Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics for the subject English - Pedagogy, Literature Studies

Lernstile im und für den Fremdsprachenunterricht

Theoretische Aspekte und praktische Implikationen

Title: Lernstile im und für den Fremdsprachenunterricht

Examination Thesis , 2007 , 118 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniel Schupmann (Author)

Didactics for the subject English - Pedagogy, Literature Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat das Wissenschaftsgebiet der Lernpsychologie zahlreiche Faktoren ausgemacht, die die mitunter stark variierenden Resultate menschlichen Lernens beeinflussen. Als Auslöser für ein gesteigertes Interesse an den Bedingungen von Denk- und Verstehensprozessen gilt dabei der Paradigmenwechsel vom Behaviorismus zum Kognitivismus, der so genannten Kognitiven Wende.
Während sich manche Wissenschaftler/innen auf die Betrachtung von Einflussgrößen wie beispielsweise die Intelligenz, Motivation oder soziokulturelle Hintergründe konzentrieren, hat sich eine Forschungsrichtung entwickelt, die sich der Charakteristik unterschiedlicher Lernzugänge widmet, d. h. dem Wie des Lernens. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen diesbezüglich verschiedene Modalitäten der Aneignung, Strukturierung und des Abrufs neuer Informationen – Komponenten des Lernens, deren je spezifische Ausprägungen unter dem Begriff des individuellen Lernstils subsumiert werden.
Darüber hinaus werden in zahlreichen Publikationen auch sozial-affektive Beschreibungsgrößen als lernstilbestimmend angesehen. Eine solche weite Definition vertritt z. B. Grotjahn (1998:11). Er sieht Lernstile
„im Sinne von intraindividuell relativ stabilen, zunächst situations- und aufgabenunspezifischen Präferenzen (Dispositionen, Gewohnheiten) von Lernern sowohl bei der Verarbeitung (Aufnahme, Strukturierung, Speicherung ...) von Informationen als auch bei der sozialen Interaktion.“
Das Postulat einer Existenz stilgeprägter Lernwege ruft Vertreter verschiedenster Interessensgemeinschaften auf den Plan, die hierin ein theoretisches Konstrukt besonderer Relevanz vermuten. Insbesondere im Bereich der Pädagogik bzw. der mit ihr verkoppelten Fachdidaktiken hat sich ein mittlerweile breiter Diskurs entfaltet, dessen inhaltlicher Schwerpunkt auf der Besprechung lehrpraktischer Auswirkungen liegt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärung

2.1 Kognitiver Stil oder Lernstil?

2.2 Lernstrategien

2.3 Lern(er)typen

2.4 Stile in Abgrenzung zu Fähigkeiten

3 Stand der Lernstilforschung und ausgewählte Vertreter einflussreicher Konzepte sowie deren Relevanz für die Fremdsprachenforschung

3.1 Lernstile – Versuch einer Kategorisierung

3.2 Ausgewählte Vertreter einflussreicher Lernstilkonzepte

3.2.1 Lernstile sind weitestgehend genetisch bedingte, schwer beeinflussbare Persönlichkeitsmerkmale

3.2.1.1 Gregorc

3.2.1.2 Dunn & Dunn

3.2.2 Lernstile beruhen auf den kognitiven Strukturen eines Individuums

3.2.2.1 Witkin

3.2.2.2 Riding

3.2.3 Lernstile sind Teil eines relativ stabilen Persönlichkeitstypus – Der Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI)

