Durch die tägliche Flut von Bildern die auf den Menschen von heute durch Fernsehen, Zeitungen/Zeitschriften und Anzeigen einwirken, gewinnt die Bedeutung von Bildern einen immer größeren Stellenwert. Auch unter dem Aspekt, dass Bilder keinen Sprachgrenzen unterliegen, und sie somit jedem erst einmal zugänglich sind, besitzen sie doch eine vielschichtige Wirkungsweise, die mit den Fallstricken einer fremden Sprache vergleichbar ist.
Die Imageryforschung beschäftigt sich kurz gesagt, mit den Wirkungen von informativen und emotionalen Bildern auf das Verhalten der Menschen.
Im nächsten Kapitel wird die Imageryforschung näher erläutert und der Stand der Forschung dargelegt.
Anschließend wird die Verhaltenswirkungen von Bildern näher betrachtet und im Kapitel vier die daraus resultierenden Erkenntnisse für das Marketing dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Imagery-Forschung
3 Bilder innerhalb der Psyche
3.1 Verarbeitung von Bildern
3.2 Verhaltenswirkungen von Bildern
3.3 Kategorisierung von inneren Bildern
4 Marketing mit Bildern
4.1 Bilderwerbung
4.2 Imagerystrategien
4.3 Entwicklung eines Erlebnisprofils
4.3.1 Produktgestaltung
4.3.2 Distributionstrategie
4.3.3 Werbung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Wirkungsweise der Imagery-Forschung im Kontext des Marketings, mit dem Ziel aufzuzeigen, wie visuelle Reize zur gezielten Verhaltensbeeinflussung und Markenprofilierung eingesetzt werden können.
- Grundlagen der kognitionspsychologischen Imagery-Forschung
- Prozesse der Bildwahrnehmung und mentalen Verarbeitung
- Einsatz visueller Kommunikation als Instrument der strategischen Markenführung
- Analyse von Anforderungen an Produktgestaltung und Werbung zur Vermeidung von Informationsüberlastung
- Kritische Betrachtung ethischer Aspekte bei der unterschwelligen Beeinflussung
Auszug aus dem Buch
3.1 Verarbeitung von Bildern
Bilder werden weitgehend automatisch und ohne grössere gedankliche Anstrengungen von uns aufgenommen und verarbeitet. Ohne genaueres Hinsehen entsteht ein erster Eindruck eines Bildes, der als emotionaler Einstieg in den Wahrnehmungsvorgang betrachtet werden kann.
Diese emotionale Einstimmung und eine damit verbundene erste Bewertung des Bildes finden bereits in einer vorbewußten Phase der Bildwahrnehmung statt. Danach erfolgt ein erstes Verständnis des Bildes, indem das Bild mit inneren Schemata verglichen wird. Diese im Gedächtnis gespeicherten Schemata sind verfestigte Vorstellungen, welche sich auf typische ebenso visuelle Merkmale eines Sachverhalts beziehen. Wie der erste Eindruck so läuft auch dieser Erkennungsvorgang schnell und weitgehend automatisch ab und wird gedanklich kaum kontrolliert.
Das innere Schemabild, dass im Betrachter aktiviert wurde, beeinflußt nun mit der erfolgten Bewertung des Bildes die weitere Wahrnehmung und gedankliche Verarbeitung. Im Anschluss folgt die Aufnahme der einzelnen Bildelementen zum genaueren Verständnis des Bildes. Dies geschieht aber nur wenn der Betrachter eine hinreichende Aufmerksamkeit aus der schematischen Erkennung entwickelt hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Bildern in einer visuell geprägten Medienwelt und führt in die wissenschaftliche Fragestellung der Imagery-Forschung ein.
2 Imagery-Forschung: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung der Imagery-Forschung in der kognitiven Psychologie und stellt die duale Kodierungstheorie sowie grundlegende Forschungsergebnisse zur Bildwirkung dar.
3 Bilder innerhalb der Psyche: Hier werden die Mechanismen der automatischen Bildverarbeitung, die Auswirkungen auf das Verhalten und die Unterscheidung von Wahrnehmungs- und Gedächtnisbildern analysiert.
4 Marketing mit Bildern: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit der Marketingpraxis, wobei Strategien für Produktgestaltung, Distribution und Werbung im Fokus stehen.
5 Fazit: Das Fazit fasst das enorme Potenzial der gezielten Bildkommunikation für das Marketing zusammen und mahnt gleichzeitig eine ethische Auseinandersetzung mit den Beeinflussungsmethoden an.
Schlüsselwörter
Imagery-Forschung, Bildkommunikation, Verhaltensbeeinflussung, duale Kodierungstheorie, Markenbild, Erlebnisprofil, Produktgestaltung, Konsumentenpsychologie, Werbewirkung, Informationsüberflutung, visuelle Wahrnehmung, Gedächtnisleistung, Marketingstrategie, Markenführung, Bildersalat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung, wie Menschen visuelle Informationen aufnehmen, verarbeiten und wie diese "inneren Bilder" ihr Verhalten beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der kognitiven Psychologie, der Bildkommunikation im Marketing und den strategischen Möglichkeiten zur Gestaltung von Markenauftritten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen Erkenntnisse aus der Imagery-Forschung nutzen können, um in einem gesättigten Markt durch emotional ansprechende Bilder eine differenzierte Markenwahrnehmung zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse kognitionspsychologischer Theorien und deren Übertragung auf verhaltenswissenschaftliche Ansätze im Bereich des Marketings.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die psychologischen Grundlagen der Bildverarbeitung, die konkrete Anwendung im Marketing-Mix (Produkt, Distribution, Werbung) und die strategische Planung von Bildkommunikation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Imagery-Forschung, Bildkommunikation, Verhaltensbeeinflussung, Markenführung und die Vermeidung von Informationsüberlastung durch klare Bildmotive.
Was ist unter dem "Bildersalat" in der Werbung zu verstehen?
Dieser Begriff beschreibt die ineffiziente Anhäufung nicht aufeinander abgestimmter Bildmotive innerhalb einer Kampagne, die dazu führt, dass beim Konsumenten keine eindeutige, erinnerbare Markenbindung entsteht.
Warum ist die Produktgestaltung laut der Arbeit ein wesentlicher Teil der Imagery-Strategie?
Da Konsumenten häufiger in direkten Kontakt mit dem Produkt und seiner Verpackung kommen als mit der Werbung, fungieren diese als maßgebliche Träger für die Entstehung innerer Markenbilder.
- Arbeit zitieren
- Matthias Glab (Autor:in), 2002, Gegenstand und Resultate der Imagery-Forschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8677