Globale Kommunikation – Eine Wortkombination, mit der noch nicht viele BürgerInnen in Österreich vertraut sind. Nicht so im ersten Net1-Dorf Rauris im Salzburger Land. Dort wird seit März 2001 in einem unfangreichen Projekt die gesamte Dorfbevölkerung ans Netz der Netze2 angeschlossen. Im Vorfeld ist von der Arbeitsgruppe NIKT3 in Salzburg eine Vorerhebung in Zusammenarbeit mit der Dorfbevölkerung im Oktober 1999 vorangegangen. Ziel dieser Erhebung war ein „unmittelbar umsetzbares Konzept für die Implementation einer demokratiepolitisch sinnvollen und wünschenswerten Applikation für die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien“. Erhoben worden sind somit in demokratischer Weise die Ansprüche eines jeden Bürgers, welche dieser an die neue Technik stellt. In meiner vorliegenden Arbeit werde ich mich - nachdem das Projekt >Gemeinde Online< erhoben worden ist - dem tatsächlichen Umgang der neuen Kommunikationstechniken und der sich daraus erschließenden Kommunikationsdimensionen (vgl. Kommunikationsdimensionen der Zukunft, 4.) für die BürgerInnen [=Nutzer] der Marktgemeinde Rauris widmen. Außerdem soll in dieser wissenschaftlichen Auswertung mittels einer eigens durchgeführten Online-Umfrage das derzeitige Nutzerverhalten der BürgerInnen von Rauris erhoben und dargestellt werden. (vgl. Online-Fragebogen, 9.2.)
Durch diese neuen Technologien bieten sich völlig neue Formen des Informationsaustausches unter den 3.114 BürgerInnen5 von Rauris. Dadurch ist die Nationalparkgemeinde Rauris zur Modellgemeinde für eine vorbildhafte Nutzung der Telekommunikation und Neuer Medien geworden, die in zahlreichen Bereichen eingesetzt werden kann.6 (vgl. Artverwandte Projekte zu Rauris, 2.1.1.3 .)
Ich wünsche viel Spass beim Durchblättern meiner Arbeit und ich hoffe, es ergeben sich für Sie als Leser interessante Punkte für Ihre Arbeit oder Ihr persönliches Interesse aus diesem Buch.
Mit globalen Grüssen
Mag. phil. Thomas Müller
Schlins/Vorarlberg/Österreich
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
1.1. Zur Themenwahl
1.2. Danksagung
2. Einleitung
2.1. Geschichte von Rauris
2.1.1.1. Vom Dorfplatz ins Internet
2.1.1.2. Traditionelles verschmelzt mit der Technik
2.1.1.2.1. Sprache und Schrift
2.1.1.3. Artverwandte Projekte zu Rauris
2.1.1.3.1. Projekt: Oberhambach, Deutschland
2.1.1.3.2. Projekt: „Info-Kasteln“, Steiermark
2.1.1.3.3. Projekt: City4All, Oberösterreich
2.1.1.3.4. Gasometer in Wien
2.1.2. Zur Geschichte des Internet
2.1.2.1. Verwendung des Internets in Österreich
3. Hauptteil
3.1. Ein Dorf wird vernetzt und kommuniziert
3.1.1. Einleitung: Das Neue fasziniert nicht nur
3.1.2. Technische Umsetzung: Funk-LAN, HiPath
3.1.2.1. Die Funk-LAN-Technologie
3.1.2.1.1. Definition der Leitungswege
3.1.2.1.2. Backbone-Definition
3.1.2.1.3. Funk-Zellen-Definition
3.1.2.1.4. Client-Anbindung
3.2. HiPath: Tor zur kabellosen Dorfkommunikation
3.3. Die empirische Untersuchung
3.3.1. Forschungsinteresse
3.3.2. Methodische Vorgangsweise
3.3.2.1. Standardisiertes Interview: Befragung [online]
3.3.2.2. Die Stichprobengröße
3.3.2.3. Das Auswahlverfahren
3.3.2.4. Das Befragungsgebiet
3.3.2.5. Untersuchungszeitraum, Zahl der Befragten
3.3.2.5.1. Befragtenzahl und Rücklaufquote
3.4. Zu den Forschungsfragen und Hypothesen
3.4.1. Allgemeines zur Auswertung
3.4.2. Die Forschungsfragen
3.4.3. Die Hypothesen
3.5. Quantitative Auswertung
3.5.1. Zu Forschungsfrage 1
3.5.1.1. Ergebnis zu Hypothese 1
3.5.2. Zu Forschungsfrage 2
