Fast seit Beginn ihrer schriftstellerischen Karriere sind George Sand und Charles-Augustin Sainte-Beuve durch einen Briefwechsel verbunden, welcher mit einigen längeren Unterbrechungen erst mit dem Tod Sainte-Beuves endet. Trotz des Bekanntheitsgrades beider Beteiligten liegt zu diesem Briefwechsel nur wenig aktuelle Forschungsliteratur vor. Da inzwischen Briefe auch auf Merkmale literarischer Konstruktion untersucht werden, soll der Briefwechsel zwischen Sand und Sainte-Beuve unter diesen Gesichtspunkten nachfolgend betrachtet werden. Dabei konzentriert sich diese Arbeit auf die Thematisierung der schriftstellerischen Arbeit im Rahmen der Briefe.
In diesem Zusammenhang soll nach einer kurzen allgemeinen Einordnung des Briefwechsels zunächst die Selbstbeschreibung der beiden Autoren dargestellt werden. Danach werden die Ansichten zusammengefasst, die die beiden Schreibenden über ihren jeweiligen Briefpartner äußern. Abschließend werden die jeweiligen Selbst- und Fremdentwürfe verglichen und analysiert.
Der Briefwechsel zwischen George Sand und Charles-Augustin Sainte-Beuve beginnt mit einem Brief von George Sand, der auf den 25. Januar 1833 datiert wird . Zu dieser Zeit ist Sainte-Beuve bereits als Literaturkritiker etabliert. Durch seine Freundschaft zu Victor Hugo ist er bereits in eine Gesellschaft von Schriftstellern wie Dumas, Gautier und de Musset eingeführt worden. Er hat schon jahrelang für die Zeitung Globe Literatur rezensiert und schreibt nun für die Revue des Deux Mondes .
George Sand hat zu dieser Zeit ihren literarischen Erstling Indiana mit großem Erfolg veröffentlicht. Allerdings lebt sie noch in relativer Anonymität, da die Öffentlichkeit hinter dem Pseudonym George Sand noch einen Mann vermutet.
Zu Beginn schreiben sich Sand und Sainte-Beuve in hoher Frequenz. Allein von Sand sind 25 an Sainte-Beuve gerichtete Briefe aus dem Jahr 1833 überliefert, obwohl sich beide zu dieser Zeit in Paris aufhalten und einander regelmäßig persönlich begegnen . Gegenstand der Briefe ist unter anderem das jeweils aktuelle Werk der beiden Schriftsteller. Sainte-Beuve schreibt Sand seine Meinung zu Lélia, Sand bringt ihre Ansichten zu Sainte-Beuves Volupté zu Papier. Dieser Gedankenaustausch unter Schriftstellern ist gemäß Wulf Lepenies die Grundlage ihrer Freundschaft. Unterbrochen durch Sands Aufenthalt in Venedig schreiben sich Sand und Sainte-Beuve bis in den Herbst 1835 mit großer Regelmäßigkeit.
Inhaltsverzeichnis
- Einordnung des Briefwechsels
- Selbstbeschreibung
- Sand über Sand
- Sainte-Beuve über Sainte-Beuve
- Fremdbeschreibung
- Sand über Sainte-Beuve
- Sainte-Beuve über Sand
- Analyse
- Literaturverzeichnis
- Primärliteratur
- Sekundärliteratur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert den Briefwechsel zwischen George Sand und Charles-Augustin Sainte-Beuve, um die Thematisierung des literarischen Schreibens im Rahmen der Briefe zu untersuchen. Dazu wird zunächst die Selbstbeschreibung der beiden Autoren dargestellt, gefolgt von der Analyse ihrer Ansichten über den jeweiligen Briefpartner. Abschließend werden die jeweiligen Selbst- und Fremdentwürfe verglichen und analysiert.
- Selbstverständnis der Autoren als Schreibende
- Kritik und Bewertung der eigenen Werke
- Analyse des Verhältnisses von Literatur und Gesellschaft
- Der Einfluss von persönlichen Beziehungen auf das literarische Schaffen
- Die Bedeutung von Briefen als literarische Dokumente
Zusammenfassung der Kapitel
Einordnung des Briefwechsels
Das Kapitel beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Briefwechsels zwischen George Sand und Charles-Augustin Sainte-Beuve, wobei der Fokus auf den Zeitraum von 1833 bis 1835 liegt. Es wird die Bedeutung des Briefwechsels für die Freundschaft der beiden Autoren hervorgehoben und die unterschiedlichen politischen Ansichten von Sand und Sainte-Beuve beleuchtet.
Selbstbeschreibung
In diesem Kapitel werden die Selbstentwürfe von George Sand und Charles-Augustin Sainte-Beuve anhand ihrer Briefe analysiert. Es wird gezeigt, wie die beiden Autoren in ihren Briefen ihre Persönlichkeit, ihre schriftstellerischen Ambitionen und ihre Zweifel an ihrer eigenen Arbeit darstellen.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Thema des Briefwechsels zwischen George Sand und Sainte-Beuve?
Ein zentrales Thema war die gegenseitige Kritik und Diskussion ihrer literarischen Werke sowie die Reflexion über ihre Arbeit als Schriftsteller.
In welchem Zeitraum schrieben sie sich am intensivsten?
Die höchste Frequenz an Briefen ist aus den Jahren 1833 bis 1835 überliefert, als beide in Paris lebten und am Beginn ihrer großen Karrieren standen.
Wie beschrieb sich George Sand in ihren Briefen selbst?
Sand reflektierte in ihren Briefen oft über ihre schriftstellerischen Ambitionen, ihre Zweifel und ihre Rolle in der literarischen Öffentlichkeit der Zeit.
Wer war Charles-Augustin Sainte-Beuve?
Er war ein bereits etablierter Literaturkritiker und Schriftsteller, der für bedeutende Zeitungen wie den „Globe“ und die „Revue des Deux Mondes“ schrieb.
Welche Bedeutung haben diese Briefe für die Literaturforschung?
Sie dienen als wichtige Dokumente zur Untersuchung literarischer Konstruktion, der Selbst- und Fremdwahrnehmung von Autoren und der Literaturgeschichte des 19. Jahrhunderts.
- Citation du texte
- Bachelor of Arts Bernd Leiendecker (Auteur), 2007, Thematisierung des literarischen Schreibens im Briefwechsel zwischen George Sand und Charles-Augustin Sainte-Beuve, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87003