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Gewalt in der Familie - Ich liebe dich gewaltig

Title: Gewalt in der Familie - Ich liebe dich gewaltig

Term Paper , 2001 , 16 Pages , Grade: Bestanden

Autor:in: Yvonne Dewerne (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Die meisten Frauen werden auf etwas hin erzogen, das eher Mythos als Realität ist: die glückliche Familie. Nicht umsonst hören Spielfilme und Romane dort auf, wo die schlimme Wahrheit beginnt.
Viele Menschen befürworten körperliche Bestrafung bei Kindern, frei nach dem Motto: ein Klaps hat noch keinem geschadet (Hirsch 1981, S. 169). Die physische Bestrafung von Kindern ist gesellschaftlich geduldet, das Schlagen von erwachsenen Frauen ist es nicht. Obwohl zwischen diesen beiden Aspekten kein Unterschied besteht. In beiden Fällen werden Menschen verletzt.
Meist beginnt die Gewalt gegen Frauen in der Familie als emotionale Überreaktion, eine Ohrfeige im Streit und danach die Beteuerung dass das niemals wieder geschehen werde. Allerdings wird kein Mensch gewalttätig geboren. Gewalt ist ein erlerntes Verhalten. Eltern und die Familie sind sowohl die wichtigsten Vorbilder als auch die primären Sozialisationsinstanzen. Von ihnen sollen Kinder soziales Verhalten und Normen lernen, wobei zwischen gesellschaftlichen akzeptierten Normen und gelebten Normen ein Unterschied besteht (Hirsch 1981, S. 180). Familie hat die Funktion, Kinder zur Selbstsicherheit und Gewissensbildung zu erziehen. Ebenfalls sollen Kinder Konfliktfähigkeit, Empathie und Frustrationstoleranz, sowie Rolledistanz lernen (Hirsch 1981, S. 60/61). Diese Arbeit setzt sich mit den Folgen auseinander, wenn Menschen diese Eigenschaften nicht gelernt haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Probleme bei der Erforschung von Gewalt in der Familie

3. Gewalt in der Familie

3.1 Gewalt gegen Frauen

3.2 Das Battered-Women-Syndrom

3.3 Die Täter von Gewalt

4. Wege aus der Gewalt

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse von Gewalt innerhalb der Familie, insbesondere der Gewalt gegen Frauen, und untersucht dabei sowohl die Entstehungsbedingungen als auch Ansätze zur Überwindung dieser Problematik. Zentral ist hierbei die Frage nach den Ursachen für die Entstehung und Aufrechterhaltung gewalttätiger Strukturen im häuslichen Umfeld sowie die Rolle gesellschaftlicher Normen und individueller Verhaltensmuster.

  • Phänomenologie der Gewalt gegen Frauen in der Partnerschaft
  • Das Battered-Women-Syndrom als psychologisches Erklärungsmodell
  • Kategorisierung und Analyse gewalttätiger Tätertypen
  • Herausforderungen bei der Erforschung und Erfassung häuslicher Gewalt
  • Therapeutische Ansätze und Wege zur Resozialisierung und Prävention

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Täter

Paradoxerweise schlagen Männer die Person am häufigsten, die sie am meisten lieben und an die sie sich am stärksten binden. In Zufallsbekanntschaften und Affären kommt es selten zur Gewalt (Lempert/Oelemann 1995, S. 31). Gewalt von Männern gegen Frauen in der Familie ist kein schichtspezifisches Verhalten.

Gewalt ist ein demographisch gleichmäßig verteiltes Verbrechen. Es ist unter allen Altersgruppen, Bildungsgraden, Schichten und Einkommensgruppen verbreitet. Einen speziellen Tätertyp gibt es nicht (Lempert/Oelemann 1995, S. 29). Obwohl von Gewaltdelikten aus allen sozialen Schichten berichtet wird, gehen viele davon aus, dass Gewalt ausschließlich in sozial schwachen Familien zu Hause ist (Lempert/Oelemann 1995, S. 30).

