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Carpe diem und Memento mori bei Pierre de Ronsard

Title: Carpe diem und Memento mori bei Pierre de Ronsard

Seminar Paper , 2008 , 23 Pages , Grade: 1,0 (sehr gut)

Autor:in: Stefanie Wind (Author)

French Studies - Literature
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1. Allgemeiner Teil
1.1 Hinführung und Vorgehensweise
Memento mori! Carpe diem! – Zwei Sätze, zwei Aufforderungen, zwei lateinische Sprichwörter. Doch wie stehen diese beiden philosophisch klingenden Bruchstücke in Zusammenhang zueinander und zur Literaturwissenschaft? Eine Antwort darauf soll im Folgenden anhand einer Untersuchung Ronsard’scher Liebesgedichte gegeben werden.
Ausgewählt wurden dazu drei Gedichte, eines aus der Reihe der „Stances“, „Quand au temple nous serons...“ und zwei Sonette, „Marie, baisez-moi...“ und das berühmte „Quand vous serez bien vieille...“. Die Beispiele sind so ausgesucht, dass aus jedem der drei Gedichtzyklen Ronsards eines vertreten ist. Das erste Gedicht entstammt den „Amours de Cassandre“, die im Jahr 1552 erschie-nen sind. Das zweite ist, wie der Versanfang schon erraten lässt, den „Amours de Marie“ entnom-men, die in den Jahren 1555/56 veröffentlicht wurden, also noch in der Zeit, bevor Ronsard als „poète officiel“ am Hofe Karls IX. akzeptiert war. Das letzte und bekannteste Sonett gehört in die „Sonnets pour Hélène“, die 1578 als Ronsards Spätwerk vollendet wurden und in denen der alte und kranke Dichter versucht, sich in Erbitterung und Enttäuschung über diese späte Liebe hinweg-zutrösten.
Die Texte folgen in Wortlaut und Schreibung der Ausgabe von Friedhelm KEMP und Werner von KOPPENFELS. Zu den ersten beiden Gedichten ist nahezu keine Sekundärliteratur auffindbar, dem berühmten „Quand vous serez bien vieille...“ hingegen wurde seitens der Forschung bereits einige Aufmerksamkeit gewidmet.
Nach einer kurzen Erläuterung der Herkunft der Sprüche Memento mori! und Carpe diem! und einem Überblick über die Bedeutung der beiden Topoi in der Literatur sollen die oben genannten Gedichte näher betrachtet werden, wobei nur zu den ersten beiden eine genaue Interpretation ver-sucht und zum dritten aufgrund der Menge an vorliegenden Untersuchungen nur ein Bericht über ausgewählte Beiträge gegeben wird. Zum Schluss soll ein knapper Vergleich zwischen der Verar-beitung der Topoi bei Ronsard, im literarischen Werk seiner antiken Vorbilder und der Darstellung der Themen in der Unterhaltungskultur der Gegenwart Aufschluss über die Zeitlosigkeit dieser Motive geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeiner Teil

1.1 Hinführung und Vorgehensweise

1.2 „Carpe diem“ und „Memento mori“ – Ursprung der Sprüche

1.2.1 „Carpe diem“

1.2.2 „Memento mori“

1.3 Bedeutung als Topoi der Liebeslyrik in Renaissance und Barock

2. „Carpe diem“ und „Memento mori“ bei Ronsard

2.1 Liebe und Tod als Grundthemen in Ronsards Liebesdichtung

2.2 Interpretation ausgewählter Gedichte

2.2.1 Gedicht 1: „Quand au temple nous serons…“

2.2.1.1 Textgrundlage

2.2.1.2 Form: „Stances“

2.2.1.3 Aufbau und Inhalt

2.2.1.4 Metrik und Reim

2.2.1.5 Interpretation

2.2.2 Gedicht 2: „Marie, baisez-moi…“

2.2.2.1 Textgrundlage

2.2.2.2 Das Sonett: Form, Metrik und Reim

2.2.2.3 Aufbau und Inhalt

2.2.2.4 Interpretation

2.2.3 Gedicht 3: „Quand vous serez bien vieille…“

2.2.3.1 Textgrundlage

2.2.3.2 Zusammenfassung ausgewählter Forschungsliteratur

2.3 Zusammenfassender Vergleich der drei Gedichte

3. Ausblick auf Vergangenheit und Gegenwart

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Verknüpfung der antiken Topoi „Carpe diem“ (Nutze den Tag) und „Memento mori“ (Gedenke des Todes) in der Liebeslyrik von Pierre de Ronsard. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie der Dichter das Verlangen nach sinnlichem Lebensgenuss in seinen Gedichten mit der permanenten Präsenz der Sterblichkeit und dem körperlichen Verfall versöhnt.

