Tiefgreifende Veränderungen der Gesellschaftsstruktur- Individualisierung, Wertewandel, Wandel des intermediären Systems, stellen das politische System seit geraumer Zeit vor gravierende Steuerungsprobleme. Zugleich wird der Handlungsspielraum der Politik im Zuge der Globalisierung des Wirtschaftssystems immer enger. Die Politik begegnet dem, außerhalb des Wahlkampfes, mit Versuchen strategischer Einflussnahme durch politisches Kommunikationsmanagement. Verstärkt nutzt sie die Instrumente der Public Relations und des Marketing zur Promotion der eigenen Personen, Positionen und Ziele. Und so wenden Parteien, Verbände, Organisationen und andere Institutionen mittlerweile erhebliche Ressourcen auf. Themen- und Ereignismanagement sind Ausdruck einer Modifizierung politischen Handelns und vor dem Hintergrund einer Mediatisierung der Politik, denn der Interpretation des politischen Geschehens durch die Medien, begegnet die Politik heutzutage aktiv.
Im Hinblick auf Wahlkampfforschung wird in dieser Arbeit erläutert, wie werden Wahlkämpfe geführt, von welchen Faktoren hängt der Wahlkampf ab und welche Wirkung haben Wahlkampagnen auf das Wählerverhalten und den Wahlausgang. Zudem wird erklärt, welche Akteure an dem Wahlkampf teilnehmen, wie kommunizieren sie miteinander und welche Strategien haben sich im Wahlkampfprozess durchgesetzt und weitgehend etabliert, um Stimmenmaximierung der wahlberechtigten Bevölkerung zu gewinnen. Um all das zu erzielen, übermitteln Parteien und Kandidaten Botschaften durch Kampagnen, die sich immer weiter entwickeln, unmittelbar in Verbindung mit dem Wandel von Wahlkämpfen, was auch andererseits zur Veränderung der Wahlkampfführung beiträgt. Nicht zuletzt werden die Wirkungen von Wahlkämpfen angesprochen. Schließlich, anhand all dieser Komponenten von Wahlkämpfen und im Hinblick auf Wahlkampfforschung, werden zwei Wahlkämpfe im Vergleich dargestellt und analysiert, nämlich der Bundestagswahlkampf 2005 in Deutschland und der Unterhauswahlkampf 2005 in Großbritannien.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Wahlkämpfe
- Akteure der Wahlkampfkommunikation
- Strategien von Kandidaten und Parteien in der Wahlkampfkommunikation
- Übermittlung von Botschaften durch Kampagnen
- Wandel von Wahlkämpfen
- Der „,Amerikanisierungsbegriff“
- Gründe für Wandel der Wahlkampfführung
- Wirkungen von Wahlkämpfen
- Auf politische Informiertheit und Involvierung
- Auf Kandidaten und Parteien
- Auf Einstellungen zu Parteien, Kandidaten und Sachfragen
- Auf Wahlverhalten und Wahlausgang
- Medienwirkungen auf das Wählerverhalten
- SPD- Bundestagswahl 2005
- Gegner- und Medienbeobachtung
- Ressourcen
- Kampagnenziele
- Mobilisierung
- Die Botschaft der SPD
- Internetwahlkampf
- CDU/CSU- Bundestagswahl 2005
- Gegner- und Medienbeobachtung
- Ressourcen
- Kampagnenziele
- Mobilisierung
- Strategie- Botschaft des CDU/CSU- Wahlkampfes
- Straßenwahlkampf und Internetwahlkampf
- Analyse des CDU/CSU und SPD Bundeswahlkampfes 2005
- Kardinale Fehler im Wahlkampf der CDU/CSU und der Profit für die SPD
- Großbritannien- Unterhauswahl 2005
- Das Wahlergebnis und die Kampagnenführung
- Die Labourkampagne
- Die Torykampagne
- Internetwahlkampf der großen Parteien in Großbritannien, im Vergleich zu Deutschland
- Kommunikationsmittel zwischen den Parteikandidaten und der Wählerschaft
- Bundestagswahlkampf 2005 - Medienwahlkampf
- Negative campaign:
- Das Wahlergebnis:
- Niedrige Wahlbeteiligung
- Erfolgreiche Strategien
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Wahlkampfforschung und analysiert verschiedene Aspekte des Wahlkampfes, insbesondere im Hinblick auf die Bundestagswahl 2005 in Deutschland und die Unterhauswahl 2005 in Großbritannien. Der Fokus liegt auf der Untersuchung der Akteure, Strategien und Wirkungen von Wahlkämpfen, wobei insbesondere die Kommunikation zwischen Parteien, Kandidaten und Wählern im Vordergrund steht.
