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Der 17. Juni 1953 im Erzgebirge

Title: Der 17. Juni 1953 im Erzgebirge

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefan Vogler (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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„Die noch bestehende Spaltung des deutschen Volkes wird durch die amerikanischen Imperialisten dazu verwandt einen neuen Weltkrieg zu entfachen. Mit dem 17. Juni sollte der 3. Weltkrieg begonnen werden. Aber Dank der Sowjethilfe konnte dieser gemeine Anschlag schnell abgewiesen werden.“ So die kurze, aber politisch eindeutige Wertung eines Genossen vom Rat des Kreises Zschopau in seinem Referat über die Note der Sowjetunion auf der Gemeindevertretersitzung am 15.09.1953 in Börnichen/ Erzgebirge.
Ist der drohende Beginn des Dritten Weltkrieges das einzige Ergebnis, welches der 17. Juni in den Köpfen der Menschen im Erzgebirge hinterlassen hat? Wie hat sich in dieser Mittelgebirgslandschaft an der Grenze zur Tschechoslowakei die Bevölkerung verhalten, während Tausende in Berlin und anderen Städten am 17. Juni 1953 demonstrierten? Dieser Frage will sich die vorliegende Arbeit annähern.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Bemerkungen

2. Die Allgemeine Lage im Bezirk Karl- Marx- Stadt

2.1. Die Situation in Karl- Marx- Stadt

2.2. Die Streiks in Freiberg und Fraureuth

2.3. Die Frage nach dem Ausnahmezustand

2.4. Ein ruhiger Bezirk

3. Die Ereignisse im Erzgebirge

3.1. Johanngeorgenstadt

3.2. Olbernhau

3.3. Marienberg

3.4. Der Kreis Zschopau

3.5. Weitere Orte

4. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhalten der Bevölkerung im Erzgebirge während der Ereignisse des 17. Juni 1953 und analysiert, warum es in dieser Region im Vergleich zu anderen Gebieten der DDR zu einer eher stillen Protestkultur kam.

  • Analyse der allgemeinen Sicherheitslage und staatlichen Reaktionen im Bezirk Karl-Marx-Stadt.
  • Untersuchung der spezifischen Ereignisse in Städten wie Johanngeorgenstadt, Olbernhau und Marienberg.
  • Erforschung der Rolle des Ausnahmezustands und staatlicher Kontrollmaßnahmen.
  • Dokumentation von individuellem Widerstand und zivilem Unmut trotz fehlender Massenproteste.
  • Aufarbeitung des Verhaltens von lokalen Arbeitern und Parteifunktionären in spezifischen Betrieben.

Auszug aus dem Buch

3.2. Olbernhau

In Bezug auf den 17.Juni scheint es in Olbernhau die aufsehenserregendste Aktion im gesamten mittleren Erzgebirge gegeben zu haben. In den Akten der Abteilung VI des MfS ist in der Aufstellung der verhafteten Personen durch die Kripo an dritter Stelle der Olbernhauer Bürger Erich Matthes erfasst. Als Grund für seine Festnahme wird das Anschreiben von sogenannten Hetzparolen an Wände angeführt. Wie dem Fernschreiben der KD Marienberg an die Bezirksverwaltung des MfS vom 18.06.1953, 6.50 Uhr zu entnehmen ist, hatte Matthes „in der vergangenen Nacht vom 17.6.53 zum 18.6.53 in der Zeit von 23.00 Uhr bis zu seiner Festnahme durch die VP gegen 1.30 Uhr 14 Hetzschriften an verschiedenen [Orten, der Verf.] in Olbernhau angebracht.“ Dabei hatte Matthes seine Parolen stets auf die entsprechenden Gebäude abgestimmt, an welche er die Sprüche geschrieben hat.

