Die Fortpflanzung ist für das Überleben der Art unentbehrlich. Daher hat die Natur sexuelle Reize ausgesprochen angenehm gestaltet, um die Mitglieder einer Art zur Fortpflanzung zu bewegen. Ein Orgasmus dient als letzter Verstärker für den zur Paarung notwendigen Energieaufwand. Diese Aussicht auf Lust gibt sexuellen Verhalten eine motivierende Kraft, die weit über die Notwendigkeit der Fortpflanzung hinausragt.
Während meiner Arbeit möchte ich etwas genauer auf den Orgasmus eingehen und etwaige Probleme in der Partnerschaft betreffend Sexualität (hierbei beschäftige ich mich eher mit den Problemen von Frauen).
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Der sexuelle Reaktionszyklus nach Masters und Johnson
3. Der Orgasmus
4. Halbwahrheiten und Märchen rund um den Orgasmus
5. Wenn Frauen trotz Erregung nie zum Orgasmus kommen
6. Wenn Frauen (noch) unerfahren sind
6.1. Den Körper kennen lernen
6.2. Nur Geduld
6.3. Frauen müssen lernen sich fallen zu lassen
7. Wenn Frauen erst seit einiger Zeit nicht mehr zum Höhepunkt kommen
7.1. Was Frauen tun können
8. Wenn Frauen Sex in letzter Zeit keinen Spaß mehr macht
8.1. Unterstützung durch Psychotherapie
9. Ursachen
9.1. Wenn’s langweilig geworden ist
9.2. Körpergefühl
9.2.1. Wenn Frauen mit sich und ihrem Körper nicht zufrieden sind
9.2.2. Verbessern Sie Ihr Körpergefühl
9.2.3. Wenn der Partner ständig etwas auszusetzen hat
9.3. Wenn Frauen älter werden
9.4. Psychische Befindlichkeit
9.5. Gesundheit
10. Wenn es in der Partnerschaft kriselt
10.1. Wenn der Partner ungeduldig oder nicht sehr geschickt ist
10.2. Wenn ständige Konflikte die Partnerschaft belasten
10.3. Wenn man(n) bzw. frau das Interesse aneinander wiederbeleben möchte
10.4. Wenn die Vorstellungen über Sexpraktiken stark von jenen des Partners abweichen
10.5. Wenn der Partner zu oft Sex haben will
10.6. Wenn der Partner nicht oft genug Sex haben will
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den psychologischen und zwischenmenschlichen Aspekten der weiblichen Sexualität. Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für sexuelle Reaktionsweisen zu schaffen und Lösungswege bei Unlust oder Orgasmusproblemen innerhalb der Partnerschaft aufzuzeigen.
- Physiologische Grundlagen des sexuellen Reaktionszyklus.
- Aufklärung über verbreitete Mythen rund um den Orgasmus.
- Bewältigung von Orgasmushemmungen und sexueller Unerfahrenheit.
- Umgang mit sexueller Unlust durch psychologische Faktoren oder Beziehungsdynamiken.
- Förderung der Kommunikation und des Körpergefühls in der Partnerschaft.
Auszug aus dem Buch
3. DER ORGASMUS
Orgasmus ist der sexuelle Höhepunkt. Männer und Frauen können ihn erreichen entweder beim Geschlechtsverkehr, beim Petting oder bei der Selbstbefriedigung. Er wird durch die sexuelle Erregung vorbereitet: Beim Mann wird das Glied steif, der Hodensack wird kleiner und rückt näher an die Bauchhöhle heran. Bei der Frau bewirken Drüsen in der Scheidenwand, dass die Scheide feucht wird. Die Gebärmutter schwillt an und schiebt sich nach vorne, so dass die Scheide etwas verlängert wird. Die kleinen Schamlippen vergrößern sich, ebenso die Klitoris, sie füllt sich mit Blut und wird hart. Bei Mann und Frau können sich die Brustwarzen versteifen, es kann auch zu einer Hautrötung am Körper kommen. Puls und Atmung sind beschleunigt, der Blutdruck steigt. Wird die Erregung fortgesetzt, stehen Körper und Gefühle unter Hochspannung. Der gesamte Organismus steuert auf den Orgasmus zu. Der Penis wird noch härter und es kommt zu einer Reihe pulsierender Muskelzusammenziehungen am Penis, bei der Frau in der Scheide und an der Klitoris, die als äußerst lustvoll empfunden werden. Der Höhepunkt dieser Gefühle führt beim Mann zum Samenerguss, bei der Frau zu einer starken Verengung des unteren Scheidenbereichs. Danach klingt die Erregung ab, beim Mann schneller als bei der Frau. Frauen können in der Regel auch mehrere Orgasmen hintereinander haben. Bei Männern dauert es eine Weile, bis ihr Penis wieder steif werden kann.
