Die Stadt als typische Lebensform fortgeschrittener Gesellschaften


Referat (Ausarbeitung), 2005

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Moderne Gesellschaften:
2.1 Industrialisierung:
2.2 Singles und Familien in der Stadt:

3. Wohnungswesen:
3.1 “Nomadenleben” in der Großstadt:
3.2 Von der Mietwohnung zum Eigenheim:

4. Wohnumwelt:
4.1 Wahrnehmung der Bewohner:
4.2 Einfluss der Umwelt auf das Handeln der Anwohner:
4.3 Räumliche Strukturen sozialer Ungleichheit:

5. Fazit:

6. Literaturverzeichnis:

1. Einleitung:

Der Begriff des “Wohnens” stößt bei jedem Mitglied unserer Gesellschaft auf eine klare, zumeist allgemein anerkannte Definition. Oft drängt sich bei der Frage nach dem “Wohnen” vorrangig der Gedanke an den Raum des Wohnens, also das Haus, die Wohnung, das Zelt, der Wohnwagen oder was auch immer die persönlich bevorzugte Wohnform darstellen mag, in den Vordergrund. Die Frage nach der Region, der Art der Besiedlung selbiger, sprich: Vom Zelten in freier Natur bis zum Bewohnen eines Appartements in einem Hochhaus, welches in einer Großstadt steht, erfreut sich in der Regel zumindest sekundärer Bedeutung. Was dem einzelnen zweitrangig erscheinen mag, soll jedoch explizit Gegenstand dieser Arbeit sein. Offensichtlich ist das Bewohnen einer Stadt eine schlicht und einfach notwendige, anders gesagt zweckmäßige Angelegenheit. Dass eine Stadt viele verschiedene Wohnformen auf engem Raum bietet, dass die komplex verstrickten funktionellen Zusammenhänge - im Gegensatz zu der autarkeren Lebensweise in ländlichen Regionen - in Verbindung mit dem viel größeren kulturellen Angebot vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung bieten, oder auch dass eine Stadt als Ergebnis soziologischer und sozialökologischer Prozesse - seien diese nun gewillt herbeigeführt oder automatisch aufgetreten - in ihrer Struktur kein Produkt reiner Willkür ist, wird doch in der Regel nicht bewusst wahrgenommen. Eben diese Aspekte einer Stadt sollen jedoch in dieser Arbeit sowohl beschrieben, als auch diskutiert werden.

2. Moderne Gesellschaften:

Soziologen der Gegenwart sprechen von unserer Gesellschaft als Risikogesellschaft, Singlegesellschaft, oder auch Informationsgesellschaft (siehe Pongs (Herausgeber) - 2000 S.51 ff. Bd. 1, S104 ff. u. 175 ff. Bd. 2), um nur wenige Beispiele zu nennen. Dies führt zu dem Eindruck, dass unsere heutige - moderne - Gesellschaft durch viele Eigenarten definiert und durch ebenso viele Faktoren beeinflusst wird. Die Stadt als solche stellt schließlich eine Art Ballungszentrum jener Einflüsse und Faktoren dar, da der Stadtbewohner hier sehr viel stärker mit ihnen konfrontiert wird, als dies in ländlichen Gegenden der Fall ist. Daher drängt sich die Frage auf, welche Eigenschaften einer Stadt das starke Auftreten jener modernen Gesellschaftsformen, in diesem starken Maß, begünstigen. Sicherlich lässt sich als Erklärungsansatz die simple Tatsache anführen, dass in einer Stadt einfach wesentlich mehr Menschen mit ganz individuellen Biographien und Lebensweisen auf vergleichsweise sehr geringem geographischen Raum aufeinander treffen. Auch die Medien können sich sehr wahrscheinlich nicht davon freisprechen, hierbei eine gewisse “Teilschuld” zu tragen, jedoch sind diese auf dem Land mittlerweile fast ebenso leicht zugänglich wie in der Großstadt, was diesen Begründungsansatz als weniger gewichtig erscheinen lässt. Zwei Faktoren, die möglicherweise diese Entwicklung beeinflusst haben, sollen an dieser Stelle vorgestellt und auf ihre Bedeutung in diesem Zusammenhang hin untersucht werden. Bei diesen Faktoren handelt es sich zum einen um die Industrialisierung, wobei nicht nur die Historische Epoche, sondern auch die stets aktuelle Erweiterung der Industrie und ihre Bedeutung für den Arbeitsmarkt, welcher ja einen Spiegel für Karrierechancen, Verdienstmöglichkeiten und somit plausible Gründe, seinen Lebensmittelpunkt in eine Großstadt zu verlagern darstellt, und zum anderen um den Lebenswandel von der Großfamilie zum Singledasein hin, welcher nur eine logische Konsequenz des Wertewandels hin zur Selbstverwirklichung darstellt.

