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Ethikfonds. Fundierung, Verwirklichung und Performance

Title: Ethikfonds. Fundierung, Verwirklichung und Performance

Diploma Thesis , 2008 , 76 Pages

Autor:in: Christian Nitzl (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Anlegern, denen das Risiko einer Direktanlage in Wertpapiere oder anderen Anlageformen zu groß ist, oder denen es der Zeit ermangelt, ein privates Portfolio zu strukturieren und dauerhaft zu betreuen, das den Prinzipien der Portfoliotheorie genügt, können sich dennoch durch den Erwerb von Fondsanteilen an der Börse engagieren. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Anlegern gerecht zu werden, bieten die Investmenthäuser unterschiedliche Arten von Fonds an. Eine besondere Stellung nehmen so genannte „Ethikfonds“ ein, für die in den letzten Jahren ein stark wachsendes Interesse – sowohl in der Wissenschaft, als auch in der Praxis – zu beobachten war. Doch erst seit wenigen Jahren findet tatsächlich eine wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema Ethikfonds statt. Ethikfonds stellen insoweit eine besondere Form der Geldanlage dar, da Fragen nach dem richtigen moralischen Handeln mit Beachtung finden. Dies zeigt sich in der Praxis überwiegend durch eine ethisch orientierte Wertpapierselektion. Allerdings ist bis heute nicht eindeutig definiert, was unter Ethikfonds genau zu subsumieren ist. Während ethische Geldanlagen im angloamerikanischen Raum eine lange Tradition zurück blicken können, sind sie am deutschen Kapitalmarkt noch ein relativ junges Phänomen. Will man den Mangel an wissenschaftlicher Literatur über Ethikfonds erklären, so scheint dabei die Dominanz des neoklassischen Gleichgewichtsmodells eine große Rolle zu spielen. Denn unter der neo-klassischen Annahme, die ihren Ausdruck im Kapitalmarktmodell findet, dürfte es aufgrund des Rationalitätspostulats zu keiner Berücksichtigung von außerökonomischen Komponenten bei der Bewertung von Anlagefazilitäten kommen. Nimmt man von der herkömmlichen Prämisse des rationalen Anlegers aber Abstand, so stellt sich die Frage, wie und welche Informationen am Kapitalmarkt verarbeitet werden und welche Konsequenzen sich hieraus für Forschung und Praxis ergeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Gang der Untersuchung

2 Grundlagen der Ethikfonds

2.1 Definition und Begriffsklärung

2.2 Überblick über die Entwicklung

2.2.1 Geschichtliche Entwicklung

2.2.2 Gegenwärtige Marktsituation

2.2.3 Markttrends

2.3 Fundierung moralischer Motive

2.3.1 Legitimation der Börsen als Plattform für ethisches Handeln

2.3.2 Legitimation der Berücksichtigung einer Ethikdimension

2.4 Aus moralischen Motiven abgeleitete Ethikkonzeptionen

2.4.1 Deontologische Ethikkonzeption

2.4.2 Teleologische Ethikkonzeption

3 Methoden, Problemstellungen und Implikationen der Umsetzung

3.1 Allgemeine Vorgehensweise

3.2 Darstellung der Asset Allocation ethischer Anlagestrategien

3.2.1 Vermeidungsstrategien

3.2.2 Auswahlstrategien

3.2.3 Aktivismusstrategien

3.3 Problemstellungen bei der Umsetzung

3.3.1 Performance und Ethik als Gegensatz

3.3.2 Verschärftes Prinzipal-Agent-Problem

3.3.3 Fehlende Transparenz

3.3.4 Problem der Validation

3.3.5 Varianz bei Bestimmung ethischer Unternehmen

3.4 Implikationen auf das Unternehmensverhalten

4 Performanceeffekt einer ethischen Wertpapierselektion

4.1 Einführung in die Performanceanalyse bei Ethikfonds

4.2 Hypothesenbildung und Begründung

4.3 Empirische Überprüfung

4.3.1 Vergleich von Matched Samples

4.3.2 Vergleich von Indizes

4.3.3 Vergleich von synthetisch gebildeten Portfolios

4.4 Zusammenführung und kritische Würdigung

5 Zusammenfassung, Schlussfolgerungen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Fundierung, Umsetzung und Performance von Ethikfonds, mit einem besonderen Fokus auf den deutschen Kapitalmarkt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie moralische Motive in Anlageentscheidungen integriert werden und welchen Einfluss diese auf das Risiko-Rendite-Profil sowie das Verhalten der Zielunternehmen haben.

  • Grundlagen und Definition von Ethikfonds
  • Verhaltenswissenschaftliche und ethische Begründung moralischer Geldanlagen
  • Methoden der Asset Allocation und praktische Umsetzung (Vermeidungs-, Auswahl- und Aktivismusstrategien)
  • Empirische Performanceanalyse ethischer Wertpapierselektionen
  • Diskussion von Herausforderungen wie Transparenz und Zielkonflikten

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Vermeidungsstrategien

Die Vermeidungsstrategie kann als die erste Strategie angesehen werden, welche bei Ethikfonds Anwendung gefunden hat und ist die in Deutschland dominierende Anlagestrategie.

