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Wahrnehmung und ihre Bedeutung für Verhalten

Title: Wahrnehmung und ihre Bedeutung für Verhalten

Script , 2002 , 26 Pages

Autor:in: Syzane Berisha (Author)

Psychology - General
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Summary Excerpt Details

Der Trieb zur Erhaltung des Lebens ist dem Menschen und dem Tier eingepflanzt. Triebbefriedigung und Erhaltung des Lebens sind nur möglich, wenn sich die Lebewesen mit der Außenwelt in Verbindung setzen können. Zu diesem Zweck ist jedes Lebewesen mit Apparaten, Organen ausgestattet, die es befähigen, die Außenwelt wahrzunehmen. Die Sinnesorgane, AUGE, OHR, NASE, ZUNGE, HAUT, verschaffen uns die notwendigen Informationen darüber, was in unserer Umwelt vor sich geht und in welchem Verhältnis wir jeweils zu ihr stehen. Die zu den Sinnesorganen oder Rezeptoren gehörenden nervösen Systeme leiten diese Informationen weiter ins Zentralnervensystem und verarbeiten sie z.B. zu motorischen Befehlen, so dass der Bewegungsapparat auf die Wahrnehmung der Außenwelt entsprechend reagiert. Die im Gedächtnis gespeicherte Erfahrung bringt das, was wir empfinden, in einem geordneten und verstehbaren Zusammenhang.

Die Sinnesorgane, deren wir uns zur Außenwelt bedienen, gleichen in ihrem Bau und ihrer Funktion Instrumenten, die physikalischen Prinzipien gehorchen. Aber die Wahrnehmung selbst entsteht nicht in den Sinnesorganen und den äußeren aufnehmenden Apparaten, sondern im Gehirn. Die Weiterleitung der nervösen Erregung von dem Augenblick an, in welchem ein physikalischer oder chemischer Reiz von außen ein Sinnesorgan trifft, bis zur Verarbeitung im Gehirn und bis zur Reaktion, ist ein biologischer (physiologischer) Vorgang. Die biologischen Funktionen bauen auf physikalischen Vorgängen und chemischen Reaktionen auf, sind aber aus diesen bisher nicht erschöpfend erklärbar. Das Besondere der lebendigen Substanz lässt sich nicht zur Gänze gesetzmäßig erfassen; als Ergebnis des physiologischen Vorgangs im Zentralnervensystem tritt etwas qualitativ anderes als physikalische oder chemische Vorgänge auf, nämlich die bewusste Empfindung und Wahrnehmung. Die Außenwelt, die wir wahrnehmen, die wir "kennen", gibt es nur in unserem subjektiven Erleben. Die objektive Außenwelt der Physik besteht aus Atomen, Strahlungen und Energien. Sie hat weder Farbe noch Gestalt, weder Wärme noch Kälte.

Die Qualitäten entstehen und bestehen erst in unserer Empfindung und Wahrnehmung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EMPFINDUNGEN UND WAHRNEHMUNGEN

1. DIE ENTSTEHUNG VON EMPFINDUNGEN UND WAHRNEHMUNGEN

1.1. Das subjektive Bild der Außenwelt

2. REIZ UND ERLEBEN

2. 1. Die Reizschwelle

2. 2. Die Unterschiedsschwelle

2. 3. Das Adaptionsniveau

2. 4. Sensorische Deprivation (Reizentzug)

