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Organisation und Geschlecht

Title: Organisation und Geschlecht

Seminar Paper , 2005 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Diplom-Kauffrau Eva Koscher (Author), Desirée Pieschl (Author)

Sociology - Relationships and Family
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In der vorliegenden Seminararbeit beschäftigen wir uns damit, welche Rolle das Geschlecht in Organisationen spielt. Einleiten möchten wir mit einer kurzen Erklärung zum Begriff und zur Geschichte der Organisationen sowie einer in diesem Kontext hilfreichen Definition der Begriffe Sexualität, „sex“, „gender“ und Geschlecht, um dann darauf aufbauend zu untersuchen, wie in verschiedenen Organisationen mit der Sexualität umgegangen wird, in welchem Ausmaß Organisationen versuchen, die Sexualität zu beeinflussen und welche Auswirkungen eine solche Beeinflussung auf die Menschen hat.
„Eine Organisation ist eine große Gruppierung von Menschen, die aufgrund unpersönlicher Regeln strukturiert ist und bestimmte spezifische Ziele verwirklichen soll“. (Giddens, 1999).
Legt man institutionelle Gesichtspunkte zugrunde, so versteht man in der Soziologie unter dem Begriff der Organisation ein zu einem bestimmten Zweck dauerhaft eingerichtetes Sozialgebilde, dass ein formal festgelegtes Ziel verfolgt, über eine formell geregelte Mitgliedschaft und über eine Verfassung (institutionellen Regeln) verfügt. (http://de.wikipedia.org/wiki/Organisation). Bei Organisationen handelt es sich um grundlegende Institutionen moderner Gesellschaften, die als geradezu unentbehrlich erscheinen. Menschen sind jedoch nur zu einem Teils ihres Selbst Organisationsmitglieder, weswegen Person und Mitglied unterschieden werden sollten.
In der Soziologie beschäftigt man sich seit langem mit Organisationen und untersucht ihre Entstehungs- bzw. Wirkungsweisen. Schon Max Weber, der allgemein als einer der Mitbegründer der Soziologie in Deutschland angesehen wird, beschäftigte sich mit Organisationen und sein Bürokratiemodell zählt zu den klassischen Organisationstheorien. Primäres Ziel des Ansatzes von Weber war es, die Leistungsfähigkeit von Organisationen mit Hilfe von Aufgabenteilung und sachlicher Aufgabenerfüllung zu erklären. Laut Weber sind Organisationen eine Herrschaftsform, deren Gestaltungsmerkmale feste Kompetenzen, Arbeitsteilung, Amtshierarchie, Regelmäßigkeit und Aktenmäßigkeit sind und die ein Höchstmaß an Effizienz evozieren:

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

KAPITEL 1 - EINFÜHRUNG

1. DEFINITION ORGANISATION

2. DEFINITION DER BEGRIFFE SEXUALITÄT, GESCHLECHT, SEX UND GENDER

KAPITEL II - DESEXUALISIERUNG IN ORGANISATIONEN

1. GRÜNDE DER DESEXUALISIERUNG IN ORGANISATIONEN

2. MECHANISMEN DER DESEXUALISIERUNG

1. Desexualisierung durch Trennung der Geschlechter

2. Desexualisierung durch Verbote und Strafen

3. Desexualisierung durch Kontrolle der Zeit und des Körpers

KAPITEL III - KAPITALISIERUNG DER SEXUALITÄT

1. DIREKTE VERMARKTUNG DER SEXUALITÄT

2. INDIREKTE VERMARKTUNG DER SEXUALITÄT

KAPITEL IV - FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis zwischen Organisationen und Sexualität, wobei der Fokus auf den Prozessen der Desexualisierung einerseits und der ökonomischen Kapitalisierung andererseits liegt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, in welchem Maße Organisationen versuchen, Sexualität zu kontrollieren oder für betriebliche Ziele zu verwerten, und welche Auswirkungen diese Steuerung auf die betroffenen Individuen hat.

  • Bürokratische Organisationsmodelle und deren Desexualisierungsbestreben
  • Mechanismen der Geschlechtertrennung und Kontrolle
  • Die Rolle der Sexualität als Instrument in der Konsumgesellschaft
  • Emotionsarbeit und der indirekte Einsatz von Sexualität in Dienstleistungsberufen
  • Psychische Belastungen durch Rollenkonflikte und "Deep Acting"

Auszug aus dem Buch

1. Desexualisierung durch Trennung der Geschlechter

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in Organisationen eine Trennung der Geschlechter durchzuführen. Zum einen gibt es Organisationen, die nur ein Geschlecht aufnehmen. Diese radikale Taktik trat vor allem früher in Kirche, Schule und Militär auf. Dabei kommt den dadurch auftretenden Männerbünden eine besondere Rolle zu, da sie ein extremes Gegenbild zur Weiblichkeit darstellen wollten.

