Herakleitos von Ephesos - seine Tätigkeit als Philosoph


Hausarbeit, 2006

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Person: Herakleitos von Ephesos (550 - 480 v.Chr.)

2. Anfänge der Philosophie in Milet: Die ionische Naturphilosophie
2.1 Motivation und Untersuchungsgegenstand der ionischen Naturphilosophie
2.2 Hauptthesen der ionischen Naturphilosophie

3. Das philosophische Werk Heraklits
3.1 Motivation und Untersuchungsgegenstand der Herakliteischen Fragmente
3.2. Hauptthesen der Herakliteischen Fragmente

4. Fazit

Quellen - und Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Lebenszeit des Herakleitos von Ephesos (550 - 480 v.Chr.) fällt in den Übergang von der archaischen zur klassischen Zeit. Obwohl seine Schriften nur in Fragmenten überliefert sind, sind es vor allem seine philosophischen Schriften, die mit seinem Namen in Verbindung gebracht und noch heute rezipiert werden. Die Entstehung der antiken Philosophie fällt etwa in die erste Hälfte des 6.Jh. v.Chr.[1] Mit Thales von Milet und seinem Schüler Anaximandros erfolgt eine Art Paradigmenwechsel in der antiken Lehre.[2] Nicht mehr die antiken Mythen, sondern natürliche Erklärungen sollen zur Erläuterung von Sachverhalten herangezogen werden. Die aus dieser Grundmotivation entstandene Lehre, die ionische Naturphilosophie, markiert den Beginn der Philosophiegeschichte. Thales und die ihm nachfolgenden Philosophen werden üblicherweise auch unter dem Begriff „Vorsokratiker" zusammengefasst.[3]

Inwieweit war Herakleitos von Ephesos ein Vertreter dieser frühen Wissenschaftsform Philosophie? Was waren in diesem Zusammenhang die Grundmotivation und die Hauptthesen seiner Schriften? Inwieweit ist es im Hinblick auf diese Thesen gerechtfertigt, die unter dem Begriff „Vorsokratiker" zusammengefassten Philosophen, zu denen auch Heraklit gehört, eben unter diesen vereinheitlichenden Begriff zusammenzufassen?

Die Textgrundlage sollen in diesem Zusammenhang vor allem die überlieferten Fragmente von Heraklits Schriften bilden. Im Hinblick auf die Einordnung innerhalb frühen griechischen Philosophie sollen auch Fragmente wichtiger anderer Philosophen einbezogen werden. Die Quellenlage im Bezug auf die Originaltexte ist, je nach Philosoph, dürftig oder schlicht nicht vorhanden. Aussagen über die frühen Philosophen finden sich bei einigen antiken Autoren, relativ ausführlich etwa bei Diogenes Laertios, der sich allerdings bei seinen Ausführungen auf andere Autoren stützen muss.[4]

1. Die Person: Herakleitos von Ephesos (550 - 480 v.Chr.)

Herakleitos von Ephesos lebt zwischen 550 - 480 v.Chr..[5] Inwieweit sich genauere Angaben über seine Lebensumstände machen lassen, ist nicht unumstritten.[6] Laut Diogenes Laertios, der im 2. Jh. v.Chr. schreibt, wird er in Ephesos als Angehöriger einer bekannten Aristokratenfamilie geboren.[7] Er politisch aktiv, äußert seine politische Meinung.[8] Die Aussage, an Herakleitos sei der Wunsch herangetragen worden, Gesetze zu verfassen, unterstützt ebenfalls die These der adeligen Herkunft, denn im 7. und 6.Jh. sind es die Adeligen, wie Solon oder Kleisthenes, welche sich zu Beamten des Staates wählen lassen.[9] Diogenes Laertios beschreibt das Jahr der 69. Olympiade als die „Blütezeit" Heraklits.[10] Analog dazu wird die Zeit um 500 v.Chr. auch als die „aktive Zeit" Heraklits bezeichnet.[11]

Heraklits Fragmente umfassen jedoch nicht nur Äußerungen zum Bereich des politischen Lebens. Nach Diogenes Laertios umfasst das Gesamtwerk des Herakleitos, ein vollständiges Werk mit dem Titel „Ober die Natur", drei Themenbereiche-. Die Politik, den Kosmos und die Theologie.[12] Das die in diesem Gesamtwerk überlieferten Fragmente Herakleitos zugeschrieben werden können, scheint eindeutig zu sein.[13] Die Authentizität der von Laertios zitierten Briefe Heraklits wird jedoch bestritten.[14] Inwiefern fällt dieses Werk nun den Bereich der antiken Philosophie? Um diese Frage zu klären, ist es notwendig, auf das einzugehen, was in der Philosophiegeschichte im allgemeinen als Anfang der Philosophie bezeichnet wird, die ionische Naturphilosophie.

[...]


[1] vgl. Christof Rapp, Vorsokratiker, München 1997, S.13 – 15. Rapp weist hier ausdrücklich auf die Schwierigkeiten der Angabe eines genauen Entstehungszeitpunktes hin.

[2] vgl. Charles H. Kahn, The Art And Thought Of Heraclitus, An edition of the fragments with translation and commentary, Cambridge 1989, S.16 – 17.

[3] vgl. Werner Dahlheim, Die griechisch – römische Antike, Band 1, Herrschaft und Freiheit, Die Geschichte der griechischen Stadtstaaten, Paderborn 1992, S.112 - 115.

[4] Angaben zur Quellenlage und Problemen der Interpretation ausführlich bei: Jürgen - Eckhardt Pleines, Heraklit, Anfängliches Philosophieren, Hildesheim 2002, S.7 – 38.

[5] vgl. Dahlheim, Die griechisch – römische Antike, Band 1, Paderborn 1992, S.112 - 115.

[6] Eine sehr negative Sicht im Hinblick auf biographische Angaben findet sich bei: Edward Hussey, Heraclitus, in, A. A. Long, The Cambridge Companion to Early Greek Philosophy, Cambridge 1999, S.88.

[7] vgl. Rapp, Vorsokratiker, München 1997, S.61.

[8] vgl. DL IX 2.

[9] vgl. Dahlheim, Die griechisch – römische Antike, Band 1, Paderborn 1992, S.143 – 144/153.

[10] DL IX 1.

[11] vgl. Hussey, Heraclitus, in, Long, The Cambridge Companion to Early Greek Philosophy, Cambridge 1999, S.88.

[12] vgl. DL IX 6.

[13] vgl. Pleines, Heraklit, Hildesheim 2002, S.8 – 9.

[14] vgl. DL IX 12 – 15. Dazu: Pleines, Heraklit, Anfängliches Philosophieren, Hildesheim 2002, S.7 – 8.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Herakleitos von Ephesos - seine Tätigkeit als Philosoph
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
11
Katalognummer
V87035
ISBN (eBook)
9783638011952
ISBN (Buch)
9783638916165
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Herakleitos, Ephesos, Tätigkeit, Philosoph
Arbeit zitieren
Simon Muss (Autor), 2006, Herakleitos von Ephesos - seine Tätigkeit als Philosoph , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87035

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