  • Analyse der epikureischen Einflüsse auf die Lyrik Ronsards.
  • Gegenüberstellung von religiösen und mythologischen Motiven bei der Darstellung von Liebe und Tod.
  • Formale Untersuchung spezifischer Gedichtgattungen wie „Stances“ und Sonett.
  • Vergleich der Ronsard’schen Verarbeitung mit antiken Vorbildern wie Catull und Tibull.
  • Einordnung der Zeitlosigkeit dieser Motive bis in die moderne Unterhaltungskultur.

Auszug aus dem Buch

Gedicht 1: „Quand au temple nous serons…“

Quand au temple nous serons 1 Agenouillés, nous ferons Les Dévots selon la guise De ceux qui, pour louer Dieu, Humbles se courbent au lieu 5 Le plus secret de l'église.

Mais quand au lit nous serons Entrelacés, nous ferons Les lascifs selon les guises Des Amants, qui librement 10 Pratiquent folâtrement Dans les draps cent mignardises.

Pourquoi donque, quand je veux Ou mordre tes beaux cheveux, Ou baiser ta bouche aimée, 15 Ou toucher à ton beau sein, Contrefais-tu la nonnain Dedans un cloître enfermée?

Pour qui gardes-tu tes yeux Et ton sein délicieux, 20 Ton front, ta lèvre jumelle? En veux-tu baiser Pluton Là-bas, après que Charon T'aura mise en sa nacelle?

Zusammenfassung der Kapitel

Allgemeiner Teil: Einführung in die Bedeutung und Herkunft der Begriffe „Carpe diem“ und „Memento mori“ sowie deren Stellenwert in der Liebeslyrik der Renaissance.

„Carpe diem“ und „Memento mori“ bei Ronsard: Detaillierte Interpretation dreier ausgewählter Gedichte Ronsards unter Berücksichtigung von Struktur, Form, Metrik und inhaltlicher Argumentation sowie ein zusammenfassender Vergleich dieser Werke.

Ausblick auf Vergangenheit und Gegenwart: Analyse der literarischen Traditionen durch Rückgriff auf antike Vorbilder und ein Ausblick auf die Rezeption der Motive in der modernen Popkultur.

Schlüsselwörter

Pierre de Ronsard, Carpe diem, Memento mori, Liebeslyrik, Renaissance, Tod, Vergänglichkeit, Epikureismus, Sonett, Stances, Mythologie, Antike, Liebe, Körperlichkeit, Lebensgenuss.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der französische Dichter Pierre de Ronsard die gegensätzlichen Motive der Lebensfreude (Carpe diem) und der Todeserinnerung (Memento mori) in seiner Liebesdichtung miteinander verbindet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Vergänglichkeit der Schönheit, der körperliche Verfall, die Macht der Liebe sowie die Auseinandersetzung mit christlichen und antiken Vorstellungen vom Tod.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es herauszuarbeiten, wie Ronsard die epikureische Philosophie nutzt, um seine Geliebte dazu zu bewegen, ihre kurze Lebenszeit genussvoll und liebevoll zu verbringen, anstatt sich abweisend zu verhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Textinterpretation, strukturelle Untersuchung (Metrik, Reim) und den Vergleich mit Sekundärliteratur sowie antiken Referenztexten kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Interpretation dreier repräsentativer Gedichte aus verschiedenen Zyklen Ronsards sowie einer vergleichenden Synthese dieser Werke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Renaissance-Dichtung, Ronsard, Vergänglichkeit, antike Mythologie, erotische Sinnlichkeit und der Dialektik von Liebe und Tod.

Welche Rolle spielt die Mythologie in Ronsards Gedichten?

Die Mythologie dient Ronsard als spirituelle Ebene, um durch Figuren wie Pluton und Charon den Schrecken des Todes drastisch zu veranschaulichen und somit den Wert der irdischen Liebe hervorzuheben.

Warum vergleicht Ronsard die Geliebte mit einer „Nonnain“?

Dieser Vergleich dient dem Dichter dazu, die Abweisung der Geliebten als unnatürlich und scheinheilig darzustellen, um den Kontrast zwischen ihrer ablehnenden Haltung und der Notwendigkeit des leidenschaftlichen „Carpe diem“ zu verschärfen.

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Details

Title
Carpe diem und Memento mori bei Pierre de Ronsard
College
LMU Munich  (Institut für Romanische Philologie)
Course
Ronsard und die Pléiade-Dichtung (Proseminar)
Grade
1,0 (sehr gut)
Author
Stefanie Wind (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V86821
ISBN (eBook)
9783638027328
ISBN (Book)
9783638927123
Language
German
Tags
Carpe Memento Pierre Ronsard Pléiade-Dichtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Wind (Author), 2008, Carpe diem und Memento mori bei Pierre de Ronsard, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86821
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