Serielle Fernsehformate im Alltag von Kindern und Jugendlichen


Seminararbeit, 2007

25 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Begriffserklärung und Grundlagen der Arbeit
1.1. Serienformate und Genres
1.2. Soap Operas/Seifenopern
1.3. Telenovelas

2. Medienrezeption von Kindern und Jugendlichen
2.1. Motive und Funktionen
2.1.1. Uses and Gratifications Approach
2.1.2. Funktionstypologie des Fernsehens nach Rubin
2.1.3. Handlungstheoretischer Nutzenansatz nach Renckstorf
2.1.4. Funktionen von Radio Daytime-Serials nach Herzog
2.1.5. Ethnische Funktion von Fernsehunterhaltung nach Kottlorz
2.1.6. Wertetypen der Serienformate
2.1.7. Motive und Funktionen der Mediennutzung speziell bei Kindern und Jugendlichen
2.2. Medienausstattung und –besitz
2.3. Medienbindung und Fernsehverhalten

3. Rezeption von Serienformaten und deren Auswirkung
auf Kinder und Jugendliche
3.1 Mediale Integration nach Saxer/Landolt
3.2 Para-soziale Interaktion versus Identifikation
3.3 Rollenbilder der Kinder und Jugendlichen
3.4 Bedeutung von Soap Operas und Telenovelas für Kinder und Jugendliche
3.4.1. Daily Soaps und Telenovelas als Unterhaltung, Information und Ratgeber
3.4.2. Widerspiegeln der eigenen Vorstellung
3.4.3. Kompensation und Sense Making nach Dervin (1989)
3.4.4. Serienrezeption und Folgekommunikation
3.4.5. Die Bedeutung der Seifenoper und Telenovela speziell für Mädchen

Fazit

Literatur- und Internetquellen
Bildquellen

Einleitung

Serielle Medienformate haben heutzutage in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Einerseits erfreuen sie sich großer Beliebtheit beim Fernsehpublikum und kurbeln damit die Serienproduktionsindustrie kräftig an, andererseits beeinflussen diese Formate unser alltägliches Leben. Von diesen Einflüssen sind vor allem Kinder und Jugendliche betroffen.

Die Auswirkungen sind facettenreich. Nach einer Untersuchung des ORFs über Frauen- und Männerbilder in Unterhaltungsserien geben etwa drei Viertel der Rezipienten an, die Darstellung der Serienfiguren in den vergangenen Jahren im Vergleich zu früher als fortschrittlicher empfunden zu haben. Dennoch gibt es immer noch sehr konventionelle Darstellungen der Geschlechterbilder (vgl. http://www.mediaresearch.orf.at/studien.htm), was vor allem für SitComs und Jugendserien gilt. Diese Prägung der Geschlechterrollen durch Serien ist nur eine der Auswirkungen auf junge Menschen.

Die Eigenschaften, die diese Serienproduktionen auszeichnen, bewirken insbesondere ein hohes Involvement, weil man scheinbar alltägliches Leben täglich oder zumindest regelmäßig `miterleben´ kann, sich mit Charakteren identifizieren kann, Gemeinsamkeiten finden kann, Problemlösungen abschauen kann, und vieles mehr. Die seriellen Formate stellen für den Rezipienten meist also nicht nur Unterhaltung oder Ablenkung dar, sondern erfüllen ganz persönliche Funktionen. Diese wiederum wirken sich dann auf das einzelne Kind, die/den einzelneN JugendlicheN, den einzelnen Menschen und somit auch auf die gesamte Gesellschaft aus.

Durch die heutige Popularität von Seifenopern, Telenovelas und ähnlichen Formaten müssen die Motive zur Rezeption und Auswirkungen dieser beleuchtet werden. Besonders interessant erschien mir dabei der Einfluss auf Kinder und Jugendliche, da diese, weil noch in der Entwicklung, besonders beeinflussbar scheinen und ohnehin in einer von Medien geprägten Welt aufwachsen.

Innerhalb dieser Arbeit sollen also folgende Fragestellungen beantwortet werden:

1) Was versteht man unter seriellen Medienformaten?
2) Wie werden diese rezipiert?
3) Welche Auswirkungen haben diese Formate auf Kinder und Jugendliche?

1. Begriffserklärung und Grundlagen der Arbeit

1.1. Serienformate und Genres

Eine Fernsehserie ist eine Abfolge von filmischen Werken, die meist zur selben Zeit im Fernsehen ausgestrahlt wird. Sie hat meist eine Reihe von festen Charakteren, eine gleichbleibende Dauer und eine in sich abgeschlossene Geschichte (vgl. www.wikipedia.com). Diese Formate sind oft besonders erfolgreich, weil sie einen hohen Wiedererkennungswert aufweisen. Die Charaktere in diesen Produktionen sind dem Publikum vertraut und besitzen ein hohes Identifikationspotential.