So konnte man lesen: 1. Schüler lernt deutsche Geschichte. (Berufsschule) 2. Nieder mit der DDR- Regierung. (am ehemaligen, und heute wieder, Rittergut) 3. Arbeiter tretet in den Lohnstreik. (Tankstelle Neubert) 4. Arbeiter erhebt eure Stimme. (Hausgrundstück Mühlgässchen) 5. VVN eure Tage sind nur noch kurz. (Hausgrundstück Mühlgässchen) 6. Denkt an Berlin HO und Wismut sind Verbrecherläden. (HO/ Wismut Lebensmittelgeschäft) 7. Nieder mit Pieck und Genossen, stellt euch an die Seite der Berliner. (HO/ Wismut Textilgeschäft) 8. Kampf den Verrätern. (HO/ Schuhwaren) 9. Bonzen der DDR eure Tage sind nur noch kurz. (HO- Schnellgaststätte) 10. Hier arbeiten Verbrecher. (Rathaus) 11. Warmwalzer, wo bleibt eure Unterstützung im Kampf um Berlin. (HO- Lebensmittel) 12. Es lebe Adenauer. (Konsum – Textil) 13. Arbeiter unterstützt Berlin. (Konsum – Schuhwaren) 14. Am VVN- Denkmal wurde die Schrift unleserlich gemacht, ebenfalls durch Eisenlack. Am Schaukasten der Nationalen Front wurde die Schrift „Nationale Front“ durchgestrichen, auf den Glasscheiben wurden Striche gezogen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Bemerkungen: Die Einleitung steckt den Rahmen der Untersuchung ab und stellt die Forschungsfrage nach dem Verhalten der Bevölkerung im Erzgebirge am 17. Juni 1953.

2. Die Allgemeine Lage im Bezirk Karl- Marx- Stadt: Dieses Kapitel analysiert die präventiven Sicherheitsvorkehrungen der Staatsorgane und die Stimmung in den industriellen Zentren des Bezirks.

3. Die Ereignisse im Erzgebirge: Der Hauptteil beleuchtet detailliert konkrete Vorkommnisse, Streiks und Proteste in verschiedenen erzgebirgischen Städten und Gemeinden.

4. Abschließende Bemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die ländliche Struktur und staatliche Kontrolle die Entstehung großflächiger Demonstrationen verhinderten, während individueller Widerstand dennoch sichtbar blieb.

Schlüsselwörter

17. Juni 1953, Erzgebirge, MfS, Arbeiteraufstand, SED, Johanngeorgenstadt, Olbernhau, Marienberg, Ausnahmezustand, Widerstand, Zwangsumsiedlung, DDR, Arbeitsniederlegung, Zeitgeschichte, Mittlerer Erzgebirgskreis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das spezifische Verhalten der Bevölkerung im Erzgebirge während des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 und analysiert die Gründe für das Ausbleiben großflächiger Proteste.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Sicherheitsmaßnahmen des MfS und der Volkspolizei, die Analyse von regionalen Streikzentren sowie die Auswirkungen des Ausnahmezustands auf die lokale Bevölkerung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein historisch fundiertes Bild der Ereignisse im Erzgebirge zu zeichnen, indem lokale Akten ausgewertet und mit bestehenden wissenschaftlichen Darstellungen verglichen werden.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?

Der Autor stützt sich primär auf eine umfassende Quellenanalyse von Archivmaterialien, darunter Dokumente der BStU, Kreisarchive und Stadtarchive sowie ergänzende Zeitzeugengespräche.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich detaillierten Fallstudien zu Städten wie Johanngeorgenstadt, Olbernhau, Marienberg und Zschopau, um die unterschiedlichen Ausprägungen des Widerstands und der staatlichen Kontrolle aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie 17. Juni 1953, Widerstand, Erzgebirge, MfS-Akte und staatliche Repression geprägt.

Warum blieb es laut Arbeit in vielen Orten des Erzgebirges vergleichsweise ruhig?

Die Arbeit führt dies auf eine Kombination aus effektiven präventiven Sicherheitsmaßnahmen, der ländlichen Struktur und dem Fehlen klarer Zielobjekte für Proteste zurück.

Welche Rolle spielte die Zwangsumsiedlung in Johanngeorgenstadt für die Ereignisse vor Ort?

Die Zwangsumsiedlung fungierte als ein wesentlicher Katalysator für lokalen Protest, der bereits vor dem 17. Juni zu Kundgebungen gegen die staatlichen Maßnahmen führte.

Wie bewertet der Autor den Umgang mit kritischen Stimmen in den Betrieben?

Der Autor zeigt auf, dass das MfS und die SED gezielt versuchten, Streikfronten durch kleine Gruppenverhandlungen und die Isolation von Wortführern aufzusplittern.

Excerpt out of 27 pages  - scroll top

Details

Title
Der 17. Juni 1953 im Erzgebirge
College
University of Leipzig  (Historisches Seminar)
Grade
1,7
Author
Stefan Vogler (Author)
Publication Year
2003
Pages
27
Catalog Number
V87128
ISBN (eBook)
9783638012942
ISBN (Book)
9783638916943
Language
German
Tags
Juni Erzgebirge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Vogler (Author), 2003, Der 17. Juni 1953 im Erzgebirge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87128
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