3.5.2.1. Ergebnis zu Hypothese 2
3.5.3. Zu Forschungsfrage 3
3.5.3.1. Ergebnis zu Hypothese 3
3.5.4. Zu Forschungsfrage 4
3.5.4.1. Ergebnis zu Hypothese 4
3.6. Übersicht: Empirische Untersuchung
3.6.1.1.1. Exkurs: Die wachsende Wissenskluft
4. Kommunikationsdimensionen der Zukunft
4.1. Internet: Informationsmedium Nummer 1
4.2. Elektronischer Wandel der Zeit
4.2.1. Medienethik, Medienerziehung, Medienpolitik
4.2.1.1. Eltern als medienpädagogisches Vorbild
4.2.2. Gefahrengut Internet im täglichen Leben
4.3. Kommunikation via Internet [allgemein]
4.3.1. Von e-commerce bis e-security
4.3.1.1. „e“-Beispiele der Gegenwart und Zukunft
4.3.2. Haus der Zukunft
4.3.2.1. Der vernetzte Haushalt
4.3.2.1.1. Bluetooth hilft kräftig im Haushalt mit
4.3.3. Mobilität am Ende ihrer Zeit?
4.3.4. Kinder und Jugendliche vs. Internet
4.3.5. Kuriose Kommunikationsanwendungen via Internet
4.3.6. Telework: Zukünftiges Arbeiten von zu Hause
5. Zusammenfassung
9. Anhang
9.1. Zusätzliche Auswertungen abseits der Forschungsfragen und Hypothesen
9.1.1. Altersverteilung der Befragten
9.1.2. Zusatz zu Forschungsfrage/Hypothese 1
9.1.3. Zusatz zu Forschungsfrage/Hypothese 3
9.1.4. Zusatz zu Forschungsfrage/Hypothese 4
9.1.4.1. Berufliche Ausbildung in tabellarischer Form
9.1.4.2. Auflistung der Höchstzahlen [Neue Medien]
9.1.4.3. Schulische/Berufliche Ausbildung
9.2. Online-Fragebogen
9.2.1. Offene Fragen im Online-Fragebogen
9.3. Spezifische Auswertungsschritte für die Arbeit
9.3.1. Ort des Interneteinstiegs
9.3.2. Onlinezeit [pro Woche]
9.3.3. Vorstellung ohne Internet zu sein
10. Interviews
10.1. Gespräch mit Herrn Robert Reiter
10.2. Gespräch mit Herrn Martin Oberlechner
10.3. Anschlüsse in Rauris und Wörth [Pläne]
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Nutzerverhalten und die Auswirkungen neuer Kommunikationstechnologien am Beispiel des ersten "Net-Dorfs" Österreichs, Rauris. Das Ziel ist es, den tatsächlichen Umgang der Bewohner mit dem Internet zu analysieren, die Akzeptanz neuer Kommunikationsdimensionen zu beleuchten und den Einfluss auf soziale sowie traditionelle Lebensbereiche zu erforschen.
- Vernetzung eines ländlichen Raums mittels Funk-LAN-Technologie
- Empirische Analyse des Nutzerverhaltens durch Online-Umfragen
- Kommunikationstheoretische Betrachtung der neuen Medien und deren ethische Aspekte
- Einfluss des Internet auf Arbeitswelt, Tourismus und Alltag
- Untersuchung der digitalen Wissenskluft zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen
Auszug aus dem Buch
Vom Dorfplatz ins Internet
Ausgangspunkt des Net-Dorfs Rauris war ein EU-Projekt im Jahre 1996, das die elektronische Aufarbeitung des Rauriser Literaturarchivs zum Ziel hatte. Die bereits bekannten Rauriser Literaturtage und die dafür vorgesehene EU-Förderung, welche schließlich für den Punkt < Literatur > zu gering gewesen wäre, um tatsächlich eine Förderung zu erhalten, überzeugte den Bürgermeister, Herrn Robert Reiter, seine Vision vom vernetzten Dorf für die BürgerInnen und zur weiteren Stärkung des Tourismus umzusetzen. Nun können Besucher aus der ganzen Welt ihren Urlaub bequem von ihrem PC aus buchen. (vgl. Zu Forschungsfrage 2, 3.5.2.) Zudem sind bereits die ersten Gästezimmer mit „Kommunikationssteckdosen“ ausgestattet. Das ermöglicht zum Beispiel Kontakt zu seinen Liebsten zu halten, die nicht mit auf Urlaub kommen konnten. Aber nicht nur der Ausbau des Tourismus und die damit verbundene Schaffung von Arbeitsplätzen gehört zu den Visionen des Bürgermeisters.