Die unterschiedlichen Genres sind zahlreich, sie reichen von der Zeichtrickserie bis zur Reality-Soap (vgl. Hruska, Evermann 2003). Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, habe ich mich dafür entschieden, nur die Genres der Seifenoper und der verwandten Telenovela näher zu beleuchten.

1.2. Soap Operas/Seifenopern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Seifenoper verdankt ihren Namen ihrer Entstehung. Ursprünglich wurde diese ins Leben gerufen um in den Werbepausen, Haushaltsprodukte bewerben zu können. Die Sponsoren der amerikanischen Vorreiter waren also vor allem Waschmittelkonzerne und die Hauptzielgruppe waren Hausfrauen. Soaps wurden zweckmäßig täglich gesendet, um die Werbebotschaft möglichst oft über den Bildschirm flimmern zu lassen. Aufgrund des hohen Zeit- und Kostendrucks der täglichen Produktion, entstand auch ein wesentlich niedrigeres Qualitätsniveau als bei anderen Formaten (vgl. www.wikipedia.com).

Die ursprüngliche Entstehung des Genres ist aber auf das Radio zurückzuführen. In den USA startete 1932 die erste Radio Daytime-Serial und erst 15 Jahre später eroberte die Seifenoper auch das Medium Fernsehen. In Europa wurden Soap Operas erstmals in den 60er Jahren produziert.

Merkmale von Soap Operas (vgl. Frey-Vor 1996)

- Unendlichkeit

Seifenopern haben im Gegensatz zur Telenovela keinen festen Anfang und kein festes Ende. Mehrere Handlungsstränge werden parallel gezeigt und der Erzählfluss bricht nie ab.

- Erzähltempo und Zeitkontinuität

Hier wird ein sehr langsames Erzähltempo eingesetzt, um den Rezipienten zu ermöglichen, der Handlung auch trotz Versäumen einer oder mehrerer Folgen, ohne Probleme folgen zu können. Durch das Vermeiden von Zeitsprüngen, hat der Rezipient den Eindruck, er könne alles verfolgen, was die unterschiedlichen Charaktere der Serie erleben.

- Zopfdramaturgie

Wie bereits erwähnt, werden mehrere Handlungsstränge parallel erzählt. Diese Handlungsstränge werden auch Storylines genannt und in kleine Abschnitte, die stets abwechselnd gezeigt werden, unterteilt.

- Cliffhanger

Am Ende jeder Folge bleibt mindestens ein Handlungsstrang offen, erhöht also die Spannung und lässt die Rezipienten auch am nächsten Tag wieder einschalten.

1.3. Telenovelas

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Telenovela stammt aus Lateinamerika und heißt übersetzt einfach Fernsehroman. Sie fand ihren Ursprung in Kuba. Dort wurden Arbeitern in Zigarren-Fabriken früher Fortsetzungsromane vorgelesen. Dies war der erste Schritt zur Telenovela. 1930 übertrug man dort dann erstmals eine Radionovela, in den 50er Jahren kam dann der erste Fortsetzungsroman ins Fernsehen. Die erfolgreichsten Telenovelas stammen übrigens aus Mexiko und Brasilien (vgl. www.wikipedia.com).

Merkmale der Telenovela (vgl. www.wikipedia.com)

- Endlichkeit

Im Gegensatz zur Seifenoper hat die Telenovela einen klar definierten Anfang und ein festes Ende und dauert im Regelfall maximal ein Jahr. Pro Tag wird ein Kapitel gesendet.

- Cliffhanger

Jedes Kapitel endet mit einem dramatischen Ereignis und der Ausgang bleibt offen. Dies soll eine Motivation für die Zuschauer sein, morgen wieder einzuschalten.

- Großer Handlungsbogen

In der Telenovela verknüpfen sich viele Nebenfiguren mit den Hauptfiguren, so entsteht ein Multiplot, indem mehrere Handlungsstränge parallel erzählt werden.

- Dramatik

Tiefe Emotionen, überzeichnete Mimik und Gestik sowie dramatische Ereignisse zeichnen die Telenovela aus. Auch die Musik ist ein wichtiges Stilmittel um Gefühle und Zustände zu unterstreichen.

- Kritische und unkritische Handlungslinien

Einerseits werden in Telenovelas gerne Märchenmotive eingesetzt, andererseits aber vielmals auch Gesellschaftskritik geleistet oder Probleme der `realen Welt´ aufgezeigt. Im Regelfall gibt es aber ein Happy-End.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Serielle Fernsehformate im Alltag von Kindern und Jugendlichen
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Forschungsseminar
Note
1
Autor
Jahr
2007
Seiten
25
Katalognummer
V87124
ISBN (eBook)
9783640102044
ISBN (Buch)
9783640113279
Dateigröße
588 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Serielle, Fernsehformate, Alltag, Kindern, Jugendlichen, Forschungsseminar
Arbeit zitieren
Bakk. Andrea Ludwig (Autor), 2007, Serielle Fernsehformate im Alltag von Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87124

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