3. DIE ENTSTEHUNG KOMPLEXER WAHRNEHMUNGSBILDER

4. DIE GESTALT

5. PRAXIS DER WAHRNEHMUNGSPSYCHOLOGIE

6. WAHRNEHMUNGSEINSTELLUNGEN

6. 1. Der Rosenthal-Effekt

7. DIE BEEINFLUSSUNG DES EINZELNEN DURCH DAS KOLLEKTIV

7.1. Angleichung der Leistung in der Gruppe

7.2. Angleichung von Urteilen und Konvergenz der Meinung

7.3. Abhängigkeit der individuellen Urteilsbildung vom Wissen um die Meinung anderer

7.4. Beeinflussung der Minorität durch die Majorität in Wahrnehmung, Urteil und Verhalten

8. DAS NERVENSYSTEM

9. DIE SINNESORGANE

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden psychologischen Prozesse der menschlichen Wahrnehmung und deren maßgeblichen Einfluss auf das individuelle Verhalten sowie auf soziale Interaktionen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie physikalische Reize durch physiologische Filter und subjektive Erfahrungen in ein bedeutungsvolles Weltbild transformiert werden.

  • Grundlagen der Empfindung und der Reizverarbeitung
  • Komplexität der Gestaltwahrnehmung
  • Einfluss von Wahrnehmungseinstellungen (z.B. Rosenthal-Effekt)
  • Sozialpsychologische Dynamiken in Gruppen
  • Die neurobiologische Basis und funktionale Bedeutung der Sinnesorgane

Auszug aus dem Buch

1.1. Das subjektive Bild der Außenwelt

Der Trieb zur Erhaltung des Lebens ist dem Menschen und dem Tier eingepflanzt. Triebbefriedigung und Erhaltung des Lebens sind nur möglich, wenn sich die Lebewesen mit der Außenwelt in Verbindung setzen können. Zu diesem Zweck ist jedes Lebewesen mit Apparaten, Organen ausgestattet, die es befähigen, die Außenwelt wahrzunehmen. Die Sinnesorgane, AUGE, OHR, NASE, ZUNGE, HAUT, verschaffen uns die notwendigen Informationen darüber, was in unserer Umwelt vor sich geht und in welchem Verhältnis wir jeweils zu ihr stehen. Die zu den Sinnesorganen oder Rezeptoren gehörenden nervösen Systeme leiten diese Informationen weiter ins Zentralnervensystem und verarbeiten sie z.B. zu motorischen Befehlen, so dass der Bewegungsapparat auf die Wahrnehmung der Außenwelt entsprechend reagiert.

Die Sinnesorgane, deren wir uns zur Außenwelt bedienen, gleichen in ihrem Bau und ihrer Funktion Instrumenten, die physikalischen Prinzipien gehorchen. Aber die Wahrnehmung selbst entsteht nicht in den Sinnesorganen und den äußeren aufnehmenden Apparaten, sondern im Gehirn. Die Weiterleitung der nervösen Erregung von dem Augenblick an, in welchem ein physikalischer oder chemischer Reiz von außen ein Sinnesorgan trifft, bis zur Verarbeitung im Gehirn und bis zur Reaktion, ist ein biologischer (physiologischer) Vorgang. Das Besondere der lebendigen Substanz lässt sich nicht zur Gänze gesetzmäßig erfassen; als Ergebnis des physiologischen Vorgangs im Zentralnervensystem tritt etwas qualitativ anderes als physikalische oder chemische Vorgänge auf, nämlich die bewusste Empfindung und Wahrnehmung. Die Außenwelt, die wir wahrnehmen, die wir „kennen“, gibt es nur in unserem subjektiven Erleben.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EMPFINDUNGEN UND WAHRNEHMUNGEN: Einführung in die physiologischen und psychologischen Grundlagen, wie wir physikalische Reize in subjektive Empfindungen umwandeln.

1. DIE ENTSTEHUNG VON EMPFINDUNGEN UND WAHRNEHMUNGEN: Erläutert die Notwendigkeit von Sinnesorganen zur Lebenserhaltung und die Entstehung eines subjektiven Abbilds der Welt.

2. REIZ UND ERLEBEN: Behandelt die Konzepte der Reiz- und Unterschiedsschwelle, Adaption und die Auswirkungen extremer Reizentzugssituationen.

3. DIE ENTSTEHUNG KOMPLEXER WAHRNEHMUNGSBILDER: Analysiert, wie einfache Sinneseindrücke zu geordneten, bedeutungsvollen Ganzheiten verarbeitet werden.

