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Texterläuterung der Szene "Strasse" aus Goethes Faust 1 - eine Deutung in Sinne einer semiotischen Erläuterung der Tragödie

Title: Texterläuterung der Szene "Strasse" aus Goethes Faust 1 - eine Deutung in Sinne einer semiotischen Erläuterung der Tragödie

Seminar Paper , 2008 , 9 Pages

Autor:in: Daniel Heitz (Author)

German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
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„Jeder Baum, jede Hecke ist ein Strauß von Blüten und man möchte zum Maikäfer werden, um im Meer von Wohlgerüchen herumschweben zu können“ so Johann Wolfgang von Goethe. Mit anderen Worten könnte man dies auf die Raumforschung anwenden. Jeder Ort, jeder Gegenstand ist vielseitig interpretierbar, und man möchte derjenige sein der diese Vielfältigkeit erläutert.

Wie die Natur für unsere Welt ist die Räumgestaltung im Faust unerlässlich. Jede Ortsangabe des Werks hat ihre symbolische Bedeutung, jede Szene eröffnet einen charakteristischen Raum . Um dies zu illustrieren werden wir uns auf eine bestimmte Szene des Faust I beziehen, aber welche? Wir sind der Meinung, dass alle Szenen auf dieser semiotischen Ebene ausschlaggebend sind. Wir haben uns daher auf die Szene „Straße“ konzentrieren, weil diese für diesen Aspekt besondere Charaktereigenschaften aufweist, weil sie als Übergangsszene im Mittelpunkt der Tragödie steht, und weil diese von der Kritikliteratur noch kaum tiefgründig interpretiert wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Die tragische Konstellation der Szene

Fausts Zerrissenheit : Der Einfluss des Teufels

Der tragische Ansatz der Faust-Handlung im Spiegel der Raumgestaltung der Szene

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Schlüsselszene „Straße“ aus Johann Wolfgang v. Goethes Faust I unter semiotischen Gesichtspunkten. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der Raumgestaltung, der Sprache der Protagonisten und der Entwicklung der Handlung aufzuzeigen, um zu klären, welche Rolle diese Szene für den Verlauf der gesamten Gretchentragödie spielt.

  • Semiotische Analyse der Raumgestaltung und Ortsangaben im Faust
  • Untersuchung der psychologischen Wandlung Fausts durch den Teufelspakt
  • Bedeutung und Symbolik des Schmuckkästchens für den Handlungsverlauf
  • Wechselbeziehung zwischen bürgerlicher Moral und dämonischer Verführung
  • Die Szene „Straße“ als Übergangspunkt der Tragödie

Auszug aus dem Buch

Die tragische Konstellation der Szene

In der Hexenküche sieht Faust, in einem Spiegel, ein sehr schönes Mädchen, es ist das Spiegelbild weiblicher Schönheit, und zwar die der Helena, Prinzessin von Troja. Während diesem sehr erregenden Moment kann man zum ersten Mal die inneren Empfindsamkeiten Fausts sehen, und zwar hat dieses sinnliche Weibesbild seine sexuelle Begierde erweckt: „Was seh ich? Welch ein himmlich Bild / Zeigt sich in diesem Zauberspiegel“ und etwas weiter „Das schöne Bild von einem Weibe! / Ists möglich, ist das Weib so schön?“ (V. 2429 ff.). Nach den zwei Fehlschlägen in Mephistos „kleine“ Reise erkennt er in dieser Begierde die Möglichkeit Fausts Streben zu sättigen und damit seine Seele für die Hölle zu sichern. Um das in die Tat umzusetzen hat Mephisto die Idee der Verjüngung und er verspricht Faust: „Du siehst mit diesem Trank im Leibe / Bald Helenen in jedem Weibe“ (V. 2603-04). Schon davor hieß es in der Hexenküche „Ich weiß dir so ein Schätzchen aufzuspüren“ (2445). Dieses lässt uns glauben, dass Mephisto Gretchen ohne Fausts Wissen schon ausspioniert hat. Bei der Begegnung kommt Faust direkt aus der Hexenküche, Gretchen dagegen aus der Kirche. Von Beginn an schwebt eine Opposition zwischen den zwei Reichen, einerseits dem Himmel und andererseits der Hölle, also ist die Konstellation der Gretchentragödie sofort problematisch.

