Unterrichtsstunde: Wir stehen vor einem Dilemma "Bleiben wir auf der Insel oder kehren wir der Insel den Rücken zu?"

Unterrichtsentwurf für die 2. Staatsexamensprüfung


Unterrichtsentwurf, 2007

23 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Angaben zur Unterrichtseinheit
1.1 Thema der Unterrichtseinheit
1.2 Bezug zu Rahmenplänen für die Unterrichtseinheit
1.3 Aufbau der Unterrichtseinheit
1.4 Ziele der Unterrichtseinheit

2 Voraussetzungen
2.1 Sachdarstellung
2.2 Beschreibung der Lerngruppe
2.2.1 Allgemein
2.2.2 Spezielle Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten einzelner Schüler für diese Stunde und daraus abgeleitete Förderziele

3 Entscheidungen – Angaben zur Unterrichtsstunde
3.1 Bedeutung der Stunde/Inhaltsentscheidung
3.2 Didaktische Reduktion
3.3 Lernziel der Stunde
3.4 Didaktisch – methodische Überlegungen

4 Verlaufsplanung

Anhang

Literaturverzeichnis

1 Angaben zur Unterrichtseinheit

1.1 Thema der Unterrichtseinheit

Wir gründen unseren eigenen Staat auf einer Insel oder: Wie stellen wir uns ein gelungenes Leben vor?

1.2 Bezug zu Rahmenplänen für die Unterrichtseinheit

Sprache dient als Schlüsselfunktion der Aneignung und Verarbeitung von Wissen, ist Medium der Kommunikation und Reflexion von Wahrnehmungen und Problemlösungen. Zudem ist Sprache Material und Mittel für die individuelle, produktive und kreative Gestaltung. Großes Ziel ist die sprachliche Handlungsfähigkeit.

So sieht der Rahmenplan (Rahmenlehrplan Deutsch Klasse 7 – 10. Entwurfsfassung 26.08.2005) vor, dass sich die Schüler* in der Sekundarstufe I sprachlich qualifizieren, sowohl für Ausbildungssituationen wie auch für die weiterführende Schulbildung.

Zur sprachlichen Qualifizierung gehört, dass die Schülerinnen und Schüler eigene Bedürfnisse und Ziele sach-, situations- und adressatengerecht formulieren können. Ihre soziale Kompetenz soll gestärkt und ihr individueller Sprachstil gefördert werden. Sie erschließen sich fremde Perspektiven und stellen die eigene nachvollziehbar dar.

Für die Doppeljahrgangsstufe 9/10 ist Folgendes vermerkt:

Die Schüler:

- Kompetenzbereich Lesen:

- können unterschiedlich gestaltete fiktionale und nicht – fiktionale Texte lesen und verstehen sowie Lesefertigkeiten selbstständig anwenden (formulieren erstes Textverständnis, identifizieren Verstehensprobleme und Intentionen, reflektieren und beurteilen Texte, erfassen Argumente, formulieren eigenen begründeten Standpunkt zu Fragen, Problemen, Aussagen im Text, bewerten fiktive Handlungsweisen, beziehen die fiktive Welt auf eigene Lebenserfahrungen)

- Kompetenzbereich Schreiben:

- verfügen über Schreibfertigkeiten, gestalten Schreibprozesse eigenverantwortlich, verfassen zu überschaubaren Fragestellungen argumentative Texte (nutzen Stichwortzettel, sammeln und ordnen Informationen nach strukturierten Mustern, begründen Standpunkte, formulieren ihre Anliegen, stellen ihre Interessen und Fähigkeiten dar, verwenden Argumente situations- und intentionsangemessen für verschiedene Absichten, entwickeln Thesen, sammeln Argumente, belegen und ordnen sie nach hierarchisch, veranschaulichen sie durch Beispiele, Werte, Erfahrungen, entwickeln eigene Standpunkte folgerichtig)

- Kompetenzbereich Sprechen und Zuhören:

- setzen Sprechhandlungen wie Informieren, Argumentieren, Appellieren in Diskussionen gezielt ein, verwenden Sprechhandlungen gezielt für eigene kommunikative Zwecke, werten simulierte Situationen aus: vertreten eigenen Standpunkt in vorbereiteten Diskussionen, reagieren angemessen auf Argumente und Meinungen anderer, wenden Gesprächsstrategien an

Darüber zeichnet sich das Fach Deutsch/Wahlpflicht durch folgende Faktoren aus:

- fachübergreifende und fächerverbindende Aspekte gehen in die Auswahl der Themen mit ein
- Themen und Inhalte berücksichtigen besondere Interessen der Schüler und deren Motivation: projektartige Arbeit mit viel Eigeninitiative, Selbstorganisation und intensiver Auseinandersetzung
- Gelegenheiten werden geschaffen, in denen Jugendliche voneinander lernen können

Fächerübergreifend finden sich Ansätze des Ethikunterrichts innerhalb der Unterrichtseinheit. Deshalb sei kurz auf einige wesentliche Punkte des neuen Rahmenplans für Ethik für die Sek. I hingewiesen (Rahmenlehrplan Ethik für die Sekundarstufe I. Berlin. 2006):

- Mittelpunkt ist Frage: „Was ist ein gutes Leben und wie kann man es führen?“
- Schüler sollen nachdenken, gelangen zu Einsichten, verstehen die Pluralität von Wertvorstellungen, verständigen sich über Minimalkonsens, handeln unter argumentativen Ansprüchen im Geiste der Menschlichkeit, Demokratie und Freiheit
- Erwerb der Fähigkeit der ethischen Reflexion durch den Dialog

Standards der Doppeljahrgangsstufe 9/10 sehen vor, dass die Schüler bereit sind, kreative Möglichkeiten reflektierenden Denkens, z. Bsp. Gedankenexperimente, zu erproben, dass sie fähig sind, Vorstellungen für ein friedfertiges Zusammenleben zu entwickeln und menschenfeindliche Einstellungen zu ächten.

Es bietet es sich bei Realschülern mit dem Förderschwerpunkt „Hören“ an, im Rahmenplan der Gehörlosenschule (Rahmenplan Deutsch der Schulen für Gehörlose. 1981) nach Parallelen oder methodischen Schwerpunkten zu schauen. Dort ist für die Klassenstufe 9/10 vermerkt, dass die Schüler aufgrund ihrer Hörschädigung Vertrauen in die eigene sprachliche Leistung aufbauen sollen durch Freude am Sprechen, Schreiben und Lesen. Zur Realisierung ist die Einbeziehung von Gebärden erforderlich. Unterrichtsinhalte sollen, wenn möglich, in spielerischer Form erfolgen. Sprachverwendungssituationen müssen von den Schülern als bedeutsam erlebt werden. Am Ende der Jahrgangsstufe 10 sollen die Schüler ihre Bedürfnisse, Empfindungen, Meinungen äußern und die anderer verstehen. Sie sollen in den Realschulklassen diskutieren, argumentieren und eigene Kommunikationsstrategien entwickeln.

1.3 Aufbau der Unterrichtseinheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.4 Ziele der Unterrichtseinheit

„Ziel muss die Heranbildung von Persönlichkeiten sein, welche fähig sind, [ ... ] das staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie, des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde, der Gleichstellung der Geschlechter und im Einklang mit Natur und Umwelt zu gestalten. Diese Persönlichkeiten müssen sich der Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit bewusst sein, und ihre Haltung muss bestimmt werden von der Anerkennung der Gleichberechtigung aller Menschen, von der Achtung vor jeder ehrlichen Überzeugung und von der Anerkennung der Notwendigkeit einer fortschrittlichen Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse sowie einer friedlichen Verständigung der Völker.“ (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport. Schulgesetz für Berlin. Teil 1. §1. 2004. 31)

Wahrnehmungs- und Deutungskompetenz:

Die Schüler:

- nehmen Sachverhalte als Gedankenexperiment wahr und beschreiben diese
- erfassen Konsequenzen im „alltäglichen Leben“ innerhalb der Als – Ob – Situation des Lebens auf einer Insel

- integrieren Werte in den eigenen Sinnhorizont
- sensibilisieren sich für die Wertewahrnehmung
- erkennen den Verbindlichkeitscharakter, die unterschiedliche Werthaftigkeit sowie wechselseitige Abhängigkeit von Werten
- lernen Bedeutung und Zweck von Gesetzen kennen als Garantie für jeden Einzelnen und Sanktionierungsmittel (Schutz und Sicherheit in Gemeinschaft)

Empathiekompetenz:

Die Schüler:

- entwickeln emotionale Anteilnahme
- fühlen sich in Rollen hinein
- nehmen eigene Gedanken und Gefühle wahr und drücken diese aus
- entwickeln ihr Bewusstsein individueller und kultureller Unterschiede
- tolerieren andere Einstellungen zum Leben

Argumentations- und Urteilskompetenz (Methodenkompetenz):

Die Schüler:

- entwickeln argumentative Gewichtungen
- bewerten die Folgen ihres Handelns in der Als – Ob – Situation
- entwickeln ihre Fähigkeit des Streitgesprächs
- entwickeln ihre Kenntnis über Handlungsbedingungen und Argumentationsstrategien
- eigenständige und kritische Auseinandersetzung mit dem Sinn von Werten im Verhältnis Individuum und Gesellschaft

Personale / soziale Kompetenz:

Die Schüler:

- bringen ihre eigenen moralischen Überzeugungen zum Ausdruck
- akzeptieren die Rechte anderer
- entwickeln ihre Bereitschaft, ihrem eigenen Urteil zu folgen
- Aufbau von problemlösenden Handlungskompetenzen
- machen sich ihre Grenzen des eigenen Handelns bewusst
- erkennen die Schwierigkeiten, unter riskanten Umständen bei ihrer Überzeugung zu bleiben
- lernen aus praktischen Erfahrungen als Grundlage von Handlungen im Sinne der „Bewältigung von Situationen“(Lernchancen. 52. 23)
- achten die Würde der Person, die Freiheit des Menschen
- haben Respekt vor der Selbstbestimmung des Menschen
- entwickeln Solidarität innerhalb des Gedankenexperiments
- übernehmen Verantwortung für sich und andere
- beziehen natürliche und kulturelle Bedingungen in ihre Überlegungen mit ein

Die Verbindung der Kompetenzen bedingt einander und kann nicht unabhängig voneinander gesehen werden.

[...]


* Aus ökonomischen Gründen wird nur die maskuline Form benutzt. Sie gilt jedoch für Schülerinnen und Schüler.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Wir stehen vor einem Dilemma "Bleiben wir auf der Insel oder kehren wir der Insel den Rücken zu?"
Untertitel
Unterrichtsentwurf für die 2. Staatsexamensprüfung
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
23
Katalognummer
V87196
ISBN (eBook)
9783638036504
ISBN (Buch)
9783640319787
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsstunde, Dilemma, Bleiben, Insel, Rücken
Arbeit zitieren
Juliane Schreck (Autor), 2007, Unterrichtsstunde: Wir stehen vor einem Dilemma "Bleiben wir auf der Insel oder kehren wir der Insel den Rücken zu?", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87196

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