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Die Währungsreform 1948

Die Ursachen und ihre Wirkung

Title: Die Währungsreform 1948

Term Paper , 2007 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Benjamin Pommer (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Am 01. Januar 2002 begann in Europa der offizielle Tauschprozess der einheitlichen europäischen Währung gegen die jeweilige Landeswährung, an der sich 18 Staaten beteiligt hatten. Der Euro sollte zur Stabilisierung des Geldwertes beitragen und die wirtschaftliche Einheit Europas unterstreichen. Besonders unter der Bevölkerung Deutschlands wurde die Einführung des Euro sowohl im Vorfeld als auch im weiteren Verlauf durch Meinungsforschungsinstitute und wissenschaftliche Einrichtungen untersucht. Der Grund für den Aufwand liegt in der Zeitgeschichte der Bundesrepublik Deutschlands im vergangenen 20. Jahrhundert. Zum Ersten wurde mit der Einführung des Euro seit 1902, von Rentenmark über Reichsmark und Deutsche Mark, zum fünften Mal in einem deutschen Staat eine neue Währung eingeführt. Zweitens verbinden die Deutschen kein anderes Symbol so deutlich mit dem Wirtschaftsaufschwung der 1950er Jahre wie die Deutsche Mark. Der Beweis, dass die erwähnten Gründe zu einem Vorbehalt in der deutschen Bevölkerung geführt hätten, soll hier nicht erbracht werden, da entgegen der öffentlichen Meinung der Vergleich von Einführung des Euro und der Deutschen Mark Mängel aufweist. Denn anders als am 01. Januar 2002 fand am 20. Juni 1948 mit der Ausgabe bzw. dem Tausch der neuen Währung Deutsche Mark eine tatsächliche Währungsreform ihren Abschluss, die bisherige deutsche Währungen ablöste und eine weitere Verwendung als Recheneinheit, wie beim Euro, nicht vorsah. Auch die Initiative der Reform lag 1948 nicht bei einer souveränen deutschen Regierung, sondern bei den drei Besatzungsmächten (USA, Frankreich, Großbritannien) im westlichen Teil Deutschlands. Dadurch, dass neben dem politischen Tiefpunkt, der sich sowohl in der Kapitulation vom 08. Mai 1945 und dem Verlust der staatlichen Souveränität als auch in der Krise der Blockade des westlichen Teils von Berlin manifestierte, auch ein sozialer und wirtschaftlicher Umbruch vorhanden war, ist ein Vergleich mit der Einführung des Euro ebenfalls nicht möglich. Falls eine annähernd vergleichbare Situation in der Geschichte Deutschlands vorhanden wäre, dann ist der Vergleich mit Gründung des Deutschen Reiches am 18. Januar 1871 und der Einführung einer im gesamten Reichsgebiet einheitlichen Währung zu suchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG

2. AUSWIRKUNGEN DER NATIONALSOZIALISTISCHEN WIRTSCHAFTSPOLITIK

3. DIE WIRTSCHAFTLICHE ÜBERGANGSPHASE 1945-48

4. DIE WÄHRUNGSREFORM

4.1. VORBEREITUNG

4.2. DURCHFÜHRUNG

4.3. AUSWIRKUNGEN

5. DIE WIRTSCHAFTREFORM

6. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschaftspolitischen Ursachen, die zur starken Identifizierung der deutschen Bevölkerung mit der Deutschen Mark führten, und analysiert die Auswirkungen der Währungsreform von 1948 sowie der begleitenden Wirtschaftsreform auf das Wirtschaftswachstum der frühen Bundesrepublik Deutschland.

  • Historische Analyse der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik und deren Folgen.
  • Untersuchung der wirtschaftlichen Übergangsphase zwischen 1945 und 1948.
  • Detaillierte Darstellung der Vorbereitung, Durchführung und Auswirkungen der Währungsreform 1948.
  • Verbindung zwischen der Währungsreform und der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft durch Ludwig Erhard.

Auszug aus dem Buch

4.2. Durchführung

Die von der Konklave erarbeiteten und weitere Gesetze wurden ab dem 19. Juni 1948 von allen westlichen Militärregierungen mit der Absicht der „Neuordnung des Geldwesens“ verkündet. Das Währungsgesetz wurde zusammen mit dem Emissionsgesetz am 20. Juni 1948 verabschiedet und legte für den 21. Juni die Deutsche Mark als Währung fest. Weiterhin wurden in dem Gesetz die Erstausstattung der Bevölkerung und der Wirtschaft mit Deutscher Mark sowie die Umstellung von altem auf neues Geld festgelegt. Damit verloren ab dem 21. Juni Reichsmark und Alliierte Militärmark ihre Gültigkeit und konnten bei den bereits erwähnten Lebensmittelkartenstellen umgetauscht werden. Dabei wurde das Emissionsgesetz das Ausgaberecht, mit einigen Ausnahmen wie der Obergrenze für den Bargeldumlauf, in den Verantwortungsbereich der Bank deutscher Länder gelegt und Bestimmungen für den Geldumlauf im Allgemeinen geregelt. Die erste Verteilung erfolgte am „Sonntag vor dem Stichtag“ in Form eines Kopfbetrags von 40 Deutschen Mark im Kurs 1:1 zur Reichsmark. Bei dem Umtausch mussten 60 Reichsmark aufgebracht werden, der Rest von 20 D-Mark wurde nach einer Frist von zwei Monaten ausbezahlt. Parallel zur Ausgabe der Deutschen Mark wurden Anmeldevordrucke ausgegeben, die der Erfassung von Guthaben in Altgeld auf Giro- und Sparkonten dienen sollten, wobei eine Festlegung des Wechselkurses vorerst ausblieb. Unternehmen wurde „auf besonderen Antrag und im Vorgriff auf ihre zu erwartenden D-Mark-Ansprüche Geschäftsbeträge gewährt“, die an der Anzahl der Beschäftigten orientiert waren und sich auf 60 Deutsche Mark pro Kopf beliefen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung der Währungsreform 1948 und grenzt sie von der Euro-Einführung ab, um das Ziel der Untersuchung zu definieren.