3.2.4 Lernstile sind flexible, aber dennoch solide Lernvorlieben – Kolbs Experiential Learning Theory

3.2.5 Lernorientierungen, -einstellungen und -strategien als konstitutive Größen von Lernstilen am Beispiel Entwistles

3.2.6 Weitere Einflussgrößen im Fokus der Fremdsprachendidaktik

3.2.6.1 Ambiguitätstoleranz/-intoleranz

3.2.6.2 Induktion/Deduktion

3.3 Abschließende Bewertung der stilbezogenen Fremdsprachenforschung

4 Unterrichtspraktische Konsequenzen

4.1 Identifikation von Lernstilen

4.1.1 Konstruktinhärente Limitationen

4.1.2 Fragebögen zur Erhebung bevorzugter Lernstrategien am Beispiel des Strategy Inventory for Language Learning

4.1.3 Lernertagebücher und Sprachlernerinnerungen

4.1.4 Lautes Denken

4.1.5 Weitere Alternativen zum Zwecke der Thematisierung unterschiedlicher Lernstile

4.2 Matching oder Stretching?

4.3 Lerninhalte vor dem Hintergrund eines stilorientierten Lehrstils

4.3.1 Integrative Berücksichtigung stilrelevanter Faktoren

4.3.2 Gezieltes Strategietraining

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht das theoretische Konstrukt individueller Lernstile und deren Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht. Das primäre Ziel ist es, die teilweise unübersichtliche Lernstilforschung zu systematisieren, die Relevanz für den schulischen Alltag kritisch zu reflektieren und Ansätze für eine unterrichtspraktische Umsetzung zu formulieren, die sowohl individuelle Lernpräferenzen berücksichtigen als auch eine stilerweiternde Entwicklung fördern.

  • Kritische Analyse zentraler Lernstilmodelle und ihrer wissenschaftlichen Fundierung.
  • Differenzierung zwischen Lernstilen, Lernstrategien und kognitiven Fähigkeiten.
  • Untersuchung der Rolle von Motivation, Persönlichkeitstyp und kognitiver Struktur.
  • Diskussion didaktischer Ansätze: Matching vs. Stretching im Fremdsprachenunterricht.
  • Konkrete Vorschläge für ein gezieltes Lernstrategietraining im Unterricht.

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat das Wissenschaftsgebiet der Lernpsychologie zahlreiche Faktoren ausgemacht, die die mitunter stark variierenden Resultate menschlichen Lernens beeinflussen. Als Auslöser für ein gesteigertes Interesse an den Bedingungen von Denk- und Verstehensprozessen gilt dabei der Paradigmenwechsel vom Behaviorismus zum Kognitivismus, der so genannten Kognitiven Wende.

Während sich manche Wissenschaftler/innen auf die Betrachtung von Einflussgrößen wie beispielsweise die Intelligenz, Motivation oder soziokulturelle Hintergründe konzentrieren, hat sich eine Forschungsrichtung entwickelt, die sich der Charakteristik unterschiedlicher Lernzugänge widmet, d. h. dem Wie des Lernens. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen diesbezüglich verschiedene Modalitäten der Aneignung, Strukturierung und des Abrufs neuer Informationen – Komponenten des Lernens, deren je spezifische Ausprägungen unter dem Begriff des individuellen Lernstils subsumiert werden.

Darüber hinaus werden in zahlreichen Publikationen auch sozial-affektive Beschreibungsgrößen als lernstilbestimmend angesehen. Eine solche weite Definition vertritt z. B. Grotjahn (1998:11). Er sieht Lernstile „im Sinne von intraindividuell relativ stabilen, zunächst situations- und aufgabenunspezifischen Präferenzen (Dispositionen, Gewohnheiten) von Lernern sowohl bei der Verarbeitung (Aufnahme, Strukturierung, Speicherung ...) von Informationen als auch bei der sozialen Interaktion.“

Das Postulat einer Existenz stilgeprägter Lernwege ruft Vertreter verschiedenster Interessensgemeinschaften auf den Plan, die hierin ein theoretisches Konstrukt besonderer Relevanz vermuten. Insbesondere im Bereich der Pädagogik bzw. der mit ihr verkoppelten Fachdidaktiken hat sich ein mittlerweile breiter Diskurs entfaltet, dessen inhaltlicher Schwerpunkt auf der Besprechung lehrpraktischer Auswirkungen liegt. Die Ausgangsbasis bildet hierbei die Argumentation, dass Lernstile notwendigerweise auch im Bezugsrahmen von Lehrstilen betrachtet werden müssten, wobei das diesem Aufeinandertreffen inhärente Konfliktpotenzial weit reichende Einflüsse auf den persönlichen Lernerfolg impliziere.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Kognitive Wende ein und begründet das wissenschaftliche Interesse an der Erforschung individueller Lernzugänge und deren Auswirkungen auf den Lernerfolg.