...(Orgasmus) ist eine kurze Episode physischer Befreiung nach dem vasocongestiven und myotonischen Anstieg, der sich entwickelt hat aus dem Ansprechen auf sexuelle Stimuli... Masters und Johnson „Die sexuelle Reaktion des Menschen“
Orgasmus ist mehr als eine Befreiung von Muskelnervenspannungen und irgendwie ein bisschen weniger als ein Erdbeben. Die Literatur, von der sprachlich verhüllenden bis zur pornographischen, kann den Orgasmus in positivem Sinne als etwas Sintflutartiges erscheinen lassen. Medizinische Beschreibungen können einen kalten, klinischen Nachgeschmack zurücklassen. Weil der Orgasmus körperliche und emotionale Reaktionen vereinigt, variieren sie von Person zu Person und von Zeitpunkt zu Zeitpunkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Autorin legt den Fokus auf die Bedeutung der Sexualität und leitet zur Untersuchung frauenspezifischer Probleme ein.
2. Der sexuelle Reaktionszyklus nach Masters und Johnson: Vorstellung der vier Phasen (Erregung, Plateau, Orgasmus, Entspannung) und ihrer physiologischen Merkmale.
3. Der Orgasmus: Detaillierte Beschreibung des Orgasmus als Höhepunkt der sexuellen Erregung sowie dessen unterschiedliche Wahrnehmung.
4. Halbwahrheiten und Märchen rund um den Orgasmus: Richtigstellung von populären Mythen und Vorurteilen über die weibliche und männliche Sexualität.
5. Wenn Frauen trotz Erregung nie zum Orgasmus kommen: Analyse von psychologischen Barrieren und dem sogenannten "Orgasmuszwang".
6. Wenn Frauen (noch) unerfahren sind: Tipps zur Selbstentdeckung und zur Entwicklung eines besseren Körpergefühls bei sexueller Unerfahrenheit.
7. Wenn Frauen erst seit einiger Zeit nicht mehr zum Höhepunkt kommen: Behandlung von sekundären Hemmungen durch externe Belastungen oder Beziehungsdynamiken.
8. Wenn Frauen Sex in letzter Zeit keinen Spaß mehr macht: Ursachenforschung für Libidoverlust und Einsatzmöglichkeiten psychotherapeutischer Begleitung.
9. Ursachen: Systematische Übersicht häufiger Auslöser für sexuelle Unlust.
10. Wenn es in der Partnerschaft kriselt: Konkrete Ansätze für Paare, um sexuelle Probleme bei Konflikten oder divergierenden Bedürfnissen zu bewältigen.
Schlüsselwörter
Sexualität, Orgasmus, Paartherapie, Erregungszyklus, Körpergefühl, Libidoverlust, Partnerschaft, Kommunikation, sexuelle Hemmung, Liebesspiel, psychologische Belastung, Beziehungsroutine, sexuelle Aufklärung, Masturbation, Intimität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die komplexen Zusammenhänge zwischen weiblicher Sexualität, körperlichen Reaktionen und partnerschaftlichen Einflüssen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen der sexuelle Reaktionszyklus, die physiologischen Abläufe des Orgasmus sowie psychologische Faktoren, die bei Unlust oder sexuellen Problemen eine Rolle spielen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Frauen und Paaren aufzuzeigen, wie sie durch bessere Kommunikation, weniger Leistungsdruck und ein gestärktes Körpergefühl zu einer erfüllteren Sexualität finden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Zusammenstellung klinischer Modelle (z.B. Masters und Johnson) sowie einer psychologischen Betrachtung partnerschaftlicher Dynamiken und Verhaltensansätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert diverse Störfaktoren sexueller Lust, ranging von Mythen über den Orgasmus bis hin zu spezifischen Problemlagen wie langjährige Beziehungskrisen oder Kommunikationsdefizite.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Sexualität, Orgasmus, Paartherapie, Körpergefühl, Kommunikation und Intimität stehen im Fokus der theoretischen und praktischen Ausführungen.
Welche Rolle spielt die psychotherapeutische Unterstützung?
Die Arbeit betont, dass bei verhärteten Kommunikationsmustern oder psychischen Krisen eine neutrale therapeutische Hilfe sinnvoll sein kann, um eingefahrene Mechanismen aufzubrechen.
Wie kann das Körpergefühl bei Unzufriedenheit verbessert werden?
Es wird empfohlen, den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen, sich mit den persönlichen Gegebenheiten anzufreunden und sich durch kleine Veränderungen im Alltag mehr Selbstvertrauen zu schenken.
Warum ist Kommunikation in der Partnerschaft so wichtig?
Offene Gespräche über Bedürfnisse und Wünsche helfen, Missverständnisse abzubauen und vermeiden, dass sich durch unerfüllte Erwartungen tiefgreifende Frustrationen in der Partnerschaft aufbauen.
- Quote paper
- Syzane Berisha (Author), 2001, Orgasmus und Sexualität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8716