2. AUSWIRKUNGEN DER NATIONALSOZIALISTISCHEN WIRTSCHAFTSPOLITIK: Dieses Kapitel analysiert den Übergang von einer marktwirtschaftlichen Ordnung zu einer zentral gelenkten Wirtschaft und die damit verbundene Entstehung eines Geldüberhangs.

3. DIE WIRTSCHAFTLICHE ÜBERGANGSPHASE 1945-48: Es wird der Zustand der deutschen Wirtschaft nach der Kapitulation beschrieben, geprägt von Versorgungsengpässen, Schwarzmarktaktivitäten und der weiterhin bestehenden NS-Wirtschaftsrestriktionen.

4. DIE WÄHRUNGSREFORM: Hier wird der Prozess der Währungsumstellung detailliert nachgezeichnet, von der geheimen Vorbereitung durch Expertenkommissionen über die legislative Durchführung bis hin zu den direkten ökonomischen und politischen Folgen.

5. DIE WIRTSCHAFTREFORM: Dieses Kapitel verknüpft die monetäre Währungsreform mit den nicht-monetären Maßnahmen Ludwig Erhards, die den Grundstein für die Soziale Marktwirtschaft legten.

6. ZUSAMMENFASSUNG: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt und die Komplexität der Erfolgsbewertung sowie die gegenseitige Abhängigkeit von Währungs- und Wirtschaftsreform reflektiert.

Schlüsselwörter

Währungsreform 1948, Deutsche Mark, Reichsmark, Geldüberhang, Ludwig Erhard, Soziale Marktwirtschaft, Besatzungsmächte, Bank deutscher Länder, Konklave von Rothwesten, Preisstopp, Wirtschaftswachstum, Berlin-Blockade, Finanzordnung, Neuordnung des Geldwesens, Wirtschaftsreform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Währungsreform von 1948 in Deutschland, ihren Ursachen, der praktischen Durchführung sowie ihrer Wirkung auf den wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegszeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik, die schwierige Übergangsphase nach 1945, die konkrete Währungsreform und die darauf aufbauende Wirtschaftsreform unter Ludwig Erhard.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die wirtschaftspolitischen Hintergründe für die symbolische Bedeutung der Deutschen Mark zu untersuchen und zu analysieren, wie die Reform des Wirtschaftssystems das Wachstum der Bundesrepublik beeinflusst hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische und wirtschaftshistorische Analyse, die auf der Auswertung von Fachmonographien, Beiträgen aus Sammelwerken und zeitgenössischen Zeitschriftenaufsätzen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der Analyse der NS-Wirtschaftspolitik über die Alliierten-Verwaltung der Nachkriegsjahre bis zur detaillierten gesetzlichen Umsetzung der Währungsreform und der späteren Sozialen Marktwirtschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Währungsreform 1948, Deutsche Mark, Soziale Marktwirtschaft, Geldüberhang, Ludwig Erhard und Besatzungszonen sind zentrale Begriffe der Arbeit.

Was war die Aufgabe der „Konklave von Rothwesten“?

Diese Kommission deutscher Experten hatte einen maßgeblichen Anteil an der technischen Vorbereitung und Koordination der Währungsreform, indem sie die notwendigen Gesetze und Durchführungsverordnungen ausarbeitete.

Wie wirkte sich die Währungsreform auf die Berlin-Blockade aus?

Die Währungsreform belastete das Verhältnis zur Sowjetunion schwer, da diese einen unerwünschten Transfer von Reichsmark in die östlichen Zonen befürchtete; dies führte indirekt zur Sperrung der Verkehrswege nach West-Berlin.

Warum war der Vergleich zur Euro-Einführung laut Autor problematisch?

Der Autor argumentiert, dass die Währungsreform 1948 unter dem Verlust der staatlichen Souveränität und in einer völlig anderen sozialen sowie wirtschaftlichen Umbruchsituation stattfand, weshalb ein Vergleich mit der Euro-Einführung im Jahr 2002 Mängel aufweist.

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Details

Title
Die Währungsreform 1948
Subtitle
Die Ursachen und ihre Wirkung
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
1,3
Author
Benjamin Pommer (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V87012
ISBN (eBook)
9783638019651
ISBN (Book)
9783640282135
Language
German
Tags
Währungsreform
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Pommer (Author), 2007, Die Währungsreform 1948, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87012
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