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Islam und Demokratie - Eine Untersuchung des Demokratiedefizits der Staaten der islamischen Welt

Titel: Islam und Demokratie - Eine Untersuchung des Demokratiedefizits der Staaten der islamischen Welt

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 32 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Götz Kolle (Autor:in)

Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In wie weit ist der Islam, die Religion des Propheten, dafür verantwortlich, daß sich bis heute kein stabiler demokratischer Staat in der islamischen Welt etabliert hat? Ist das Demokratiedefizit letztlich vielleicht wirklich eine religiös-kulturelle Problematik? Sind Demokratie und Islam überhaupt miteinander vereinbar? Oder gibt es religionsbedingte Vorbehalte gegenüber einer Volksherrschaft in der muslimischen Welt? Meine These geht davon aus, daß es zumindest drei wissenschaftliche Perspektiven gibt, welche die aktuelle Lage, das Demokratiedefizit und damit verbunden das Verhältnis von Demokratie und Islam, unterschiedlich beschreiben. Die erste Erzählung beschreibt die Demokratie als ein universalistisches Erfolgsmodell, das auch islamische Staaten erfassen wird. Die zweite Erzählung begreift Demokratie als ein spezifisch westliches Phänomen. Islam und Demokratie schließen sich demnach gegenseitig aus. Die dritte Erzählung sieht die Möglichkeit einer islamischen Variante von Demokratie. Ich möchte mich der Frage nach dem Verhältnis von Islam und Demokratie in der folgenden Untersuchung mit Hilfe einer kurzen Darstellung dieser drei Methaerzählungen nähern. Um die Erzählungen zu vergleichen, werde ich an alle Erzählungen die gleichen Fragen stellen:

1. Welche Vorstellung hat die Erzählung von Modernisierung.
2. Wie wird Demokratie definiert und welche Voraussetzungen müssen für eine funktionierende Demokratie vorhanden sein?
3. Welche Rolle wird der Religion innerhalb des Modernisierungs- bzw. Demokratisierungsvorgangs eingeräumt?
4. Wie verhalten sich die Konzepte von Islam und Demokratie zueinander?
5. Wie wird die aktuelle Lage der Demokratie in der islamischen Welt eingeschätzt?
6. Wie wird die aktuelle Lage begründet, bzw. beurteilt?
7. Welche Aussichten und Lösungsvorschläge für das Demokratiedefizit werden angeboten?

Nach der Darstellung der einzelnen Erzählungen, gegliedert nach den oben geschilderten Leitfragen, werde ich mit einem kurzem Resümee die wesentliche Erkenntnisse der untersuchenden Darstellung zusammenfassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Demokratie als universalistisches Erfolgsmodell

1.1 Moderne

1.2 Demokratie

1.3 Religion

1.4 Islam und Demokratie

1.5 Darstellung der aktuellen Lage der Demokratie in der islamischen Welt

1.5.1 Problembewußtsein

1.5.2 Fortschrittsbeobachtung

1.6 Beurteilung

1.7 Aussichten und Lösungsvorschläge

2. Clash of Cultures

2.1 Moderne

2.2 Demokratie

2.3 Religion

2.4 Islam und Demokratie

2.5 Darstellung der aktuellen Lage der Demokratie in der islamischen Welt

2.6 Beurteilung

2.7 Aussichten und Lösungsvorschläge

3. Islamische Moderne

3.1 Moderne

3.2 Demokratie

3.3 Religion

3.4 Islam und Demokratie

3.5 Darstellung der aktuellen Lage der Demokratie in der islamischen Welt

3.6 Beurteilung

3.7 Aussichten und Lösungsvorschläge

Resümee

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Islam und Demokratie sowie das vielfach konstatierte Demokratiedefizit in Staaten der islamischen Welt. Ziel ist es, die unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven auf diese Thematik durch eine strukturierte Analyse der verschiedenen "Methaerzählungen" vergleichend darzustellen und zu bewerten.

  • Analyse des Demokratiedefizits in der islamischen Welt
  • Gegenüberstellung von Modernisierungs- und Kulturtheorien
  • Untersuchung der Kompatibilität von Islam und demokratischen Prinzipien
  • Diskussion über die Rolle von Zivilgesellschaft, Bildung und Säkularisierung

Auszug aus dem Buch

Demokratie als universalistisches Erfolgsmodell

Beginnen wir mit der wohl verbreitetsten und wahrscheinlich wissenschaftlich ältesten Methaerzählung der Moderne. Sie erzählt den Siegeszug der Demokratie, die sich mit der Aufklärung schließlich in allen Staaten der Welt etabliert. Die westliche Demokratie setzt sich demnach, wenn die Voraussetzungen dazu geschaffen sind, auch in der islamischen Welt durch.