4. DIE GESTALT: Beschreibt die Prinzipien der ganzheitlichen Wahrnehmung und wie unser Gehirn Strukturen und Konfigurationen bevorzugt.

5. PRAXIS DER WAHRNEHMUNGSPSYCHOLOGIE: Zeigt die praktische Anwendung wahrnehmungspsychologischer Erkenntnisse, insbesondere durch manipulative Mechanismen in der Werbung.

6. WAHRNEHMUNGSEINSTELLUNGEN: Untersucht den Einfluss subjektiver Erwartungen auf die Wahrnehmung, illustriert durch Phänomene wie den Rosenthal-Effekt.

7. DIE BEEINFLUSSUNG DES EINZELNEN DURCH DAS KOLLEKTIV: Diskutiert sozialpsychologische Experimente zur Konformität sowie die Angleichung von Leistungen und Meinungen in Gruppen.

8. DAS NERVENSYSTEM: Bietet einen Überblick über den strukturellen Aufbau und die Funktionen des Zentralen sowie Autonomen Nervensystems.

9. DIE SINNESORGANE: Detailliert die verschiedenen Sinnesmodalitäten und deren spezifische Rezeptoren zur Informationsaufnahme aus der Umwelt.

Schlüsselwörter

Wahrnehmung, Psychologie, Reizschwelle, Gestaltpsychologie, sensorische Deprivation, Rosenthal-Effekt, Sozialpsychologie, Konformität, Zentralnervensystem, Sinnesorgane, subjektives Erleben, Wahrnehmungseinstellung, Reizverarbeitung, Motivforschung, kognitive Prozesse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die psychologischen Mechanismen der Wahrnehmung und deren zentrale Bedeutung für das menschliche Verhalten und das soziale Zusammenleben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Reizaufnahme, der gestaltpsychologischen Verarbeitung, den Auswirkungen von Wahrnehmungseinstellungen sowie den sozialen Einflüssen innerhalb von Gruppen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu verdeutlichen, dass unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit ein subjektiver, komplexer Konstruktionsprozess ist, der maßgeblich von Erfahrungen, Erwartungen und sozialen Kontexten beeinflusst wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Diskussion klassischer empirischer Experimente der Psychologie, wie etwa jenen von Sherif, Asch, Rosenthal oder Moede.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die physiologische Reizverarbeitung, die Theorie der Gestaltwahrnehmung, die Praxis der psychologischen Beeinflussung (Werbung) sowie sozialpsychologische Interaktionsphänomene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wahrnehmung, Subjektivität, Konformität, Reizschwelle und Gestaltwahrnehmung definiert.

Was genau besagt der Rosenthal-Effekt?

Der Rosenthal-Effekt (oder Pygmalion-Effekt) belegt, dass die Erwartungen einer Person (z.B. eines Lehrers oder Wissenschaftlers) die Wahrnehmung und somit das tatsächliche Leistungsverhalten der betroffenen Individuen positiv oder negativ beeinflussen können.

Wie beeinflusst eine Gruppe das Urteil eines Einzelnen?

Wie durch die Experimente von Sherif und Asch gezeigt wurde, neigen Individuen dazu, sich der Meinung der Mehrheit anzupassen, um Konformität zu wahren oder soziale Ausgrenzung zu vermeiden, was zu einer echten oder vorgetäuschten Verfälschung des eigenen Urteils führen kann.

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Details

Title
Wahrnehmung und ihre Bedeutung für Verhalten
College
Klagenfurt University  (Psychologie)
Author
Syzane Berisha (Author)
Publication Year
2002
Pages
26
Catalog Number
V8719
ISBN (eBook)
9783638156158
Language
German
Tags
Wahrnehmung Bedeutung Verhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Syzane Berisha (Author), 2002, Wahrnehmung und ihre Bedeutung für Verhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8719
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