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"Der letzte Tango in Paris" - Ein intimes Interview zu dritt?

Title: "Der letzte Tango in Paris"  -  Ein intimes Interview zu dritt?

Term Paper , 2004 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Timo Gramer (Author)

Film Science
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Als „Der letzte Tango in Paris“ 1972/1973 in die Kinos kam, war die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit riesengroß. So unterschiedlich die Meinungen über den „Tango“ damals auch waren. Eines hatten alle Cineasten, die den Film gesehen hatten, gemein: „Der letzte Tango“ hatte sie alle in irgendeiner Art und Weise bewegt.
Die im folgenden vorgestellten Perspektiven auf den letzten Tango in Paris wollen den Mythos um den letzten Tango von Paris nicht aufheben oder entschlüsseln, sondern erklären, wie und warum es zu dem Mythos um den letzten Tango gekommen ist.
Es kristallisieren sich zwei Analyseebenen des Films heraus, an denen in der Arbeit angeknüpft werden soll.
Die erste ist die Ebene der Wirkung in der Öffentlichkeit. Daher ist es wichtig, vor der eigentlichen Wirkungsanalyse des letzten Tangos, dessen Inhalt und den dazugehörigen (zeitlichen und örtlichen) Kontext kurz zu umschreiben. Darin soll auch geklärt werden, warum es gerade der Tango sein muss, der nur in Paris getanzt werden kann.
Die zweite Ebene der Hausarbeit beschäftigt sich mit den Intentionen und Botschaften des Films. Somit dreht sich dieser Teil der Arbeit, der zugleich ihr eigentliches „Herzstück“ darstellt, um die Macher des Films.
Zunächst natürlich um den Regisseur, den Italiener Bernardo Bertolucci. Dann geht es in der Arbeit auch um den „Star des Films“, den männlichen Hauptdarsteller Marlon Brando. Die dritte im Bunde ist die damals erst 19-jährige Maria Schneider. Ihr persönlich kommt der inhaltlich geringste Teil der Analyse dieser Arbeit zugute. Vielmehr wird versucht, über die Persönlichkeit Maria Schneiders hinaus, ihre Funktion im Film, insbesondere als Frau im erotischen Film der damaligen Zeit zu untersuchen.
Diese drei Charakterstudien über die „Macher“ des letzten Tangos werden vor allem im Hinblick auf die Zentralfrage der Arbeit angefertigt. Kann man den Film als ein intimes Interview zu dritt bezeichnen? Schöpft der Film gerade daraus seine „ästhetische Schockwirkung“, dass er viele autobiographische Züge seiner Schöpfer enthält?
Die Arbeit will herausstellen, in wie weit dieser Film auch ein tiefenpsychologisches Projekt ist und zeigt zugleich Grenzen und Probleme dieser Arbeitsmethode auf. Dabei werden auch zahlreiche Selbsteinschätzungen der drei Personen und Aussagen übereinander verwendet.
Den Abschluss der Arbeit bildet eine differenzierte und kritische Betrachtung des Autors auf Wirkung und Intention des Mythos „Der letzte Tango in Paris“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II „Der letzte Tango in Paris“

II.1 Inhaltsbeschreibung des Films

II.2 Analyse der filmischen Bedeutungsebenen

II.3 Reaktionen des Publikums

II.4 Die Präsentationstaktik des Filmveleihers

III Die Protagonisten des Films

III.1 Marlon Brando

III.2 Maria Schneider

III.3 Bernardo Bertolucci

IV Kommentar: ein intimes Interview zu zweit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit analysiert den Film „Der letzte Tango in Paris“ aus dem Jahr 1972 unter besonderer Berücksichtigung seiner biographischen Bezüge zu den Hauptakteuren und seiner Wirkung als tiefenpsychologisches Projekt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob der Film als eine Art „intimes Interview zu dritt“ betrachtet werden kann, in dem der Regisseur Bernardo Bertolucci durch die Auseinandersetzung mit den Persönlichkeiten von Marlon Brando und Maria Schneider eine eigene Katharsis erfährt.

  • Wirkung und Mythosbildung des Films in der Öffentlichkeit
  • Analyse der filmischen Bedeutungsebenen und Symbole
  • Biographische Charakterstudien der Hauptakteure (Brando, Schneider, Bertolucci)
  • Die Rolle der Sexualität als Kommunikationsform und gesellschaftliche Anklage
  • Einfluss der Psychoanalyse auf die Regiearbeit Bertoluccis

Auszug aus dem Buch

II.1 Inhaltsbeschreibung des Films

Im letzten Tango in Paris geht es um zwei animalisch ringende und spielende Triebmenschen, genauer um die 20-jährige Pariserin Jeanne (Maria Schneider) und den 45-jährigen Amerikaner Paul (Marlon Brando). Die beiden begeben sich auf einen sexuellen Trip der besonderen Art. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ beschrieb das in seiner Filmkritik 1973 auf süffisante Art und Weise: „Die Hauptdarstellerin steht, Gesicht zur Kamera, nackt in der Badewanne, masturbiert bäuchlings auf der Matratze und simuliert mit ihrem Partner mehrmals den Koitus, stehend, rektal und auch öffentlich (per Handreichung) in einem Tanzsalon. Wem da nicht dass Wasser im Munde, respektive im Schlüpfer zusammenläuft.“

Tatsächlich dreht sich in Bertoluccis Film vordergründig alles um die rein sexuell angelegte Beziehung zwischen Jeanne und Paul.