Modernisierung wird in dieser Erzählung als ein rationaler, kulturneutraler Vorgang angesehen. Charles Taylor nennt dies eine aculturelle Modernisierungsvorstellung. Sie postuliert eine Reihe bestimmter Veränderungen die jede Kultur durchläuft oder zu durchlaufen gezwungen wird. Die aculturelle Theorie glaubt Modernisierung also als einen einzigen universalistischen Vorgang mit dem letztlich immer die Idee einer Homogenisierung, also die Auslöschung aller kulturellen Unterschiede verbunden ist.

Ideologisch geleitet ist diese Vorstellung von der Idee der Aufklärung. Die in der Aufklärung postulierten Werte (z.B. Wachstum des wissenschaftlichen Bewußtseins, Durchsetzung von Rationalität, Individualisierung und Säkularisierung) werden als universalistische, genuin menschliche Werte verstanden. Diese Denktradition hat tiefe Wurzeln in der europäischen (später auch amerikanischen) Geschichte. Von Kant's Entwurf vom "ewigen Frieden" über Hegels "Weltgeist" haben auch Marx, Weber und Habermas die Aufklärung als weltweit einzig fortschrittliche, historisch unvermeidliche, Entwicklung gedacht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik des Demokratiedefizits in der islamischen Welt und Vorstellung der drei zentralen Methaerzählungen der Untersuchung.

1. Demokratie als universalistisches Erfolgsmodell: Untersuchung der Sichtweise, dass Demokratie ein universelles, durch Modernisierung und Säkularisierung erreichbares Ziel für alle Gesellschaften darstellt.

2. Clash of Cultures: Analyse der These, dass islamische und westliche Wertesysteme unvereinbar sind und Demokratie als spezifisch westliches Phänomen betrachtet wird.

3. Islamische Moderne: Diskussion des Ansatzes, dass der Islam mit liberalen und demokratischen Grundwerten kompatibel ist, sofern eine zeitgemäße Interpretation der religiösen Texte erfolgt.

Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, in der die Bedeutung der Variationsbreite bei der Definition von Begriffen wie "Islam" und "Demokratie" hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Islam, Demokratie, Demokratiedefizit, Modernisierung, Aufklärung, Säkularisierung, Zivilgesellschaft, Clash of Cultures, Islamische Moderne, Politische Kultur, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Islamische Welt, Idealtypen, Religion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Debatte um das Verhältnis von Islam und Demokratie sowie das häufig diskutierte Demokratiedefizit in islamisch geprägten Staaten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Modernisierung, die Rolle der Religion im politischen Prozess, die Bedeutung der Zivilgesellschaft sowie die Frage, ob Demokratie kulturabhängig oder universell ist.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine vergleichende Analyse dreier unterschiedlicher theoretischer Perspektiven (Methaerzählungen), um die Ursachen und Bedingungen für Demokratisierungsprozesse im islamischen Kontext kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, bei der bestehende Forschungsansätze zu "Idealtypen" zusammengefasst und anhand einheitlicher Leitfragen geprüft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Abschnitte, die jeweils eine der drei identifizierten Methaerzählungen detailliert darstellen, ihre Voraussetzungen diskutieren und deren Sicht auf die aktuelle Lage sowie Lösungsvorschläge analysieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Islam, Demokratie, Modernisierung, Säkularisierung, Zivilgesellschaft, Politische Kultur und die Auseinandersetzung mit dem "Kampf der Kulturen" charakterisieren.

Wie unterscheidet sich der Ansatz der "Islamischen Moderne" von den anderen Perspektiven?

Im Gegensatz zur rein säkularistischen Sichtweise oder der Kultur-Clash-These geht dieser Ansatz davon aus, dass demokratische Werte aus einer reflektierten, "aufgeklärten" islamischen Tradition heraus begründet werden können.

Welche Rolle spielt der Bildungsbegriff bei der Demokratisierung laut den untersuchten Autoren?

Besonders im Kontext der "Islamischen Moderne" wird betont, dass ein höheres Bildungsniveau und eine eigenständige Auseinandersetzung mit religiösen Quellen essentiell sind, um den Islam als progressive Kraft zu etablieren und sich von dogmatischen Auslegungen zu emanzipieren.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Islam und Demokratie - Eine Untersuchung des Demokratiedefizits der Staaten der islamischen Welt
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Hauptseminar: Der Islam als Faktor in der internationalen Politik
Note
sehr gut
Autor
Götz Kolle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
32
Katalognummer
V8683
ISBN (eBook)
9783638155908
ISBN (Buch)
9783638683869
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Islam und Demokratie Islam Demokratie Moderne Demokratiedefiziet Demokratie in der muslemischen Welt Demokratie und Religion Nahostpolitik Mittlerer Osten Islamische Staaten Islamische Welt Koran Religion demokratische Defiziet Naher Osten Muslime Demokratische Idee Demokratieverständnis Demokratiesierung Thema Islam
Produktsicherheit
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Arbeit zitieren
Götz Kolle (Autor:in), 2002, Islam und Demokratie - Eine Untersuchung des Demokratiedefizits der Staaten der islamischen Welt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8683
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Leseprobe aus  32  Seiten
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