Viele Organisationen trennen Geschlechter auch, indem sie ihnen unterschiedliche Räumlichkeiten zuteilen. Dieses Vorgehen kommt vor allem in Institutionen wie Krankenhäusern, Gefängnissen, Klöstern und Anstalten zum Tragen. Dort gibt es eigene Männer- und Frauenbereiche oder –häuser, damit die Kontakte zwischen den Geschlechtern reduziert werden können. Wichtig ist hier auch die Schule als eine „ausgeprägt asexuelle Erziehungsinstitution“ (Rastetter, 1994), in der lange Zeit Mädchen und Jungen getrennt unterrichtet wurden bzw. Bildung zum größten Teil nur für Jungen bereitgestellt wurde. Dies hat sich zwar in den letzten Jahren und Jahrzehnten gewandelt, jedoch versucht die Institution Schule immer noch, sich vom außerschulischen Leben abzuschließen und möglichst wenig Unkontrolliertes hineinzulassen. Durch das Sicherstellen solcher Ordnungsprinzipien kann erfolgskontrolliertes Lernen gewährleistet werden. Da Jugendliche noch einen intensiveren Prozess der Selbstfindung durchlaufen als Erwachsene, übt die Schule eine gewisse vororganisationale Sozialisation aus, die nicht unterschätzt werden sollte.

Ein weiterer Desexualisierungsmechanismus in Organisationen stellt die Zuteilung geschlechtsspezifischer Arbeitsplätze dar. Dieser Prozess kam erstmals während der Zeit der Industrialisierung auf (Burell, 1984), als das Leitbild des asexuellen Unternehmens herrschte. Durch streng getrennte Frauenabteilungen in Bürobetrieben des letzten Jahrhunderts kamen beim weiblichen Geschlecht weniger Ambitionen und Ansprüche auf, da sie ja nicht mitbekamen, was die Männer erreichten oder wie das allgemeine Geschehen im Betrieb ablief.

Zusammenfassung der Kapitel

KAPITEL 1 - EINFÜHRUNG: Diese Einleitung definiert die zentralen Begriffe Organisation, Geschlecht, Sex und Gender und legt den theoretischen Bezugsrahmen für die Untersuchung dar.

KAPITEL II - DESEXUALISIERUNG IN ORGANISATIONEN: Das Kapitel analysiert, warum und mit welchen Mechanismen Organisationen versuchen, Sexualität zu unterdrücken, um Herrschaftsstrukturen zu sichern.

KAPITEL III - KAPITALISIERUNG DER SEXUALITÄT: Hier wird untersucht, wie Sexualität einerseits direkt vermarktet wird und andererseits subtil als Werkzeug (Emotionsarbeit) zur Effizienzsteigerung in Dienstleistungsberufen dient.

KAPITEL IV - FAZIT: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass Desexualisierung und Kapitalisierung zwei Seiten derselben Medaille der organisationalen Kontrolle darstellen.

Schlüsselwörter

Organisation, Sexualität, Gender, Desexualisierung, Kapitalisierung, Emotionsarbeit, Herrschaft, bürokratische Organisation, Geschlechterrolle, Dienstleistungsgesellschaft, Arbeitsplatz, industrielle Gesellschaft, Sublimierung, Identität, Macht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet das spannungsreiche Verhältnis zwischen der Organisation als bürokratischem Gebilde und der menschlichen Sexualität sowie Geschlechtsidentität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Strategien der Unterdrückung von Sexualität in Unternehmen (Desexualisierung) und deren gleichzeitige ökonomische Nutzung zur Gewinnsteigerung (Kapitalisierung).

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu zeigen, wie Organisationen durch Kontrolle von Zeit, Körper und Geschlechterrollen versuchen, Menschen als rationale Arbeitseinheiten zu formen und Emotionen zugunsten der Produktivität zu steuern.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Seminararbeit, die auf soziologischen und psychologischen Standardwerken sowie empirischen Ansätzen (u.a. Max Weber, Michel Foucault, Arlie Hochschild und Daniela Rastetter) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Desexualisierungsmechanismen wie Geschlechtertrennung und Verbote sowie die Untersuchung der direkten und indirekten Kapitalisierung von Sexualität in modernen Dienstleistungsberufen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Organisation, Desexualisierung, Kapitalisierung, Emotionsarbeit und Gender.

Wie unterscheidet sich die direkte von der indirekten Vermarktung von Sexualität?

Direkte Vermarktung betrifft die offene Kommerzialisierung sexueller Handlungen (z.B. Sexbranche), während die indirekte Vermarktung Sexualität subtil als emotionales Werkzeug für Kundenkontakte oder Werbezwecke nutzt.

Warum kann "Emotionsarbeit" zu einer psychischen Belastung führen?

Emotionsarbeit erfordert oft das Vorspielen von Gefühlen, die nicht mit dem Selbstbild übereinstimmen (emotionale Dissonanz). Dies kann über "Surface Acting" zu Stress oder über "Deep Acting" langfristig zu Selbstentfremdung und Burnout führen.

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Details

Title
Organisation und Geschlecht
College
University of Augsburg  (Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Soziologie der Organisationen
Grade
2,0
Authors
Diplom-Kauffrau Eva Koscher (Author), Desirée Pieschl (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V86855
ISBN (eBook)
9783638027410
ISBN (Book)
9783638927154
Language
German
Tags
Organisation Geschlecht Soziologie Organisationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Kauffrau Eva Koscher (Author), Desirée Pieschl (Author), 2005, Organisation und Geschlecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86855
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