2 Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert und grenzt die zentralen Konzepte der Lernstilforschung wie kognitiver Stil, Lernstrategien und Lerntyp voneinander ab, um terminologische Unschärfen zu beseitigen.

3 Stand der Lernstilforschung und ausgewählte Vertreter einflussreicher Konzepte sowie deren Relevanz für die Fremdsprachenforschung: Dieses Kapitel systematisiert die verschiedenen Forschungsansätze in Konzeptfamilien und beleuchtet prominente Vertreter wie Gregorc, Dunn & Dunn, Witkin und Kolb hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Fremdsprachenerwerb.

4 Unterrichtspraktische Konsequenzen: Hier werden Möglichkeiten zur Identifikation von Lernstilen diskutiert und Strategien für einen stilorientierten Fremdsprachenunterricht entwickelt, wobei besonders das Spannungsfeld zwischen Anpassung und Herausforderung thematisiert wird.

5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont das Potenzial einer sensibilisierten Lehrpraxis für einen lernerzentrierten Fremdsprachenunterricht, ohne jedoch Lernstile als starre Kategorien zu missbrauchen.

Schlüsselwörter

Lernstile, Lernstrategien, Fremdsprachenforschung, kognitive Stile, Lerntypen, Feldabhängigkeit, Lernorientierung, Motivation, Lernpsychologie, Unterrichtspraktische Konsequenzen, kognitive Wende, Lernprozess, Strategietraining, Identifikation, Fremdsprachendidaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Aufarbeitung des Lernstil-Konstrukts und dessen praktischer Relevanz für den Fremdsprachenunterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Definition und Abgrenzung von Lernstilen, die systematische Darstellung einflussreicher Lernstilmodelle sowie die praktische Anwendung dieser Erkenntnisse im Unterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die heterogene Forschung zu Lernstilen zu ordnen und zu prüfen, wie Lehrkräfte durch ein besseres Verständnis dieser Konstrukte ihren Unterricht effizienter und lernerzentrierter gestalten können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine umfassende Literaturanalyse und theoretische Systematisierung durch, die auf der kritischen Auswertung vorhandener Studien und Konzepte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Klärung, eine detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Konzeptfamilien (genetisch bedingt, kognitive Strukturen, Persönlichkeitstypen, Erfahrungslernen) und deren Übertragung auf den Fremdsprachenunterricht sowie eine Diskussion didaktischer Implikationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind neben Lernstil und Lernstrategie vor allem Fremdsprachendidaktik, kognitive Wende, Feldabhängigkeit, sowie das Spannungsfeld von Matching und Stretching.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Stil und Fähigkeit so wichtig?

Die Unterscheidung ist entscheidend, da Stile als bipolare Präferenzen gesehen werden, während Fähigkeiten Leistungsniveaus darstellen. Eine Vermischung führt oft zu einer unzulässigen und wissenschaftlich fragwürdigen Bewertung von Lernenden.

Wie bewertet der Autor den Einsatz von Lernstil-Fragebögen?

Der Autor steht den Instrumenten kritisch gegenüber, weist auf ihre begrenzte Validität und Reliabilität hin, sieht sie aber als nützliche Werkzeuge zur Sensibilisierung und für das „metasprachliche“ Reflektieren im Unterricht.

Excerpt out of 118 pages  - scroll top

Details

Title
Lernstile im und für den Fremdsprachenunterricht
Subtitle
Theoretische Aspekte und praktische Implikationen
College
University of Marburg
Grade
1,0
Author
Daniel Schupmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
118
Catalog Number
V87082
ISBN (eBook)
9783638010900
ISBN (Book)
9783638915571
Language
German
Tags
Lernstile Fremdsprachenunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Schupmann (Author), 2007, Lernstile im und für den Fremdsprachenunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87082
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  118  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint