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Die erzähltechnischen Mittel in Bram Stokers Gothic Novel "Dracula" als Auslöser der Angst beim Rezipienten

Title: Die erzähltechnischen Mittel in Bram Stokers Gothic Novel "Dracula" als Auslöser der Angst beim Rezipienten

Seminar Paper , 2007 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefanie Lembacher (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Die Angst ist schon immer auch ein Objekt der Faszination des Menschen gewesen. Eine Faszination, die auf vielfältige Weise transportiert und dem Publikum präsentiert wurde.
Filme aus dem Horror- und Thrillergenre beispielsweise erfreuen sich seit jeher größter Beliebtheit. Mit den Möglichkeiten der modernen Tricktechnik und den dreistelligen Millionenbudgets der großen Hollywood Studios ist es heute ein Leichtes, beim Rezipienten ein permanentes und intensives Gefühl der Angst hervorzurufen. Literaten jedoch können von diesen Möglichkeiten nicht profitieren. Dennoch gelingt es ihnen mit diesen bescheidenen Mitteln, dasselbe oder gar ein intensiveres Angstgefühl beim Rezipienten zu generieren.
Diese Arbeit geht anhand Bram Stokers Gothic Novel Dracula der Frage nach, welche erzähltechnischen Mittel zur Angsterzeugung beim Leser eingesetzt werden und wie sie wirken. Es wird untersucht, welche sprachlichen Mittel und literarischen Strategien der Autor zu diesem Zweck anwendet und welche Schauerelemente hierbei eine Rolle spielen. Vorausgehend erfolgen eine Definition des Angstbegriffs, sowie eine Einführung zum Themenkomplex der literarischen Angst. Besonderes Augenmerk liegt im Weiteren auf der Bedeutung der volkstümlichen Elemente, der Wahl der Schauplätze, der Raumdarstellung, sowie der Darstellung der Erzählerfiguren.
In diesem Zusammenhang erscheint es erwähnenswert, dass Dracula kein von der Filmindustrie künstlich geschaffenes Produkt ist. Bereits den Menschen im viktorianischen England wurde durch Bram Stoker mit Dracula das Fürchten gelehrt.


Excerpt


Gliederung

I. EINLEITUNG – DIE ANGST IN FILM UND LITERATUR

II. DIE LITERARISCHE ANGST

III. DIE ERZÄHLTECHNISCHEN MITTEL ALS AUSLÖSER DER ANGST BEIM REZIPIENTEN

1. ANGSTAUSLÖSER UND SCHAUERELEMENTE

A) DIE VAMPIRFIGUR ALS VERKÖRPERUNG DES GRAUENS

B) ÜBERTRAGUNG DER ANGST AUF NEUTRALE BEGRIFFE

2. DIE BEDEUTUNG DES VOLKGLAUBEN

3. DIE WAHL DES SETTING

A) DAS GRAUEN AN FREMDEN ORTEN

B) DAS GRAUEN AN VERTRAUTEN ORTEN

4. DIE ERZEUGUNG VON GLAUBWÜRDIGKEIT

A) HERAUSGEBERFIKTION ALS BEGLAUBIGUNGSSTRATEGIE

B) POLYPERSPEKTIVISCHES ERZÄHLEN ALS BEGLAUBIGUNGSSTRATEGIE

5. DIE VERUNSICHERUNG DES REZIPIENTEN

A) DIE UNZUVERLÄSSIGKEIT DES AUTORS – THE „UNRELIABLE AUTHOR“

B) DIE UNZUVERLÄSSIGKEIT DER ERZÄHLERFIGUREN

IV. SCHLUSSBEMERKUNG – VON DER KUNST DER BESCHEIDENHEIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Bram Stokers Gothic Novel Dracula die spezifischen erzähltechnischen Mittel und literarischen Strategien, die eingesetzt werden, um beim Rezipienten ein intensives Angstgefühl zu erzeugen. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie der Autor durch die bewusste Gestaltung von Sprache, Raum und Erzählperspektive den Leser in das Geschehen involviert und in ein Spannungsfeld zwischen Fiktion und Realität versetzt.

  • Analyse der Vampirfigur und der Bedeutung volkstümlicher Elemente für den Schauereffekt.
  • Untersuchung der Raumdarstellung (fremde vs. vertraute Orte) als Mittel zur Angsterzeugung.
  • Die Rolle der Herausgeberfiktion und des multiperspektivischen Erzählens zur Etablierung von Glaubwürdigkeit.
  • Analyse der Unzuverlässigkeit von Erzählerfiguren als psychologisches Instrument der Verunsicherung.
  • Reflektion über die Wirkung erzähltechnischer Finessen im Gegensatz zu visuellen Spektakeln.

Auszug aus dem Buch

3. Die Wahl des Setting

a) Das Grauen an fremden Orten

Eine enorm wichtige Rolle bei der Schaffung einer bedrohlichen, unheimlichen Atmosphäre ist die Wahl des Setting. Als Gattungsspezifika der Gothic Novel sind die Verlagerung des Geschehens in die Vergangenheit und an Handlungsorte in fernen, unbekannten Gegenden hervorzuheben25. Der Grund für diese Wahl des Schauplatzes liegt wahrscheinlich daran, dass an exotischen Orten unheimliche Ereignisse wahrscheinlicher erscheinen. So wird die Leserschaft schon zu Beginn des Romans Dracula „from the foreign, but recognzably 'civilized', town of Bistritz26“ nach Transsylvanien “in the midst of the Carpathian mountains; one of the wildest and least known portions of Europe27” geführt, wo der Geschäftsmann Jonathan Harker für den Grafen Dracula tätig werden soll.

Auch für Harker ist dies eine Reise in eine unbekannte Gegend, was aus seinen Tagebuchaufzeichnungen ersichtlich ist. Im Gegensatz zu seinem Leben in England sind in Rumänien „many things new to me28“. Diese Andersartigkeit lässt sich beispielsweise auf die fremden Speisen beziehen. Er zählt ihm bisher unbekannte Gerichte, wie „mamaliga“, [...] impletata29“oder „robber steak30“ auf, die einen sonderbaren Geschmack haben. Auch der ungeordnete Reisealltag erscheint dem korrekten Anwalt mehr als ungewohnt, denn er sagt:

“I had to hurry breakfast, for the train started a little before eight, or rather it ought to have done so, for after rushing to the station at 7:30 I had to sit in the carriage for more than an hour before we began to move. It seems to me that the further east you go the more unpunctual are the trains.31”

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG – DIE ANGST IN FILM UND LITERATUR: Das Kapitel führt in die Faszination für das Genre der Angst ein und stellt die Forschungsfrage nach den erzähltechnischen Mitteln in Bram Stokers Dracula.

II. DIE LITERARISCHE ANGST: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung des Angstbegriffs sowie eine Definition der Rolle der Angst innerhalb der Gothic Novel.

III. DIE ERZÄHLTECHNISCHEN MITTEL ALS AUSLÖSER DER ANGST BEIM REZIPIENTEN: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Strategien, von der Verwendung der Vampirfigur bis zur gezielten Verunsicherung durch multiperspektivisches Erzählen und unzuverlässige Charaktere.

IV. SCHLUSSBEMERKUNG – VON DER KUNST DER BESCHEIDENHEIT: Das Kapitel fasst die Analyseergebnisse zusammen und betont die meisterhafte Leistung des Autors, ohne moderne visuelle Hilfsmittel allein durch den Text ein Gefühl tiefer Angst zu evozieren.

Schlüsselwörter

Bram Stoker, Dracula, Gothic Novel, literarische Angst, Schauerelemente, Vampirismus, Erzähltechnik, Glaubwürdigkeit, Herausgeberfiktion, Multiperspektivität, Unzuverlässiger Erzähler, Viktorianisches England, Angstforschung, Schauplatzgestaltung, Psychologischer Horror

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie Bram Stoker in seinem Roman Dracula durch gezielte erzähltechnische Methoden beim Leser Angst erzeugt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Angsterzeugung durch Schauerelemente, die Bedeutung des Settings, die Etablierung von narrativer Glaubwürdigkeit und die psychologische Verunsicherung des Lesers.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, welche sprachlichen und literarischen Mittel der Autor anwendet, um Schauergefühle zu evozieren und wie diese auf den Rezipienten wirken.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primäre Textstellen aus Dracula mit Theorien aus der Angstforschung, Psychoanalyse und narratologischen Konzepten verknüpft.

Was umfasst der Hauptteil der Analyse?

Der Hauptteil behandelt Angstauslöser wie die Vampirfigur, den Einfluss von Volksglauben, die Wahl des Settings (fremde vs. vertraute Orte) sowie Techniken wie die Herausgeberfiktion und den Einsatz multiperspektivischer Erzählformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Gothic Novel, Unzuverlässiger Erzähler, Herausgeberfiktion, Angstübertragung und psychologische Verunsicherung.

Wie trägt die „Herausgeberfiktion“ zur Angst beim Leser bei?

Durch die Gestaltung des Romans als Dokumentensammlung (Tagebücher, Briefe etc.) wird der Eindruck historischer Authentizität erweckt, was das Grauen realistischer und somit bedrohlicher wirken lässt.

Warum spielt die Unzuverlässigkeit der Erzähler eine so große Rolle?

Sie verunsichert den Leser, da dieser nicht sicher sein kann, ob die Ereignisse der objektiven Realität entsprechen oder der Einbildung und psychischen Instabilität der Figuren entspringen, was die Atmosphäre der Bedrohung verstärkt.

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Details

Title
Die erzähltechnischen Mittel in Bram Stokers Gothic Novel "Dracula" als Auslöser der Angst beim Rezipienten
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Course
Faces of evil in 19th century literature
Grade
1,0
Author
Stefanie Lembacher (Author)
Publication Year
2007
Pages
25
Catalog Number
V87181
ISBN (eBook)
9783638013833
Language
German
Tags
Mittel Bram Stokers Gothic Novel Dracula Auslöser Angst Rezipienten Faces
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Lembacher (Author), 2007, Die erzähltechnischen Mittel in Bram Stokers Gothic Novel "Dracula" als Auslöser der Angst beim Rezipienten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87181
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