- Akteure und Strategien in der Wahlkampfkommunikation
- Wandel und Auswirkungen von Wahlkämpfen
- Medienwirkungen auf das Wählerverhalten
- Analyse des Bundestagswahlkampfes 2005 in Deutschland
- Vergleich des deutschen und britischen Wahlkampfes
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Relevanz des Themas im Kontext von gesellschaftlichen Veränderungen und der Mediatisierung der Politik dar. Das erste Kapitel behandelt die Akteure und Strategien der Wahlkampfkommunikation, während das zweite Kapitel den Wandel von Wahlkämpfen und dessen Ursachen und Auswirkungen beleuchtet. Das dritte und vierte Kapitel analysieren den Bundestagswahlkampf 2005 in Deutschland, wobei jeweils die SPD und die CDU/CSU betrachtet werden. Im fünften Kapitel werden beide Wahlkämpfe verglichen und kritisch analysiert. Das sechste Kapitel widmet sich der Unterhauswahl 2005 in Großbritannien und analysiert die Kampagnen der Labour- und der Tory-Partei. Das siebte Kapitel beschäftigt sich mit den Kommunikationsmitteln zwischen Parteien und Wählern, insbesondere im Kontext des Medienwahlkampfes und der „Negative Campaign“. Abschließend wird das Wahlergebnis und die Wahlbeteiligung diskutiert und erfolgreiche Wahlkampfstrategien werden beleuchtet.
Schlüsselwörter
Wahlkampfforschung, Wahlkämpfe, Wahlkampfkommunikation, Akteure, Strategien, Wandel, Wirkungen, Medienwirkungen, Bundestagswahl 2005, Unterhauswahl 2005, SPD, CDU/CSU, Labour, Tory, Negative Campaign, Medienwahlkampf, Wahlbeteiligung.
Häufig gestellte Fragen
Was zeichnete den Bundestagswahlkampf 2005 in Deutschland aus?
Der Wahlkampf war geprägt von einer starken Mediatisierung, dem Duell zwischen Gerhard Schröder (SPD) und Angela Merkel (CDU) sowie einer überraschenden Aufholjagd der SPD trotz schlechter Umfragewerte.
Was versteht man unter der "Amerikanisierung" von Wahlkämpfen?
Der Begriff beschreibt die zunehmende Personalisierung auf die Spitzenkandidaten, den verstärkten Einsatz von Marketing-Techniken, Public Relations und professionellem Kampagnenmanagement.
Wie unterschied sich der britische Unterhauswahlkampf 2005?
In Großbritannien dominierte die Labour-Partei unter Tony Blair. Der Vergleich zeigt Unterschiede in der Mediennutzung, dem Wahlsystem und den Strategien von Labour und den Tories.
Was ist "Negative Campaigning"?
Dabei handelt es sich um eine Wahlkampfstrategie, die darauf abzielt, den politischen Gegner durch gezielte Angriffe auf dessen Person oder Positionen in ein schlechtes Licht zu rücken.
Welche Rolle spielte das Internet im Jahr 2005 bei Wahlen?
Obwohl noch in den Kinderschuhen verglichen mit heute, begannen Parteien in Deutschland und Großbritannien verstärkt, das Internet für Mobilisierung, Spendenakquise und direkte Wähleransprache zu nutzen.
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- Anonym (Author), 2007, Wahlkampfforschung: Wahlkämpfe im Vergleich - Am Beispiel des Bundestagswahlkampfs 2005 und des Unterhauswahlkampfs 2005, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87006