Faust spricht also das junge Mädchen an, er macht ihr ein Kompliment und bietet ihr seinen Arm an. Zum ersten Mal in der Tragödie erleben wir wie Faust sich zum Verführer umwandelt, und er tut dies auf galante Weise. Gretchen weist ihn sofort ab ; sie reagiert auf das Angebot schnippisch und bleibt dabei nicht frei von Koketterie : sie ist ein schönes Mädchen und weiß das sehr Recht. In der darauf folgenden Szene „Abend“ muss man jedoch unterstreichen, dass Margarethe neugierig auf Faust geworden ist (V. 2678 ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

Die tragische Konstellation der Szene: Dieses Kapitel analysiert das erste Aufeinandertreffen von Faust und Gretchen als symbolischen Zusammenprall der Gegensätze von Himmel und Hölle, eingeleitet durch die Ereignisse in der Hexenküche.

Fausts Zerrissenheit : Der Einfluss des Teufels: Hier wird die qualitative Wandlung Fausts beleuchtet, der sich unter dem Druck seiner Begierde und Mephistos Einfluss vom Liebenden zum Verführer wandelt.

Der tragische Ansatz der Faust-Handlung im Spiegel der Raumgestaltung der Szene: Das Abschlusskapitel untersucht die Bedeutung des öffentlichen Raums und die Rolle des Schmuckkästchens als fatales Symbol, das Gretchens Schicksal besiegelt.

Schlüsselwörter

Faust I, Johann Wolfgang von Goethe, Gretchen, Mephisto, Szene Straße, Semiotik, Raumgestaltung, Verführung, Hexenküche, Schmuckkästchen, Gretchentragödie, Symbolik, Literaturanalyse, Tragödie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit einer semiotischen Analyse der Szene „Straße“ aus Goethes Faust I und untersucht deren Bedeutung für die Entwicklung der Gretchentragödie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Symbolik der Raumgestaltung, die Charakterentwicklung Fausts unter dem Einfluss von Mephistopheles sowie die erzähltechnische Bedeutung von Requisiten wie dem Schmuckkästchen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit zielt darauf ab, durch die Anwendung semiotischer Ansätze aufzuzeigen, wie die Szene „Straße“ als Übergangspunkt fungiert und die kommenden tragischen Ereignisse in der Handlung vorbereitet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse mit einem Fokus auf semiotische Aspekte der Raum- und Motivgestaltung angewandt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der tragischen Konstellation, die Analyse von Fausts Zerrissenheit und die Interpretation der räumlichen und materiellen Elemente der Szene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Faust I, Semiotik, Gretchentragödie, Verführung, Raumgestaltung und Symbolik definiert.

Welche Rolle spielt das Schmuckkästchen für Fausts Vorhaben?

Das Kästchen dient als materielles Instrument der Verführung, das jedoch weit über seine vordergründige Funktion hinaus als Schicksalsmotiv fungiert und Fausts Versuche untermauert, Gretchen durch materielle Werte zu beeinflussen.

Inwiefern ist die Szene „Straße“ als Wendepunkt zu verstehen?

Die Szene stellt den Übergang zwischen Gelehrten- und Gretchentragödie dar; sie markiert den Moment, in dem Fausts bisheriges Streben in eine konkrete, teuflisch gelenkte Verstrickung mit Gretchen übergeht.

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Details

Title
Texterläuterung der Szene "Strasse" aus Goethes Faust 1 - eine Deutung in Sinne einer semiotischen Erläuterung der Tragödie
Author
Daniel Heitz (Author)
Publication Year
2008
Pages
9
Catalog Number
V86737
ISBN (eBook)
9783638059053
Language
German
Tags
Szene Strasse Goethes Faust Deutung Sinne Erläuterung Tragödie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Heitz (Author), 2008, Texterläuterung der Szene "Strasse" aus Goethes Faust 1 - eine Deutung in Sinne einer semiotischen Erläuterung der Tragödie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86737
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