2.1 Industrialisierung:

“In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildeten sich in den Großstädten jene Wohn­verhältnisse und Wohnweisen heraus, die bis heute das Wohnen und die Wohnung-spolitik nachhaltig beeinflusst haben, und zwar auf zwei verschiedene Arten:

Zum einen als Schreckbild eines Wohnungselends, das es auf jeden Fall zu vermeiden galt, und zum anderen als radikaler Bruch mit vorindustriellen Wohnweisen, indem sich die Konturen des ‘modernen’ Wohnens andeuteten.” (Zitat nach: Häußermann / Siebel - 1996, S. 59)

Die Industrialisierung vollzog sich vor allem in Deutschland derart rasant, dass ein Mangel an Wohnraum daraus resultierte. Die Großstädte wuchsen sehr schnell weiter an, wodurch die Notwendigkeit entstand, vor allem den quantitativ erforderlichen Wohnraum zu schaffen. Im Anschluss an diese Zeit zeichnete sich dann ein stetiger Wachstum des Wohnungsangebotes, sowohl in quantitativer, als auch in qualitativer Hinsicht ab. Jedoch waren die qualitativ besseren Wohnungen in der Regel auch durch einen entsprechend hohen Mietpreis nicht für jedermann zugänglich, was für den einfachen Arbeiter, der im Zuge der Industrialisierung in die Stadt gekommen ist einen weiteren Nachteil darstellte. Hierbei muss jedoch auch erwähnt werden, dass die Mobilität der Menschen damals wesentlich höher war, als dies heute der Fall ist. Nebst den Möglichkeiten, in der Industrie eine Arbeit zu finden, boten sich für jene, die vom Land in die Großstadt kamen selbstverständlich noch viele weitere Neuerungen an, wie zum Beispiel die in der Stadt gegebene Anonymität, einem vergleichsweise vielfältigen kulturellen Angebot, oder auch schlicht und einfach ein besserer Zugang zu aktuellen Informationen und fremden Gütern. Die Wohnungsfrage rückte bis zum heutigen Tag jedoch immer weiter in den Hintergrund und wich der Frage nach Arbeit, da die Industrie sich in die Richtung weiterentwickelte, dass viele Vorgänge zunehmend automatisiert wurden, wodurch viele Arbeiter überflüssig wurden. An diesem Punkt darf jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass die Notwendigkeit, seinen Lebensmittelpunkt in eine Stadt zu verlagern, beziehungsweise ihn dort zu erhalten alleine aus wirtschaftlichen Gründen für viele Menschen nahezu keinen Entscheidungsspielraum ließ. Gleichsam sank die Bevölkerungswachstums-Rate in den letzten Jahren. Obschon diese Tatsache einen Überschuss an Wohnungen vermuten ließe, schlägt sich dies nicht als eindeutige Tatsache in Statistiken nieder, was wiederum durch die Entwicklung bedingt ist, dass Haushalte sich immer weiter verkleinern, was dazu führt, dass von der gleichen Personenanzahl mehr Wohnraum benötigt wird als dies zuvor der Fall war (vgl. Häußermann / Siebel, - 1996, S. 192 f.) So stellt sich die Frage nach einer Wohnung heute allgemein gesagt eher hinsichtlich Geldnot oder etwa in Städten mit sehr hoher Anzahl an Studenten, welche auf billige Unterkünfte angewiesen sind, um ein greifbares Beispiel zu nennen. Als immer bedeutsamer stellte sich in den letzten Jahren die Frage nach der Wohnumwelt heraus. Räumliche Segregation und Sukzessionsprozesse zeigen deutlich auf, dass soziale Distanz in der Regel mit räumlicher Distanz einhergeht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Stadt als typische Lebensform fortgeschrittener Gesellschaften
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)  (Sozialwesen)
Veranstaltung
Stadt als Lebensraum
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V87251
ISBN (eBook)
9783638016759
ISBN (Buch)
9783638919012
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stadt, Lebensform, Gesellschaften, Stadt, Lebensraum
Arbeit zitieren
Timo Arnold (Autor), 2005, Die Stadt als typische Lebensform fortgeschrittener Gesellschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87251

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