Anhand verschiedener Kriterien werden bei einer Vermeidungsstrategie – dem Prozess des sog. Screenings – Unternehmen aus dem Anlageuniversum eines Fonds ausgeschlossen. Deshalb werden solche Kriterien auch als Negativ- oder Ausschlusskriterien bezeichnet, da ein Unternehmen, das eine oder mehrere dieser Eigenschaften aufweist als mögliches Investitionsobjekt wegfällt. Zusätzlich kann zwischen einer internen und einer externen Vermeidungsstrategie unterschieden werden. Die interne Vermeidungsstrategie zeichnet sich dadurch aus, dass anhand einer Negativliste, die vom Fondsmanagement aufgestellt wird, Unternehmen aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen werden. Eine strengere Variante geht soweit, dass auch Unternehmen ausgeschlossen werden, die indirekt durch ihre Zulieferer mit einem kritischen Bereich verbunden sind. Bei einer weiteren, weniger strengen Variante legen Ethikfonds Schwellenwerte für kritische Bereiche fest. Schwellenwert bedeutet hier, dass Unternehmen bis zu einem gewissen Prozentsatz in ethisch bedenklichen Bereichen tätig sein können, ohne aus dem Investmentuniversum ausgeschlossen zu werden. Ein Getränkeunternehmen bspw. welches max. 5% seines Umsatzes mit dem Verkauf von alkoholischen Getränken macht, wird nicht aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Ethikfonds ein und stellt den Gang der Untersuchung sowie die theoretische Problemstellung dar.

2 Grundlagen der Ethikfonds: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Ethikfonds, erläutert ihre historische Entwicklung und fundiert moralische Motive sowie Ethikkonzeptionen.

3 Methoden, Problemstellungen und Implikationen der Umsetzung: Hier werden die Vorgehensweise bei der Asset Allocation und die praktischen Herausforderungen sowie die Auswirkungen auf Unternehmen beleuchtet.

4 Performanceeffekt einer ethischen Wertpapierselektion: Dieses Kapitel widmet sich der empirischen Überprüfung, ob eine ethische Wertpapierselektion zu einer abnormalen Rendite führt.

5 Zusammenfassung, Schlussfolgerungen und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die zukünftige Bedeutung ethischer Geldanlagen.

Schlüsselwörter

Ethikfonds, Nachhaltige Geldanlagen, Wertpapierselektion, Performanceanalyse, Asset Allocation, Vermeidungsstrategien, Auswahlstrategien, Aktivismusstrategien, Moralisches Handeln, Finanzintermediäre, Risikomanagement, Kapitalmarktanomalien, Sozialverantwortung, Investmentfonds, Rendite-Risiko-Verhältnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretische Fundierung und die praktische Umsetzung von Ethikfonds sowie deren Einfluss auf die Performance von Geldanlagen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition ethischer Anlagen, die verschiedenen Anlagestrategien (Ausschluss, Auswahl, Aktivismus) und die wissenschaftliche Performance-Messung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen ethischen Motiven und der finanziellen Performance zu ergründen und die Rolle von Ethikfonds als Finanz- und Ethikintermediäre zu klären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung empirischer Studien und Performance-Messungen basierend auf finanztheoretischen Modellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die methodische Strukturierung von Ethikfonds, Probleme bei der Umsetzung (z.B. Transparenz, Prinzipal-Agent-Konflikte) und empirische Überprüfungen der Performance.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Ethikfonds, nachhaltige Geldanlagen, Asset Allocation, Performanceanalyse und moralische Motive.

Warum gibt es in Deutschland offiziell keine "Ethikfonds"?

Die BAFin hat die Verwendung der Bezeichnung „ethisch“ untersagt, da der Begriff als zu subjektiv und individuell interpretierbar eingestuft wurde.

Was ist der Unterschied zwischen dem "Best-of-Class"-Ansatz und anderen Strategien?

Beim Best-of-Class-Ansatz werden Unternehmen nicht pauschal nach Branchen ausgeschlossen, sondern innerhalb ihrer Branche anhand ethischer Kriterien in eine Rangfolge gebracht, was eine faire Diversifikation ermöglicht.

Beeinflussen ethische Fonds das Verhalten von Unternehmen?

Der Einfluss erfolgt primär über indirekte Marktmechanismen (Kapitalkosten) und Signalwirkungen auf das Image, wobei eine direkte Einflussnahme (Aktivismus) schwieriger umzusetzen ist.

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Details

Title
Ethikfonds. Fundierung, Verwirklichung und Performance
College
LMU Munich
Course
Portfoliomanagement
Author
Christian Nitzl (Author)
Publication Year
2008
Pages
76
Catalog Number
V86996
ISBN (eBook)
9783638010511
ISBN (Book)
9783638915380
Language
German
Tags
Ethikfonds Fundierung Verwirklichung Performance Portfoliomanagement Fonds Nachhaltigkeitsfonds Nachhaltigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Nitzl (Author), 2008, Ethikfonds. Fundierung, Verwirklichung und Performance, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86996
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