterisierung und Handlungsfunktion dieser übernatürlichen Wesen herauszuarbeiten und Tendenzen in ihrer literarischen Verwendung aufzuzeigen.

  • Vergleich der Zwergengestalten bei Chretien und Hartmann
  • Einordnung des Wunderbaren in den höfischen Kontext
  • Die Funktion von Zwergen als Gegenspieler oder Helfer des Helden
  • Analyse der narrativen Mittel zur Darstellung von Übernatürlichem
  • Beleuchtung der keltischen Einflüsse und christlichen Modifikationen

Auszug aus dem Buch

3.1. Yders Zwerg

Ganz am Beginn des Romans spielt ein Zwerg eine Rolle, sogar eine ganz entscheidende, denn durch sein Fehlverhalten wird Erec gezwungen, auf seine erste Aventiurefahrt zu gehen. Als er mit der Königin Guinever und ihrem Hoffräulein durch den Wald reitet, während König Artus mit seinem Gefolge Jagd auf den weißen Hirsch macht, treffen sie auf einen Ritter, seine Freundin und ihren Zwerg. Der Zwerg reitet voraus. Er reitet auf einem plumpen, schweren Pferd und trägt in der Hand eine Lederpeitsche, um damit Späße zu treiben (V. 145 ff.). Sie besteht aus mehreren Riemen, die mit Knoten versehen sind (V. 1186 f.). Vor Enides Vater erwähnt Erec erstmals die bucklige Gestalt des Zwerges (V. 589).

Das Hoffräulein der Königin wird vorausgeschickt, um den Namen des Ritters zu erfragen und ihn zu bitten, mit seinem Fräulein zur Königin zu kommen. Der Zwerg jedoch versperrt der Hofdame den Weg zum Ritter und befiehlt ihr, stehen zu bleiben. Chretien bezeichnet ihn nun schon als boshaften Zwerg, der frech und unverschämt ist (V. 161 f., 170 f.). Die Hofdame versucht dennoch, an dem Zwerg vorbei zu reiten, da sie ihn aufgrund seiner geringen Körpergröße nicht achtet (V. 177 f). Der Zwerg will die Dame ins Gesicht schlagen, als er bemerkt, dass sie gegen seinen Willen handeln will. Sie jedoch schützt sich mit dem Arm und wird so beim zweiten Schlag „nur“ auf die bloße Hand geschlagen (V. 180 ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Die Autorin erläutert ihre persönliche Motivation für die Themenwahl und die methodische Herangehensweise, bei der die Primärtexte im Zentrum stehen.

2. Zwerge in Realität, Phantasie und Literatur des Mittelalters: Dieser Teil ordnet den Zwergenbegriff historisch und literaturgeschichtlich ein, von realen kleinwüchsigen Menschen bis hin zu mythologischen Fabelwesen.

3. Die Zwerge in Chretiens ´Erec et Enide´: Untersuchung der spezifischen Zwergenfiguren bei Chretien und deren Funktion im Erzählverlauf.

Exkurs I.: Weitere Wunder: Analyse weiterer wunderbarer Elemente bei Chretien, um den Rahmen für die Zwergenuntersuchung zu erweitern.

4. Die Zwerge in Hartmanns ´Erec´: Detaillierte Betrachtung der Zwergenfiguren bei Hartmann mit Fokus auf die bewussten Unterschiede und Anpassungen gegenüber dem Vorbild Chretien.

Exkurs II.: Weitere Wunder: Untersuchung weiterer Wunder bei Hartmann unter Berücksichtigung christlicher Einflüsse und schicksalhafter Allegorien.

5. Zusammenfassung und Deutungsmöglichkeiten: Synthese der Ergebnisse, die aufzeigt, wie wunderbare Elemente als Mittel zur Kontrastierung und Strukturierung des höfischen Romans dienen.

Schlüsselwörter

Erec, Hartmann von Aue, Chretien de Troyes, Zwerge, Wunderbares, höfischer Roman, Artuswelt, Aventiure, keltische Tradition, Guivrez, Literaturwissenschaft, Mittelalter, Monstra, Gegenspieler, Minne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktion des Wunderbaren in den Artusromanen von Chretien de Troyes und Hartmann von Aue, wobei der Fokus gezielt auf der Rolle und Darstellung von Zwergen liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die literarische Gestaltung des Zwergenmotivs, die Abgrenzung zur höfischen Realität, sowie die Funktion dieser Wesen als Mittler oder Gegenspieler des Helden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist der Vergleich zwischen der französischen Vorlage (Chretien) und der deutschen Bearbeitung (Hartmann), um zu zeigen, wie beide Autoren das Wunderbare nutzen, um ihre jeweilige Erzählwelt zu strukturieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die den Vergleich der Primärtexte (Versverweise) mit einschlägiger Sekundärliteratur zur mittelalterlichen Vorstellungswelt kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Abschnitte, die jeweils die Zwerge und weitere wunderbare Elemente bei Chretien und Hartmann untersuchen und gegenüberstellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Erec, Zwerge, Wunderbares, Artuswelt, Aventiure, Gegenspieler und höfischer Roman.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Guivrez zwischen Chretien und Hartmann?

Während Chretien das Wunderbare oft beibehält, neigt Hartmann dazu, fantastische Elemente durch realistischere Details zu ersetzen oder stärker mit dem christlichen Glauben zu verknüpfen.

Warum spielt die Figur des Yders Zwerg eine solche Schlüsselrolle?

Dieser Zwerg agiert als Initialzündung, da sein unhöfisches Verhalten den Anlass für Erecs Aventiuren bietet und den Kontrast zur höfischen Welt markiert.

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Details

Title
Ambivalente Zwerge - Zur Funktion des Wunderbaren in Chretiens und Hartmanns 'Erec'-Roman
College
Dresden Technical University  (Institut Germanistik)
Course
Hartmann von Aue: Erec
Grade
2,0
Author
Susanne Staples (Author)
Publication Year
2004
Pages
37
Catalog Number
V86715
ISBN (eBook)
9783638011884
ISBN (Book)
9783638916356
Language
German
Tags
Ambivalente Zwerge Funktion Wunderbaren Chretiens Hartmanns Erec Hartmann Erec
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Staples (Author), 2004, Ambivalente Zwerge - Zur Funktion des Wunderbaren in Chretiens und Hartmanns 'Erec'-Roman, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86715
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