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Cur deus homo? Das Versöhnungmodell des Anselm von Canterbury

Title: Cur deus homo? Das Versöhnungmodell des Anselm von Canterbury

Seminar Paper , 2007 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bachelor of Arts Silvia Stillert (Author)

Theology - Systematic Theology
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Anselm, 1033 in Italien geboren, wurde 1093 zum Erzbischof von Canterbury/England berufen und war einer der größten mittelalterlichen Theologen mit weit reichendem Einfluss - er gilt als Vater der Scholastik.
Anselm war bestrebt, Glaubensdogmen rational zu begründen. Sein Grundsatz betont den Stellenwert der Vernunft: „Credo, ut intelligam.“ („Ich glaube, damit ich erkenne.“).
In seinem Hauptwerk „Cur Deus homo?“ („Warum ist Gott Mensch geworden?“) versucht Anselm mit bloßen Vernunftgründen die Notwendigkeit der Menschwerdung Gottes zur Erlösung der Menschen nachzuvollziehen. Zielpunkt ist dabei die Versöhnung Gottes mit den Menschen. Prägnant ist der dialogische Charakter des Werkes: Anselm redet als Lehrer mit Boso, seinem Klosterschüler. Boso vertritt in seinen Äußerungen sowohl die „fideles“ („Gläubigen“) als auch die „infideles“ („Ungläubigen“), denn die Frage ist für beide Gruppen ein Problem, nur die Gläubigen erwägen sie in ihren Herzen, aber die Ungläubigen werfen sie vor. Dass Boso die Worte der Ungläubigen benutzt, derer, die keineswegs dem Glauben ohne Begründung zustimmen wollen, macht die Fragen also präzise. Die Dialogform verhilft zu besserem Verständnis, da auch Einwände hervorgebracht und diskutiert werden. Die Antwort auf die Frage ergibt sich aus dem ganzen Werk und ist als Ergebnis des gesamten Gesprächsverlaufs zu sehen. Einzelaussagen sind immer im Kontext des ganzen Dialogs zu interpretieren.
Anselm stellt ganz an den Anfang seiner Arbeit die Einschränkungen, dass alles, was er sagt, auch ein Weiserer vervollständigen oder verbessern kann und dass solch ein Thema noch tiefere Gründe in sich birgt, als es ein Mensch überhaupt offenbaren kann. Zudem verweist er auf eine höhere Autorität. Falls diese seinen Vernunftgründen gegenüber steht, hat sie auf jeden Fall Recht. Als Autorität gilt allem voran die Bibel, die ein unumstößliches Fundament für die Wahrheit darstellt.
Diese Arbeit stützt sich zum größten Teil auf die Interpretation von Georg Plasger und stellt das Versöhnungsmodell Anselms von Canterbury verständlich dar, indem sie anhand der Kernpunkte seiner Versöhnungslehre der Entwicklung des Gedankengangs bis hin zur Zuspitzung der Antwort auf „Cur Deus homo“ folgt (Kapitel 2). Im Fazit fasst die Verfasserin die zentralen Thesen noch einmal knapp zusammen (Kapitel 3). Im Ausblick wird erörtert, wie sich Anselms Versöhnungsmodell auf heutige politische Versöhnungsprozesse übertragen lässt (Kapitel 4).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Cur Deus homo?

2.1. Die Frage, von der das ganze Werk abhängt

2.2. Inhaltliche Voraussetzungen

2.3. Die Sünde

2.4. Entehrung Gottes

2.5. Genugtuung

2.6. Notwendigkeit und Freiwilligkeit des Todes Jesu

2.7. Befreiung zur Freiheit

2.8. Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes

2.9. Die Beantwortung der Frage

3. Zusammenfassung: Die zentralen Thesen

4. Ausblick: Das Versöhnungsmodell im politischen Versöhnungsprozess

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das mittelalterliche Versöhnungsmodell von Anselm von Canterbury, wie es in seinem Hauptwerk „Cur Deus homo?“ dargelegt wird. Ziel ist es, die rationale Begründung für die Menschwerdung Gottes und die damit verbundene Notwendigkeit des Todes Jesu als Erlösungstat nachzuvollziehen sowie die Übertragbarkeit dieser theologischen Konzepte auf heutige politische Versöhnungsprozesse zu prüfen.