Gewalt ist keine Frage der Bildung. Bildung zeichnet sich darin aus, auf einem bestimmten Gebiet Fachwissen erworben zu haben, womit die Kommunikationsfähigkeit innerhalb dieses Bereichs erhöht wird. Denn auf diesem Gebiet kennt man sich aus. Einer besseren Auseinandersätzung mit emotionalen Problemen nützt diese Bildung allerdings nicht. Ein Studium oder eine Fachqualifikation verhindert keine Gewalt. Auch in den Formen der Gewalt oder der Härte des Schlagens gibt es keine Unterschiede zwischen einem Akademiker und einem ungelernten Hilfsarbeiter (Lempert/Oelemann 1995, S. 32). Ein weiteres Vorurteil gegenüber Gewalttätern lautet, dass man einem Mann schon den Schläger-Typ ansieht. Dieser Mann sei dann groß, bis an die Nase tätowiert, stammt aus sozialen Randgebieten und besitzt die dazu gehörige Ausstrahlung. Selbstverständlich trifft diese Beschreibung nicht zu. Es ist auch nicht relevant, ob ein Mann kräftig gebaut oder kleiner ist als die Frau. Die Gewalt eines Mannes ist unabhängig von seiner körperlichen Verfassung oder Stärke (Lempert/Oelemann 1995, S. 33).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Diskrepanz zwischen dem gesellschaftlichen Mythos der glücklichen Familie und der Realität häuslicher Gewalt als erlerntes Verhalten.

2. Probleme bei der Erforschung von Gewalt in der Familie: Dieses Kapitel thematisiert die Schwierigkeiten bei der wissenschaftlichen Definition von Gewalt sowie die methodischen Herausforderungen bei der Erfassung von Dunkelziffern aufgrund der Privatsphäre.

3. Gewalt in der Familie: Dieser Hauptteil analysiert die Ausprägungen von Gewalt gegen Frauen, das psychologische Bild des Battered-Women-Syndroms sowie die Charakteristika der Täter.

4. Wege aus der Gewalt: Hier werden therapeutische Interventionsmöglichkeiten diskutiert und die Problematik von Strafverfolgung sowie Resozialisierung im Gefängniskontext kritisch hinterfragt.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit der Forderung nach einer gesellschaftlichen Enttabuisierung von häuslicher Gewalt und der Bedeutung therapeutischer Unterstützung für Opfer und Täter.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und weiterführender Informationen.

Schlüsselwörter

Gewalt in der Familie, häusliche Gewalt, Gewalt gegen Frauen, Battered-Women-Syndrom, Tätertypen, Sozialisation, Familientherapie, Resozialisierung, Dunkelziffer, häusliches Umfeld, Soziologie, Partnerschaftsgewalt, Geschlechterrollen, Intervention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das soziologische Phänomen häuslicher Gewalt, insbesondere die Gewalt von Männern gegen ihre Partnerinnen innerhalb der Familie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Definition von Gewalt, die Schwierigkeiten der empirischen Erfassung, die Auswirkungen auf die Opfer und die Analyse von Tätern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Ursachen und Dynamiken familiärer Gewalt zu entwickeln und aufzuzeigen, wie soziale Defizite durch therapeutische Ansätze angegangen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse soziologischer und psychologischer Studien zum Thema häuslicher Gewalt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Gewaltformen, das Battered-Women-Syndrom, die verschiedenen Tätertypen sowie die therapeutischen Wege aus der Gewalt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie häusliche Gewalt, soziale Normen, Tätertypologie, Familiensystem und therapeutische Intervention charakterisiert.

Was ist laut der Autorin ein entscheidender Faktor bei der Entstehung von Gewalt?

Die Autorin hebt hervor, dass Gewalt häufig ein erlerntes Verhalten ist, bei dem Täter unfähig sind, über eigene Bedürfnisse, Rollenbilder und Überforderungen zu kommunizieren.

Warum kritisieren Experten den Strafvollzug im Kontext von häuslicher Gewalt?

Es wird kritisiert, dass Gefängnisse oft zu "Ausbildungslagern" für Gewalt werden, da die Inhaftierung keine echte Auseinandersetzung mit den Ursachen fördert, sondern eher zur Maskulinitätsdemonstration anregt.

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Details

Title
Gewalt in der Familie - Ich liebe dich gewaltig
College
University of Hagen  (Soziologie)
Course
Familiensoziologie
Grade
Bestanden
Author
Yvonne Dewerne (Author)
Publication Year
2001
Pages
16
Catalog Number
V8699
ISBN (eBook)
9783638156059
Language
German
Tags
Gewalt Familie Familiensoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yvonne Dewerne (Author), 2001, Gewalt in der Familie - Ich liebe dich gewaltig, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8699
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