Für die Tourismustreibenden und die Gemeindeverantwortlichen selbst wurde eine Ideallösung realisiert, die der Gemeinde völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Von den öffentlichen Gebäuden im Dorf sind bisher die Gemeinde, der Tourismusverband, die Haupt- und Volksschule, ein Kaufhaus, die Skischule, und das Seniorenheim online. Die Zahl der Privat- und Firmenanschlüsse beläuft sich mittlerweile auf 155 Anschlüsse mit 232 Arbeitsstationen. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Telearbeitsplatz der Salzburger Stadtwerke schafft neue Perspektiven für den Arbeitsmarkt. (vgl. Telework: Zukünftiges Arbeiten von zu Hause, 4.3.6.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in das Projekt "Net-Dorf Rauris" ein und erläutert die Beweggründe und Ziele der Diplomarbeit.
2. Einleitung: Hier wird der historische Kontext von Rauris sowie die allgemeine Geschichte und Bedeutung des Internets dargelegt.
3. Hauptteil: Der Hauptteil widmet sich der technischen Vernetzung des Dorfes und präsentiert eine umfangreiche empirische Untersuchung des Nutzerverhaltens.
4. Kommunikationsdimensionen der Zukunft: Dieses Kapitel reflektiert über die langfristigen gesellschaftlichen Veränderungen durch neue Medien wie E-Commerce und Telearbeit.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die zukünftige Bedeutung der vernetzten Welt und einer abschließenden Empfehlung für das Projekt.
Schlüsselwörter
Net-Dorf Rauris, Funk-LAN, Internet, Kommunikationstechnologien, e-government, Online-Umfrage, e-commerce, Telearbeit, Neue Medien, Wissenskluft, Nutzerverhalten, Information-Overflow, digitale Gesellschaft, Informatoren, Vernetzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation einer ländlichen Gemeinde in das erste österreichische "Net-Dorf" und analysiert, wie diese technische Neuerung das tägliche Leben und die Kommunikation der Bewohner prägt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der technischen Umsetzung, den Auswirkungen auf den lokalen Tourismus, den veränderten Arbeitsformen durch Telearbeit und den soziologischen Aspekten der digitalen Vernetzung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, empirisch zu belegen, wie die Rauriser Bürger das Internet nutzen und welche Bedeutung digitale Medien für ihre täglichen Alltagserledigungen und ihre soziale Interaktion haben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Studie nutzt einen vollstandardisierten Online-Fragebogen sowie eine qualitative Analyse der technischen Infrastruktur und vorhandener Literatur, um Forschungsfragen und Hypothesen zu verifizieren.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte technische Beschreibung der Funk-LAN-Infrastruktur sowie eine umfassende quantitative Auswertung der erhobenen Nutzerdaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Rauris, Funk-LAN, e-government, Internet-Nutzung, Wissenskluft und Telearbeit.
Inwiefern beeinflusst das Funk-LAN die Lebensqualität der Bewohner?
Es ermöglicht einen vereinfachten Zugang zu Informationen und Dienstleistungen, fördert neue Arbeitsformen und verbindet soziale Räume, wobei die Balance zur traditionellen Lebensweise erhalten bleiben soll.
Warum spielt die Altersstruktur der Nutzer eine Rolle bei der Akzeptanz des Internets?
Die Studie zeigt auf, dass das Internet keineswegs nur eine Jugenddomäne ist, sondern auch bei älteren Generationen durch gezielte Schulungsangebote eine zunehmende Akzeptanz und nützliche Anwendung findet.
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- Mag. phil. Thomas Müller (Author), 2002, Neue Dimensionen der Kommunikation im ersten Internet-Dorf Österreichs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8698