  • Rationale Begründung der Menschwerdung Gottes (Cur Deus homo?)
  • Die Analyse der Konzepte Sünde, Entehrung Gottes und Genugtuung
  • Das Verständnis von Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit
  • Die Anwendung des Versöhnungsmodells auf zeitgenössische politische Kontexte

Auszug aus dem Buch

2.4. Entehrung Gottes

Sündigen, da es sich gegen Gottes Willen richtet, nennt Anselm auch „Gott entehren“. Jedoch ist es nach Anselm unmöglich, dass Gott seine Ehre verliert, „denn er selber ist die (…) unwandelbare Ehre.“ Gottes Wesen ist Ehre und weil die Herrschaft Gottes vollkommen ist, kann dieser Ehre auch „nichts hinzugefügt noch entzogen werden.“

Die Ehrung Gottes ist also nicht direkt auf die ‚Person’ Gottes bezogen, sondern auf das, was Gottes Ziel mit den Menschen war, auf sein ‚Werk’. Entehrung Gottes bedeutet deshalb: Der Mensch zerstört die Absicht Gottes mit den Menschen. Damit trifft er sich selbst, weil sein Verhältnis zu Gott gestört ist. Das rechte Mensch-Gott-Verhältnis, die rechte Ordnung, wäre - wie schon erwähnt - die Einstimmung des menschlichen in den göttlichen Willen.

Zusammenfassend: Gott strahlt seine Ehre aus auf die Schöpfung und bittet, dass die Menschen ihn als Herrn und ihre eigene Ehre im rechten Mensch-Gott-Verhältnis anerkennen. Tun sie das nicht und entehren Gott, zerstören sie dieses Verhältnis von sich aus und nehmen sich ihre eigene Bestimmung: Seligkeit und ewiges Leben. Die Entehrung Gottes ist also letztlich die Entehrung des Menschen.

Will der Mensch aus der Schuld der Sünde herauskommen, muss er „Gott die geraubte Ehre einlösen; und das ist Genugtuung, die jeder Sünder Gott leisten muss.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den historischen Kontext von Anselm von Canterbury dar und führt in das methodische Vorgehen sowie die Zielsetzung der Untersuchung ein.

2. Cur Deus homo?: Dieses zentrale Kapitel analysiert die theologischen Kernkonzepte Anselms, wie Sünde, Genugtuung und die Notwendigkeit der Menschwerdung zur Versöhnung.

3. Zusammenfassung: Die zentralen Thesen: Hier werden die wichtigsten Argumentationslinien von „Cur Deus homo“ hinsichtlich der Menschwerdung und der Erlösung durch Christus kompakt wiederholt.

4. Ausblick: Das Versöhnungsmodell im politischen Versöhnungsprozess: Das Kapitel prüft, inwiefern Anselms theologische Konzepte auf moderne politische Herausforderungen der Versöhnung, wie Amnestie oder Wiedergutmachung, angewendet werden können.

Schlüsselwörter

Anselm von Canterbury, Cur Deus homo, Versöhnungsmodell, Scholastik, Menschwerdung, Sünde, Genugtuung, Satisfactio, Gerechtigkeit Gottes, Barmherzigkeit, Erlösung, Christologie, Politische Versöhnung, Schuld, Gott-Mensch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit primär?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Versöhnungsmodell von Anselm von Canterbury, wie es in seinem Werk „Cur Deus homo?“ entfaltet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die rationale Begründung der Menschwerdung Gottes, die Natur der Sünde als Entehrung Gottes und die Genugtuung durch den Gott-Menschen Jesus Christus.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, mit welcher Notwendigkeit Gott die menschliche Natur annahm, um die Menschheit zu erlösen, und wie sich diese Theologie auf politische Prozesse übertragen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Verfasserin stützt sich auf die Interpretation von Georg Plasger und vollzieht die Argumentationsschritte Anselms, unter Einbeziehung theologischer und politischer Analysen, nach.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Theologie Anselms und eine anschließende Prüfung der Anwendbarkeit dieser Modelle auf aktuelle politische Versöhnungsfragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören: Versöhnungsmodell, Cur Deus homo, Menschwerdung, Genugtuung, Gott-Mensch und Politische Versöhnung.

Wie steht Anselm zur Allmacht Gottes im Zusammenhang mit der Niedrigkeit Jesu?

Anselm sieht darin keinen Widerspruch; die Menschwerdung und das Leiden Jesu zeigen gerade die Treue Gottes zu seinem Versprechen und die Größe seiner Barmherzigkeit.

Kann Anselms Modell direkt auf politische Prozesse wie Amnestie übertragen werden?

Laut der Arbeit ist Anselms striktes Verständnis von Genugtuung nur bedingt auf politische Amnestie übertragbar, bietet aber Ansätze für Konzepte wie Wiedergutmachung und Wahrheit.

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Details

Title
Cur deus homo? Das Versöhnungmodell des Anselm von Canterbury
College
Free University of Berlin  (Institut für evangelische Theologie)
Course
Schuld und Versöhnung als ethisches Thema in Geschichte und Gegenwart
Grade
1,7
Author
Bachelor of Arts Silvia Stillert (Author)
Publication Year
2007
Pages
13
Catalog Number
V87203
ISBN (eBook)
9783638014755
ISBN (Book)
9783638918510
Language
German
Tags
Versöhnungmodell Anselm Canterbury Schuld Versöhnung Thema Geschichte Gegenwart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Silvia Stillert (Author), 2007, Cur deus homo? Das Versöhnungmodell des Anselm von Canterbury, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87203
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