Auf Wohnungssuche treffen sich die beiden zum ersten Mal; in einer leeren Vier-Zimmer Wohnung im Pariser Vorort Passy in der Rue de l’Alboni 1. Sowohl Jeanne als auch Paul inspizieren die Wohnung auf eigene Faust, ohne auch nur ein einziges Wort miteinander zu wechseln. Nach wenigen Minuten fallen die beiden im Dunkel der leerstehenden Wohnung übereinander her und haben Sex miteinander. Und das, ohne sich jemals vorher im Leben gesehen zu haben. Diese Szene ist der Beginn einer rein sexuellen Affäre, die keine Grenzen kennt. Immer wieder treffen sich Jeanne und Paul in der rotundenförmigen Wohnung direkt an der Seine. Die Wohnung ist kahl, dreckig und wirkt steril, im Zimmer liegt nur eine große Matratze, auf der Jeanne und Paul hemmungslosen Sex haben, sich gegenseitig angrunzen und sich so gehen lassen, „wie es nur Kinder dürfen“. Dabei wollen sie nichts voneinander wissen. Weder Namen noch Geschichten noch Identitäten. Paul: „Wir werden uns treffen, und nichts wissen von den Dingen, die sich dort draußen abspielen.“

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Die Einleitung stellt den Film „Der letzte Tango in Paris“ als umstrittenes Erotik-Drama vor und führt die zentralen Analyseebenen – die öffentliche Wirkung und die Intentionen der Macher – ein.

II „Der letzte Tango in Paris“: Dieses Kapitel bietet eine Inhaltsbeschreibung, analysiert zentrale Filmsymbole wie Paris und den Tango sowie die Reaktionen des Publikums und die Marketingstrategie des Verleihers.

III Die Protagonisten des Films: Die Charakterstudien zu Marlon Brando, Maria Schneider und Bernardo Bertolucci beleuchten deren persönliche Rollen und die teils autobiographischen Bezüge, die den Film zu einem persönlichen Projekt machten.

IV Kommentar: ein intimes Interview zu zweit: Der abschließende Kommentar hinterfragt kritisch die Intentionen des Regisseurs und die These, dass der Film primär als Medium zur Aufarbeitung persönlicher Traumata der Beteiligten fungierte.

Schlüsselwörter

Der letzte Tango in Paris, Bernardo Bertolucci, Marlon Brando, Maria Schneider, Erotikdrama, Filmwissenschaft, Psychoanalyse, Sexualität, Mythosbildung, Autobiographie, Regiekunst, Voyeurismus, Identität, Gesellschaftskritik, 70er Jahre Kino.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Film „Der letzte Tango in Paris“ von Bernardo Bertolucci aus dem Jahr 1972 hinsichtlich seiner tiefenpsychologischen Bedeutung und seiner biographischen Verankerung bei den Protagonisten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Wirkung des Films in der Öffentlichkeit, die symbolische Bedeutung von Ort und Tanz sowie das ungleiche Verhältnis der Hauptdarsteller zum Regisseur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es zu klären, ob der Film als ein „intimes Interview zu dritt“ verstanden werden kann, das als Ventil für persönliche Konflikte und künstlerische Selbstdarstellung diente.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine inhaltsanalytische Betrachtung kombiniert mit biografischen und tiefenpsychologischen Interpretationsansätzen angewandt, um die verschiedenen Bedeutungsebenen des Films freizulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche und kontextuelle Analyse des Films sowie in drei detaillierte Charakterstudien zu Marlon Brando, Maria Schneider und Bernardo Bertolucci.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe wie Erotikdrama, Identitätsverlust, psychoanalytische Regiearbeit und die Transformation persönlicher Lebenserfahrungen in das Medium Film sind zentral.

Warum spielt die Person Marlon Brando eine so entscheidende Rolle für Bertolucci?

Bertolucci war von Brandos Persönlichkeit fasziniert und kreierte den Film gezielt um dessen Charakter herum, wobei er persönliche Details aus Brandos Leben in die Rolle des Paul einfließen ließ.

Inwiefern beeinflusste die psychoanalytische Sitzungspraxis den Film?

Bertolucci führte mit seinen Darstellern tiefgehende, fast psychoanalytische Gespräche über ihr Privatleben, die die improvisierte und intensive Darstellung ihrer Charaktere im Film maßgeblich prägten.

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Details

Title
"Der letzte Tango in Paris" - Ein intimes Interview zu dritt?
College
University of Leipzig  (KMW)
Grade
1,7
Author
Timo Gramer (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V86782
ISBN (eBook)
9783638021845
ISBN (Book)
9783638928250
Language
German
Tags
Tango Paris Interview
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timo Gramer (Author), 2004, "Der letzte Tango in Paris" - Ein intimes Interview zu dritt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86782
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